Ist eine WhatsApp Kündigung rechtens?

9 Antworten

Also laut Gesetzbuch  § 622 BGB musst du fristgerecht gekündigt werden.

Sprich: Vorher vereinbarte Kündigungsfrist oder gesetzliche Kündigungsfrist.

Und dies muss auch formgerecht erfolgen, sprich: Schriftlich (WhatsApp ist NICHT schriftlich).

Die Kündigung ist in meinen Augen absolut nicht rechtens.

Fristlos darfst du übrigens nur bei schweren Vertragsbrüchen gekündigt werden. Also zB bei Diebstahl, etc.

Ja, dachte ich auch. Ich hab in den vergangen Wochen viel dazu gelesen, bin aber trotzdem total verunsichert, weil er so einen radikalen Schritt gemacht hat, ohne ersichtliche Gründe. Hm.. ich weiß nicht was ich tun soll, weil ich glaube, dass er vor einen persönlichen Gespräch davonläuft und per WhatsApp alles verdreht :/

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@Amalia921

Hast du eine Rechtschutzversicherung?f
Willst du den Job wieder haben (bist du sicher, dass du das auf dich nehmen willst)?

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@WinterKind1337

Ich bin Studentin und ich glaube so eine Versicherung habe ich nicht :/ Ich könnte den Anwalt meiner Eltern nehmen, aber ich kenne mich da überhaupt nicht aus. Den Job möchte ich jetzt, nach dem hier, auch nicht mehr, weil das Vertrauen nicht mehr besteht. Aber trotzdem möchte ich auch irgendwo Gerechtigkeit, weil ich das Gefühl habe, dass er tut was er will und immer damit durch kommt. Die Sache lässt mich nach wie vor nicht los, weil ich nichts unrechtes getan habe :/

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@Amalia921

Dein Geld hast du aber bekommen oder?
Du kannst die Rechtmäßigkeit der Kündigung anfechten, frag doch einfach mal deine Eltern, ob sie das an ihren Anwalt weiter leiten.

Du kannst aber auch deinen Ex Chef drauf aufmerksam machen, dass das Illegal ist und wenn er das Verhalten nicht ändert, du vor Gericht gehst deswegen.

Es lohnt die Mühen aber kaum, leider.

Ich kann dich sehr gut verstehen, hatte so ein ähnliches Thema leider auch mal (Kündigung war zwar korrekt formuliert auf dem Papier, ins Gesicht hat mir mein Ex Chef aber gesagt, ich sei unmenschlich, emotionslos und nicht geeignet ein normales Leben zu führen)

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@WinterKind1337

Also meinen Lohn ( die paar Stunden die ich bis Mitte des Monats gearbeitet habe), habe ich bekommen. Meine Arbeitskollegin meinte aber, dass wenn er mir kündigt, er mir quasi weiterhin Lohn, bis zur Frist der Kündigung, zahlen muss. Das kann ich mir bei ihm aber nicht vorstellen. Ich denke ich werde nochmal das Gespräch suchen und ihm die Sachlage schildern, ob per WhatsApp oder persönlich weiß ich nich nicht und es irgendwie versuchen ohne Gericht zu Regeln. Aber es ist gut zu wissen, dass das recht auf meiner Seite steht.

Oh Gott :O es gibt so undankbare Menschen auf der Welt :/ unnormal wie man sowas sagen kann. Mein Chef hatte mir auch vorgeworfen unkollegialen zu sein, obwohl ich die Woche zuvor mit Schmerzen in die Arbeit gekommen bin (was er wusste) und nur weil ich diesmal nein gesagt habe, war ich direkt unkollegialen und das letzte :( echt bitter oder?

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https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/03_haushalt/01_grundlagen_minijobs_im_privathaushalt/05_arbeitsrecht/08_kuendigungsschutz/node.html

Seitdem ist nun über 1 Monat vergangen und ich hab keine schriftliche Kündigung erhalten

Du bist aber auch nicht hingegangen und hast Deine Arbeitskraft angeboten?

Nein, ich wollte zur Arbeit und er meinte ich brauche nicht mehr kommen :( er hat mir in der Diskussion Sachen vorgeworfen (ich sei unkollegialen, weil die Sache nicht für ihn machen wollte) , die ich so nicht akzeptieren habe und daher war ich auch zum Teil einfach sauer und enttäuscht.

