Ist es besser ein glaubensfreies Leben zu führen oder sich erst bei erreichen der Volljährikeit für einen Glauben entscheiden zu können?

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20 Antworten

Der Glaube wird nicht auferlegt, aber die Religion. Niemand wird behaupten, dass ein getaufter Säugling gläubig ist. Die Taufe stellt (bei den Christen) die Aufnahme in die Gemeinschaft dar.

Auf den Glauben haben die Eltern und deren Umfeld einen sehr großen Einfluss. Es ist kein Zufall, dass die Kinder vieler Christen Christen sind und die Kinder vieler Muslime Muslime sind und es nicht kunterbunt gemischt ist.

Die Frage ist, wo hört Manipulation auf und wo fängt die Freiheit an. Eltern können zwar ihre Kinder nicht zwingen, zu glauben, aber sie können sie erziehen.

Ein gutes Beispiel für dieses Thema ist das Kopftuch. Ist es der Wunsch der Eltern, der Wunsch des Kindes oder aller Wunsch? Welche Nachteile hätte das Kind, wenn es lieber Christ wäre oder wenn das Kind einfach ungern ein Kopftuch tragen würde? Würde es sich das überhaupt trauen? Wie viel Druck wird ausgeübt?
Kurz: Hat ein Kind überhaupt die Möglichkeit, etwas anderes zu wollen?
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Eltern haben die Erziehungshoheit. Die Kinder werden auch bezüglich anderer, nichtreligiöser Verhaltensweisen erzogen. Sollte man bei Religionen eine Ausnahme machen? Ich finde, das ist eine der großen Fragen. Erst dann schließt sich das "Wie" an.

Marcellina01 12.06.2017, 09:23

Danke, deine Antwort bestätigt das man sich mit der Frage schon auseinander setzen kann.

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Ich meine, es ist sinnfrei, Menschen zwingen zu wollen, in einer anderen Welt zu leben, in der sie sich nicht auskennen und mit der sie nichts am Hut haben. Das spricht für die Glaubensfreiheit und gegen das aggressive Missionieren.

Ich halte es für viel zu eng gefaßt, in Glaubensdiskussionen immer nur das Religiöse zu meinen.

Letztlich existiert für jeden die Welt dadurch, daß sie wahrgenommen wird. Sie befindet sich also in der Wahrnehmung, und die befindet sich im Kopf des Einzelnen.

Was wir wahrnehmen, von dem glauben wird, daß es existiert, aber gleichzeitig haben wir auch die Fähigkeit, und unsere Wahrnehmung zurechtzuglauben, so daß Glauben das Element ist, mit dem wir festlegen, was wir als gültig ansehen und was nicht.

Nicht zu glauben, daß 1+1 = 2 ist, würde bedeuten, daß Mathematik nicht mehr funktioniert. Und wenn wir sagen, daß es mathematische Gesetze gibt, die unanfechtbar sind, dann gilt ebenso, daß wir glauben, daß es so ist.

Was Glauben zum Problem machen kann, ist lediglich, daß wir uns nach Geglaubten ausrichten und gleichzeitig auch eine Welt haben wollen, die funktioniert und die ebenfalls in sich enthält, daß Gemeinsames stattfindet.

Da ist es dann zwangläufig nachteilig, wenn es Menschen gibt, die aufgrund gegenteiliger Überzeugungen die von uns angestrebte Ordnung stören, doch ebenso ist es nachteilig, wenn wir durch eine anders ausgerichtete Überzeugung die von anderen angestrebte Ordnung stören.

Ein funktionierendes Weltbild zu bekommen, ist überlebenswichtig, und es ist "normal", daß Eltern ihren Kindern ein Weltbild vermitteln wollen, das sie für funktionierend halten, denn auch eine Familie funktioniert durch eine gemeinschaftliche Ordnung, und nicht durch gemeinschaftliches Chaos.

Die Weitergabe von dem, was als "richtig" geglaubt wird, ist in Ordnung, wenn das Geglaubte logisch ist. Doch leider ist es so, daß eben auch das, was für logisch gehalten wird, etwas ist, von dem wir ganz fest glauben, daß es logisch sei, und gleichzeitig sehr leicht in Rage geraten, wenn andere anzweifeln, daß es logisch sei.

