Ist ein Staatsanwalt eine Art Rechtsanwalt für die Zeugen?

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16 Antworten

Ein Rechtsanwalt ist nicht von der Unschuld seines Mandanten überzeugt ... ein Rechtsanwalt ist der gesetzliche Vertreter seines Mandanten vor Gericht ... er kann von dessen Unschuld zwar persönlich auch überzeugt sein ... aber das ist nicht der Grund dafür, dass er seinen Mandanten vertritt.

Ein Staatsanwalt ist die Anklagevertretung des Staates ... und der muss ebenfalls persönlich nicht von Schuld oder Unschuld eines Angeklagten überzeugt sein ...

Und neben Rechtsanwalt und Staatsanwalt gibt es noch den RICHTER ... UND DER HAT ein sehr wichtiges AMT INNE ... er muss sämtliche vorgebrachte Einwände (Anklagen ... Anklage-Entgegenungen ... Beweise, Zeugen, Sachverständigengutachten etc.) prüfen und gegeneinander abwägen ... und je nachdem zu welcher Entscheidung er dabei kommt ... fällt er ein Urteil.

Gegen dieses Urteil wiederum können sowohl der Vertreter des Mandanten als auch der Vertreter des Staates innerhalt der gesetzlich dafür vorgesehenen Frist Berufung einlegen ... und wenn dies geschieht ... dann ist das Urteil nicht rechtsgültig und ... es MUSS ZU EINER ERNEUTEN URTEILSVERKÜNDUNG KOMMEN.

Prinzipiell geht es vor Gericht nicht nach Überzeugungen von Rechtsanwälten und Staatsanwälten, sondern um Beiweise, um belegbare Fakten ... um Gesetze ...

Es kann sehr gut sein ... dass ein Angeklagter unschuldig zu sein scheint (dem Gefühl nach ...) aber, dass es ausreichend Beweise und Fakten gibt ... die eine andere Sprach sprechen ... und genau so gut gibt es das auch umgekehrt ...

fastlink 27.08.2011, 05:55

"Ein Rechtsanwalt ist nicht von der Unschuld seines Mandanten überzeugt ..."

Seit wann?

Warum wohl, glaubst Du, will der, wenn der einen Betrüger verteidigt, sein Honorar als Vorkasse einziehen?

Weil der sich ausrechnen kann, dass der Typ auch ihn übers Ohr haut. Der ist nicht blöd, aber der bekommt Geld dafür, für seinen Mandanten das Maximum rauszuholen.

Ansonsten hätte der, der auf Frischer Tat ertappt und festgenommen wird, keinen Verteidiger.

Von wegen Glaube an die Unschuld.

"Prinzipiell geht es vor Gericht nicht nach Überzeugungen von Rechtsanwälten und Staatsanwälten, sondern um Beiweise, um belegbare Fakten ... um Gesetze ... "

Mehr als die Hälfte einer Gerichtsverhandlung dreht sich um die Glaubwürdigkeit eines Zeugen oder die Möglichkeit, dessen Glaubwürdigkeit - und damit dessen Aussage - zu erschüttern. Völlig egal, was der Zeuge von sich gibt, auch wenn es zu 100% stimmt, Fakt ist. Wenn es der Gegenseite gelingt, die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu untergraben, sind die Fakten, die er berichtet, keinen Pfifferling wert.

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Entdeckung 27.08.2011, 07:03
@fastlink

Ein Rechtsanwalt kann aber er muss absolut nicht von der Unschuld seines Mandanten überzeugt sein. Oder um es präziser zu formulieren, er muss nicht an die Unschuld seines Mandanten glauben ...

a) das war schon immer so

b) vor Gericht geht es nicht darum, was jemand glaubt, sondern darum, was bewiesen werden kann und was nicht

c) auch geständige Mörder (der schlimmsten Art) werden durch einen RA vor Gericht vertreten ...

Wenn ein Mandant eine finanzielle Vorleisstung erbringen soll, dann hängt das unter anderem damit ab, wie sicher es zu sein scheint, dass die Honoranote beglichen werden ... oder auch mit Erfolg eingeklagt werden kann.