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wenn du einen Arbeitsvertrag hast, und davon gehe ich aus, dann muß eben auch "per Vertrag", also schriftlich gekündigt werden.. sonst gerät der Mensch und seine Arbeit und Dienstleistung zur "Wegwerfware", so eine Art "modernes Sklaventum".. den Prozess vor dem Arbeitsgericht verliert er mit " Pauken und Trompeten", und du bekommst eine saftige "Abfindung"..

Ja, ich habe einen Vertrag unterschrieben und das Geld wurde jeden Monat auf mein Konto überwiesen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich den rechtlichen Schritt gehen soll. Ich hab auch das Gefühl mein Chef hat selber nicht so richtig Ahnung ( der Betrieb ist keine 5 Jahre alt) Ich fühle mich einfach total vor den Kopf gestoßen und weiß nicht wie ich mit der Situation umgehen soll.

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du bekommst eine saftige "Abfindung"..

Wo soll denn bei einer Beschäftigungsdauer von 1,5 Jahren eine "saftige" Abfindung herkommen (wenn es überhaupt eine gibt)??

dann muß eben auch "per Vertrag", also schriftlich gekündigt werden..

Es muss immer schriftlich (mit eigenhändiger Unterschrift) gekündigt werden - gleichgültig, ob es einen schriftlichen oder nur einen mündlichen Arbeitsvertrag gibt.

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@Familiengerd

zur Taktik eines gewieften Fachanwalts im Arbeitsrecht gehört auch eine gewisse "Drohgebärde" , soll der "Chef" ruhig glauben, das es auch anders geht oder andere Möglichkeiten gibt, gegen eine spontane "What,s Up" Kündigung vorzugehen, so hat er sich selbst eben auch nur genannter "Einschüchterungsinstrumentarien" bedient, um seine Mitarbeiterin "loszuwerden"..

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Nein: Paragraph 623 BGB

“Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform;die elektronische Form ist ausgeschlossen.“

auf zum Anwalt für Arbeitsrecht.

Soll ich wirklich so weit gehen? Sollte ich ihm nicht vorher schreiben oder mit ihm reden? Ich bin total verunsichert. War noch nie in so einer Situation :/

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@Amalia921

Klar der Typ respektiert dich 0 und behandelt dich wie müll, gibt keinen Grund nett zu sein.

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Nein eine Kündigung über Whatsapp ist nicht rechtens, sondern muss schriftlich erfolgen!

Du solltest dich dringend mit ihm in Verbindung setzten und das klären - aber persönlich!

Ja, das hatte ich gelesen, aber ich bin einfach total verunsichert. Danke für die schnelle Antwort. Mache ich :)

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Kündigung muss schriftlich erfolgen, aber egal wie auch immer, ich würde es NICHT persönlich klären und möglicherweise ist hier bereits eine wichtige Frist von FS NICHT eingehalten worden

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@ChristianKlaus
möglicherweise ist hier bereits eine wichtige Frist von FS NICHT eingehalten worden

Welche meinst Du?

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@ChristianKlaus

Du meinst dann also die Klagefrist

Zumindest bei einer mündlichen Kündigung muss auch Klage erhoben werden, hier ist die 3-wöchige Frist aber nicht zwingend; nur darf der Arbeitnehmer auch nicht "zu lange" warten, da seine Rechte ansonsten verwirkt sein können. (Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 06.08.2010, Az.: 25 TA 1628/10). Die Verwirkung war hier eingetreten, weil ein Arbeitnehmer erst nach 6 Monaten geklagt hatte.

Das hat wohl damit zu tun, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch ein mündliche Kündigung wirksam werden kann!

Im BGB § 622 heißt es ja, Kündigung und Auflösungsvertrag "bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform"; ausdrücklich durch Nennung ausgeschlossen ist die elektronische Form.

Ich kann also/aber nicht sagen, ob die Regelung nach dem oben genannten Urteil - die mündliche Kündigung betreffend - auch auf die Kündigung in elektronischer Form anzuwenden ist.

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@Familiengerd

danke für Deinen ausführlichen Kommentar, darf ich mal höflich anfragen, ob Du Anwalt bist??