Geglaubtes, auch bezüglich der Religion, wird damit zwangsläufig auch zu einem Problem, das nicht wirklich lösbar ist.

Etwas mehr Friedlichkeit läßt sich meiner Ansicht nach nicht dadurch schaffen, daß man festlegt, wer ab wann was glauben darf oder nicht, sondern nur dadurch, daß man darauf achtet, daß die Welt im Leben miteinander brauchbar bleibt.

Der Glauben wird einen schon fast immer durch die Geburt auferlegt

Eben nicht. Wir werden alle als Freidenker geboren. Nur viele werden hinterher zu Religiösen gemacht, durch dauernde Beschallung mittels glaubensrelevanter Inhalte.

und da kann man selbst die Glaubensfrage für sich selber noch nicht entscheiden.

Und genau da liegt dann das Problem. Dies ist zudem exemplarisch, was Religionsanhänger von Freiheitsrechten halten, nämlich nichts. Nicht mal die Freiheitsrechte der eigenen Kinder scheint eine Rolle zu spielen.

Würden sie das, würden sie auf eine frühkindliche Indoktrination verzichten.

Ich will damit sagen das sinngemäß die meisten mit ihren Glauben
geimpft wurden und dann nur durch eine spätere Abkehr davon zur
Glaubensfreiheit oder Glaubenslosigkeit führen kann.

Exakt!

Das müßte nicht sein wenn zwar zum Glauben erzogen wird, aber der
Person, die Entscheidung für einen Glauben, beim erreichen der
Volljährigkeit, selber treffen kann.

Eben nicht.

"Zum Glauben erzogen" bedeutet bereits eine Indiktrination. Im Sinne der geistig gesunden Entwicklung in Übereinstimmung mit den Freiheitsrechten eines Menschen sollte auch hierauf gänzlich verzichtet werden.

Klar, man kann, ja sollte sogar ab einem gewissen Alter verschiedene Inhalte besprechen, jedoch zumindest wertneutral, wenn nicht gar kritisch auseinandersetzend, was schwierig werden kann, besieht man sich der leider zu Tage tretenden Tatsache, dass das Märchenbüchlein allerlei brutalst verstörende Passagen enthält, aufgrund derer das Teil eigentlich gänzlich mit FSK 18 zu kennzeichnen und eine Abgabe an Minderjährige untersagt wäre.

So hat man das Problem, man hat im übertragenen Sinne einen Splatterfilm, nur wie zeige ich den einem Kind?

Die Taufe, als Beispiel hierbei, ist an sich selbst gar nicht ausschlaggebend. Ein lustig verkleideter Hohepriester mit toternster Miene schüttet in einem zumeist demprimierend düsteren und müffelnden Tempel einem Baby Wasser über den Möppel und gibt dabei irgendwelche Sprüche von sich. Das hat gar keine Auswirkungen.

Was dabei nicht einmal Auswirkungen hat ist, dass die Erzeuger dieses Kindes dabei bekannt geben, das Kind "im Glauben erziehen" zu wollen.

Ob die sich hinterher an ihre Verlautbarung halten, ist immer noch fraglich. Oftmals wird auch nur aus Tradition getauft oder um die Eltern / Schwiegereltern zu beruhigen oder "den Nachbarn ein gutes Beispiel zu geben".

Das habe ich auch mit meiner Tochter gemacht. Die Family mütterlicherseits war zufrieden, verdrückte ein Tränchen der Rührung und damit ist alles eitel Heiterkeit allenthalben. Zudem, noch ein Anlass für ein Fest und wenn die bucklige Verwandschaft aus dem Haus und nur noch der harte Kern anwesend ist, wirds lustig. Fertig.

Einige nehmen das hinterher jedoch dummer Weise auch noch ernst, genau dann fängt der Menschenrechtsverstoß an. Dann wird munter in vormals bestens funktionierende Kinderhirne der "Hirnwurm der Religiotie" (Zitat MMS) eingepflanzt - und keiner verhindert das.

