Ist es eigentlich eher klug oder eher dumm, Konflikten ständig aus dem Weg zu gehen?

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11 Antworten

Hallo xMirage..., :- )
nein, sei nicht so selbstkritisch, es ist nicht "dumm", Konflikten aus dem Weg zu gehen. Es zeugt nur von ganz normal verengten Blick in Konfliktsituationen:

Die meisten Menschen sind es gewohnt in den sehr niedrigen Kategorien des "ich oder er!" zu denken. Sie empfinden Konflikte NUR als Durchsetzungskampf und fühlen sich von den Tagesschaunachrichten, dem alten Testament und schließlich dem Ton in Kneipen und Foren dazu auch ganz berechtigt! ;- ))

Und dann gibts die anderen in dem Spiel, die solchen destruktiven Muskelposen ausweichen, keine blauen Augen wollen und selbst auch gar nicht recht zuhauen können/wollen wie du.

Oder eben die ewigen "Schlichter", die dann darin gipfeln: "Jeder geht 50% zurück, trefft euch in der Mitte und Ruhe am Hof...!" Na ja bei allen Varianten gibt es nur Verlieren!

"Konfliktfähig" ist aber nicht etwa, wer sich am besten kloppen kann.
Sondern, wer es aushalten kann, dass andere 'nicht' seiner Meinung ist und eigene Ideen hat. Und die dann zusammen dennoch einen Lösungsweg finden, der beiden hilft.

Schlimm wäre es, wenn es da nicht die alten Griechen gäbe!
Die hatten es nämlich wunderbar, fast wundersam gelöst!

Verzeiht die schlurige Skizze, Hierfür reichts:
X, links unten ist der Ausgangspunkt.
A will 100% hoch nach A und
B will 100% rechts nach B
Die Diagonale ist die Konfliktebene, um die es geht - klar, nicht?

Wohin können sie beide zusammen(!) maximal hinkommen?
Also, optimale Lösung? Schreibts bitte hier darunter,
die Konflikt-Lösung ist ganz offenbar....
Und es wird immer wichtiger, unsere Konflikte lösen zu können!


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Nein, das ist natürlich nicht gut. Dein Umfeld bemerkt das natürlich auch und nimmt dich dadurch nicht ernst. Denn du bist immer der, der sich drückt. Der, der keine eigene Meinung hat und der, auf den man sich nicht verlassen kann, weil er im Fall einer Auseinandersetzung nicht hinter einem steht sondern sich drückt. Wir haben so einen Kollegen im Büro und das kommt natürlich nicht gut an. Du wirkst dadurch schwach. Du tust dir auch selbst nichts gutes. Es ist momentan leichter, sich zu drücken, aus unangenehmen Situationen "herauszulavieren". Aber im Endeffekt fühlst du ja, dass das falsch ist, dass es deinem Selbswertgefühl schadet. Du wirst dich auf diese Weise nie durchsetzen können. Und dann musst du deinen Frust wieder hineinfressen.

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Kommentar von xMirage95
09.10.2016, 23:49

Also für meine eigene Meinung einstehen tue ich schon. Ich gehe es halt nur geschickt an, und wenn ich merke, dass zwei unterschiedliche Meinungen kollidieren, lenke ich das Gespräch in eine Richtung ab, sodass es gar nicht mehr zur richtigen Auseinandersetzung kommt.

Ich muss dazu sagen dass es sich auch stark unterscheidet je nachdem ob es beruflich oder privat ist. Wenn ich in meinem Job mit Konflikten zu tun habe ist das für mich weniger ein Problem. Dieses starke Vermeiden bezieht sich tatsächlich eher auf Konflikte oder Unstimmigkeiten im privaten Umfeld.

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Die Lösung: von vorher...

Nach einem ähnlichen Spruch wie der von Einstein, dass "...Probleme nicht mit denselben Denkweisen gelöst werden können, mit denen sie entstanden" (also nicht konfrontativ), hatten die alten Griechen die "Synergie", den synergetischen Punkt, entwickelt: Eben "außerhalb" festgestampfter Wege, auf denen Konflikte sonst mit Fäusten oder Konfrontationen in Forenstreits *g* ausgehandelt wurden.

