Ist es an der Goethe Universität Pflicht zu Gendern?

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1 Antwort

Ich habe mir gerade eine Vielzahl von Dokumenten der Uni Frankfurt zu diesem Thema angeschaut und nirgends einen Hinweis darauf entdeckt, dass die Verwendung gendergerechter Sprache dort grundsätzlich notenrelevant wäre.

Nicht einmal in der Prüfungsordnung der Gender Studies konnte ich einen Hinweis darauf finden.

Also, es mag sein, dass der/die eine oder andere Dozent/in auf gendergerechte Sprache Wert legt, ein universitätsübergreifendes Bewertungskriterium ist das aber auf keinen Fall.

earnest 06.08.2017, 07:18

Erfreulich!

Goethe hätte sich ansonsten wohl auch sehr gewundert.

Es ist ein Skandal, dass es Unis gibt, zum Beispiel Bremen, die diese Form der Meinungsdiktatur eingeführt haben und in der Tat Punkte für das "Nicht-Gendern" abziehen.

Da gehören den ProfessorInnen und DozentInnen die Hammelbeine langgezogen. Solche Gestalten sind des GenderInnenwahns fette Beute.

Ich hoffe, dass da endlich mal jemand gegen solche Meinungsdiktatur klagt.

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Dahika 06.08.2017, 13:48
@earnest

Lieber Earnest,

dann wärest du also einverstanden damit, dass du, als Mann, immer mit der weiblichen Form angeredet wirst?
"Liebe Kundinnen in unserem Elektroladen..."
"Die Autofahrerinnen der Republik..."
"In Afganistan leben die dt. Soldatinnen gefährlich."

Die Ministerinnen des Kabinets von Frau Merkel....

etc...

Bestimmt nicht.  Du würdest aufheulen und schreien: ich bin doch keine Frau.

aber wir Frauen sollen uns stets unter die  männliche Bezeichnung subsummieren lassen.

Warum?

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WDQJIQWDJIQW 06.08.2017, 19:26
@Dahika

Viele Gender-Kritiker kritisieren die künstliche Anpassung der deutschen Sprache. 

Sie meinen Sprache müsse sich natürlich weiterentwickeln, was ich für einen interessanten Ansatz halte. Bei der männlichen Anrede für zum Beispiel "Studenten" spricht man vom einem generischen Maskulinum, das verwendet wird, wenn das Geschlecht der betreffenden Person nicht bekannt oder irrelevant ist. 

Im Grunde handelt es sich dabei um eine Art "Glocke" die man auf das Geschlecht der betreffenden Person stülpt, damit dieses nicht mehr erkannt werden kann. 

Das Wort Student bezeichnet also sowohl Männer als Frauen, wohingegen die Unterkategorien Studentin und Student heißen. In der deutschen Sprache gibt es auch generische Feminina, wie z.B.
"die Person", "die Persönlichkeit", "die Berühmtheit", "die Leute", "die Fachkraft", "die Führungskraft". 

Die Geschlechter werden in der deutschen Sprache praktisch rein zufällig verteilt: (Der Hund, Die Tasse, Das Buch). Ich selbst sehe das Wort Student als geschlechtsneutral an, da das Geschlecht der betreffenden Person keine Rolle spielt - sondern nur deren Funktion (z.B. dass der Student eben studiert). 

In manchen Fällen ist die konkrete Ansprache beider Geschlechter aber sehr sinnvoll. Vor allem bei Stellenbeschreibungen für Berufe, die normalerweise hauptsächlich nur von einem Geschlecht ausgeübt werden (z.B. statt Krankenschwestern auch Krankenpfleger zu suchen).

Meine Frage bezog sich im Grunde nur auf eine Gender-Pflicht, welche ich als unnötig empfinde, aber da gehen die Meinungen natürlich auseinander. 

LG

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earnest 06.08.2017, 19:46
@Ansegisel

Das habe ich brühwarm von einer Studentin dort.

Hoffen wir mal, dass noch mehr StudentInnen den Mut finden, gegen solchen Unsinn zu klagen.

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earnest 06.08.2017, 19:55
@Dahika

Die Engländer sagen: "You're barking up the wrong tree" - Du "bellst am falschen Baum", Dahika.

Ich habe nicht das Geringste dagegen, dass  "Kundinnen und Kunden" geschrieben wird, ganz im Gegenteil.

Ich habe aber was dagegen, wenn an einer Uni eine Arbeit abgewertet wird, die nicht durchgängig "gendert", auch wenn am Anfang (in einer Fußnote oder anderweitig) ganz klar gesagt wurde, dass sich "die Schüler" ab jetzt, dem Zeitpunkt der Erläuterung, auf Weiblein UND Männlein beziehe.

Und ich hätte auch was gegen die (ebenfalls offiziell verpönte) Schreibweise "SuS" (Schülerinnen und Schüler). Und ich hätte auch was gegen "SchülerInnen" - alldieweil ich etwas gegen die Vergewaltigung der deutschen Sprache habe.

P.S.: Ich pflege weder aufzuheulen noch zu schreien.

Freundliche Grüße

earnest


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earnest 06.08.2017, 19:58
@earnest

Ergänzung:

Die Information der Studentin bezog sich auf bestimmte Dozentinnen, nicht auf die Uni Bremen insgesamt.

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mychrissie 07.08.2017, 17:25
@earnest

Es gibt Vorschriften, die so krampfig und absolut dämlich sind, dass es einen schüttelt. Ich glaubte, wir seien darüber weg, die gebotene Höflichkeit und Achtung gegenüber Frauen mit ideologischem Unsinn zu verquirlen.

Ich habe noch die Zeit des bis zum Irrsinn übertriebenen Feminismus erlebt, da wurden in sog. Frauenbuchläden keine Kunden oder Kundinnen hineingelassen, die einen Rüden mit sich führten, nur Hündinnen waren als "Begleiterinnen" zugelassen.

Es ist immer wieder zu beobachten, dass, wenn Vorschriften und Regeln das Terrain der Vernunft verlassen und in den Bereich der Ideologie wechseln, nicht nur die Toleranz sondern auch jeglicher Sinn für Humor verloren geht, was sie unerträglich macht.

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