Ist er homosexuell oder nicht? (Unterstützung)

...komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Wie schon mehrfach erwähnt: ja, die Bauchschmerzen können von der Stresssituation stammen, in der er sich momentan befindet. Das ist alles andere als unwahrscheinlich.

Nicht unwichtig ist allerdings auch die Frage: warum er so gestresst ist, bzw. ob der Stress berechtigt ist.

Überlege mal mit Deinem Freund zusammen, wie seine Eltern auf ein Coming Out reagieren würden. Wie ist die Einstellung von denen so ganz allgemein zu dem Thema? Wie reagieren sie, wenn etwas über schwule im Fernsehen berichtet wird? Wie reagieren sie ggf. auf schwule Nachbarn, Freunde, Verwandte? Was für eine Reaktion erhofft oder befürchtet der Freund von Dir und wie schätzt Du seine Eltern ein?

Falls ihr zu dem Ergebnis kommt, dass seine Eltern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit negativ oder sehr negativ reagieren, dann verschiebt er das mit dem Coming Out besser, bis er nicht mehr von ihnen Abhängig ist.

Wenn seine Eltern aller Wahrscheinlichkeit nach positiv reagieren und ihm helfend und unterstützend zu Seite stehen, dann könnt ihr Euch überlegen, wie und wann er seinen Eltern sagt, dass er schwul ist... denn es gibt viele Möglichkeiten das zu tun. Man kann auch einfach mit einem anderen Typen auftauchen und es einfach zeigen...

Und weil ich gerne darauf Hinweise: Deinem Freund wird es sicher helfen, wenn er sich mit anderen schwulen Jugendlichen unterhält bzw. Kontakt zu welchen hat. Er profitiert von deren Erfahrungen - denn es gibt ganz viele, die in der gleichen Situation sind, wie er - und auch die, die schon weiter sind, also ihr Coming Out gerade oder vor längerer Zeit hinter sich gebracht haben. Reden bzw. chatten hilft - er ist nicht allein.

Super-Empfehlenswert ist die Webseite dbna.de - die ist speziell auf schwule Jugendliche (und junge Erwachsene) ausgerichtet, hat eine große Community usw.

Des weiteren könnt ihr Euch auch schlau machen, ob es bei Euch in der Nähe eine schwule Jugendgruppe gibt. In etlichen größeren Städten gibt es sowas - und das ist auch ne tolle Sache, um andere schwule Jungs kennenzulernen... ;-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Natürlich ist es bei jedem anders. Aufgrund meiner Erfahrung würd ich mir Zeit lassen, einen ruhigen Moment suchen, mir vorher überlegen, dass die Reaktion negativ sein kann oder positiv, ich aber in jedem Fall mit meiner Sexualität leben möchte und auch ein Recht habe, dass meine Eltern mich akzeptieren.

Es kann helfen, sich vorher schriftlich zu überlegen, wie er auf welche Einwaende reagieren kann.

hier die Story, wie es mit meinen Eltern und Verwandten lief, vielleicht hilft es ihm dabei.

Also ich habe beschlossen, mich erst bei meiner Mutter zu outen, weil ich zu ihr ein näheres Verhältnis hatte als zu meinem vater. Ich habe mir also vorgenommen, das nächste mal,wenn ich heimfahre sage ich es.

Das war ein wenig blöd, weil ich es dann nicht an einem ruhigen Moment gesagt habe sondern (weil ich mich vorher nicht getraut habe), kurz bevor ich wieder weg musste. ICh hätte es besser dann an dem Tag nicht mehr gesagt.

Jedenfalls hab ich dann gesagt. "Du Mama, ich glaub ich bin homosexuell" und sie hat dann gesagt "Das glaube ich nicht, das ist sicher nur so eine Phase" (naja, ich war da schon 22!) Leider war dann wenig Zeit drüber zu reden. Am Telefon habe ich später gesagt, dass ich schon lang den Gedanken habe und mir schon recht sicher bin, und sie hat da auch schon begonnen sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen.