Mediatorisch schaut man nicht nur auf sein eigenes "ich will!", sondern auch auf das des anderen und findet dann "gemeinsame Förderung und Unterstützung" (Synergie, eben kein Kompromiss...!) mit nur geringstem Mehraufwand zu gemeinsamem "win/win" => jeder seine vollen 100%!
Lösungen, die man vorher in der Konfrontation nur nicht sah! Konflikte nicht etwa vermeiden, sondern aktiv lösen. Was ich hier schrieb, ist NICHT theoretisch. Es muss nur simpel gemacht werden.

"Komm, lass uns schauen, ob wir keinen gemeinsamen Weg finden." hieße dann die Alternative zum passiven Schwanzeinklemmen, xMirage :- ) Diese Mühe lohnt sich immer. Wer natürlich seinen Zoff mit dir will, der soll ihn auch bekommen, sei großzügig! ;- )) )

Ich habe das alles gestern und jetzt in diesem Rahmen sehr verkürzt beschrieben, nutze jeder was er mag. Das Netz ist bestimmt voll dieser Stichwörter. Nicht immer nur nach Kampf&Sieg schauen *Fingerwedel* Und vielleicht auch nicht immer nur in Wiki blättern :- )

Und, wenn mich keiner für die Bleistiftskizze lobt, dann... ach was, jetzt erstmal duschen.

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Das merkst du doch selber, ob du mit dem "Ausgang" zufrieden bist. Wer Konflikten aus dem Weg geht, steht nicht für seine eigenen Bedürfnisse ein. Das heißt, diese werden oft übergangen, was auch stark krank machen kann.

Es ist natürlich abzuwägen. Konflikte aufgrund guter Kommunikation und somit Vermeidung von Missverständnissen gar nicht erst entstehen zu lassen, ist schlau.

Konflikte, die da sind, unausgesprochen zu lassen, ist dumm. Der Konflikt ist ja dennoch da und steht immer im Raum, wird nur umgangen.

Konflikte nicht auszutragen, weil man immer nachgibt, kann in manchen Fällen (wenn es sich nicht lohnt) klug und in den meisten Fällen dumm sein.

Im Psychologischen Sinne gibt man den möglichen Konfliktausgängen folgende Wertung betrachtet von beiden Konfliktparteien:

Nachgeben: win-loose

Durchsetzen: loose - win

Vermeiden: loose - loose

Kompromiss: win/loose - win/loose

Konsens: win- win

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Kommentar von xMirage95
09.10.2016, 23:45

Danke für die differenzierte Betrachtung. Das hilft mir sehr weiter :)

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Ich denke das ist keine Lösung ist Konflikten aus dem Weg zu gehen, weil im Leben wird es eigentlich immer dazu kommen. Man sollte sich nicht vor Sachen verstecken oder davor wegrennen, weiles irgendwann einen nur noch härter trifft. Das ist meine Meinung. Hoffe ich konnte dir irgendwie weiterhelfen.

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Kommentar von xMirage95
09.10.2016, 23:50

Ja, das frage ich mich manchmal auch, ob es einen später nicht härter trifft. Könnte schon gut sein.

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Ich finde Deine Einstellung genau richtig, weil es Deinem Naturell entspricht. Du mußt niemand sein, der Du nicht bist. Aggressive Menschen gibt es mehr als genug, so dass es sehr wichtig ist, dass es auch Menschen gibt, die nicht dauernd auf Konfrontationskurs sind.

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Mach wie du dich dabei am besten fühlst.

Ich muss Sachen die im Raum stehen immer klären, sonst komme ich nie zur Ruhe :), das kann auch schonmal hitzige Debatten geben, aber danach fühlt man sich besser und ist froh das es geklärt ist. Sowohl für meine Seite als auch für die Andere.

