Ist eine bipolare Störung heilbar auch ohne Tabletten?

8 Antworten

Möglich ist alles.
Die Frage ist, ob es sinnvoll ist, und ob man es ohne ärztliche Begleitung ausprobieren sollte.

Das Problem ist doch, dass gerade psychisch Kranken immer wieder Wert darauf legen, irgendwie ohne ihre Medikamente auszukommen.

Ich selber habe etwas zu hohen Blutdruck und brauche deshalb Tabletten. Wahrscheinlich mein Leben lang. Ich käme erst einmal überhaupt nicht auf die Idee, es ohne zu probieren.

Andere haben Krücken. Da käme nun wirklich niemand auf die Idee, einfach mal drauf zu verzichten, solange sich orthopädisch nichts verändert hat.

Nur bei den Psychosen und Depressionen meinen immer wieder welche, sie müssten unbedingt auf die Medikation verzichten.

Soweit dazu.

Beim Trauma kommt es m.E. darauf an, wie schwer es war. Manchmal kann es besser sein, nicht daran zu rühren und es im Unterbewussten zu lassen.

Dann kommt es auf die Lebensumstände an. Sind die gerade so fest, dass sie sich durch eine Traumatherapie massiv verunsichern lassen kann? Oder muss sie gerade kleine Kinder erziehen, die eine relativ stabile Mama brauchen? Da könnte fatal sein, wenn sie unstabil wird. Und es könnte besser sein, etwas zu warten.

Aber von Grundsatz her finde ich es gut, zu versuchen, ein Trauma aufzuarbeiten. Ansonsten wirkt es im Unbewussten und kommt meist dann zum Vorschein, wenn man es gerade am wenigsten gebrauchen kann.

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass Deine Freundin während der Traumatherapie unbedingt die Medikamente wieter nehmen muss. Bevor nicht klar ist, dass diese Traumatherapie zu einem positiven Gang geführt hat, würde ich an den Tabletten möglichst wenig ändern.

Hinterher kann man immer noch schauen...
Aber ich würde die Traumatherapie nicht deswegen beginnen, um mal die Tabletten reduzieren zu können. Sondern ich würde sie beginnen, wenn es möglich ist und weil ich das Trauma aufarbeiten will: Damit ich mit mir ins Reine kommen kann.

Liebes Veilchen,

ich glaube, es wäre sehr arrogant, wenn man deine Frage mit einem klaren Ja oder nein beantworten würde, denn es brauchte eine gründliche Kenntnis des Kontextes.

Meine Schwester hatte diese bipolare Störung und das hat viel Leid über ihre Familie gebracht, denn in den manischen Phasen hat sie Dinge angestellt, die immer viel Geld gekostet haben.

Sie war eigentlich mit Lithium gut eingestellt, doch gerade in der Manie meinte sie regelmäßig, sie sei gesund und brauche diese Chemie nicht.

Ich konnte mit ihr als Bruder nie über ihr Innenleben sprechen. Derartige Gespräche hat sie sofort abgeblockt und für unsinnig erklärt.

Wenn man die ganz großen Fragen über Gesundheit und Heilung anschaut, kommt man um den spirituellen Aspekt nicht herum. Dann könnte man erkennen, dass der Körper den gesunden Vorgaben des Lebens folgt, solange wir diese Informationen nicht durch unangebrachte Glaubenssätze stören oder verzerren.

So könnte es möglich sein, Heilung zu erreichen, doch niemand kann sagen, ob dieser Ansatz wirklich bis in die letzte Zelle hinein gültig ist.

In meinem Umfeld hat ein Mann, 60 Jahre alt, gerade Krebs der Lymphdrüsen. Eine Drüse ist so stark geschwollen, dass sie die Arterie vom Herz zur Lunge abdrückt. Was ist nun Heilung? Körperlich mit all den OP, Chemo und Betsrahlung? oder das Suchen nach einem inneren Frieden, um wiederstandsfrei gehen zu können?

Mich hat das Buch "Heilung und Genesung" von David Hawkins sehr beeindruckt, auch wenn es mir bei der Begleitung Krebskranker nur wenig Hilfe geben konnte.

Ich weiß nicht, ob Heilung der bipolaren Störung möglich ist, ich würde aber alles, was ich zu geben habe, einbringen, wenn es Menschen in meiner nächsten Umgebung betrifft. Allerdings würde ich mich niemals aufdrängen.

Alles Gute für deine Freundin...

"Ist eine Heilung überhaupt möglich?"

Nach dem jetzigen Stand der Dinge muss man leider antworten: Die medizinische Wissenschaft kennt bis jetzt keine gesicherten Heilungswege. Uns sind Fälle bekannt, bei denen die Symptome im Alter schwächer werden, ganz ausbleiben oder nur sehr wenige Krankheitsepisoden erlebt werden. Der weitaus größte Teil aller Betroffenen muss sich jedoch ein Leben lang der Erkrankung stellen. Durch die eigene Auseinandersetzung mit der Erkrankung kann man aber lernen, sich so weit zu steuern, dass zumindest die extremsten Spitzen nach oben oder unten nicht mehr erreicht werden; in manchen Fällen gelingt es sogar, so gut wie keine übermäßigen Stimmungsschwankungen mehr zu erfahren. 