Marcellina01 12.06.2017, 10:33

Danke, manchmal kann man schon fragen wann werden wir verstehen?

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Tja, und bei Atheisten ist es genau umgekehrt.

Da wachsen die Kinder mit dem atheistischen Weltbild der Eltern auf. Sie können nur zum Glauben kommen, wenn sie sich selbst auf die Suche begeben. Von ihren Eltern wird da keine Hilfe zu erwarten sein.

Natürlich ist ein Kind unter 14 Jahren nicht unbedingt in der Lage, einen gefestigten Glauben zu haben und zu verstehen, worum es geht. Aber es schadet auch nichts, einen Grundstein zu legen.

Unser Sohn (7 Jahre alt) ist zurzeit ganz verrückt danach, die Bibel zu lesen - ohne, dass wir ihn in irgendeiner Form dazu gedrängt hätten. Im Gegenteil. Ich hab ihm mehrmals angeboten, seine Was-ist-Was-Bücher zu lesen oder diverse Abenteuerbücher.

Aber als überzeugter Christ freue ich mich natürlich auch darüber, denn diese soliden Grundlagen kann ihm später niemand mehr nehmen.

Zicke52 12.06.2017, 22:01

@danhof: Es gibt kein atheistisches Weltbild.

Atheisten verzichten nur darauf, ihren Kindern ein von anderen Menschen erfundenes Wesen als tatsächlich existierendes zu präsentieren.

Das ist alles.

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danhof 13.06.2017, 07:58
@Zicke52

>> Es gibt kein atheistisches Weltbild. <<

Nein, das stimmt schlicht nicht. Atheismus IST eine Weltanschauung wie alles andere auch. Und oftmals wird der Glaube an die Wissenschaft (die als das Gegenteil des z.B. Christlichen Glaubens verkauft wird) dafür missbraucht, die Fragen des eigenen Lebenssinnes auszublenden oder zu überdecken. Dafür ist sie aber leider nicht geeignet.

Dann schau dir an, mit welchem Hass und welcher Vehemenz hier von Seiten einiger Atheisten Stimmung gemacht wird.

Und auch du kommst ohne Wertung offenbar nicht aus ("erfundene Wesen"). Das ist keine neutrale Aussage, sondern eine von Gefühlen geleitete. Es MUSS auf jeden Fall immer ein bisschen die Herabwürdigung mitschwingen. Eine latente Bekundung der eigenen Überlegenheit.

Einige Atheisten haben einen massiv missionarischen Anspruch, der an religiösen Fanatismus erinnert.

Sie nennen sich oft "Freidenker", wobei ich mich fast verschlucke und ersticke vor Lachen. Freidenker, die beim Glockengeläut eine Allergie kriegen und eine Anzeige rausschicken. Freidenker, die jedem ungefragt aufoktuieren wollen, dass alle, die anders denken, Idioten sind - zumindest aber unmündige Kindergemüter.

Das im Hinterkopf behaltend bewerten wir noch einmal, ob es sich beim Atheismus um ein Weltbild handelt oder nicht ;-)

Wohlgemerkt: Es gibt solche und solche. Bei den Gläubigen genauso.

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Barney123 16.06.2017, 09:35
@danhof

Danke Danhof,

Es gibt solche und solche. Bei den Gläubigen genauso.

für diesen Satz

LG

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Du kannst dich immer für deinen eigenen Glauben entscheiden. Zwar bist du wie auch immer geprägt von deinem Umfeld, aber du hast immer Religionsfreiheit. Und Religionsfreiheit heißt dann in beiden Richtungen:


Religion ausüben oder nicht ausüben, im Herzen glauben oder nicht glauben.


Bis zum 14. Lebensjahr wirst du von den Eltern religiös oder nicht religiös erzogen. Danach kannst du auch äußerlich die Religionsfreiheit in Anspruch nehmen: also einerseits auf dem Papier einer bestimmten Religion angehören oder nicht angehören und die Gemeinschaft mit Gleich-Gläubigen suchen oder meiden.


