Ist es egoistisch für andere zu beten damit es einem selbst besser geht?

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27 Antworten

Um was betest du denn? Vielleicht darum, daß dein Nachbar 6 Richtige im Lotto hat und dir die Hälfte des Gewinns überläßt?

Unabhängig von der Streitfrage, ob es Gott gibt oder nicht, ist es sehr unwahrscheinlich, daß ein solcher Gott z. B. interesse am Lotto hat.

Und auch sonst macht es viel mehr Sinn, wenn sich Menschen gegenseitig aktiv helfen, anstatt um ein Wunder zu beten und ansonsten gar nichts zu tun.

SIcher kann das Beten auch schon mal purer Egoismus sein, abhängig vom Kontext, muß es aber nicht.

Wie sieht's wohl mit dem Glauben an ein Paradies aus? Ist es egoistisch, auf ein Dasein in einem Paradies zu hoffen und darum zu beten? Und was ist mit der Hölle? Könnte es sein, daß sich Strenggläubige die Hölle für "Ungläubige" nur deshalb wünschen, weil sie befürchten, anderenfalls die Segen des Paradieses mit zu vielen anderen teilen zu müssen?

Doch das Beten selbst kann man natürlich auch anders sehen. Wenn man wirklich ernsthaft um das Wohl eines anderen besorgt ist und dann betet, weil einem sonst nichts Brauchbares mehr einfällt, dann kann theoretisch der Effekt eintreten, daß der dabei entsprechend angeschobene "gute Charakter" dafür sorgt, daß man anschließend eine nützliche Idee bekommt, durch die manches besser wird.

Unter dem Strich ist es tatsächlich so, daß man eher von jemandem einen Nutzen erwarten kann, der dazu in der Lage ist, als von jemandem, der infolge eingener Probleme dazu nicht mehr imstande ist. Doch das ist dann wohl eher eine soziale Grundfunktion und trotz mancher Ähnlichkeit in seiner Bedeutung etwa anders als schnöder Egoismus. Doch auch da verliert die Sache ihren Wert, wenn der Fokus tatsächlich nur auf dem eigenen Vorteil liegt.

Wenn man es wirklich engstirnig und pingelig sehen will, macht der Mensch doch alles aus "Egoismus". Wir spenden Geld, damit wir ein gutes Gewissen haben. Wir helfen jemandem, damit wir uns selbst gut und nützlich fühlen. Und auch wenn ein Mensch für seine guten Taten keine matterielle Gegenleistung haben möchte, und diese Tat scheinbar ganz "selbstlos" getan hat, erfreut er sich insgeheim vielleicht daran, dass andere ihn als so "selbstlos" und "nett" ansehen.

Bete für eine andere Person. Denn dadurch denkst du an diesen Menschen, du wünschst ihm Kraft und Gesundheit oder was auch immer...

Das ist deine ganz persönliche Art, diesem anderen Menschen und somit auch dir selbst ein wenig "helfen" zu können. Und somit würde ich es nicht mit dem netativen Wort "Egoismus" betitteln.

Wir helfen jemandem, damit wir uns selbst gut 
und nützlich fühlen.

"könnte" (ist i.R.so) aber auch so sein, daß wir uns "gut" fühlen, weil wir etwas richtig machen, wenn wir helfen. Der Beweggrund ist nicht "ich brauche mal wider ein Wohlgefühl" o.ä.
 Bei den meisten Menschen ist das so, ob jemand nun religiöse Gründe noch zusätzlich im Hintergrund hat oder einfach nur seinem Gewissen folgt.
Alle Egoismushinterfragungen in diesem Zusammenhang sind wohl i.R. nur Wichtigtuerei - und werden deshalb auch immer wieder gebracht.

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@kuechentiger

Ich habe keine Ahnung was du da rüber bringen willst, aber mit "abarbeiten" von Regeln hat das was ich aussagte nichts zu tun.

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Wenn du für andere betest und wirklich willst, dass es ihnen besser geht und es geht dir dabei/danach auch gut, dann ist das doch OK. Es darf einem selber auch gut gehen.

Lass die gläubigen Menschen für die du betest aber wissen, dass du für sie betest. Die, die nicht gläubig sind würde ich damit nicht "nerven".

Es gibt nämlich wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Gebeten. Das Ergebnis ist im Grunde, dass es egal ist, ob Menschen für dich beten oder nicht, mit einer Ausnahme. Wenn derjenige für den man betet auch gläubig ist und weiß, dass andere für ihn beten, dann wird er mit einer ganz geringen Chance eher wieder gesund, als wenn er denkt, dass keiner für ihn betet. Daraus lässt sich folgern, dass es nicht an den Gebeten an sich liegt, sondern daran, dass der Kranke weiß, dass andere an ihn denken und ihm Gutes tun wollen. Ergo - wenn man betet muss man sagen, dass man betet.

Es ist sowohl egoistisch als auch altruistisch. 

Der Teil mit "für andere" ist sozial, der Teil mit "einem selbst" ist egoistisch.

