Ist ein Staat im Innern umso friedlicher, desto homogener die Bevölkerung ist?

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13 Antworten

Pauschal nicht unbedingt, aber in der Tendenz absolut.

Dazu kann man zum Beispiel die Werke von Aristoteles und anderen Theoretikern betrachten, welche in (heutzutage beinah unmöglich) homogenen Stadtstaaten lebten. 

Aber auch hier spielen andere Faktoren mit in die Frage hinein. Beispielsweise ist die Größe eines Staates und der strukturelle Aufbau auch wichtig. Beispielsweise ob der Staat zentralistisch (Frankreich) oder föderalistisch (Bundesrepublik) ist. 

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Ich frage mal vorsichtig: Hatten wir nicht einige Zeit, nicht in den letzten Jahren, in Deutschland eine Situation, in der viele unterschiedliche Menschen relativ problemlos zusammengelebt haben, weil man einfach gewohnt war, sich nicht daran zu stoßen, dass andere Menschen ein anderes Lebensmodell haben als man selbst, weil das auch in der Schule etc. vermittelt wurde?

Im Prinzip kann so ein Zusammenleben ja funktionieren und auch friedlich und stabil sein - jeder identifiziert sich trotzdem mit dem Land - wenn man einfach die Haltung hat, Unterschiede stören mich nicht, solange sie nicht zum Anlass für Streit genommen werden. Wo ist denn der Unterschied, ob ich heterosexuell bin und mein Kollege, Nachbar oder Kumpel homosexuell oder ob ich Christ bin und mein Kollege, Nachbar oder Kumpel Moslem oder Atheist? Oder eine andere politische Meinung vertritt? Oder in anderer Form ein anderes Lebensmodell, eine andere Lebensphilosophie hat? 

Solange wir uns darüber einige sind, dass Unterschiede existieren, man auch darüber reden kann, aber den anderen nicht zur Übernahme der eigenen Werte/ Einstellung zwingen sollte/ darf, solange Toleranz im besten Sinne der Grundwert aller Einwohner ist, sehe ich da eigentlich keine Probleme. Probelmatisch wird es, wenn man eine Gruppe als Bedrohung betrachtet, und das kommt ja meist erst dann vor, wenn diese Gruppe wiederum meint, ihre Werte müssten von allen anderen nicht nur toleriert, sondern auch gelebt werden. Oder wenn eine Gruppe etwas verkörpert, das mit den Gesetzten des Landes kollidiert, also bspw. Kindesmisshandlung oder Gewalt gegen Andersdenkende. Dann darf man natürlich nicht einfach aus Toleranz die Sache laufen lassen, sondern müsste versuchen, die Gruppe einzuschränken (denn mit Gewalttätern redet man ja normalerweise nicht, "ach, Sie haben mich verprügelt, bitte machen Sie das nicht wieder!", sondern man erstattet gleich eine Anzeige. Wenn so etwas nun von Vertretern der betreffenden Gruppe als Einschränkung, Intoleranz oder gar Aggression gegen die eigene Gruppe wahrgenommen wird, hat man ein Problem und es kommt zu dicken Spannungen auf beiden Seiten, denn Gesetzesbruch/ Gewalt darf nicht toleriert werden; von der betreffenden Gruppe darf aber im schlechtesten Falle auch kein "Eingriff in die eigenen Vorstellungen" oder eine "Einmischung von außen" erlaubt werden und dann hat man verfestigte Positionen, die zu permanenten Spannungen führen.

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USA und die Staaten in Europa, sowie die im nahen Osten sind von Grund auf verschieden.

In Europa gab es zwar immer mal Wanderbewegungen (Hugenotten von Frankreich nach Deutschland, die Bauern aus Deutschland nach Siebenbürgen udn an die Wolga) aber nachdem sich die Nationalstaaten gebildet hatten, war man jeweils ziemlich unter sich. Da waren nur Gebiete die in Kriegen den Besitzer wechselten (Elsass/Lothringen, Böhmen, Teile von Polen).

In Arabien, gab es früher keine Nationalstaaten, da gab es den Unterschied zwischen Sunnieten und Schiieten, der aber gwegen der Stammesstruktur keine so große Bedeutung hatten. Die Stämme in sich hatten ja jeweils die gleiche Glaubensrichtung. Für die Eroberungszüge war man ein Volk.

