Ist Empathie eine Fähigkeit oder eine Eigenschaft?

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11 Antworten

Hey,

was Empathie nun konkret ist und wie sie beschrieben werden kann, hängt wie sonst auch vom wissenschaftlichen Beschreibungskontext und dem spezifischen Themengebiet ab. Eine allgemein anerkannte Definition lautet vermutlich: Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft eines Menschen, sich emotional und gefühlsmäßig in die Lage eines anderen zu versetzen und sich mit seinen Gefühlen zu identifizieren.

Wie unlängst erwiesen wurde, ist Empathie entgegen der Auffassung zahlreicher anderer User hier, keine angeborene Eigenschaft des Menschen! Stattdessen scheint sie sich wie viele andere Dinge im Laufe der frühkindlichen Entwicklungsphase zu entwickeln und auszubilden.

Dabei arbeitet das Kind dem gegenwärtigen Anschein nach mit einem oder verschiedenen Modellen. Da Gefühle und Emotionen, also Entschlüsselungssysteme für empathische Menschen, unter anderem durch Mimiken und spezifische Gesichtsausdrücke zum Ausdruck gebracht werden, lernt ein Kind schon früh die Bedeutung unterschiedlicher Gesichtsausdrücke kennen.

Tatsächlich kann ein Neugeborenes Kleindkind mit einem mimischen Ausdruck von Staunen, Freude oder Trauer aber noch nichts anfangen! Durch die intensive Beobachtung der Umwelt und deren Interaktion gewinnt ein Kind aber immer mehr Sinnhaftigkeit für derartige Ausdrücke und erlernt sie irgendwann durch das Nachahmen.

Empathische Zustände und Bereitschaftsgefühle ergeben sich darüber hinaus aber auch, durch enge frühkindliche emotionale Bindungen, die in stressigen Situationen den nötigen Halt geben! Kinder mit denen man sich intensiv und offen auseinander gesetzt hat, zeigen deswegen deutlich stärkere empathische Merkmale als Kinder, die in ihren Frühphasen sozial vernachlässigt wurden und alleine blieben.

Empathie beschreibt also eine Grundfähigkeit des Menschen, die sich im Laufe der Kindheit entwickelt! Zum einen, durch systematische Beobachtungen der Umwelt (Erlernen von Mimik, Gestik etc.) zum anderen durch frühe emotional tiefgreifende Bindungen, die auf sozialer Ebene auf Gegenseitigkeit beruhen.

Lg ^^

Ich finde wer Empathie zeigen kann, heuchelt es nicht und ich denke es ist eher erlernbar. Es ist ein großer Unterschied zu Mitleid zeigen und Empathie zeigen, denn immerhin ist jemand der Empathie empfinden kann, jeder der sich in eine andere Person hinein versetzen kann - bin aber der Meinung, dass nicht jeder das kann.

Abgestimmt für: angeborenen. Empathie heißt 'Einfühlungsvermögen', sich in andere reinversetzen können, sie verstehen, ihre Gedanken und Gefühle lesen können.

Wie man sich verhält, wenn man das kann, ist eine ganz andere Frage. Ein empathischer Mensch kann das auch zu seinem Vorteil ausnutzen. Allgemein versteht man den Bergriff positiv, von der Definition her ist er aber neutral.

Ich würde sagen Fähigkeit. Ein junges Kind hat diese in den meisten Fällen erst sehr schwach ausgebildet.

Beides ist zutreffend, wobei auch die Begrifflichkeiten "Begabung" und "Bereitschaft" ihre Anwendung finden ...

Kaltes Wissen bzw. Fremderfahrungen können mit Selbsterfahrungen nicht gleichgestellt werden, zumal die Feinheiten von Umgebungseinflüssen und die individuelle Vorgeschichte zu unterschiedlichsten Prägungen hinsichtlich der Wahrnehmung und Empfindsamkeit eines Menschen führen ...

"... erlernen muss? "

Bedingt erlernen 'kann' ... (ein Mann wird z.B. niemals nachempfinden können wie es sich anfühlt, wenn ein Kind im Bauch heranwächst)  

P.S.

Empathisch zu sein bedeutet nicht nur die Gefühle und Reaktionen seiner Mitmenschen zu verstehen, sondern auch in sich selbst "richtig" hineinfühlen und seine eigene Gefühlswelt(en), Reaktionen und Verhaltensmuster verstehen zu können.

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Meiner Meinung nach beides. Wer total gefühlskalt ist, wird es auch nicht erlernen können.

Ein guter Sportler braucht auch Talent UND Fleiß. Nur eines von beiden reicht nicht.

wenn du genug schlau bist, kannste durchaus so tun als ob

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Ich denke, Empathie ist eine Eigenschaft zunächst, Diese resultiert aus der Dir eigenen Persönlichkeit und der Entwicklung. Daraus resultiert auch, daß diese Eigenschaft trainierbar ist.

PS: ich bin überzeugt, daß es Menschen gibt, die von vornehinein diese Eigenschaft nicht besitzen,

Du. Ich habe schon mehrmals in meinem Leben Diskussionen darüber geführt, ob wahrer Altruismus existiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Frage jemals vollständig geklärt werden kann, dazu gibt es viel zu viele Ansichten. Eine Tat mag von vielen als selbstlos bezeichnet werden, von anderen dann aber wiederum als aufmerksamkeitsheischend oder ähnliches. Wichtiger wäre die Frage zu klären, ob ein Mensch überhaupt in der Lage wär etwas vollkommen Selbstloses zu erkennen wenn er es vor sich hat. Interessante Frage, ich bin gespannt ob dir jemand wirklich weiterhelfen kann!