Es ist ein sehr praxisnahes Beispiel, denn schwarz-weiß gibt es meistens nur in der Theorie. Dort ist es wichtig, schärfer zu trennen, damit sich die Unterschiede besser herauskristallisieren und man besser vergleichen kann und Eigenschaften identifizieren kann.

Generell ist der Körper so "aufgebaut" das es Lebewesen besser oder auch gut geht, wenn sie etwas für andere tun, ohne direkt etwas davon zu haben. Denn Forschungsergebnisse (auch an Wölfen) haben gezeigt, dass dann der so genannte Nucleus Caudatus, der das (Selbst-)Belohnungssystem aktiviert (das alles genau zu erklären, wäre zu umfangreich), aktiv ist. Das führt dazu, dass man Dinge für andere tut, ohne dass man direkt etwas davon hat.

Auch geht es vielen Leuten schlecht, wenn ihnen nahestehende Lebewesen leiden und darum möchten sie, dass es denen wieder gut geht.

Meiner Meinung nach ja und nein.

Wenn zB. eine Dir nachstehende Person Krebs hat und sie Dir z.B. erzählt, dass sie ungern zur Chemo geht, da sie heftige Nebenwirkungen hat und hinterher Dinge wie den Haushalt kaum schafft und Du dann nur für sie betest, obwohl Du mehr tun könntest (sie begleiten, beim Haushalt helfen, anders unterstützen), dann finde ich es egoistisch. Selbst, wenn Du glaubst, dass das Beten was bringt. Denn die Person ist nah wie vor allein mit Problemen, die man ihr zumindest ein wenig abnehmen könnte.

Wenn Du allerdings für die Opfer eines Amoklaufs betest, finde ich es nicht egoistisch. Denn was anderes willst Du tun? Vor allem, wenn Du meilenweit entfernt bist. Dann ist es schon okay zu sagen, dass man für die Betroffenen und ihre Familien betest, denn mehr kannst Du nicht für sie tun.

Anders schaut es wieder bei z.B. Hungersnöten in Afrika aus. Wenn da jemand sagt, dass er nichts spendet, dafür lieber betet, 'weil das ganz sicher ankommt', kann ich nur den Kopf schütteln.

es geht darum dass es Menschen dir nir sehr nahe stehen seelisch nicht gut geht. Ich kann nur nicht helfen. Ich bin für sie da aber mehr kann ich nicht tun. Ich möchte dass es ihnen besser geht. und mit würde es dadurch auch besser gehen. deshalb bin auch nicht sicher ob ich es nur wegen mir mache.

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Wenn Du nicht helfen kannst und sie auch nicht wissen, wie Du ihnen helfen kannst, dann kannst Du nicht mehr tun, oder? Und dann finde ich es auch nicht egoistisch. Allerdings würde ich es nicht dabei belassen. Z.B. würde ich die Person weiterhin fragen, ob sie Lust hat etwas zu unternehmen, zusammen kochen etc. Und man kann nicht oft genug erwähnen, dass man für die Person da ist, wenn sie jemanden zum Reden oder in den Arm nehmen braucht.

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Wenn man für jemand anderen um etwas bittet, beispielsweise damit die andere Person wieder gesund wird, sollte tatsächlich die Absicht auch das betreffen, worum man emtsprechend bittet - also nicht um selbst einen Vorteil davon zu haben.

Es kann sein, dass man durch andere verletzt worden ist und damit schwer fertig wird - vor allem dann, wenn man diesen Menschen lieb hat. Man betet, dass der andere sein Unrecht einsehen möge und damit gleichzeitig auch, dass es uns selbst dadurch wieder gut geht. Einerseits tut man dem Mitmenschen was Gutes, denn Unrecht und Lieblosigkeiten trennen von Gott - andererseits suchen wir selber Trost und Auflösung des Schmerzes. Beides ist richtig und beides ist gut und nicht voneinander zu trennen. Keine Spur von Egoismus.

Ebenso ist es mit dem Leiden anderer, die uns nahestehen. Du kannst ihnen nicht helfen, ihr Zustand schmerzt dich. Du hast Mitleid und bist tief berührt. Das macht sich dann auch in deinem Seelenleben bemerkbar. Du willst beides loswerden und betest, dass alles zum Guten gewendet wird und alle wieder froh werden können. Was soll daran egoistisch sein? Dein Leiden ist nur die Folge deines Mitleids mit den Leiden anderer. Das haben auch Sorgen so an sich. Egoismus schließt immer den anderen aus.

Wir sollten die Macht des Gebets nie unterschätzen. Deshalb werden wir aufgefordert:

„Betet füreinander“ (Jak. 5:16; Apg. 12:5). Das stärkt die Liebe und den Zusammenhalt untereinander. Und Gott hört unseren Gebeten aufmerksam zu und wird entsprechend reagieren.

Manchmal kann man für seinen Mitmenschen einfach nicht mehr tun, als für ihn zu beten.

Wenn Du die folgenden Bibelworte durch Deine Gebete mit Leben erfüllst, dann ist alles im grünen Bereich:

„Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“ (Mat. 7:12 — goldene Regel).