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@Familiengerd

Ganz lieben Dank. Also das letzte mal geschrieben haben wir kurz vor den Feiertagen und aus der Gruppe hat er mich dieses Jahr entfernt und es so quasi offiziell gemacht. Ich war im Prüfungesstress, daher kam ich nicht eher dazu. Deswegen bin ich für jede Info und Helfe dankbar :)

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@ChristianKlaus

Ich gehöre zu den ungebildeten Laien, auf deren Halbwissen - nach Meinung von ein paar Usern hier im Forum - Fragesteller besser nicht hören sollen; wobei ich mich dann frage, warum die dann sich überhaupt hier "rumtreiben". 🤔

Also: Nein. Ich habe mir einige Kenntnisse angeeignet aufgrund langjähriger und intensiver Tätigkeit als Betriebsratmitglied (zuständig für ausgesprochene Rechtsfragen/-probleme) und privater Beschäftigung mit dem Arbeitsrecht.

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@Familiengerd

ich habe mich auf Bitten meiner Frau mit dem Mietrecht sehr intensiv beschäftigen müssen. Sie hat ein Haus, in dem eine Wohnung vermietet wurde. unser Fazit: keine Hartz IV Empfänger mehr und unser Sohn hat jetzt diese Wióhnung

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@Amalia921

In meinem Kommentar bin ich ja auch die mündliche Kündigung eingegangen - dazu solltest Du Dir mal diese beiden Seiten, das genannte Urteil betreffend, durchlesen: https://www.rabw.de/anwalt-arbeitsrecht-klage-m%C3%BCndliche-k%C3%BCndigung/ und https://www.rabw.de/anwalt-arbeitsrecht-klage-m%C3%BCndliche-k%C3%BCndigung/ (das Urteil selbst).

Ich kann aber nicht sagen, ob die Notwendigkeit einer zeitnahen Klage bei Kündigung in elektronischer Form - wie bei Dir - auch gilt.

Du solltest Deinen Ex-Arbeitgeber erst einmal mit einer Klage drohen (und dabei das Urteil erwähnen). Das Arbeitsverhältnis besteht noch! Für die zurückliegende Zeit - nach der Whats-App-Kündigung, wirst Du kein Geld mehr verlangen können, da Du dafür Deine Arbeitskraft ausdrücklich hättest anbieten müssen.

Aber Du kannst ihm jetzt Deine Arbeitskraft anbieten und eine form- und fristgerecht Kündigung verlangen; in der Zeit muss Dich der Arbeitgeber dann - nach dem Durchschnitt der Vergangenheit während des Arbeitsverhältnisses - bezahlen, da er ansonsten nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" in Verzug gerät udn Dich trotz Nichtarbeit bezahlen muss.

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@Familiengerd

Danke! Ich lese mir alles durch und werden anschließend das Gespräch mit ihm suchen, um das ganze aus der Welt zu schaffen. Das ganze belastet mich nämlich sehr.

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@Amalia921
Das ganze belastet mich nämlich sehr.

Das kann ich a-b-s-o-l-u-t nachvollziehen!

Gute Nerven - und viel Glück!🍀🍀

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@Familiengerd

Ganz lieben Dank!

Ich habe ihm heute geschrieben, wann ich meine Kündigung bekomme und er hat mir folgendes geantwortet:

[...] durch das nicht Erscheinen hat es sich eigentlich automatisch erledigt und bedarf keiner gesonderten Kündigung [...]

Ich habe ihn mitgeteilt, dass sich nichts automatisch erledigt hat und das wir auf jeden Fall persönlich spreche sollen. Ich bin grad sprachlos :/

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@Amalia921
eigentlich automatisch erledigt und bedarf keiner gesonderten Kündigung

Das ist selbstverständlich Unsinn.

Wann konkret hat er Dir denn mitgeteilt, dass Du nicht mehr zu kommen bräuchtest?

Wenn ich die Informationen aus Deiner Frage richtig verstehe ("mein Chef schrieb mir per Whatapp ich brauche die Woche nicht mehr kommen, dann meinte ich ,,oke bis nächste Woche" und dann fing er an zu schreiben, dass er schlicht überlegen muss wie es weiter geht"), wurde Dir ja noch nicht einmal gekündigt, auch nicht über WhatsApp.

Wenn das so ist, heißt das konkret, dass Dein Arbeitsverhältnis weiterhin besteht!