Was erreicht werden kann, ist eine weitgehende Symptomfreiheit, das heißt, die einzelnen Episoden laufen nur noch in so abgeschwächter Form ab, dass sie keine Beeinträchtigung der Lebensführung mehr darstellen. In den meisten Fällen ist die Voraussetzung hierfür das Finden einer geeigneten Medikation (Phasenprophylaxe) mit gleichzeitiger psychotherapeutischer Behandlung. Es ist aber sehr schwierig, hier zu verallgemeinern. Bipolare Erkrankungen können sich in so unterschiedlicher Form äußern, dass man geneigt ist zu sagen, es gibt so viele verschiedene Bipolare Störungen wie es Betroffene gibt. Schon beim zeitlichen Ablauf trifft man auf eine extreme Bandbreite, angefangen von sogenanntem Ultradian Rapid Cycling mit mehrmals täglich auftretenden Wechseln zwischen Hochs und Tiefs bis hin zu Verläufen, bei denen zwischen den einzelnen Episoden Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte liegen können. Manche sind auf eine dauernde Einnahme von Medikamenten angewiesen, bei anderen reicht eine genaue Selbstbeobachtung und im gegebenen Fall der Einsatz einer Akutmedikation aus, um beginnende Krankheitsepisoden auszubremsen.

DGBS - Bipolare Störung (DGBS = Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen)

https://dgbs.de/de/fuer-betroffene/heilung-moeglich/

Lieben Dank für Deine gute, fachliche und empathische Antwort :)

1

carbamazepin Entzugserscheinungen

Hallo, hat jemand Erfahrung mit Entzug von carbamazepin?

Kurz zu meiner Geschichte: Ich hatte 2 Wochen nach der Entbindung von meiner Tochter einen krampfanfall (im Schlaf) davor hatte ich noch nie einen und epilepsie hat in meiner Familie auch keiner. Ein halbes Jahr später bekam ich plötzlich nach dem erwachen wieder einen krampfanfall und ein Jahr später auch plötzlich wieder einen nach dem erwachen. Der 1. Hab ich nicht mitbekommen die anderen 2 bekam ich Wie ich in der früh aufgewacht und finnen so an in dem ich stimmen gehört habe und plötzlich War ich bewusstlos und habe gekrampft. Ich War nach jedem krampfanfall im krankenhaus aber in so einer kopfröhre War nichts zu sehen Kernspinnt War ich auch schon 2 mal und da War auch nicht, eeg sind immer unauffällig. Daraufhin habe ich lamotrigin 100-0-100 bekommen es War besser aber ich hatte dieses stimmenhören ab und zu noch aber nur 1 krampfanfall in fast 2-3 Jahren. Hab dann die Tabletten nach ärztlichen Plan abgesetzt ( alle 2 Wochen 25 mg weniger, der entzug War für mich die Hölle auch psychisch!!)

Dann wurde ich schwanger und in der 8 ssw hatte ich wieder einen Anfall, also ich War dann ca. 6 wochen ohne Medikamente anfallsfrei. Damm musste ich carbamazepin nehmen wegen der Schwangerschaft. Die Tabletten nehme ich jetzt schon seid fast 2 Jahre und möchte sie so langsam wieder absetzten wegen nebenwirkungen une weil ich einfach keine tabletten möchte!!

Vorkurzen sollte ich mal umstellen: Carbamazepin auf oxcarbazepin von heute auf morgen.

2 Wochen später sollte ich auf Lamotrigin wieder umstellen / alle 2 Wochen +25 mg bis 100-0-100. Nach 5 Wochen kamen krasse nebenwirkungen die voll auf die psyche gingen und ich dann gleich in einer Klinik gegangen bin und die mich auf carbamazepin wieder gestellt haben innerhalb von 3 Tagen.

So seid 3 Tagen soll ich in der früh 150mg weniger nehmen. 150-0-300 nehme ich jetzt. Ich spüre wieder dass das auf die psyche geht schreckliche Bilder und öffters schreckliche Gedanken. Hat das von euch schon mal jemand Erfahrung damit gehabt? Kann das so eine Art entzug sein? Also der lamotrigin entzug damals bei nur auch auf die psyche. Kann das vielleicht auch daher kommen weil carbamazepin auch so antidepressiva ist und mein Körper sich an die menge gewohnt hat und es jetzt weniger wurde sich so äußerst bis der körper sich an die menge gewöhnt hat?

Bitte nur ernstgemeinde antworten!!!

Vielen Dank :-)

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?