Ist es besser den Fehler der Enttäuschung bei sich selbst oder beim Gegenüber zu suchen?

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7 Antworten

Ist zwar schon ein paar Tage her, aber ich antworte trotzdem noch mal: 

Um Enttäuschung kommt man nicht herum im Leben. Und sie haben immer etwas mit den eigenen Erwartungen zu tun. Die werden ent-täuscht. Erwartungen zu haben sind Täuschungen, Illusionen. Manchmal erfüllen sie sich, deshalb macht man damit immer weiter, doch viel zu oft werden sie ent-täuscht. 

Der glücklichste Mensch ist der, der keine Erwartungen hat. Er wartet auf nichts, für ihn ist alles schon da. Im dem Wort Erwartung ist das Wort warten enthalten. Doch wer kann das schon? Man kann seine Erwartungen nicht einfach so abstellen, das geht nicht. Man kann sie überprüfen. Immer wieder aufmerksam auf sich schauen. Ein Bewusstsein dafür entwickeln, dann kann man sich vielleicht manche Ent-Täuschung ersparen. Aber leicht ist das nicht. 

Und man sollte auch nicht vergessen, dass man selbst die Erwartungen anderer enttäuscht. Hat man ein Bewusstsein für die eigenen Erwartungen entwickelt, sieht man schnell auch die Erwartungen der anderen voraus und kann im Vorfeld in ehrlicher Kommunikation klarstellen, was nicht erwartet werden kann. 

Erwartungen sind sehr oft auch nur Deutungen. Jemand sagt etwas, man deutet das (falsch) und hat nun eine Erwartung. Der andere kann diese Erwartung nicht erfüllen, denn es war anders gemeint. Wir kommunizieren sehr ungenau, oft unehrlich und zweideutig. Und wir fragen oft nicht nach. 

"Worte sind dazu da, um unsere Gedanken zu verbergen", hat mal ein schlauer Mensch gesagt. Das stimmt schon, irgendwie.  

LG 

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LenaAaliyah 07.02.2016, 13:02

vielen dank für die antwort! :) hab eine frage.. bist du auch buddhist? :)

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2012infrage 09.02.2016, 11:55
@LenaAaliyah

Nein, ich fühle mich keiner relilgiösen Richtung zugehörig. Ich glaube an das große Nichts davor und danach, in dem perfekte Stille und Frieden herrschen -- für niemanden. 

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Ich glaube, hilfreich ist Schuld nicht mit Verantwortung gleichzusetzen. Du kannst nur deine eigene Handlungen ändern, also schau auf deinen Anteil!
Das heisst aber nicht unbedingt, dass du schuld bist.

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Auch wenn Du es nicht gerne liest: ES KOMMT AUF DIE SITUATION AN! Das Miteinander und persönliche Beziehungen sind sowohl eine Frage der äußeren wie der inneren Kommunikation. Äußere Kommunikation beachtet die Signale, die vom Gegenüber kommen. Wie ehrlich waren sie. Wieviel Täuschung, bewusst, unbewusst, enthielten sie. Wieviel Täuschung war gewollt, wieviel zugelassen, weil man den anderen und seine Erwartungen nicht enttäuschen wollte. Zur "inneren Kommunikation": Wie weit gab es bereits ein "inneres Wunschbild" des Gegenüber, das nur an sehr äußeren Merkmalen (Aussehen, Ansehen usw.) festgemacht war. Wie offen war man in der Erfahrung und Einordnung des Gegenüber. Wie ehrlich wurden die Signale gedeutet oder doch nur vom eigenen Wunschbild manipuliert.

Beide Aspekte sollte man abklopfen um aus dem Scheitern nicht nur Menschenkenntnis sondern auch Selbsterkenntnis zu gewinnen. Ich habe schon mit einem befreundeten Paar gesprochen, wo angeblich jeder von beiden ein klares Bild des anderen hatte. Im Gespräch stellte sich dann heraus: a) Sie haben selbst nie ausführlich über ihre Vorstellungen voneinander und Erwartungen aneinander gesprochen - teils aus versteckter Angst, zu entdecken, dass es nicht ausreicht, den anderen "geil" zu finden. b) Im Vergleich hat jeder geglaubt, den anderen "nach eigenen Vorstellungen prägen" zu können, was bereits ein Eingeständnis war, dass eine Ahnung da war, dass der andere von der Beziehung geradezu etwas Gegensätzliches erwartete. Es war letztlich ein Machtkampf hinter heruntergeklapptem Visier.

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Meiner Meinung nach sollte man sich selbst aus der dritten Perspektive betrachten und dann urteilen. Danach aus der Sicht des Gegenübers

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Ent-täuschung ist das Auffliegen einer Täuschung. Wenn du dem Gegenüber Schuld daran gibst, dass du dich getäuscht hast, versuchst du damit, deine Täuschung zu erhalten oder wieder aufzubauen. Damit ist die nächste Ent-täuschung vorprogrammiert.

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PeVau 07.02.2016, 20:36

Statt eines Aufsatzes schreibst du drei Sätze und da steht dann alles, was man wissen muss. Du bist ein Könner und ich bin nicht enttäuscht von dir. :-)

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Machtnix53 07.02.2016, 22:39
@PeVau

Das war mein Problem mit Aufsätzen in der Schule. Nach ein paar Sätzen hatte ich schon das Gefühl, alles gesagt zu haben.

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Einfacher ist es immer die schuld auf Andere zu schieben, deshalb handeln die meisten so... Aber ich finde man sollte erstmal seine eigene Handlung betrachten

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Immer zuerst sich selbst kritisieren!

Und dann den (möglichst objektiven) "Vergleich" machen..

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