Glauben ist ja nichts anderes außer die Weitergabe einer art von Tradition, genau so wie weihnachten oder dass man am Sonntag Kaffee und Kuchen isst. Es spricht nichts dagegen Kinder in einen Glauben groß zu ziehen wenn man, wie schon erwähnt, ihnen auch die möglichkeit gibt auch andere richtungen kennen zu lernen oder gar zu konvertieren.

Jedoch ist die aussage sie glaubensfrei bis 18 zu lassen nicht gut durchdacht. Nimmt man beispielsweise die Katholiken. Durch die Taufe wird nicht nur der eintritt in die Gemeinde zelebriert sondern auch dass bewahren vor dem Fegefeuer. Kinder die also nicht getauft sind kommen nicht in den Himmel, als Katholik also keine schöne vorstellung 18 Jahre dieses "Unheil" aufzuschieben

Marcellina01 12.06.2017, 09:41

Danke, wer will hier aber schon was davon wissen?

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Marcellina01 12.06.2017, 09:50
@MiezeKatzchen

"wer will hier aber schon was davon wissen?"

Ich bin ganz bestimmt nicht gemeint, dass würde ich schon anders ausdrücken und der kommentar ist auch keine Kritik an deiner Antwort. Ich hatte angenommen das du ihn anders verstehst, naja ist aber kein eigentliches Problem.

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Raubkatze45 12.06.2017, 10:36

MiezeKatzchen:

Durch die Taufe wird nicht nur der eintritt in die Gemeinde zelebriert sondern auch dass bewahren vor dem Fegefeuer.

Schlicht und einfach falsch! Die Quelle deiner Weisheit würde mich interessieren.

Kinder die also nicht getauft sind kommen nicht in den Himmel

Wer sagt das? Lehre der kath. Kirche  ist es bestimmt nicht und war es auch nie.

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studiogirl 12.06.2017, 13:08
@MiezeKatzchen

@MiezeKatzchen

wer keine Ahnung hat sollte lieber still sein.....

Da hast du aber etwas falsch verstanden. Da steht nicht, dass ungetaufte nicht in den Himmel kommen und umgekehrt.

Es steht folgendes dort:

1. Petrus3, 21 Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi,

1.Petreus 3,22 der in den Himmel gegangen ist; dort ist er zur Rechten Gottes und Engel, Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.

Es geht in dem Text um Jesus Christus und seine Taufe.

Man sollte Texte nicht aus dem Zusammenhang reissen.

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Hallo Marcellina,

eigentlich eine gute Frage, wenn auch nicht so klar formuliert. Eigentlich wissen die Religionen das schon, deshalb gibt es ja die Konfirmation bzw Firmung, da sollen die Jugendlichen im Alter von ca. 14 Jahren ihr endgültiges Glaubensbekenntnis ablegen, aber bei der Taufe wird den Eltern auferlegt, die Kinder so zu erziehen, dass sie das dann im Alter von 14 Jahren auch tun! Die Katholischen feiern die Kommunion, damit sie mit entsprechnden Festen schon einmal auf eine freudige Religionszugehörigkeit eingeschworen werden. Das heist, eigentlich wissen die, dass ein Bekenntnis unter diesen Umständen eigentlich nichts Wert ist, aber da geht es wohl um Macht und Einfluss.

Im Alter von 14 Jahren wird in Deutschland übrigens jeder Jugendliche Religionsmündig und kann damit seine Religion frei wählen, da ist sie wieder die Altersgrenze von 14 Jahren.

LG

Unentwegte 16.06.2017, 10:15

...und wie viele, die nur konfirmiert werden, "weil´s sich´s  halt so gehört"; und wieviel Jugendliche, die das Ganze nur um der Geschenke willen mitmachen!? Traurig eigentlich!

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Mit 14 Jahren kann man sich frei für einen Glauben entscheiden. Dazu muss man nicht erst Volljährig sein.

Ich persönlich halte es auch falsch, Kinder gleich nach der Geburt taufen zu lassen, weil das Baby ja noch gar nicht verstehen kann, worum es bei einer Taufe geht.

