Ist eine patriachalische Struktur dem Wesen des Menschen am nähsten?

Das Ergebnis basiert auf 19 Abstimmungen

Pfui 53%
Das ist richtig 42%
Ich kenn mich damit nicht aus 5%

17 Antworten

Dazu zitiere ich nur mal Shakespeare:

"Das ist die tollste Narrheit dieser Welt: Geht es einmal schlecht mit unserm Glück - oft, weil wir's zu weit getrieben haben in unsrer Lebensführung, schieben wir die Schuld an unsern Desastern auf Sonne, Mond und Sterne, als wenn wir Schurken wären durch Notwendigkeit, Narren durch himmlische Einwirkung, Schelme, Diebe und Verräter durch die Übermacht der Sphären, Trunkenbolde, Lügner und Ehebrecher durch zwingende Abhängigkeit von planetarischem Einfluss, und alles, worin wir schlecht sind, durch göttlichen Anstoß. Eine herrliche Ausflucht für den Liederlichen, seine hitzige Natur den Sternen zur Last zu legen!"

(aus "King Lear")

Pfui

Patriarchalische Strukturen kamen mit der Neolithischen Revolution auf. Der Archäologe Ian Hodder vermutet als Ursache keine äußeren Umstände, sondern einen Bewusstseinswandel, nach dem die Welt für unsere Vorfahren plötzlich völlig anders aussah. Die Geburtenrate verdoppelte sich, weil Arbeitskräfte auf dem Feld gebraucht wurden und durch die neue Lebensweise mehr Menschen ernährt werden konnten. Die Frau wurde wirtschaftlich abhängig vom Mann, denn ohne die (wirtschaftliche) Unterstützung des Erzeugers ging es nicht mehr. Apropos: Mit zunehmendem Bewusstsein beanspruchten die Männer ihr Stück vom Kuchen der Macht. Wahrscheinlich durch die Beobachtung kopulierender Nutztiere, erkannten sie den Zusammenhang zwischen Paarung und Geburt und ihre Beteiligung daran. Das führte zu Besitzansprüchen und dem Bedürfnis nach Vaterschaftssicherheit. Daher rührt auch die strikte Reglementierung der weiblichen Sexualität in patriarchalischen Kulturen.

Die neue Lebensweise breitete sich nahezu weltweit aus; Da liegt die Vermutung, die dazugehörige Gesellschaftsordnung sei die ursprüngliche, ins Erbgut geschriebene, verführerisch nahe. Jedoch haben sich die verbliebenen matriarchalischen Urvölker ihre Egalität bewahrt. Die Unterdrückung von Frauen, Kindern - oder auch Männern - ist ihnen bis heute fremd.

Buchtipps: ,,Auch Adam hatte eine Mutter" von Paul Hengge

,,Das Tagebuch der Menschheit - Was die Bibel über unsere Evolution verrät" von Carel v. Schaik

neumodischer linker 68er Bewegung, Feminismus, Gleichberechtigung, etc...

Ahso.

Das soll dann also alles weg nehme ich an? Wohin damit?

Kann man somit sagen, das eine patrichalische Gesellschaftsstruktur dem menschlichen Wesen am nähsten ist?

Vielleicht, vielleicht eher nicht, philosphisches Gespräch an dieser Stelle bitte einbilden. Wenn mir jemand als Patriarch kommt könnte er Probleme kriegen. Ich lass mich nicht so gern patriarchalisieren. Ich glaube das gilt für viele, nicht zuletzt an der Wahlkabine.

Das ist ja weltweit dominierend.

Guck mal auf Zusammenhang BIP, Macht und "patriarchalische natürliche Ordnung im Moment".

Wo sind denn die "neumodischen Linken"? In den ärmsten Ländern?

Ich weiß dass es dafür Gegenargumente gibt, historische und nach dem Motto "können wir uns nur wegen dem Kolonialismus und der Industrie leisten und neuerdings der Verschiebung gewisser Sektoren ins Ausland blablabla" aber aktuelle politische und finanzielle Macht haben einige Länder, die nicht grade die patriarchalischten sind.

USA is ein Oddball: 50/50 und ein großer Graben- viele linke, viele Rechte.

Das ist ja weltweit dominierend.

Weil wir nunmal aus der Vergangenheit herauswachsen.

Früher gab es keine Verhütungsmittel und keine Kindergärten. Die Frau musste notgedrungen zuhaus bleiben oder war gezwungen, die Bälger überall mit hinzuschleifen.

Heute haben wir aber die Möglichkeit, zumindest in den Industrie- und Wirtschaftsnationen, Familienplanung zu betreiben, und selbst die, die sich für Kinder entscheiden, sind, gemessen an vergangenen Epochen, relativ flexibel.

Dieser Entwicklung, wie jeder Entwicklung, muss die Gesellschaft Rechnung tragen. Wäre das nicht so, würden wir noch immer als Knechte unter Königen von Gottesgnaden leiden.

Wir stehen noch relativ am Anfang dieser Umstellung, und natürlich fällt es uns Männern am schwersten, uns von dem gewohnten "Ich brings Geld nachhause ich sag wo es lang geht" - Kissen zu erheben. Aber die Argumente "Das haben wir schon immer so gemacht" oder "Das machen alle anderen auch so" zählen wohl zu den offensichtlich dümmsten überhaupt.

es gibt ja die These, dass ursprünglich Gesellschaften matriarchalisch geprägt waren, und erst mit dem Zusammenhang Zeugung-Geburt Väter wussten, dass sie Väter waren und die Kinder selbst großziehen wollten. Da gehören dann die Mütter dazu.

Das hat sich aber nicht unbedingt bewährt, weshalb das jetzt oftmals "kippt". Eine Gesellschaft ohne Frauen funktioniert nicht besser oder erfolgreicher, sondern eher im Gegenteil. Es wird zuviel Potential einfach verschenkt.

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