Ist eine Mietminderung möglich (Baustelle)?

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7 Antworten

So leid es mir für den Vermieter tut, aber der eine Monat oder auch zwei, wenn man den Juni noch großzügiger Weise durch gehen läßt, ist vorbei und immer noch kein Ende absehbar.

Die Lage des Hauses, die unmittelbar die Miethöhe beeinflusst, ist dadurch stark beeinträchtigt, was eine Minderung der Miete nach sich zieht. Das allgemeine Lebensrisiko, zu dem solche Baustellen gehören, weil man weder als Mieter noch als Vermieter was dagegen tun kann, schlägt somit auch auf den Vermieter durch.

Dieser wird nun einen Mietausfall hinnehmen müssen und womöglich auch noch für den Neubau vor dem Haus, bzw. die Sanierung der Straße mitzahlen müssen.

Sehr ärgerlich und teuer für den Vermieter, sodass ihm wohl nichts anderes übrig bleibt, als nach dem guten Ende der Baumaßnahmen eine kräftige Mieterhöhung zu verlangen.

Das sollte man als mögliche Konsequenz einer Mietminderung in Betracht ziehen.

Sollte der Vermieter die Miete demnächst erhöhen wollen, obwohl man nicht während der Bauzeit gemindert hat, könnte man das vorbringen als Argument, dass man schließlich monatelang bei voller Miete die Baustelle ertragen hat und daher möge die Erhöhung doch bitte geringer ausfallen oder erst deutlich später in Kraft treten.

Wägt ab, was Euch vernünftiger erscheint.

x3Jessyx3TBfm 09.08.2017, 14:03

Vielen Dank für diese Antwort!

Alle Pros und Contras wurden sehr gut dargestellt. So konnten wir uns einen guten Überblick verschaffen und nun abwägen, ob sich weitere Schritte lohnen.

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Was würde denn eine veränderte Miethöhe an ihrer Müdigkeit ändern?

Es dürfte zu einer gerichtlichen Klärung mit ungewissem Ausgang für Sie kommen!

Folglich sind solche Maßnahmen, wie Mietkürzung in dem geschilderten Fall,  eine Frage der Abwägung.

Wenn der Altbau ohenhin nicht sonderlich komfortabel erscheint, sollten Sie sich etwas besseres in besserer Lage suchen.


Straßenbaustellen nennt man ein Anliegerrisiko. Dein Vermieter kann nichts dafür. Vermutlich ist er auch nicht informiert worden. Ladenbesitzer werden eher informiert, weil es ggf. Probleme mit dem Betreten des Ladens geben könnte.
Du kannst natürlich vor Gericht ziehen und auf Mietminderug klagen. Die wahrscheinlichkeit, dass du gewinnst, ist aber sehr gering.

WirwollenKrieg 09.08.2017, 13:10

das ist nicht richtig

eine mietminderung setzt kein verschulden des vermieters voraus

du kannst bei dingen, für die der vermieter überhaupt gar nichts kann, durchaus die miete mindern

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schelm1 09.08.2017, 13:37
@WirwollenKrieg

Was im Zweifel jedoch von der Einschätzung eines Richters hinsichtlich der Auswirkung und Zulässigkeit  abhängig ist. Der Kostenweg bis dahin kann für den rechtsuchen Mieter lang und zunächst mal teuer sein und was die Entscheidung angeht, so "befinden sich auf Hoher See und vor Gericht alle in Gottes Hand"!

Die Erfolgsaussicht dürfte eher gering sein!

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Für die Baustelle ist ja wohl kaum der Vermieter verantwortlich zu machen, oder ?

Und selbst wenn der Vermieter euch informiert hätte (wo die Stadt die Anwohner ja nicht unbedingt direkt informieren muss), hätte das was geändert ?

Also: Keine Mietminderung !

Euch hilft vermutlich nur flüchten.
In den Park ins Kaffee ...

Das einzige was man - beim Baustellenbetreiber - einfordern kann/könnte sind die Richtlinien gemäß Lärmverordnung.
Aber dafür braucht es Lärmgutachten.


Wir bewohnen einen Altbau. Wir hören ohnehin schon jedes Auto

Dann wusstet ihr doch was Euch erwarten kann. Vermutlich schlägt sich das auch in einer eher unterdurchschnittlichen Miete nieder, oder ?

WirwollenKrieg 09.08.2017, 13:12

das ist nicht richtig

entgegen der laienmeinung, setzt eine mietminderung kein verschulden des vermieters voraus!!

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AnReRa 09.08.2017, 13:30
@WirwollenKrieg

Stimmt tatsächlich (z.B. bezüglich des Baulärms).

Ich ziehe meinen Kommentar zurück ....
Man lernt nie aus ...

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Hi,

ja, du kannst eine Mietminderung geltend machen, allerdings musst du diese dem Vermieter ankündigen und begründen. Die Beratung durch einen Anwalt kann ich nur empfehlen. http://www.mietminderung.org/mietminderung-baulaerm/

schelm1 09.08.2017, 13:31

Entscheidet man sich für den Rechtsweg, dann verdient zumindesten der Anwalt etwas daran!

Der Ausgang eines Rechtsstreites hingegen steht in den Sternen!

Während der Mieter neben seiner Miete den Kostenvorschuß aus eigenen Mitteln bereitstellen muß, den Lärm dennoch einstweilen weiter erträgt, schöpft der Vermieter aus dem Vollen gezahlter und künftiger Kaltmieten, die der Mieter ihm derweil weiter zahlt.

Vielelicht läßt man auch einfach einmal zwingend erforderliche Baumaßnahmen, die der Vermieter nun wirklich nicht zu verantworten hat, die letztlich vielleicht sogar der Verbesserung der Wohnortsituation zur Folge hat,  ohne Streit vonstatten gehen!?!

Manchmal hilft es schon, sich einfach mal in die Sitaution eines Vermieters zu versetzen, bevor man losklagt.

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herja 09.08.2017, 13:36
@schelm1

Wer redet denn hier von Klagen? Meine Empfehlung war lediglich eine Beratung! Die kostet nicht viel, eröffnet dem Mieter aber sein Risiko und daraus seine Möglichkeiten. Dann kann er selber abwägen.

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schelm1 09.08.2017, 13:45
@herja

Nicht viel vielleicht, aber die Beratung kostet halt.

Der Mieter, der hier unter geschilderten sehr einfachen Wohnverhältnissen sein Dasein fristet, wird sich solche Beratungsausgaben wohl überlegen!

Vielleicht überlegt er mal kostenlos, wie er sich in der Positon eines Vermieters fühlen würde, der für öffentliche Baumaßnahmen nicht ursächlich oder verantwortlich  ist.

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ja, grundsätzlich ja

eine mietminderung setzt überhaupt kein verschulden des vermieters voraus, es reicht, dass der gebrauchswert der wohnung geringer ist

das müsstet ihr aber beweisen, mit lärmprotokoll, wie auch immer

aber wenn der richter findet, dass das den gebrauchswert mindert, geht es

ein verschulden oder überhaupt irgendeine involvierung des vermieters ist nicht notwendig

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