Ich habe meinen Kindern (4 !!) nicht taufen lassen im Baby bzw. Kindesalter. Das gab in der Familie ein riesen Spektakel und Streit. Als sie dann 14 Jahre alt waren, haben sie sich dann selbst entschieden.

Marcellina01 12.06.2017, 09:10

Danke, die Antwort mit einen eigenen Standpunkt hilft hier wirklich.

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Ja, wenn man Kindern nicht in einem Alter in dem sie einem alles glauben und nachmachen seltsame Märchen erzählt haben sie die Chance sich wenn sie alt genug sind (Religionsmündig ist man bevor man 18 ist) selbst zu entscheiden ob so einer Religion angehören wollen. Finde ich besser :-D

Du gehst meiner Meinung nach von falschen Voraussetzungen aus.

Der "Glaube" eines Menschen wird niemals von den Eltern per Taufe entschieden, sondern immer vom Menschen selbst! Man kann zwar als Säugling oder unmündiges Kind in eine bestimmte christliche Konfession "hineingetauft" werden, doch ist dies anschließend nie mehr, als eine bloße Mitgliedschaft in einer bestimmten Kirche bzw. Gemeinde.

Sich willentlich für den Glauben an den christlichen Gott und die Bibel zu entscheiden, setzt nämlich voraus, dass der Mensch bereits eine geistige Reife erreicht hat, um sich freiwillig dafür entscheiden zu können. Ebenso ist der Mensch frei und wird auch stets Gebrauch davon machen, sich bei Erreichen eine gewissen geistigen Reife eine "Glaubensgemeinschaft" zu verlassen, einen gewissen "Kinderglauben" abzulegen und die Mitgliedschaft in einer Kirche zu kündigen, wenn er sich dort falsch platziert fühlt.

Die so oft unterstellte negative Indoktrination funktioniert nämlich nicht, wenn der Mensch eine gewisse geistige Reife und Unterscheidungsfähigkeit besitzt. Die Praxis gibt mir dabei recht.

Sehr wohl aber können Eltern und Umfeld bestimmend sein, ob auch Kinder später zu gläubigen Menschen werden, dann nämlich, wenn sie ihnen ein positives nachahmenswertes Vorbild im Leben sind.

Deshalb brauchen wir zumindest in unserer Kultur und unserem christlichem Umfeld keine gesetzliche Altersregelung für Glaubensentscheidungen, im vermeintlichen "Glauben" unsere Kinder vor etwas Schlechtem schützen zu müssen.

Schon eine alte Volksweisheit sagt "Die Gedanken sind frei!" und, um es mit den Worten der Bibel auszudrücken - Jesus will nur Freiwillige!  

So hat es schon immer und wird es auch zukünftig funktionieren.

Marcellina01 12.06.2017, 10:11

Danke, den Glauben habe ich als Oberbegriff gewählt um nicht in den ewigen Religionsquerelen zu landen.

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Barney123 16.06.2017, 09:58

Hallo hummel,

Kinder im alter von 14 Jahren (Ab diesem Alter beginnt die Religionsmündigkeit) können in aller Regel nicht entscheiden, wer ein gutes Vorbild ist und wer nicht! In diesem Alter probieren sie genau das Gegenteil der Eltern aus, nennt sich Pubertät und hat die bekannten Probleme, es sei denn, das Kind ist bereists so gebrochen, dass es dazu nicht mehr in der Lage ist. Es ist das Alter von Konfirmation und Firmung.

Die so oft unterstellte negative Indoktrination funktioniert nämlich nicht, wenn der Mensch eine gewisse geistige Reife und Unterscheidungsfähigkeit besitzt. Die Praxis gibt mir dabei recht.

