ist eine Depression wirklich vollständig heilbar?

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9 Antworten

Es gibt verschiedenste Formen von Depressionen. Die häufigst ist die sogenannt rezidivierende (also wiederkehrende) Depression. Diese Form der Depression ist nicht oder nur sehr schwierig heilbar. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der Patient zwischen den depressiven Phasen symptomfrei ist und nach einer Weile immer wieder in die Depression zurück fällt.

Oft werden zur Verhinderung dieser Rückfälle ein Leben lang Antidepressiva und/oder Phasenprophylaktika (wie z.B. Lamotrigin oder Lithium) eingenommen. Also auch während der symptomfreien Zeit. Hinzu kommt oft eine intensive Psychotherapie welche dem Patienten Stabilität vermittelt und die Ursachen dieser Rückfälle aufarbeitet und somit bekämpft.

Eine weitere häufige Form der Depression ist die sogenannte endogene Depression (major depression). Bei dieser Depression tritt eine einmalige Phase der depressiven Verstimmung auf welche nach einer Zeit wieder verschwindet. Diese Form ist relativ gut behandelbar. In der Akutphase werden neben Psychotherapie meist Medikamente (Antidepressiva) eingesetzt, welche ca. 6 Monate nach dem Erreichen der Symptomfreiheit wieder abgesetzt werden können.

Dies weiteren gibt es die reaktive Depression. Also eine Depression die durch einen gewissen Umstand ausgelöst wird (z.B. Verlust einer nahestehenden Person). Hierbei ist die Psychotherapie elementar um das Trauma verarbeiten zu können. Ist das Trauma verarbeitet geht die Depression meist vorbei.

Als Dysthymie bezeichnet man eine chronische Depression. Anders als bei der rezidivierenden Depression ist der Patient dabei nie ganz symptomfrei. Diese Form der Depression verläuft meist auf niederigem (also nicht sehr schwerem) Niveau, begleitet allerdings von gelegentlichen Tiefschlägen. Betroffene schildern dies oft, als wie eine Blockade im Gehrin, welche die Genesung dauerhaft verhindert. Diese Form der Depression ist sehr schwierig behandelbar.

Wie du siehst, gibt es diverse Formen der Depression die unterschiedlich schwer heilbar sind. Eine rezidivierende Depression oder Dysthymie ist oft mit lebenslanger Medikamenteneinnahme verbunden.

Doch selbst rezidivierende Depressionen und Dysthymie lassen sich bekämpfen.

- Sport ist gemäss diversen wissenschaftlichen Studien bei Depressionen Medikamenten gleichwertig oder sogar überlegen (ausg. bei schwersten Depressionen). Als besonders effektiv hat sich Ausdauersport etabliert. Voraussetzung dafür ist min. 4x die Woche eine Trainingseinheit von min. 20-30min. (angefangen werden kann natürlich mit kürzeren Einheiten). Bis eine Wirkung eintritt dauert es rund 4 Wochen. Das Problem dabei ist, dass depressive Patienten oft unter Antriebslosigkeit leiden und sich nicht zum Sport aufraffen können. Da hilft nur eiserner Wille.

- Psychotherapie: Psychotherapie ist das A und O der Behandlung von Depressionen. Wichtig ist dabei die richtige Therapiemethode und den richtigen Therapeuten zu finden. Eine richtige Psychotherapie ist zudem nicht das Gespräch beim Arzt, welcher anschliessend einfach Medikamente verschreibt. Eine Psychotherapie sollte intensiv erfolgen (min. 2x die Woche). Der Nachteil: Bis eine Psychotherapie wirkt dauert es Monate wenn nicht Jahre.

- Medikamente werden oft bei mittelgradigen und schwereren Depressionen eingesetzt. Ab einer gewissen stärke der Depression sind Medikamente fast alternativlos. Allen voran werden Antidepressiva der sogenannten SSRI und SSNRI-Klasse verwendet. Bei unzureichendem Ansprechen auch ältere tri- bzw. tetrazyklische Antidepressiva oder MAO-Hemmer. Das Problem von Antidepressiva ist, dass sie viele Nebenwirkungen haben und nicht bei allen Menschen gleich gut wirken. Nur ca. 30% der Patienten reagieren ausreichend gut auf ihre Erstmedikation (das erste Medikament das ihnen verarbreicht wird). Rund 40 weitere Prozent reagieren erst nach diversen Medikamentenumstellungen (teilweise auch erst bei der Einnahme von ganzen Medikamenten-Kombinationen) und bei 30% wirken die Medikamente gar nicht oder nur stark unzureichend.

- EKT: Eine Elektro-Krampf-Therapie (kurz EKT) wird nur bei schweren und therapieresitenten Depressionen eingesetzt. Sie gilt als effektivstes Mittel gegen Depressionen. Voraussetzung dafür ist, dass die Depression weder durch Psychopharmaka noch durch Psychotherapie heilbar ist sowie eine gewisse Stärke aufweist. Während der Behandlung wird der Patient vollnarkotisiert. Meist sind 6-12 Behandlungen in kürzeren Abständen notwendig.  Das Problem bei EKT ist, dass die Wirkung nicht sehr lange anhält und jeweils nach 2 Monaten eine einmalige Erhaltungs-EKT durchgeführt werden muss.