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@Familiengerd

Genau so war es

1. Am 13ten Ich habe ihm geschrieben, dass ich komme. Er meinte icv brauche die Woche nicht kommen. Dann meinte ich oke bis nächste Woche und er hatte mir dann mitgeteilt, dass er es sich überlegen muss, wie es weiter geht

2. 2 Tage später habe ich ihm geschrieben, dass ich es nicht verstehe und was das soll etc. Eine kleine Diskussion

3. Noch mal 2 Tage später wollte er meine Stunden die ich bis dahin gearbeitet habe wissen und meinte das er es mir überweist. Das hat für mich im Klartext bedeutet: du brauchst nicht mehr kommen, ich überweise dir deine Stunden bis zum 10. oder so.

Ich dachte ok vielleicht soll ich nur den Dezember nicht kommen, aber dann hat er mich in diesem Jahr aus der Gruppe entfernt und ja

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@Amalia921

Ja, das ist ja das Problem. Er hat nicht offiziell gesagt ,,du bist gefeuert oder gekündigt" sondern nur brauchst nicht mehr kommen. Das macht mich ja so fertig.

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@Familiengerd

Sorry das ich jetzt so viel schreibe, aber privat geht es ja leider nicht :(

Er hat mir jetzt folgendes geschrieben: ich meinte es hat sich nicht automatisch erledigt und er meinte:

,,Laut Steuerberatung und Anwalt hat sich das automatisch erledigt. Aber wir können das natürlich nochmal besprechen"

Ich werde mich jetzt auf ein Gespräch vorbereiten und wenn es nichts bringt zum Anwalt gehen müssen.

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@Amalia921

Stelle ihn kurzfristig erst einmal vor 2 Alternativen:

  1. Du erklärst, dass Dir bisher nicht gekündigt wurde, das Arbeitsverhältnis also weiterhin bestehe, Du lediglich nur nicht zur weiteren Arbeit eingeteilt wurdest. Biete ausdrücklich Deine Arbeitskraft an für die durchschnittliche bisherige Arbeitszeit. Verlange eine schriftliche ordentliche, fristgerechte Kündigung (zwingend schriftlich nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 623 "Schriftform der Kündigung") entweder mit Beschäftigung während der Kündigungsfrist oder - wenn er Dich nicht mehr beschäftigen will - mit bezahlter Freistellung bis zum Ende der Kündigungsfrist. Denn trotz Nichtbeschäftigung muss er Dich bezahlen - verweise dabei auf BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko".
  2. Drohe für den Fall der Nichtreaktion oder Weigerung mit Klage vor dem Arbeitsgericht. Vielleicht macht das schon einmal Eindruck.

Das alles solltest Du unbedingt schriftlich machen und ihm per Einwurfeinschreiben (nicht als Einschreiben mit Rückschein!!) zustellen!

Laut Steuerberatung und Anwalt hat sich das automatisch erledigt.

Ich nehme an, dass es sich bei "laut Steuerberater [die meist keine Ahnung vom Arbeitsrecht haben] und Anwalt" einfach nur um eine Behauptung handelt.

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@Familiengerd

Wir haben persönlich gesprochen und er meinte ich soll ein Aufhebensvertrag unterschrieben, damit jeder seinen Weg gehen kann. Ich meinte ich muss es mit überlegen, weil ich sehr auf eine Kündigung beharrt habe. Er meinte, er kann mir eine Kündigung geben, wird mir aber nichts zahlen. Ich habe ausdrücklich ganze 4 mal gesagt, dass ich den Monat arbeiten kommen kann, aber er will es nicht.

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@Amalia921

Hast Du ihn denn auch auf BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" hingewiesen, woraus sich ergibt, dass er, wenn Du Deine Arbeitskraft anbietest und er ihre Annahme ablehnt, trotzdem zur Entgeltzahlung verpflichtet ist.

Du solltest ihm das unbedingt nicht nur mündlich/persönlich, sondern schriftlich (Einwurfeinschreiben) darlegen, damit Du auch einen Beweis für das Angebot Deiner Arbeitskraft hast. Denn ohne dieses Angebot gibt es auch keinen Entgeltanspruch.

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@Familiengerd

Ich habe ihn darauf verwiesen. Er meinte Er bezahlt mich nicht für nicht geleisten Dienst, ich meinte ich würden den Monat kommen, er meinte er will es nicht und dann habe ich auf den Paragraphen verwiesen. Ich habe 4-5 mal gesagt, dass ich kommen würde, er meinte jedes mal nein. Ich werde jetzt alles schriftlich machen.

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