Ja, nur wie ist denn die allgemeine Praxis? Und wie war sie früher? Die Menschen wurden doch, und manche werden heute noch so erzogen, dass sie gar nicht gelernt haben nachzudenken und frei zu entscheiden! Denk doch einmal an Sekten wie die Zeugen Jehovas! Wo soll denn da eine freie Entscheidung möglich sein, ein freier mündiger Glaube? Da vermisse ich

positives nachahmenswertes Vorbild im Leben

schon. Die

gesetzliche Altersregelung für Glaubensentscheidungen,

ist 14 Jahre und nennt sich Religionsmündigkeit, siehe hier:

https://goo.gl/qQGnaS

Ja,

Die Gedanken sind frei

von gesetzlicher Kontrolle, psychologisch gesehen allerdings keinesfalls und es kostet oft sehr viel Geld und Mühe, falsche Gedanken durch eine langwierige und schwierige Therapie wieder so weit geradezurücken, dass die Menschen halbwegs zufrieden leben können. So frei wie Du schreibst, sind die Gedanken also offensichtlich nicht. Wenn

Jesus will nur Freiwillige!,

dann frage ich mich, warum die Kirchen nur "Kinder Gottes" wollen und versuchen zu verhindern, dass die Menschen erwachsen und mündig werden, indem sie ihnen z.B. vorschreiben, welche bücher ein guter Christ lesen darf und welche nicht (Index)? Tja, Fragen über Fragen

LG

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hummel3 16.06.2017, 10:59
@Barney123

Tja, Fragen über Fragen

Für dich vielleicht, aber nicht für mich.

Aber vielleicht bin ich ja auch ein Ausnahmefall, was die "geistige Reifung" betrifft. - Nach der Konfirmation den Religionsunterricht abgewählt - nach der Heirat aus der Kirche ausgetreten. Später, etwas "reifer" zum eigentlichen Glauben bekehrt und seitdem überzeugter Verkünder und Verteidiger des Evangeliums von Jesus Christus.  

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Barney123 16.06.2017, 11:09
@hummel3

Hallo hummel,

und was hat Dein jetziger Glaube mit dem zu tun, was in meinem Kommentar steht? Hast Du das Gefühl ich will gegen den glauben an sich argumentieren?

Dann hast Du das falsch verstanden, und bei Deiner Geisitgen Reife müssen wir noch einmal genauer hinsehen

LG

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danhof 19.06.2017, 08:15
@Barney123

Ich glaube es ging Hummel darum, den Unterschied zwischen "Religion" und "Christlicher Überzeugung" darzulegen.

Das eine sind die kirchlichen Dogmen, die Menschen aus der Bibel ABGELEITET und zum Gesetz erhoben haben. Sei es die bereits erwähnte Vorgabe von Bücherlisten oder seien es andere Bereiche des Lebens wie Speisevorschriften (Freitag ist Fischtag), das MUSS zu fasten vor Ostern oder die Kommunion/Taufe ("Das macht man eben so"), wenn sie nicht aus Überzeugung geschieht ("Mit wieviel Geld kann ich rechnen?")

Das andere ist der so genannte lebendige Glaube. Die wirklich echte Überzeugung, dass Jesus für uns gestorben ist. Dass die Geschichte wahr ist und dass das in meinem Leben heute noch eine Bedeutung hat. Die Annahme, dass Jesus eine Beziehung mit mir persönlich haben will. Und der daraus resultierende Wunsch, diesem Jesus Christus nachfolgen zu wollen. Werden zu wollen wie er. Anderen Menschen mit Liebe zu begegnen, Menschen, die mich gekränkt haben zu vergeben. Man will selbst ein Licht sein, das Salz in der Welt. Man brennt für Gott und sein Geschenk für uns und versteht, dass die Botschaft eigentlich genauso einfach wie lebensrettend ist.

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hummel3 19.06.2017, 08:21
@danhof

@danhof

Danke für deine Erklärung! Du zumindest hast meine Antwort verstanden.

