Ist eine Gewichtszunahme bei Therapie gegen Essstörung ''Pflicht''?

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5 Antworten

Jetzt möchte ich meinen Senf auch noch dazu abgeben;-) ich finde nicht, dass Du mit Deiner Frage signalisierst, dass Du gar nicht bereit bist, etwas zu verändern, ich verstehe aus Deiner Frage viel mehr die Sorge, zu etwas gezwungen zu werden, und das kann niemals Bestandteil einer Therapie sein, egal welche Form Du wählst. Eine Therapie sollte immer an des Übels Wurzel kommen, und wenn Du bereits vor Deiner Essstörung untergewichtig warst, dann liegt es eben auch an Deinem Stoffwechsel und Deiner Verbrennung von Kalorien. Ebenso kann man dieses Untergewicht nicht als ungesund bezeichnen, wenn es Dein Naturell ist, da ist Übergewicht deutlich ungesünder. Vielleicht macht Dich die Therapie auch ruhiger, wenn Du an die Ursache kommst, und Deine Verbrennung dadurch bedingt sich verlangsamt. Ärzte bekämpfen meist nur die Sympthome, nicht aber die Ursache, und das genau wäre die richtige Vorgehensweise, um einfach eine andere Einstellung zum Essen zu bekommen. Also erstmal den Gedanken ans Zunehmen in die Tonne klopfen, Dein Wohlbefinden sollte im Focus stehen, und damit die Gelassenheit einer vermeintlichen Störung gegenüber......wenn Du es mal nicht mehr als Störung ansiehst, wird es Dich auch nicht mehr stören, ebenso alle in diesem Zusammenhang stehenden Problemchens.....toi toi toi

Anna198 22.09.2014, 06:31

Danke für Deine Bewertung!

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Erstmal muss man wissen ob du eine ambulante oder stationäre Therapie machst? Je nach Therapie, ob du nur zum Therapeuten gehst und dann wieder nach Hause oder ob du in einer Klinik wohnst, ist das unterschiedlich.

Wenn du weiterhin zu Hause wohnst glaube ich nicht, dass der Therapeut von dir verlangt, dass du zunimmst. Das sind meist Personen die nicht bereit sind zuzunehmen und deswegen geht es da eher darum, dass an deiner Psyche gearbeitet wird.

Bist du jedoch in einer stationären Therapie wird beides gleichzeitig gemacht und auch von dir verlangt. Normalerweise wird in einer Klinik von dir verlangt, dass du mindestens 500g pro Woche zunimmst. Und ja da musst du zunehmen. Da wird man meist erst wieder rausgelassen wenn man ein bestimmtes Gewicht erreicht hat. Du bekommst einen Essensplan mit nach Hause usw usw. Ich weiss nicht wie das bei einer ambulanten Therapie ist.

Ich befürchte jedoch, dass du in einer Scheinwelt lebst. Du bist noch nicht bereit dazu Gewicht zuzulegen. Es ist sehr sehr gut, dass du dir Hilfe suchst, aber du solltest dich langsam auch darauf gefasst machen, zuzunehmen. Vor allem passiert es eher sehr selten, dass deine Gewicht sich von selbst wieder einpendelt. Du wirst nicht von selbst wieder mehr essen. Du musst dich bewusst dazu zwingen und dich auch daran halten. Ich würde dir raten während einer Therapie schon anzufangen zuzunehmen. Ich denke das ist einfacher, denn du sollst verstehen, dass wenn es deinem Kopf besser geht soll sich auch dein Essverhalten mehr oder weniger symmetrisch dazu verbessern. Natürlich kannst du auch erst versuchen im Kopf wieder klarzukommen und dann wieder normal essen, aber ich denke nicht, dass es die bessere Lösung ist. Damit schiebst du dein gestörtes Essverhalten nur unnötig vor dir her anstatt dich während deiner Therapie damit zu beschäftigen. Ausserdem kannst du dann auch deinen Therapeuten darauf ansprechen, dass du versuchst normal zu essen, aber dass es manchmal nicht klappt. Er kann dir Tipps geben die du dann umsetzen kannst.

Viel Glück!

xLovelyx 02.09.2014, 21:35

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Wirklich!

Gemeint ist natürlich (erstmal) eine ambulante Therapie, ich habe bereits Erfahrungen mit stationären und weiß daher, wie dort mit Essgestörten umgegangen wird, dass möchte ich mir wenn es geht ersparen.

Aber danke, das gibt mir ein bisschen Mut, dass zumindest bei der ambulanten NICHT dieser Druck da ist, vonwegen du MUSST zunehmen, sonst übernehme ich dich nicht weiter (auch wenn das ab einem bestimmten BMI, 14 oder so, gemacht werden kann)

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Es geht bei einer Therapie nicht darum, jemanden zu zwingen. Therapie heißt Heilung. Zwingen können dich auch andere, zB deine Eltern, da musst du keine Therapie machen. Zwang bringt außerdem auch nichts, weil du dann bei nächster Gelegenheit ja doch wieder weniger essen wirst.

Die Therapeuten werden, so hoffe ich, eine wohlwollende Atmosphäre schaffen, durch die du selber die Kraft bekommst, normal zu essen. Am wichtigsten sind die Ursachen, warum das Symptom der Essstörung bei der auftritt. Eine reine Symptombehandlung wäre also nicht seriös.

Natürlich haben die Ärzte auch eine Verantwortung für ihre Patienten, was dann heißt, ehe du einen gesundheitlichen Schaden bekommst, werden sie eine künstliche Ernährung vornehmen müssen. Solange es aber nicht so extrem ist, werden sie dir durch Gesprächsmöglichkeiten und andere Therapieformen innere Kraft geben, damit du ganz frei, ohne Zwang, wieder ein gutes Verhältnis zu deinem Körper bekommst.

Ich wünsche dir viel Mut und alles Gute für deine Therapie.

Zumindest ist sie doch das Ziel um die Essstörung zu beseitigen.Mach Dir keinen Kopp und fange einfach an.

Du möchtest dir die Kontrolle nicht aus der Hand nehmen lassen. Aber du hast sie längst verloren. Geh auf Therapie und mach, was man dir sagt. Ohne Wenns und Abers Anders geht das nicht.

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