Wahrscheinlich hätte ich nicht sagen sollen "Ich glaub ich bin homosexuell", sondern, "Mama, ich bin homosexuell und das weiß ich schon ein paar Jahre, aber ich habe leider noch keinen Moment gefunden es zu sagen, und es tut mir leid, dass ich es jetzt erst sage", aber so klang es halt schon recht unsicher von mir.

Ich glaube es hat ihr geholfen, dass ich gesagt habe "Ich hatte 7 Jahre, mich an den Gedanken zu gewöhnen, nimm dir auch die Zeit dazu." Später hat sie nur mal gefragt, ob da nicht doch eine Chance wäre, dass es sich ändert und ich vielleicht Kinder kriege. Aber mittlerweile hat sie es akzeptiert.

Nun, dann hat sie mal gefragt: "Weiß es Papa schon?" und wir haben dann überlegt, wie ich es meinem Papa sage. Das sollte dann an den Feiertagen im nach Weihnachten sein, wenn genug Zeit ist und ich hab schon ein paar Tage vorher gesagt, ich muss dir was wichtiges über mich sagen und ihn ein wenig eingestimmt. Wir waren dann spazieren und ich hab als erstes gefragt, ob er eine Ahnung hat, worum es gehen könnte. "Irgendwas wegen dem Studium? Nein, keine Ahnung." Na, dann habe ich gesagt, dass ich schwul bin und ihm das gern sagen wollte." Seine erste Reaktion war nicht so toll: "Ich habe einige Freunde, die homosexuell sind, und bei denen ist mir das egal, aber in der eigenen Familie ist es schon eine Katastrophe". Uiuiui. Ich war aber gefestigt genug um zu fragen, warum. Ja, weil er Enkel will und was sollen die Verwandten denken? Wir haben dann beschlossen, dass wir es seiner Mutter und den anderen Verwandten nicht sagen.

Einige Tage lang haben wir gar nicht mehr darüber geredet, und beim nächsten Mal als wir darüber geredet haben, hat er gesagt. "Was soll man machen, das muss man akzeptieren, man kann es ja nicht ändern. Bist ja noch der gleiche, nur ein Aspekt ist anders, ich mache mir halt auch Sorgen, dass du es schwer haben wirst." Und ich habe gesagt."Nein, ich habe es nicht schwer. Alle haben es bisher gut verstanden, und ich bin glücklich damit". Und dann hat er gesagt, "man will ja vor allem eines nicht, dass der eingene Sohn unglücklich ist."  Und damit war es quasi geklärt und gut. Jetzt haben wir ein viel besseres Verhältnis als vorher, weil ich gesehen habe, seine Ablehnung war v. a. aus Sorge um mich. Und er mag auch meinen Freund.

Irgendwann hat meine Mutter es dann mal meiner Tante erzählt. Und die hat nur gesagt: "Hast du es gut, wenn das die einzigen Probleme in eurer Familie sind." (und meinte wohl eher, dass es kein Problem ist).

meine Oma meinte irgendwann mal als wir sie besucht haben, "Der Patrick Lindner, der ist ja auch schwul." und hat zu mir geschaut. Ich hab dann nur gesagt. "Ja, und der ist ja auch glücklich." Wir haben vorher und hinterher nie etwas zu ihr zu dem Thema gesagt.

Die Mutter von meinem Freund hat sein Outing kommentiert mit "Du bist doch mein Sohn". Also, nie irgendein Problem gehabt, auch mit mir nicht, da war ich einfach immer zuhause, hab sie mitgepflegt und so, mittlerweile ist sie tot. Sie hat aber immer zu ihrem Sohn gehalten, hat sehr an ihm gehangen, ihm aber auch allen Freiraum gelassen.

Der Vater von meinem Freund hat zu seinem Outing gesagt "Ach, bist du auch so ein Wowereit." Seine Schwester hat gesagt "ist doch egal, kann doch jeder leben wie er will."