LG hummel3

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Barney123 19.06.2017, 09:51
@hummel3

Hallo Danhoff, hallo hummel,

ich denke, ich kann nichts aus einer Antwort herauslesen, was jemand meint, wenn da etwas ganz anderes geschrieben steht. Und dann kommen wir zur Eurer sogenannten "echten Überzeugung". Woher kommt die und wie entsteht sie? Wie die sein soll wird im Religionsunterricht und durch die Eltern gelehrt, und da musste ich eben feststellen, dass ich, inzwischen fast 60 gerade einmal eine handvoll Menschen kenne, die für mich diese "echte Überzeugung" verkörpern. Gut es gibt noch ein paar Kandidaten, aus deren handeln eine derartige Überzeugung möglich ist, die sich mir gegenü+ber aber nie als überzeugte Christen zu erkennen gegeben haben. _er überwiegende Teil trägt seine Religion wie einen Heiligenschein mit sich herum, und es ist halt überhaupt gar nichts klar und vor Allemm kaufe ich denen eine echte Religiosität nicht ab! Sie wollen nur lieb Kind sein, und zeigen dass sie besonders liebe Kinder sind, das äußert sich auch in der Erwartung der Belohnung an Kommunion und Konfirmation, wobei es da noch Kinder sind, und damit sei ihnen das verziehen. Aber das wird dann halt in dem Alter schon einmal geübt.

LG

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Du verwechselst da was. Tatsächlich geben Eltern durch Vorbild und Erklärung den Kindern ihr Weltbild mit: den Umgang mit anderen, Verhalten im Straßenverkehr, Höflichkeits- und Hygieneregeln - und eben auch die Religion.

Ob man etwas davon annimmt und weiterführt, kann man jederzeit entscheiden, sobald man das, was die Eltern vorgelebt haben, reflektieren kann. Du kannst dich entscheiden, doch in der Öffentlichkeit in der Nase zu bohren, bei rot über die Ampel zu gehen oder der Kirche fernzubleiben.

Marcellina01 12.06.2017, 09:19

ok, ist eine Antwort, ja, nur das mit der Ampel würde ich nicht empfehlen, es könnte das letztemal gewesen sein.

Du lehnst die Selberfindung eines Weltbildes mehr oder weniger ab? Für die bleibt es dann mehr eine Erziehungssache der Eltern?

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Schuhu 12.06.2017, 09:22
@Marcellina01

Du hast meinen Text leider nicht verstanden. Ich wollte genau das Gegenteil ausdrücken und habe es mit dem Satz

Ob man etwas davon annimmt und weiterführt, kann man jederzeit entscheiden, sobald man das, was die Eltern vorgelebt haben, reflektieren kann.

auch deutlich gesagt. Bitte lies genauer.

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Marcellina01 12.06.2017, 09:31
@Schuhu

Dann bestätigst du indirekt meine Frage die wissen will ob man das dem Kind nicht ersparen kann? zB mit der Taufe usw

Die Frage ist für mich wichtig genug um sie nicht durch ein Formulierungsproblem zum Opfer werden zu lassen. Danke für den hilfreichen Kommentar

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Barney123 16.06.2017, 10:03
@Schuhu

Hallo Schuhu,

und wenn die Eltern durch ihren Erziehungsstil verhindert haben, dass

sobald man das, was die Eltern vorgelebt haben, reflektieren kann

niemals eintreten wird?

LG

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Jedes Kind wächst in einer Familie auf (normalerweise) und erwirbt automatisch die Sitten und Bräuche der Familie. Ebenso die Sprache. Warum soll es nicht den Glauben der Eltern erwerben ? Bis zur Reife, wann es sich selber eventuell für einen anderen Glauben entscheiden kann, wäre es verlorene Zeit. Es wäre schade diesem Kind Gott vorzuenthalten. Verantwortungslos ! Dann müsste man mit dem Kind alles andere auch erst später beibringen, wenn es selbständig entscheiden kann. Das Lernen in der Schule  z.B. oder das Ehren der Eltern, etc.

Hallo Marcellina01

Eine sehr, sehr gute Frage, die sich leider die wenigsten jungen Menschen stellen. Unsere verschiedenen religiösen Vereinigungen bestimmen weltweit, welchem Gott wir zu dienen haben und werden von unseren Eltern tatkräftig dabei unterstützt. Das ist seit tausenden von Jahren die Realität.
Da es seit so langer Zeit funktioniert stellt sich die Frage warum das so ist. Das ist so, weil es "am Anfang" so arrangiert wurde. Und danach haben wir vergessen, etwas sehr Wichtiges zu tun. Da bist du mit deiner Frage aber schon sehr Nahe daran. Das kannst Du ganz einfach hier nachlesen:

www.bod.de/buchshop/wissen-versus-glauben-forest-r-rickley-9783744818506

Deine Frage, welche aus zweien besteht, ist zu beantworten mit:

"Ist es besser ein glaubensfreies Leben zu führen"

Ja, denn sonst musst du ein wissenfreies  Leben führen und wirst das dann vermutlich auch als Erwachsener tun, zumindest im Bereich der Geisteswissenschaften.