Und du widersprichst dir selbst, wenn du zuerst fragst:

"Ein Rechtsanwalt ist nicht von der Unschuld seines Mandanten überzeugt ... Seit wann?<

und später erklärst:

Der Rechtsanwalt, egal ob überzeugt oder nicht von der Schuld oder Unschuld seines Mandanten, am Freispruch oder mildem Strafmass für seinen Mandanten. Schlicht gesagt er will hier gewinnen.<

Mit diesem Satz bestätigst du nur meine Aussage.

Und zu der Glaubwürdigkeit von Zeugen:

Als Beweise gelten unter anderem ...

Bildliche Darstellungen

Schriftliche Darstellungen

Mündliche Darstellungen

sämtliche Darstellungen MÜSSEN GLAUBWÜRDIG ERSCHEINEN und einer oder auch mehreren PRÜFUNGEN STANDHALTEN können um anerkannt zu werden.

Und ... wenn es nur mündliche Darstellungen geben sollte, und diese nicht glaubwürdig erscheinen ... sich widersprechen, der Leumund des Zeugen kein guter ist etc. .... etc. ... dann und nur dann GILT DIESE AUSSAGE als NICHT GLAUBWÜRDIG:

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Entdeckung 27.08.2011, 07:09
@Entdeckung

UND ... die Aufgabe eines Rechtsanwaltes in seiner Rolle als VERTEIGER ist es, dafür zu sorgen, dass die rechtlichen INTERESSEN seines MANDANTEN gewahrt bleiben ... und zwar unabhängig davon, ob dieser gegen ein oder mehrere Gesetze verstoßen hat oder nicht und deswegen als Angeklagter vor Gericht steht.

UND ... der Verteidiger handelt nach dem Grundsatz: solange eine Tat nicht bewiesen und ein Urteil ergangen und Rechtswirksamkeit erlangt hat ... solange gilt die UNSCHULDSVERMUTUNG

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Nein Ein Staatsanwalt ist vom Staat angestellt wie der Name schon sagt und dafür zuständig Vergehen gegen die Staatl. Gesetze zu ahnden. Zeugen haben ein Aufglaerungspflicht, falls sie nicht das Recht haben die Aussage zu verweigern, ( bis zum 3 Grad Verschwaefert od. Verwandt , bzw. wenn sie sich selbst belasten würden). Aber ein Anwalt für die Zeugen ist ein Sta . nicht

staatsanwälte in D bezeichnen sich selbst gern als die objektivste behörde des landes, weil sie nicht nur BE- sondern auch ENTlastendes material zusammentragen und sichten müssen, bevor sie eine anklage erheben. das tun sie dann erst, wenn sie der meinung sind, dass die überzahl der fakten GEGEN eine bestimmte person sprechen. übrigens müssen die anwälte (verteidiger) KEINESWEGS von der unschuld ihrer mandanten überzeugt sein: es gibt unzählige fälle, in denen sich die angeklagen von anfang an, also schon während der ermittlungen, zu ihrer tat bekennen. da ist dann die aufgabe des verteidigers den angeklagten in möglichst günstigem licht zu präsentieren, um eine eventuelle bestrafung niedrig zu halten.

Nein, Der Staatsanwalt, verfolgt die interressen des Staates, und des Volkes. Das ziel der Staatsanwaltschaft ist nicht mit aller gewalt den angeklagten ins gefängniss zu bringen, sondern den Strafttäter zu verurteilen.

Das heißt sollte in einem verfahren klar werden, dass der Angeklagte unschuldig ist, wird die Staatsanwaltschaft das verfahren einstellen und neu ernmitteln um den Straftäter zu stellen. Der staatsanwalt tritt nur in kraft wenn es um Straftaten geht welche im interresse des volkes stehen.

Dh. solltest du die scheibe deines nachbarn einschlagen, und der erstattet keine anzeige, sondern verklagt dich "nur" auf schadensersatz, dann gibt es auch keinen staatsanwalt. Zeigt er dich allerdings an, w´kommt die polizei vorbei, leitet ermittlungen ein, und die staatsanwaltschaft klagt dich bei interresse der öffentlichkeit an.

