Ist es egoistisch sich umzubringen?

17 Antworten

Ich denke nicht, dass man das so einfach mit Ja oder Nein beantworten kann.

Beispiel 1: Du hast ein Kind, dein Freund hat dich verlassen und du willst dich am nächsten Tag aus Liebeskummer von der Brücke stürzen. - Das wäre in meinen Augen eine Kurzschlussreaktion und auch kein Ausweg.

Beispiel 2: Du bist unheilbar krank und erleidest seit Monaten oder gar Jahren, Tag für Tag höllische Schmerzen, die durch Medis kaum zu lindern sind und möchtest nur noch, dass es aufhört. - In dem Fall wäre es für mich eher egoistisch, denjenigen vom Freitod abhalten zu wollen.

LG TE


Hallo,
ich meine, dass es es egoistisch aber auch dumm ist.

Man denkt nicht an Familie Freunde und Bekannte.
Sie fragen sich wie es dazu kam, wie man es hätte verhindern können und machen sich eventuell Vorwürfe.

Familien zerbrechen oft daran.

Ein Kumpel hat sehr gesund gelebt. Kein Rauchen, kein Alkohol, sehr gesunde Ernährung.
Dann hat er sich umgebracht. :(

Es ist zwar lange her, aber ich denke immer wieder an ihn.

Dumm ist es, weil es oft Lösungen gibt, wenn man sich helfen lässt und sich anderen anvertraut.
Das Leben ist nicht nur schlecht, es gibt viel Gutes.

Mach bitte keinen Mist!

Und was ist mit den Leuten, die keine Familie oder Freunde haben? Auch das ist wieder nur eine Möglichkeit und recht einseitig gedacht.

Ich wage zu bezweifeln, dass Familien an einem Selbstmord zerbrechen. Wenn es wirklich dazu kommt, dass sich jemand in einer Familie umbringt, dann war schon vorher einiges kaputt - vor allem wenn niemand bemerkt hat, wie schlecht es der Person ging oder die Probleme nicht ernst genug genommen hat.

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Allgemein lässt sich diese Frage natürlich nicht beantworten, also einige Beispiele:

Wenn jemand schwer krank ist, in nächster Zeit sterben wird und Schmerzmittel kaum mehr helfen, halte ich es für absolut nicht egoistisch, wenn diese Person sich umbringt. So kann er oder sie in Ruhe Abschied nehmen.

Wenn jemand versucht hat, sich Hilfe zu holen, zahlreiche Therapien über einen längeren Zeitraum (damit meine ich schon einige Jahre) erfolglos versucht hat (wirklich versucht und nicht nur weil er/sie gezwungen wurde), dann denke ich auch dass es nicht egoistisch ist. Allerdings sollte sich diese Person wirklich sicher sein und sich nicht in einem plötzlichen Moment umbringen, sondern einige Zeit warten, um sich wirklich der Konsequenzen klar zu sein. Dann kann er oder sie auch noch Abschiedsbriefe etc. schreiben.

Jemand der keine Angehörigen hat und Selbstmord begeht, schadet niemandem außer sich selbst, also kann man das auch nicht egoistisch nennen.

Wenn jemand sich umbringt, trotzdem er Hilfe bekommt und gute Chancen hat, dass es ihm besser gehen wird und dann in einem Anfall Trauer Selbstmord begeht, dann kann man das schon als egoistisch bezeichnen.

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