Ich hoffe, du kannst findest meine Erfahrungen interessant oder hilfreich. Natürlich ist es überall anders, und mittlerweile ist das Thema in der Gesellschaft auch noch besser akzeptiert.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Grundsätzlich kann nur dein Freund wissen, ob er homosexuell ist oder nicht. Das kann man eigentlich auch schon relativ gut sagen, bevor man sexuelle Erfahrungen hat. Ganz einfach aus dem Grund, dass man kein Interesse am anderen Geschlecht hat, sich immer in das eigene Geschlecht verliebt etc. pp. Nichtsdestotrotz würde ich an seiner Stelle noch etwas abwarten, bis er vielleicht seine erste feste Beziehung mit einem Mann hatte/hat. Wenn er dann immer noch davon überzeugt ist, homosexuell zu sein, soll er sich outen. Das sollte heutzutage eigentlich sowieso kein Thema mehr sein, bei vielen Familien ist es dies jedoch leider immer noch. Wenn du eine gute Freundin bist, unterstützt du ihn so gut es geht - auch, wenn du es vielleicht nicht ganz nachvollziehen kannst. Er braucht jetzt jegliche Unterstützung und Menschen, die hinter ihm stehen. Wenn er sich outet wird er noch genug "Feinde" bekommen, die etwas gegen Schwule haben. Es gibt immer noch genug Deppen auf der Welt. Ich wünsche ihm alles Gute, das schafft er schon. Und du solltest ihn nicht dazu drängen, abzuwarten bzw. seine Entscheidung, ob er homosexuell ist, infrage stellen. Das enttäuscht ihn garantiert nur und er fühlt sich nicht ernst genommen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Symptome können von der Angst vor dem Outing herrühren, aber nicht davon, dass er homosexuell ist oder nicht. Ansonsten: Da hilft nur ausprobieren. Ein frühes Outing ist zwar eine mutige, wichtige und bemerkenswert reife Sache, aber seine sexuelle Identität zu "beichten" bevor man sie gefunden und sie sich gefestigt hat, finde ich ein wenig übereilt. Er soll sich entspannen, seine Zeit genießen, Erfahrungen sammeln und so weiter. Und natürlich immer SAFE ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Redfox 26.03.2013, 13:33

Ggf. muss der den Eltern aber schon mitteilen, mit wem er Erfahrungen sammelt. Wenn er noch zu Hause wohnt, wollen die Eltern vielleicht wissen, warum denn z.B. ein Typ bei ihm übernachtet.

0
Mindermeinung 27.03.2013, 03:43
@Redfox

Meistens machen sich die Eltern eher Sorgen, wenn Mädchen bei Jungs übernachten und wollen genaueres Wissen... Welche Eltern denken schon daran, dass der Sohn schwul ist, weil mal "ein Kumpel" über Nacht da bleibt? ;-)

0

Die Frage, ob er homosexuell ist, kann nur er beantworten. Und sicher kann all die Anspannung zu solchen Syptomen führen. Schließlich hat er Angst davor, wie seine Eltern und sein restliches Umfeld reagiert. Wenn du ein guter Freund bist, kann du ihm zur Seite stehen, ihm zuhören und ihm vor allem Mut machen. Ein frühes Coming Out ist eigentlich das beste, was man machen kann. Das Umfeld reagiert meist deutlich besser, als man glaubte

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
rawhide 26.03.2013, 13:01

Wenn man sich unsicher ist, hilft es meist wenig, diesen Zustand auch noch nach außen zu tragen. Erstmal muss man selbst damit klarkommen.

0
MarcoBxl 26.03.2013, 13:07
@rawhide

Das ist doch sehr individuell. Es gibt Leute, die genau dieses Positive Feedback von außen brauchen, um den Mut zu fassen, diesen Weg weiterzugehen. Andere hingegen müssen erst selber damit klarkommen, bevor sie sich outen. Andere tun es nie. Das muss man im Grunde selber wissen.

1

Woran macht er denn fest, dass er womöglich schwul sein könnte? "Nur" an seinem Magen etwa und dass er noch keinen Freund oder ne Freundin hatte? Das Alter wäre auch noch interessant gewesen.

und das mit dem Magen kann ja wohl noch so 1-2 (hundert) andere Gründe haben und er sollte mal lieber zu Doc damit, um weitere Beschwerden zu lindern oder sogar auszukurieren. Sofern er dir nicht mehr dazu sagt (warum er meint, er wäre schwul) bzw. du uns nicht weitere Details liefern kannst: nein, er ist nicht schwul und sollte sich daher auch nicht outen.