Heilen können jedoch weder Medikamente noch eine EKT. Im besten Fall unterdrücken sie einfach die Symptome (was schonmal nicht schlecht ist). Heilen kann nur eine Psychotherapie. Dafür braucht es sehr viel Geduld. Je nachdem was für eine Form der Depression man hat ist der Kampf gegen diese Krankheit eine lebenslange Aufgabe, die jedoch postitiv gelöst werden kann.

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Da meine Mutter Psychologin ist kann ich dir sagen Depressionen sind nicht heilbar. Man muss Depressionen echt ernst behandeln und nicht mit einer schweren Phase gleichstecken. Da du ja wie du geschrieben hast bei einer Therapie warst frage ich mich ob dein Therapeut dir nicht für die Zukunft hilft, da er sowas hätte erwähnen müssen. Und Tabletten bekommt man wirklich nur im absoluten Ernstfall, also selbst wenn du versuchst dich umzubringen und in einem tiefen Loch steckst heißt das nicht das du Tabetten bekommst, die bekommt man erst nach einer mindestens einjährigen Therapie. mein Tipp wechsle den Therapeuten :) und gute Besserung

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Kommentar von Ruokanga
13.07.2016, 00:05

Es ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt, ob Depressionen heilbar sind. Bitte nicht einfach etwas behaupten, nur weil jemand aus dem Bekanntenkreis etwas damit zu tun hat. Das macht deine Bemerkung nicht valide.

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Hey :) 

Ich bin ebenfalls 19 und auch an Depressionen erkrankt  (offiziell seit 2011), aber vermutlich auch früher.

Es gibt Annahmen, die behaupten, eine Depression wäre vollständig heilbar. Aber ich vertrete die Meinung, dass es nichts bringt, Therapien und Medikamente wahrzunehmen, wenn weitere begünstigende Faktoren nicht ebenfalls beseitigt werden. Bei mir ist ein Faktor die Familie. Solange sich nichts an meiner Familiensituation verändert, werde ich trotz fachärztlicher Unterstützung und diversen Therapien nicht vollständig genesen. Es ist schwierig, alle Faktoren zu minimieren/beseitigen. Daher denke ich, dass man irgendwann lernt, mit der Krankheit umzugehen. D.h., dass sie immer noch Stück weit bleibt. 

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@kleinehexe01,

es gibt zwei verschiedene Arten einer Depression.

Es gibt die endogene Depression und es gibt die exogene Depression.

Die exogene Depression ist eine Depression auf Grund äußerlicher Anlässe. Die endogene Depression ist eine Depression, deren Ursache in Dir selbst liegt.

Die endogene Depression bleibt Dir Dein Leben lang erhalten, denn es ist eine chronische Erkrankung. Die Symptome können nur durch Medikamentengabe gemildert werden.

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Ich bin ebenfalls 19, habe seit etwa 11 Jahren Depressionen und viele andere Störungen.

Mittlerweile habe ich schwere Doppeldepressionen.
D.h. in einer chronischen Depression, die seit Jahren anhält, erlebe ich noch die rezidivierende depressive Störung in verschiedenen Schweregraden dazu.

Ich halte sie nicht für heilbar.

Ich habe mittlerweile eine Menge Störungen "angesammelt" und trotz Therapien wird es nicht weniger.

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Also erst mal... warum hast du depressionen? (Musst du mir nicht beantworten, beantworte es dir selber)
(Ich gehe mal davon aus das du dich um etwas sorgst oder dir viele gedanken über etwas machst)
Dann frag dich ob es das Wert ist sich darüber sorgen zu machen?
Wenn ja? Dann kann ich dir nur 1 Sache sagen:
"Nein das ist es nicht Wert... oder so"

Es kann natürlich auch der Stress von der Arbeit/Familie oder sonstiges sein...
Sowas kann man eigentlich gar nicht richtig heilen. Wenn man sich selber bicht in die Hand nimmt dann kann man es nicht schaffen.

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Ja ich habe es sogar geschafft eine 16 jährige aus ihrer Depression zu befreien es War zwar wirklich schwer und hat lange gedauert aber wenn sie es geschafft hat aus der Depression dann schaffst du es auch

Btw bin 15

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Kommentar von minticious
13.07.2016, 01:37

Wie hast du das geschafft?

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Hmmm Depressionen haben ihre Wurzel in der Psyche des Menschen, also letztenendes im Gehirn.

Ich habe zwar nicht viel Ahnung davon, aber ich vermute das Thema ist einfach so komplex dass man Depressionen nicht mit einer "einfachen" Krankheit wie Krebs gleichsetzen kann. Und selbst bei Krebs ist es nie sicher ob man vollständig geheilt wird oder nicht...

Aber du wirst das schon packen! :)

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Seitdem du 9 bist, bist du depressiv?

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