Ist es dem Arbeitsgeber erlaubt, die Arbeitnehmer komplett über die Gesundheit auszufragen?

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5 Antworten

Also fragen darf er alles, nur (wahrheitsgemäß) antworten braucht man auf solche Fragen nicht, die in den intimen Lebensbereich eindringen. Das wurde auch schon von Gerichten so festgestellt und bei Fragen nach Drogenkonsum oder "Wollen Sie noch Kinder haben" oder "leiden Sie an genetischen Krankheiten" DARFST DU LÜGEN.

BAG-Urteil vom 7.6.1984, AZ: 2AZR 270/83
Einstellungsgespräche dürfen nur begrenzte Fragen zum Gesundheitszustand enthalten.

P.S. Es gibt bestimmt auch aktuellere Urteile - nur so auf die Schnelle.... :)

Eigentlich ist es nur zulässig solche Fragen zu stellen, wenn der AG ein berechtigtes Interesse nachweisen kann. z. B. Infektionskrankheiten als Krankenschwester oder Rückenprobleme bei Lagerarbeitern oder ähnliches. Krankheiten die keinen Bezug zur Arbeit haben, haben den AG nicht zu interessieren. Sie darf also lügen.

Solange ein gesundheitliches Problem die Arbeitsfähigkeit nicht ernsthaft einschränkt (um mal was zu konstruieren: jemand mit einem Hautausschlag, der ihn zwar grundsätzlich nicht arbeitsunfähig macht, sollte wohl aber nicht mit Lebensmitteln zu tun haben), geht den Arbeitgeber der Gesundheitszustand überhaupt nichts an.

Solche Fragen würde ich niemals wahrheitsgetreu beantworten. Auch der Betriebsarzt unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Und auch dem muss ich nicht die Wahrheit sagen und kann eine Untersuchung verweigern. Meines Erachtens sind diese Fragen nicht erlaubt. Bei einer Bewerbung glaube ich jedoch nicht, dass der Bewerber Erkrankungen verschweigen darf, die seine Tauglichkeit für die Stelle seines Wissens nach einschränken. Der Grundsatz ist ganz einfach: Wenn eine Frage nicht gestellt werden darf, dann darfst Du sie auch falsch beantworten.

Die Privatsphäre geht den Arbeitgeber nichts an. Diese Fragen sind unrechtmäßig. Sie müssen nicht beantwortet werden. Und wenn, dann muss man nicht die Wahrheit sagen.

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