„Denn das ganze GESETZ ist in e i n e m Ausspruch erfüllt, nämlich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.““ (Gal. 5:14)

Wer großzügig gibt — auch was das Beten für andere betrifft — der empfängt auch großzügig:

„Übt euch im Geben, und man wird euch geben. Man wird euch ein treffliches, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß in euren Schoß schütten. Denn mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird euch wieder gemessen werden.“ (Luk. 6:38)

Nein, es ist ja auch nicht egoistisch, dass man für sich selber betet. Das soll man sogar. Gott ist nichts zu viel. Man soll auch nicht bescheiden sein oder denken: ich kann nicht so oft bitten, das ist unangenehm. Gott will gefragt werden.

Er ist laut einer authentischen Aussage des Propheten Mohammed sogar wütend mit denen, die nicht Bittgebete an ihn richten, denn das ist ein Zeichen von Arroganz, zu denken, man hätte Gott nicht nötig.

Gott schaut ins Herz. Das bedeutet dann eben auch, daß er immer unsere Motive kennt warum wir etwas tun, und auch warum wir es nicht tun. Für andere Menschen zu beten, damit ihnen (worin auch immer) geholfen wird, ist grundsätzlich positiv - wenn der Beter es ehrlich und aufrichtig meint.

Daß man auch Ängste oder Befürchtungen haben kann, selbst zu kurz zu kommen, ist  eben menschlich. Gott weiß das. Wenn du deinen Glauben an Jesus Christus mit anderen teilst (in einer Gemeinde zum Beispiel), dann wird sicherlich auch für dich gebetet. Aber es ist auch nicht falsch andere Christen darum zu bitten für einen zu beten, wenn man besondere Anliegen oder auch Nöte hat.

Wichtig sollte aber auch sein, daß du weißt wer du vor Gott bist und was es bedeutet an das Evangelium zu glauben. Wo das nicht Inhalt des Glaubens ist (Johannes 3,16), ist der Glaube an "Gott" völlig sinnlos.

Diese eher philosophische Frage, finde ich interessant. 

" ist es egoistisch, von mir für die Familie zu arbeiten, damit es ihnen gut geht...weil es mir sonst auch nicht gut geht..."

( fiel mir nur gerade nebenbei ein )

Beim beten zu Gott, sehe ich kein Problem. Sei einfach ehrlich dabei..vor allem  vor dir selbst

" Gott, ich leide darunter, dass es xxx schlecht geht. Ich will zwei Dinge erbitten

1.)  dass es xxx wieder gut geht, und mir somit auch...

2.)  wenn es xxx nicht gut gehen soll, dann hilf mir bitte, damit irgendwie klar zu kommen..."

Mir ist das sowas von egal, solange mich die betreffende Person nicht in ihr Gebet miteinschließt.

Die Begriffe Gebet und egoistisch passen für einen authentischen Menschen nicht zusammen.

Egoistisch wäre es nur, wenn du für jemand betetst, damit es dir besser geht.

Es ist doch wunderbar, wenn du für jemand betest und dass es dir dann auch besser geht.

Wenn du sicher gehen willst, ergänze das Gebet mit dem Satz: Herr, nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.

Das ist eine gute Frage.

Ist es egoistisch, zu anderen nett zu sein, damit sie dann auch nett sind zu einem?

Ist es egoistisch, anderen zu verzeihen, um sich selbst nicht mit negativen Gedanken zu belasten?

Ist es egoistisch anderen Gutes zu tun, weil man nicht mitansehen kann, wie sie leiden?

Ist es egoistisch zu spenden, mit dem Hintergedanken, dass man vielleicht auch irgendwann irgendwas braucht und dann froh ist, dass es Hilfe gibt?

Ja, schon, aber es verbessert das menschliche Zusammenleben, wenn alle so denken.

Es gibt gar nichts anderes. Du betest immer für andere, damit es dir besser geht oder weil du irgendwie was davon hast.

Etwas anderes gibt es nicht. Ein Mensch der in ein brennendes Gebäude läuft und sein Leben riskiert, tut es auch weil ihn der Gedanke nicht zu helfen und damit zu leben schrecklicher erscheint als vielleicht zu sterben.

Es gibt kein selbstloses Handeln.

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Man betet doch für andere, damit es ihnen besser geht ...

Ja das schon. Ich möchte such dass es ihnen besser geht. Ich habe so viel Mitleid und möchte helfen so Gut ich kann. Mich nimmt das alles mit deshalb bin istvmir nicht sicher ob ichves wirklich für die anderen tu oder nur für nich selbst.

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@hentaiheaven

Also in diesem Fall denke ich, dass Du für die Menschen betest, die Dir am Herzen liegen und daran ist absolut nichts egoistisches ;-)

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Beten ist das Verlangen,daß die Gesetze des Universums zugunsten eines einzelnen Bittstellers aufgehoben werden,der selbst bekennt,unwürdig zu sein.
Ambrose Bierce.
Das Beste,was ich zu dem Thema je las..

Schon auch... ? Aber ich hab nix gegen einen Egoismus dieser Art. Er ist nicht schädlich.

dieses Gebet wäre dann nicht ehrlich gemeint und es wäre nicht im Sinne der jeweiligen Religion, egal welche.

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