Was genau das interresse der öffentlichkeit ist, kann ich dir jetzt nicht sagen, da ich noch in die schule gehe und mich mit dem zeug net so auskenn, aber ungefähr läut es darauf raus, dass wenn du es mit absicht machst und es hätte schlimmeres pasieren können. Wenn du jetzt allerding nur irgendwie was geworfen hast, ohne auf das fenster zu zielen, würde das verfahren warscheinlich eingestellt. Das ist aber von fall zu fall anbders und liegt im ermessen der Staatsanwaltschaft.

Der Rechtsanwalt ist von der Unschuld des Mandanten überzeugt? So ein Blödsinn, der Rechtsanwalt muss seinen Mandanten in dessen Interesse vertreten, dazu kann auch ein Geständnis der Schuld dienen usw. Und die Staatsanwaltschaft ist auch nicht von der Unschuld der Zeugen überzeugt, da beide Seiten Zeugen bennen können. Und ein' Zeuge braucht keinen Anwalt, da er die Aussage verweigern kann wenn er Gefahr läuft sich selbst zu belasten. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage nach dem Vorverfahren, wenn diese danach davon ausgeht, dass der Angeklagt schuldig ist. Eine Anklage der Staatsanwaltschaft kann auch von einem Richter abgewiesen werden und eine Einstellung des Verfahrens zur Folge haben usw.

Dazu bei Interesse: http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsanwaltschaft_%28Deutschland%29

oder mal die StPO anlesen.

Also, der Anwalt muss nicht von der Unschuld seines Mandanten überzeugt sein. Er muss nur versuchen, das Beste für seinen Mandanten herauszuholen. Der Staatsanwalt vertritt den Staat (wie der Name schon sagt) - also die gültige Rechtsprechung. Ein Staatsanwalt ist bei Gerichtsverfahren auch nur dann dabei, wenn es ein Verfahren im öffentlichen Interesse ist - wenn gegen bestehende Gesetze verstoßen wurde. Die Zeugen sind Leute, die etwas Wichtiges zu einem Fall aussagen können, weil sie z.B. etwas gesehen oder gehört haben, was der Wahrheitsfindung dient. Zeugen sind nicht angeklagt. Somit benötigen sie auch keinen Anwalt.

Staatsanwalt vertritt den Staat wie der Name schon sagt^^ er sorgt dafür das Gesetzte eingehalten werden, und wenn jemand ein Verbrechen begeht bei dem es keinen Geschädigten (mehr) gibt (weil er zB. tot ist), oder der Geschädigte der Staat oder die Öffentlichkeit ist, dann klagt halt der Staatsanwalt^^

Und eigentlich ist doch der Staatsanwalt von der Unschuld der Zeugen überzeugt

Die Zeugen sind nicht Schuldig und nicht Unschuldig, sondern es sind Zeugen, es geht bei einer Verhandlung um den Angeklagten, und auch dieser ist solange Unschuldig bis seine Schuld bewiesen ist, dies kann allerdings allein durch Zeugenaussagen geschehen.

und ist sich sicher, das der Angeklagte der Schuldige ist, oder?

Zumindest sprechen mindestens die Indizien dafür das der Angeklagte das ihm vorgeworfene begangen hat.

Dann müsste doch der Staatsanwalt eigentlich eine Art Anwalt für die Zeugen sein

Nein, der Anwalt des Staates (Volkes), die Zeugen werden von Staatsanwalt und Anwalt des Beschuldigten lediglich angehört und befragt.

Ein Staatsanwalt ist nicht der Rechtsanwalt für Zeugen sondern quasi der Rechtsanwalt des Staates.

UInd als dieser hat er erweiterte Befugnisse, nämlich letztlich auch im Namen seines Mandanten Entscheidungen zu treffen - und das deswegen, weil es ja nichts bringen würde, bei jeder neuen Entscheidung erst einmal einen Volksentscheid herbeiführen zu müssen.

