Ist eine fristlose Kündigung ohne Angabe von Gründen bei der Übergabe der Kündigung rechtens?

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Gemäß §626 Absatz 1 BGB kann das Dienstverhältnis von jedem Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, auf Grund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist oder bis zu der vereinbarten Beendigung des Dienstverhältnisses nicht zugemutet werden kann.

Gemäß §626 Absatz 2 BGB gilt dass die Kündigung nur innerhalb von zwei Wochen erfolgen kann. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Kündigungsberechtigte von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt. Der Kündigende muss dem anderen Teil auf Verlangen den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen.

Auf gut Deutsch:

Eine fristlose Kündigung ist nur aus wichtigem Grund möglich. Der Kündigungsgrund muss nur vorliegen, der Kündigungsgrund muss im Kündigungsschreiben nicht genannt werden. Der Kündigende muss den Kündigungsgrund, auf Verlangen des Gekündigten, unverzüglich schriftlich mitteilen.

Um mit einem Vorurteil aufzuräumen:

In der Probezeit, längsten für 6 Monate, ist es gemäß §622 BGB zulässig zu vereinbaren dass die Kündigungsfrist auf 2 Wochen zu verkürzt wird und dass ohne Angabe von Kündigungsgründen gekündigt werden kann. Eine fristlose Kündigung, ohne die Erfüllung der Voraussetzungen von §626 BGB, ist auch in der Probezeit nicht rechtens!

Fazit:

Der betroffene Arbeitnehmer sollte den Arbeitgeber schnellstmöglich schriftlich dazu auffordern ihm die Kündigungsgründe unverzüglich mitzuteilen. Die Aufforderung sollte per Einschreiben mit Rückschein zugestellt werden.

Parallel dazu sollte sich der betroffene Arbeitnehmer an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden, damit dieser die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage bewerten kann. Achtung: Eine Kündigungsschutzklage muss spätestens 3 Wochen nach Zugang der Kündigung eingereicht werden.

Peter Kleinsorge

Die Begründung kann nachgereicht werden. Die muss aber schon stichhaltig sein. Wurde der Betriebsrat gehört?. Du musst (unabhängig von der Begründung) innerhalb 3 Wochen unbedingt die Kündigungsschutzklage einreichen. Diese kannst du schriftlich, oder zur Niederschrift beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Und selbstverständlich SOFORT zum Arbeitsamt. Arbeitslosengeld wird erst ab der persönlichen Meldung gezahlt. Sonst riskierst du zusätzlich noch eine Sperre von 12 Wochen.

na so ohne irgend etwas gibt es das nicht. bei einer außerordentlichen Kündigung ist die Angabe eines Grundes Voraussetzung.

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