Ist es der gute Wille, der zählt?

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15 Antworten

Dies hängt von dem Motiv und den genauen Umständen bei solchen Vorgängen an.

Ein guter Wille zählt etwas und verdient grundsätzlich Anerkennung. Helfen aus Menschenfreundlichkeit oder als Einsatz für eine gute Sache sind an sich lobenswert. Allerdings entbindet dies nicht von der Verantwortung, mit einer der Situation angemessenen Überlegung zu handeln und seine Urteilskraft einzusetzen.

Immanuel Kant hat den guten Willen als das einzige uneingeschränkt Gute dargestellt. Dieser ist nach ihm unabhängig von den Folgen gut (Fehlschläge und fruchtlose Bemühungen ändern nichts an der Qualität des Willen). Widrigkeiten können verhindern, das Angestrebte zu erreichen. Aber auch für Kant war nicht die Absicht allein als bloßer Wunsch (sozusagen "gut gemeint") ausreichend. Wer mit seinem Willen etwas Gutes ausrichten will, soll auch die ihm zur Verfügung stehenden Kräfte (zu denen die Verstandesfähigkeiten gehören) verwenden, damit die gewünschten Folgen eintreten.

Unvorhersehbare Unglücke (z. B. Versuche, durch Aufräumen und Säubern Ordnung in einer Wohnung oder Büro zu schaffen, die aufgrund nicht absehbaren unglücklicher Zufälle und Störungen wie technische Defekte oder Dazwischenkommens anderer zum Gegenteil, also Beschädigungen,Verschmutzungen und Unordnung, führen) dürfen Menschen, die helfen wollten, nicht zum Vorwurf gemacht werden. Besonders Kinder können danach eher trostbedürftig sein.

Fahrlässigkeit durch Mangel an Umsicht und unkoordiniertes Vorgehen ohne Mitteilung und klare Absprachen mit anderen können dagegen durchaus kritisiert werden. Manchmal können auch die Motive zweifelhaft sein, wenn jemand nur hilft, um selbst bei etwas Unterstützung zu bekommen, etwas für das Prestige und Image tun möchte (Selbstdarsteller, die auf ein gutes Bild aus sind) oder dazu neigt, sich in einem großen Ausmaß ungebeten einzumischen und so alles nach den eigenen Vorstellungen zu dirigieren.

Die Entscheidung ist im Einzelfall zu treffen. Vorwürfe können dabei möglich sein, aber bloße Vorwürfe sollten nicht im Vordergrund stehen. Günstiger ist eine Verbindung mit Hinweisen auf die Notwendigkeit von mehr Nachdenken und Sorgfalt oder mehr Zurückhaltung und dem Verzicht auf Eigenmächtigkeiten.

Ist es der gute Wille, der zählt? Das kann ich immer nur bei mir selbst sehen und was bedeutet ein guter Wile und wer zählt? Wenn ich bereit bin, das was erscheint, seien es gewünschte oder seien es ungewünschte Ereignisse, so zu nehmen wie sie sind und mich in der gleichen Weise, zu nehmen kann das gut und damit auch das bös verschwinden. Das Leben wird zur Erfahrung in Offenheit...

Es kommt auf das Motiv an, das der Helfende hat, und darauf, ob er "nach bestem Wissen und Gewissen" gehandelt hat. Wenn sein Motiv der Sache dienen sollte, er jedoch wider besseren Wissens dieser nicht gut getan hat, kann kein Vorwurf erhoben werden. Beispiel: Ein Kind, das beim Aufräumen helfen will und alles durcheinander ordnet. Wenn jedoch der Helfende auf sich selbst abgezielt hat, ist es etwas kritischer, dann muss ein Gespräch die Sache klären (Beispiel: Jemand hilft dir, um dann von dir eine Gegenleistung zu erhalten. Jemand hilft dir, um besser dazustehen als andere, die nicht helfen.) Wichtig ist klare Kommunikation vorher. Und Vorwürfe nützen meist sowieso wenig, es hängt ja auch von demjenigen ab, der die Hilfe annimmt oder ablehnt... sollte man dann dem einen "Vorwurf" machen, wenn er fälschlicherweise Hilfe angenommen hat? Anell

Ich stimme dieser gut erklärten differenzierten Einschätzung zu.

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Ich würde mit demjenigen darüber sprechen und ihm aufzeigen, was er verursacht hat, ihm aber keinen Vorwurf machen.

Das ist schwierig - habe oft erlebt, daß dumme Handlungsweisen mit den Worten aber ich wollte doch nur entschuldigt wurden. Frage mich bis heute: ist das wirklich nur Dummheit oder Vorsatz?

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Vorkommnisse, da geht der Schuß einfach nach hinten los, der Helfende kann tatsächlich nichts für das negative Ausgehen.

Du mußt das selbst anhand Deines Falles und der Person analysieren und entscheiden. Überleg erstmal in Ruhe für Dich, bevor Du einen Vorwurf erhebst.

Vorwurf nein! Wichtig ist es zu verstehen, dass man geschickt im Umgang damit bleiben muss. Miteinander reden und erklären ist nicht verkehrt! :)

Einen Vorwurf machen wird nix nützen, ich würde in Zukunft auf sein Hilfe und seine Nähe verzichten, das heißt, ihn meiden.

Ich denke es kommt auf die Situation an. Wenn ein Kind helfen will und dabei etwas kaputt geht sollte man den guten Willen anerkennen. Überschreitet jemand beruflich bei weitem seine Kompetenzen würde er sicher Probleme bekommen.

nein eigentlich nich denn er wollte ja etwas gutes. wie der, dem dann das gegenteil passiert ist, das auffasst, ist seine sache.

wenn es vorhersehbar ist oder einfach nur dummheit, weil er nicht nachgedacht hat. Z.B. wenn einer einen Kühlschrank abtauen will und dummer weise mit einem Schraubenzieher die Kühlagragate beschädigt, dann würde ich es ihm schon vorwerfen.

ja man sollte manche Menschen schon auf Ihren übertriebenen Aktionismus(der oftmals schief läuft) aufmerksam machen.

z.B. Schwiegermutter

Habe im Seminar gelernt,die Signale die der "Sender" sendet, kommen oft beim "Empfänger" anders an! Klingt komisch, ist aber so! :-))

Auf jeden Fall, wenn auch mit pädagogischen Hintersinn! Es gilt: Unwissen schützt vor Strafe nicht!

Sicher kann man! Nur der gute Wille allein macht auch nicht alles gut! :)

So sehe ich das auch!

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Kommt immer auf die Situation an.

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