Und wenn du als seine persönlich bekannte Freundin schon seine Situation nicht einschätzen kannst... mit den 2-3 Infos können wir das leider auch nicht besser (also ich zumindest nicht, weil der Akku meiner Kristallkugel gerade leer ist) ;D

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Grundsätzlich braucht man keine sexuellen Erfahrungen mit anderen Menschen, um seine Sexualität zu kennen. Wenn man homosexuell ist, muss man sich auch nicht automatisch outen. Wenn sich dein Kumpel unsicher ist, soll er doch noch warten und sein inneres Coming Out erstmal durchleben, bevor er sein äußeres Coming Out plant.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Dark01E 26.03.2013, 13:38

quatsch

0
rawhide 26.03.2013, 15:18
@Dark01E

Trollst du nur oder hast du wirklich was zu sagen?

1
kikome 27.03.2013, 09:01

sehr gute Antwort :) definitiv kein 'quatsch'

0

Wenn er keine sexuellen Erfahrungen hatte, dann ist er noch garnichts ausser Asexuel. Der Rest entwickelt sich erst beim Handeln.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die psychosomatischen Beschwerden können durchaus aus einer Angst davor, den Eltern zu sagen, dass er schwul ist, herrühren.

Warum er der Meinung ist schwul zu sein, ist aus Deiner Frage nicht zu entnehmen. Daher kann ich dazu auch keine Einschätzung geben, ob er sich möglicherweise irrt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
DieFalkin 26.03.2013, 13:33

Er findet Männer attraktiver und kann sich mit ihnen Beziehungen und Geschlechtsverkehr vorstellen. Er war schon einmal in eine Frau verliebt, allerdings war sie bereits vergeben und er ließ von ihr ab. Momentan kann er sich keine Beziehung mit einer Frau vorstellen.

0
Mindermeinung 27.03.2013, 03:40
@SimbaSchatz

Die Einteilung: Hetero - Bi - Schwul ist sehr grob. Möglicherweise fühlt er sich viel öfter und /oder auch intensiver zu Männern hingezogen, als zu Frauen. Dann würde die Definition "überwiegend schwul" das wohl noch am besten Treffen.

Letztlich ist es aber auch nicht so wichtig, ob er nun Bi- oder schwul ist, bzw. zu wie viel Prozent er was für Männer und Frauen empfindet. Denn Fakt ist wohl: er ist Männern nicht abgeneigt und das beschäftigt ihn. Wie er das nennt, ist nicht so wichtig. ;-)

0

Alle meine Erfahrungen mit dem Coming-Out lassen sich in einer Aussage zusammenfassen: Nur nichts überstürzen, v.a. nicht gegenüber seinen Eltern und Freunden.

Wenn er erste Erfahrungen gesammelt hat, kann er beruhigt sein, dass er auch wirklich am richtigen Ort angekommen ist.

Es gibt keinen Grund, jederzeit alle Erfahrungen, die man macht, gleich mit seiner (familiären) Umgebung zu teilen. Das setzt einem derart dem Stress aus, dass das schon mal zu Magenverstimmung führen kann.

Wenn er sich zu früh outet, besteht die Gefahr, dass seine Umgebung ihn möglicherweise "kurieren" und "auf den rechten Weg" führen möchte. Ständig werden dann Andeutungen gemacht, ob er es nicht doch mit einer Frau probieren wolle. Diesem Dauerbeschuss ist man dann ungeschützt ausgesetzt.

Entspannen und weiterschreiten im Leben. Als jemand, der langsam definitiv erwachsen wird, dürfte er sich zeitlebens mit der Frage beschäftigen, was trage ich nach aussen, wann, gegenüber wem, und was behalte ich für mich. Er sollte auf sein Gefühl hören, dann kommt es schon gut.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

bitte enspannen -- keiner outet sich bevor er weiss was überhaupt sache ist -- mit der kommenden sexuellen erfahrung (hoffen wir mal) klärt sich dieses problem ganz von alleine - danach kann er dann überlegen wie es weiter geht

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?