Ist es angemessen, in direkten Reden in einem Roman die sogenannte 'Capslockfunktion' verwendet?

4 Antworten

Kann man machen - wenn es in den Kontext und Stil des Buches passt und sparsam verwendet wird. Wie schon gesagt wurde, spricht der Tod in Terry Pratchetts Roman ausschließlich in Großbuchstaben, das hat aber nichts mit Aggression zu tun. In "Wie ich zum besten Schlagzeuger der Welt wurde und warum" sprechen die Eltern des Protagonisten Steven in Streitgesprächen teilweise in Capslock - das wird vom Autor sehr humorvoll umgesetzt und Steven sagt selbst sinngemäß etwa: "Ich weiß auch nicht, warum alle in meiner Familie immer in Großbuchstaben sprechen müssen". Capslock wird halt üblicherweise als Schreien interpretiert. Ist mir allerdings schon öfter in Büchern untergekommen (allerdings passte das Genre dann auch, also in Thrillern oder historischen Romanen findest du sicher kein Capslock).

Fazit: Wenn es passt, kannst du Capslock ruhig sparsam verwenden. Für besondere Betonungen empfehle ich trotzdem eher Kursivschrift, da alltagstauglicher und weniger "exotisch". ;-)

Eher unangemessen. Das hat seinen Effekt in Comics, nicht aber in Romanen. Man kann diese Funktion zwar in verschiedener Weise verwenden (Terry Pratchett lässt den Tod ausschließlich so sprechen), aber ausser derartigen Ausnahmefällen sollte man davon absehen.

Capslock wird als "schreien" empfunden. Ich würde auch nur zu sparsamem Gebrauch raten. Jede Romanfigur hat ja einen gewissen Stil. Hier kann man viel des Ausdrucks über die Wortwahl steuern z.B. "kotzen" anstatt "erbrechen" oder ähnliches. 

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