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Kommentar von xMirage95
09.10.2016, 23:53

Das kann ich gut nachvollziehen. Wenn ich mich aber in etwas reinsteigere und mal etwas lauter/emotionaler werde fühle ich mich nachher irgendwie weniger gut, weil ich das Gefühl habe dass ich nicht mal in der Lage bin, eine Diskussion in Ruhe auszuführen... Schwer zu beschreiben. xD

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Das kommt darauf an ob du Konflikte magst oder nicht. Wenn du sie nicht magst, ist es auch gut Ihnen aus dem Weg zu gehen

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Ich glaube, dass es einfach auf die eigene Persönlichkeit ankommt. Du scheinst eben ein Mensch zu sein, der eher ruhiger, gelassen, tolerant ist. Ich denke mit diesen Eigenschaften macht es dir auch nicht so viel aus, Dinge unausgesprochen zu lassen. In dir arbeitet das dann wahrscheinlich nicht so weiter, wie in einer aufbrausenden Person.

Ich würde sagen, dass alles richtig ist, solange man sich selbst gut dabei fühlt und du keine anderen Personen verletzt. Und das ist ja nicht so, im Gegenteil.

Was dir aber zum Verhängnis werden kann, wenn du nie sagst, was dich stört. Denn irgendwie sammelt sich das ja doch alles an, und irgendwann platzt es dann aus dir heraus und dein Gegenüber fragt sich wahrscheinlich, warum du nicht schon viel früher was gesagt hast. Das kann anderen Menschen auch auf die Nerven gehen.

Außerdem wäre es gut, Bescheid zu sagen, weil man dann die Chance hat, sein Verhalten zu ändern. Wenn dich etwas stört und du sagst es nicht, kann man ja nichts besser machen.

Aber bleibe dir treu und es ist ja mitunter eine gute Eigenschaft, wenn man nicht wegen jeder Kleinigkeit in die Luft geht! :)

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Kommentar von xMirage95
09.10.2016, 23:59

Danke für deine Antwort. :) Ja, da geb ich dir Recht, ich neige leider sehr dazu mich im Stillen über das Verhalten von anderen aufzuregen und wenn ich es dann irgendwann doch sage, versteht der andere die Welt nicht mehr bzw. ist wütend, weil ich ja quasi die ganze Zeit etwas verschwiegen habe.

Aber bisher war meine Erfahrung auch so, dass es irgendwie nichts bringt, Leute auf Dinge anzusprechen, die mich stören. Weil nun mal jeder so ist wie er ist und ich mir selbst auch nicht das Recht gebe zu erwarten, dass sich etwas ändert, nur weil ich es als störend empfinde.

Blöd ist halt nur, dass diese Toleranz eher kopfgesteuert ist und ich mich an sich immer noch darüber aufrege, was eben gerne mal auch darin endet, dass ich über andere rede anstatt mit ihnen... Versuch ich mir auch konsequent abzugewöhnen, aber irgendwie ist es schwerer als gedacht. ^^

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Du wirst in deinem Leben an den Punkt kommen an dem ein Konflikt unausweichlich ist. Aber dann musst du ja nicht dabei komplett ausrasten :D 

auch hier kann man einfach ruhig bleiben auch wenn der andere meint schreien zu müssen.

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Ich würde das folgendermaßen beantworten,..

Kurzfristig kann dir deine Strategie enorme vorteile verschaffen, aber langfristig wie du ja auch schon erkannt hast, wird es für dich vermutlich zum Problem werden. 

Es wird in deinen Leben einfach Konflikte geben, die du dich stellen musst, da sonst gewisse entscheidende Lebensabschnitte an dir vorbei gehen. Denk dabei mal an eine tiefgründige Beziehungen oder Partnerschaften, wozu Konflikte, genauso wie die schönen Momente gehören. 

Ich sehe in meinen Umfeld immer wieder Menschen, die wie du versuchen, allen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, das Ergebnis ist meist ein und das selbe sie stauen ihre Probleme solange auf bis sie irgendwann zwangsläufig herausplatzen,...

....nur treffen diese, dann immer die Flaschen, wie dein gegenüber dann reagiert, oder was es auslöst.... ?

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