Das ist wirklich eine interessante Frage...

Ich denke, es ist beides möglich... manche Menschen weinen, wenn sie sich vorstellen wie sich die Angehörigen eines erst kürzlich Verstorbenen jetzt wohl fühlen und manche denken sich nur das sie die Person nicht gekannt haben und es ihnen deswegen egal ist.. Aber ich denke auch, das Menschen die viel Erfahrung gemacht haben sich mit etwas Übung in eine Situation hinein versetzen können und so nötiges Migefühl entwickelnt können..

Im Alltag habe ich oft das Gefühl, dass Menschen, die Empathie zeigen, irgendwie "künstlich" wirken. Als würden sie nur erlerntes Verhalten abspielen.

Ich empfehl dir mal das Buch "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" (wurde später in "Blade Runner" verfilmt) zu lesen - da geht es genau um Empathie und künstliche Menschen (im Buch "Androiden").


ist Empathie eine Eigenschaft, die ein Mensch von Geburt an haben kann oder ist es eine Fähigkeit, die man im Laufe seines Lebens erlernen muss?

Eine gute Frage! Und auch eine heiß diskutierte in den Disziplinen Psychologie & Neurologie (und weiteren bzw. Überschneidungsbereichen).

Die Antwort lautet wahrscheinlich beides. Die Kapazität dazu ist angeboren (wie in einigen anderen Tieren auch), muss aber gefördert (teils erlernt) werden.

Es gibt psychische Krankheiten, bei denen derjenige kaum oder gar keine Empathie entwickeln kann. Das wäre also ein Argument dafür, dass es angeboren ist.
Und es gibt Experimente / Nachweise bei denen Menschen kaum oder wenig Empathie entwickeln konnten, da dies nicht gefördert wurde.

Wenn dich das Thema interessiert kannst du ja auch mal die kompletten Artikel, die unten verlinkt sind, lesen.


Since empathy involves understanding the emotional states of other people, the way it is characterized is derivative of the way emotions themselves are characterized. If, for example, emotions are taken to be centrally characterized by bodily feelings, then grasping the bodily feelings of another will be central to empathy. On the other hand, if emotions are more centrally characterized by a combination of beliefs and desires, then grasping these beliefs and desires will be more essential to empathy. The ability to imagine oneself as another person is a sophisticated imaginative process. However, the basic capacity to recognize emotions is probably innate and may be achieved unconsciously. Yet it can be trained and achieved with various degrees of intensity or accuracy.
~en.wikipedia.org/wiki/Empathy


When it comes to how empathetic someone is, Frans de Waal, a Dutch primatologist and ethologist, believes it’s both nature and nurture. He says that a person’s empathy is “innate” – inherited through genes – but also that a person can learn to become more or less empathetic. That seems reasonable; depending on early experiences and education, someone may be more or less of a certain characteristic.
But how is empathy innate? Two NewScientist writers, Philip Cohen and Ewen Callaway, wrote articles discussing the areas in our brains called the anterior cingulate cortex (ACC) and the anterior insula (AI), which become active not only when we are in pain but also when others are.
Imaging studies, cited in their articles, found a positive correlation between a volunteer’s reported empathy for a person in pain and activity in the pain-processing areas of the volunteer’s brain. This has led Cohen to believe, “Humans are hardwired to feel empathy.”
~http://sites.bu.edu/ombs/2010/07/24/all-about-empathy/


The capacity for empathy seems to be innate, and is evident even in other species — the adult elephant that tried to rescue a baby rhino stuck in the mud despite being charged by its mother, as recounted by Jeffrey Moussaieff Masson and Susan McCarthy in “When Elephants Weep” (Delacorte Press, 1995).
Manifestations of empathy often show up early in life, as when a toddler brings a favorite toy or blanket to another child who is injured or in distress. Some experts maintain that infants display empathy when they whimper or cry upon hearing another baby cry.
Children may enter the world with different capacities for empathy, a result of neural connections in the brain. The capacity for empathy may be partly or wholly lacking in disorders like autism and schizophrenia, in which the mind is focused inward.
~nytimes.com/2010/02/16/health/16brod.html

Achja und ich denke am besten wäre das so formuliert: die Fähigkeit Empathie zu entwickeln ist eine Eigenschaft des Menschen (allerdings nicht ausschließlich des Menschen, sondern einer bestimmten Untergruppe von Tieren, die diese Fähigkeit evolutionär entwickelt haben)

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Empathievermögen hat man von Geburt an. Einige bauen das im Laufe ihren Lebens mehr aus und andere weniger.

Wenn ein guter Freund mit dir ist, setzt er sein Wissen natürlich anders und vmtl selbstloser ein, als bei Menschen, die einem nicht wirklich wichtig sind.

Ich denke bei Tieren sind die meisten Leute zwangloser, weil die Gefühle simpler sind und bei Tieren selbverständlich eine andere Kommunikation herrscht, als zwischen Menschen (die ja keine Tiere sind 😂 )

Ja kp. Hoffe dir hat das was gebracht. ✌

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