"oder sich erst bei erreichen der Volljährikeit für einen Glauben entscheiden zu können?"

Warum solltest Du danach so etwas noch wollen?

Lieber Gruss

.......aber der Person, die Entscheidung für einen Glauben, beim erreichen der Volljährigkeit, selber treffen kann.

Die Entscheidung hat jeder, denn mit Vollendung des 14. Lebensjahres bist du religionsmündig und kannst es selbst entscheiden. In den evangelischen Kirchen ist das um die Zeit der Konfirmation.

Natürlich ist man durch das Elternhaus auch geprägt, aber zwingen kann man kein Kind dazu. Und bis zur Volljährigkeit braucht nicht gewartet zu werden.

Von daher ist deine Frage nach einem glaubensfreien Leben oder das Erreichen der Volljährigkeit für eine Religion oder den Glauben nicht nachvollziehbar.

Das stimmt nicht ganz so in jedem Fall.

Bei mir war das genau umgekehrt. Ich bin in einem nicht-christlichen Elternhaus aufgewachsen und ich war der erste von fünf Familienmitgliedern, der sich für ein Leben mit Jesus entschieden hatte - im Alter von 18 Jahren. Alle anderen Familienmitglieder kamen nach und nach hinzu. Der letzte war mein Vater, der sich entschieden hatte. Er war der "schlimmste" von allen, hatte Spottlieder gesungen früher, war jähzornig etc.

Ehre sei Gott.

danhof 12.06.2017, 12:10

Halleluja! Tolle Sache!!

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Glauben kannst Du immer, was Du willst. Man kann auch glauben, ohne einer bestimmten Religion anzugehören. Und Du kannst jederzeit aus der Kirche austreten, bzw. in eine andere eintreten!

Marcellina01 12.06.2017, 09:12

Heißt aber das ich aus was austreten müßte wo ich selber nicht bewußt eingetreten bin?

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Das wäre auf alle Fälle besser.

Du kannst doch später Deinen Glauben oder die Religion jederzeit ändern....oder Kirchesteuer sparen und austreten....

Zicke52 12.06.2017, 22:04

@erobine: Warum dann nicht auch das Kind gleich nach der Geburt als Mitglied irgendeiner Partei registrieren lassen? Es kann ja später austreten.

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Ein glaubensfreies Leben gibt es nicht. Jeder glaubt an etwas und wenn es auch nur das ist, was er sieht.

tommy4gsus 12.06.2017, 12:32

Stimmt. Sogar Atheisten glauben! Sie brauchen sogar einen wesentlich stärkeren Glauben als diejenigen, die an einen lebendigen Gott glauben.

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Du kannst Dich in Deutschland mit eintritt in die Religionsmündigkeit frei für oder gegen einen Glauben entscheiden. Irgendwie verstehe ich Deine Frage nicht.

Marcellina01 12.06.2017, 09:09

Mit dem verstehen ist das so ob man verstehen will oder auch nicht. Man kann zwar verstehen muß aber nicht? Meinst du doch so?

Ich hoffe jedenfalls noch auf bessere Antworten.

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HooverTPau 12.06.2017, 09:19
@Marcellina01

Was bezweckst Du mit der Frage? Hier in Deutschland ist es doch so wie Du es möchtest.

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Marcellina01 12.06.2017, 09:33
@HooverTPau

Bezwecken tue ich nichts, ich stelle eine Frage um eine Antwort zu bekommen. Erwarte nicht, dass alle so aufgeklärt sind wie du. Dann würde es keine Fragen mehr geben?

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