Der Rechtsanwalt des Staates darf also selbst in eigener Zuständigkeit Entscheidungen treffen und vertritt den Staat vor dem gericht.

der Staatsanwalt vertritt den Staat und das nur in Strafverfahren. Also er ist der "Rechtsanwalt" des Staates, wie gesagt bei Verbrechen egal wie groß die sind. Beispiel du wirst bestohlen die Polizei findet den Dieb, dieser Akt geht zur Staatsanwaltschaft die entscheidet ob geklagt wird oder nicht. Du bist in einem Prozess nur Zeuge, auch wenn du der Bestohlene bist. Das Strafausmaß richtet sich nach dem Gesetz und ob der Kerl vorbestraft ja oder nein, aufgrund dessen wird die Verurteilung ausgesprochen.

Der Staatsanwalt klagt an!

Er wirft dem Beschuldigten vor etwas getan zu haben und ist anhand der Beweise (zB von polizeilichen Ermittlungen) schon davon überzeugt, dass da vor ihm der "RIchtige" sitzt. Wenn er das nicht wäre, dann hätten wir ein ziemliches Problem mit dem Geld, was für Gerichtsverhandlungen mal so zum Ausprobieren ausgegeben würde ;-)

Daher klagt die Staatsanwaltschaft auch erst nach stichhaltigen Beweisen und bei begründetem Verdacht an und beruft sich dabei auf die Beweise (Unterlagen, zeugen).

Zeugen kann generell der Staatsanwalt aber auch der Rechtsanwalt des Angeklagten (hier mal weiterhin Verteidiger genannt) ins Gericht laden. Diese werden dann von beiden Seiten befragt.

Also wenn zB ein Zeuge auf der Liste des Verteidigers auftaucht und plötzlich behauptet er und der Angeklagte seinen zu der Tatzeit zusammen gewesen, dann wird der Staatsanwalt, der seine Anklage ja auf seine bisher dagewesenen Zeugen stützt und die sagen ja was anderes, also der wird den Zeugen der verteidigung dann schon ziemlich in die Mangel nehmen.

zum Beispiel zieht immer die Androhung den zeugen zu vereidigen. Falschaussagen insbes. falsche Aussagen unter Eid sind strafbar. Wird das einem Prseudoalibi erst mal vom Staatsanwalt erklärt, dann werden solche "Gefälligkeitszeugen" gerne mal ganz klein und sagen auch die Wahrheit.

Somit ist der Staatsanwalt an der Überführung des Beschuldigten interessiert.

Der Rechtsanwalt, egal ob überzeugt oder nicht von der Schuld oder Unschuld seines Mandanten, am Freispruch oder mildem Strafmass für seinen Mandanten. Schlicht gesagt er will hier gewinnen.

Der Richter ist an der Wahrheitsfindung interessiert.

Zeugen brauchen keinen Anwalt,der Staatsanwalt vertritt das Volk.Und wie meinst du das,dass der Staatsanwalt von der Unschuld der Zeugen überzeugt ist?Wenn die im Gericht merken dass ein Zeuge lügt,dann hat der Zeuge den Staatsanwalt sicher nicht auf seiner Seite,sondern bekommt einen über den Rüssel.Naja,im Gericht wird eh mehr gelogen als in der Kirche(sorry)

abibremer 18.03.2015, 12:51

in vielen fällen, z.b. bei den gerade laufenden nsu-prozessen haben auch die zeugen einen anwalt an ihrer seite. auch bei kachelmanns prozess hatte das "opfer" immer mindestens einen anwalt dabei.

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Wieso um Himmels Willen sollte der Zeuge einen Anwalt benötigen?

Der Staatsanwalt hört sich die Aussagen des Zeugen an und zwar kritisch. Auch Zeugen können sich irren oder noch schlimmer: lügen

PurpleShawty 25.08.2011, 15:35

Nein.. ich meinte auch eher so eine Art Anwalt. Die den Zeugen ein wenig unterstützt.

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Loris64 25.08.2011, 16:10
@PurpleShawty

Wenn die Zeugenaussage in sein Prozessvorgehen passt, wird er ihn sicher unterstützen. Wenn er aber für die Anklage eher lästig ist, dann wird er ihn prüfen, verunsichern, usw.

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Nein, der Staatsanwalt vertritt die Interessen des Staates, also des Volkes und basiert seine Argumentation auf den Aussagen der Zeugen.

Wie der Name schon sagt...Er vertritt den Staat.

nein, ein staatsanwalt vertritt die rechte des staates......

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