Ist ein studium gleichzeitig auch wie ein Hauptjob?

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12 Antworten

Normalerweise: Ja.

Die Leistungspunkte, welche man für Lehrveranstaltungen und Prüfungsleistungen bekommt, sollen so berechnet sein, dass eine 40-Stunden Woche bei 4 Wochen Urlaub im Jahr rauskommt. Praktisch funktioniert das aber nicht. Manchmal bekommt man einen Schein ohne viel dafür tun zu müssen. Meistens muss man jedoch mehr Zeit investieren, als eigentlich in der Studienordnung vorgesehen ist - hat verschiedene Gründe. So ist das ja im Berufsleben auch - Überstunden...


Aber: Es gibt auch Unterschiede.

Einerseits bekommt man fürs Studieren ja kein Geld. Also muss man sich nebenbei noch darum kümmern, dass man an Geld kommt, falls die Eltern einen nicht ausreichend unterstützen können. Es gibt zwar auch noch das Bafög, solange man noch in der Regelstudienzeit ist - aber je nach dem, wie hoch die Mieten in einer Unistadt sind, kommt man damit gut aus oder es reicht hinten und vorne nicht. Also arbeiten viele Studierende noch nebenbei auf 450€-Basis.

Außerdem findet mehr als die Hälfte der Arbeit im Studium am Schreibtisch zuhause oder in Bibliotheken statt (Lesen, Seminare vorbereiten, für Prüfungen lernen, Essays schreiben, Übungsaufgaben rechnen, etc.). Damit gehen die Leute unterschiedlich um. Einige machen nur so viel, wie unbedingt notwendig, um mehr Zeit für Nebenjobs oder Freizeitaktivitäten zu haben. Andere arbeiten viel, weil sie ihr Studium interessant finden oder einen guten bis sehr guten Abschluss machen wollen.  Es ist im Studium nicht so, dass man nach der Arbeit nachhause geht und Feierabend hat. Die Unterscheidung zwischen Freizeit und Arbeit verschwimmt leicht. Während einige Studierende damit gut zurecht kommen, müssen andere erst lernen damit um zu gehen. Manche schaffen es am Anfang nicht sich die Zeit richtig einzuteilen. Andere arbeiten zu viel, was zu psychischen Problemen führen kann, falls die Arbeit ein Fluchtpunkt vor privaten Problemen wird. Vergleichbare Situationen findet man in der Berufswelt bestenfalls bei Selbstständigen und Freiberuflern.

Jein....

Der "Nachteil" eines Studiums ist, dass Du keinen Chef hast, der Dir den Aufgabenbereich vorgibt.

Du hast zwar deinen Lehrplan, allerdings niemanden, der Dir in den Hintern tritt, wenn Du zu wenig machst.

Machst Du zu wenig, schaffst Du vielleicht nur einen mittelmäßigen bis schlechten Abschluss. Der innere Schweinehund muss überwunden werden.

Ansonsten hängt es natürlich vom Studiengang und deiner Person ab.

Ein Medizinstudent wird sicher viel Zeit mit Lernen verbringen und ggfs. mehr als 40h die Woche damit beschäftigt sein.

Auf der anderen Seite gibt es die "kleinen" Studiengänge, bei denen Du deutlich weniger Zeit investieren musst.

Ich habe früher mal alte Geschichte studiert und vielleicht 20h/Woche im Schnitt in der Universität verbracht.

Ich habe mir in den ersten beiden Semestern alle Scheine geholt, die für die Zulassung zur Zwischenprüfung nötig waren. Die restlichen 2 Semester waren dann entspannt. Es gab bei mir sogar ein Semester, wo ich nur eine Veranstaltung (90 Min) pro Woche hatte.

Nur während der Klausur- und Prüfungsphase wurde es zeitintensiver.

Ähnlich ging es einem Kumpel, der Afrikanistik studiert hat. Er hat in der Anfangszeit des Hauptstudiums gleich voll durchgezogen und war zwei Semester später gefühlt 24h am Tag zu Hause.

Letztendlich hängt es aber - wie in der Schule - von der jeweiligen Person ab. Dem einen fällt das Lernen leicht, dem anderen nicht.

Ich hatte damals einfach das Glück, dass ich mich auch privat für den Studienbereich interessiert habe. Das in der Uni vermittelte Wissen habe ich praktisch "aufgefressen" und bis zur Prüfung nicht vergessen.

Andere Kommilitonen mussten hierfür teilweise stundenlang lernen.

Ein eher schlechter Vergleich, aber ja, du bist damit am Ende ziemlich ähnlich viel beschäftigt.

Du darfst nur nicht vergessen, dass ein sehr großer Teil der Arbeit zuhause statt findet, wenn du nämlich lernen und Projekte ausarbeiten musst. Ebenso kommt am Ende eine Bachelor- oder Masterarbeit, die sehr viel Zeit zuhause in Anspruch nimmt. Außerdem musst du ja meistens auch zahlen und bekommst nicht nur keine Vergütung.

Nein. Nach dem Job gehst du nach Haus und legst die Füsse hoch.

Nach einem Studientag musst du Abens noch den Stoff weiterlernen, Projekte ausführen etc.

Studium ist eher wie Schule, nur mit mehr Eigenverantwortung. Dir sagt eben niemand mehr, wann du deine Hausaufgaben machen musst und keiner erinnert dich drann.
Hast du die Aufgaben zum Stichtag nicht fertig, dein Pech.

Ein Job ist es allein schon deswegen nicht, weil du nichts erwirtschaftest. Allerdings kann man schon sagen, dass ein Vollzeitstudium dich ähnlich stark beanspruchen kann wie ein Vollzeitjob.

Je dümmer du bist, desto fleissiger musst du sein. Je intelligenter du bist desto weniger musst du büffeln. 

Für die einen ist es also fast wie ein Vollzeitjob und für die anderen eher eine Nebentätigkeit - je nachdem wie viel Zeit sie fürs Lernen und Verstehen von Inhalten investieren müssen.

Mit einem Studium ist man in der Regel Vollzeit ausgelastet ja, in manchen ist aber noch Zeit für einen 450€ Job, jedoch nicht unbedingt mehr. Dann ist nicht mehr gewährleistet, dass man wirklich zu den Veranstaltungen geht und mitkommt. 

Man sollte das Studium wie ein vollzeit Beruf ansehen um auch Leistungen zu erzielen

Im Prinzip ja. Du hast in der Regel einen hohen Arbeitsaufwand. Dass du die Arbeit oft selbst einteilen kannst ist Chance und Risiko. Letztendlich auch eine Frage der Definition von Arbeit. Wenn ein Studium Spaß macht ist es nicht unbedingt Arbeit im Sinne von unangenehm. Aber ja, du musst für jede Studium viel arbeiten, aber ohne geregelte Arbeitszeiten und Geld bekommst du auch nicht.

Wenn ich so sehe wie die studenten von einer Fete zur anderen gehen, dann scheint ein Studium alles andere zu sein als ein Vollzeitjob.

Nein - du Troll ;-)

nein

Hochachtungsvoll Sloth

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