Ist es diplomatisch vertretbar, den türkischen Ministerpräsidenten auszuladen?

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10 Antworten

Gewiss, "diplomatisch vertretbar" wäre es. Aber ob es auch "diplomatisch klug" wäre, das ist eine ganz andere Frage!

Immerhin sollte bedacht werden: Erdogan und seine Clique putschen die in Deutschland lebenden Türken dazu auf, bei der Volksabstimmung dafür zu stimmen, die türkische Demokratie und den türkischen Rechtsstaat zugunsten einer Despotie von Erdogans Gnaden abzuschaffen. Das Ziel, das diese türkischen Politiker verfolgen, ist zwar nicht gegen die deutsche, aber gegen die türkische Verfassung gerichtet. In Deutschland Veranstaltungen zu verbieten, die zur aktiven Beseitigung der in unserer Verfassung, dem Grundgesetz, festgelegten freiheitlich-demokratischen Grundordnung auffordern, aber Veranstaltungen der türkischen Regierungsclique zu erlauben, die zur aktiven Beseitigung der türkischen Demokratie auffordern, hätte etwas von Doppelmoral und würden alle Demokraten als höchst bedenklich empfinden!

Deutschland bzw. das deutsche Volk, das in seiner Mehrheit aus der eigenen Geschichte gelernt hat, darf von seinen gewählten Politikern erwarten und verlangen, dass sie sich überall auf der Welt für die Demokratie einsetzen, gegen selbstverliebte Despoten bzw. Tyrannen unzweideutige Position beziehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen! Ob man Helfershelfern Erdogans oder ihm selbst eine Einreise für demokratiefeindliche, meiner Meinung nach volksverhetzende Veranstaltungen verbieten kann, darüber mögen sich die Juristen streiten. Jedenfalls wären unsere Politiker gut beraten, diesen Leuten über diplomatische Kanäle oder, wenn die frechen Kommentare aus der Türkei weitergehen, sogar öffentlich mitzuteilen, dass sie in Deutschland nicht willkommen sind!

MfG

Arnold

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Im Prinzip ja,
das scheint mir durch die letzten Ereignisse in der Türkei und Verhalten Erdogans berechtigt zu sein.
Es kommt jedoch auch darauf an, wer (und wann !) den türkischen Ministerpräsidenten eingeladen hatte.

Falls diese Einladung bereits vor den "Reinigungsmassnahmen" des Herrn Erdogan, oder vor seiner Änderung der türkischen Verfassung verabredet wurde, ist eine "Ausladung" diplomatisch zulässig oder sogar notwendig, weil sich die ursprünglichen Umstände sehrst verändert haben. und nicht mehr den Damaligen entsprechen.

"Natürlich" darf man mit der Türkei nicht brechen, die westlichen Militärkräfle brauchen die Türkei. Sie ist auch ein Schlüsselpunkt illegaler Einwanderung. Auch spielt sie eine grosse Rolle im Transport von Erdöl - Nicht nur zu uns, sondern auch für den Ölexport durch Daesh, den IS. Das scheint deren grösste Einkommensquelle zu sein, und die Türkei lässt machen.
Auch ist da die Frage wegen den Kurden. Lange Jahre war Waffenruhe.  Bis die Türkei sie überraschend angegriffen hat. Diese haben nur wenige Tage gebraucht, um zurückzuschlagen. Jetzt ist eben wieder Kampf :-( .
Was jetzt die Gerüchte angehen,dass die Türkei den IS mit Waffen auszurüstet um die Kurden endgültig auszulöschen, das weiss ich nicht.

Also kann ich bestens verstehen, dass man da zuerst mal die Finger von lässt und vielleicht zuerst Bestandsaufnahme macht.

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Selbstverständlich darf man Politikern aus anderen Ländern verbieten, in unserem Land Wahlkampf zu betreiben.

Besonders, da es sich hierbei um einen zukünftigen Diktator handelt.

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Es kommt meiner Meinung nach darauf an, welches Land das macht.

Wenn die USA das macht, militärisch stärkstes Land der Welt, dann ist es diplomatisch vertretbar, weil die USA rein gar nichts zu fürchten hat.

Wenn es Deutschland macht, dann halte ich das diplomatisch für ungeschickt.

So wie ich das verstehe ist Diplomatie dazu gedacht um militärische Konflikte zu vermeiden, und Deutschland kann sich nun wirklich keinen militärischen Konflikt mit einem Land wie der Türkei erlauben.

Deutschland sollte lieber mal anfangen sich zurück zu halten und kleine Brötchen backen.

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Kommentar von perledersuedsee
03.03.2017, 14:38

Deutschland sollte lieber mal anfangen sich zurück zu halten und kleine Brötchen backen.

Ganz falsche Einstellung! Man sollte genau das Gegenteil machen und dem Großmaul Erogan seine Grenzen aufzeigen. Und zwar wortwörtlich.

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Unbedingt, Anti-Demokraten haben hier nix zu suchen!

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Besser wäre es, die Visa-Pflicht für Türken jeder Art wieder einzuführen. Dann hätten sich solche "diplomatischen" Problemchen erledigt.

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Kommentar von muhamedba
03.03.2017, 14:34

Laut GG sind diese "jeder Art" von Türken nur zum Teil türkisch, da die hier geborenen mit deutschem Ausweis keine Türken mehr sind und auch kein Wahlrecht in der Türkei haben. Es geht um die anderen Millionen, welche weiterhin Türken sind. Mit solchen Beiträgen sorgst du nur dafür, dass das in Zukunft auch so bleibt.

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ja, da der hier in de keinen türkischen Wahlkampf machen braucht. frau merkel und herr schulz machen ja in der türkei auch keinen Wahlkampf für de.

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Kommentar von muhamedba
03.03.2017, 14:32

Mit dem "ganz kleinen Unterschied", das in Türkei keine Millionen von Deutschen leben. Sehr "guter" Vergleich!

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Ich hätte mich eher gefragt wieso man Jemandem in einem demokratischen Land erlaubt für das Präsidialsystem und die Todesstrafe zu werben?

Wenn er die Stimmen braucht, soll er den Staatsbürgern - so wie andere Länder auch - einen Freiflug spendieren.

LG

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Ja, auf jeden Fall

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Wenn die Medien mitspielen, ist es auch vertretbar den Präsidenten der Zweitmächtigsten Nation dieser Erde aus Friedenkonferenzen und ähnlichem auszuschließen . Kleinkind verhalten gehört immer mehr zur Politik. Ist ja nicht so, dass es um etwas wichtiges geht.

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