Die Perser waren schon aus der Zeit vor dem Islam ein großer Staat für sich und sind keine Araber.

Später eroberte das Osmanische Reich den ganzen Bereich.

Probleme kamen erst nach dem 1. WK auf, als die Europäer im Nahen Osten völlig willkürlich und nur nach eigenen Interessen die Grenzen mit dem Lineal zogen. Völlig ohne Rücksicht auf die Strukturen in der Bevölkerung.

Die USA dagegen waren durch die Einwanderer von Anfang an ein Vielvölkerstaat. Zwar waren am Anfang die Briten im Norden und die Franzosen im Süden der USA jeweils bestimmend. Bald kamen aber Einwanderer aus Deutschland, Russland, Italien, Irland und später auch China und Japan.

Einige bildeten mehr eigene Viertel in den Städten (Chinatown, little Italy usw), aber das Land war eben geprägt davon, dass man sich, wenn auch unter einer gewissen Führung der Agloamerikaner, einigen musste.

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Salue Referendarwin

Eigentlich musst Du gar nicht so weit suchen. Hier in der kleinen Schweiz haben wir 4 Landessprachen und damit verbunden 4 verschiedene Mentalitäten.

Es gibt drei offizielle Landeskirchen und unser Anteil von eingebürgerten Einwanderer und die mit fremden Pass lebenden Personen dürften um die 50 % der Bevölkerung ausmachen.

Bei Abstimmungen kommt es regelmässig zu grossen Differenzen in der Meinung der Deutsch-, Französisch und Italienisch sprechenden Stimmbürger (wir nennen es den Röstigraben, Rösti ist eine typische Deutschschweizer Spezialität).

Ich kenne keinen einzigen Deutschschweizer, Welschen oder Tessiner, der auf den anderssprachigen Teil seiner Heimat verzichten möchte.

Diese Zusammensetzung ist über hunderte von Jahren nach und nach entstanden, weil sich die Kantone freiwillig der Eidgenossenschaft angeschlossen haben.

Es geht also!

Tellensohn

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Das hat nix mit Bildung, nix mit Kulturen unbedingt, oftmals auch nix mit Religion zu tun, als Beispiel sei hierfür die Schjweiz genannt, mehrere Sprachen, 2 christliche Religionen und auch kulturelle Unterschiede. Dann als Gegenbeispiel Belgien, wo es eben nicht sonderlich friedlich zugeht. Dann sei Deutschland im Hitler-Fachismus genannt, homogenes Volk und kriegerisch bis zum geht nicht mehr.

Es kommt vielmehr darauf an, welche Geschichte ein Land hat, welche Tradition, welche politischen Verhältnisse vorherrschen, der Grad der Beschäftigung, ob starkes Vermögensgefälle, soziale Absicherung oder nicht, Lebensstandard hoch oder niedrig usw.

Dann wiederum gibt es Staaten wo Ethnien ganz andere Wertvorstllungen haben und dann eben nicht friedlich zusammenleben, so z.B. in Nigeria, Kenia usw.

Fazit: es ist alles recht komplex und nicht per Schema f zu erklären. Jedes Land ist speziell zu analysieren.

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Kommentar von Referendarwin
31.07.2016, 15:45

Nu komm, in der Schweiz sind 95 % christlich oder konfessionslos, es gibt zwar unterschiedliche Sprachen aber die Kultur ist westlich.

Das finde ich relativ homogen.

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Nein, homogen oder heterogen sind für das innere Verhältnis eines Staates nicht ausschlaggebend.

Der Staat ist immer repressiv, er wird keine universalen Gesetze erlassen können, er wird die Gesetze durchsetzen die er erlassen hat.
Je größer das Gebilde Staat wird, je größer wird auch die Vielfalt an Gruppen und Interessen.
Den idealen Staat gibt es nicht, Stand der Entwicklung der Menschheit.
Er ist nur das z.Zt. beste Gebilde das "uns" eingefallen ist.

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Also mir fällt grade Kanada ein, die haben auch so einiges an verschiedenen menschen und man hört selten was von religiösen oder rassenunruhen in kanada, aber vllt habe ich auch was übersehen? In argentinien gibt es auch menschen mit den verschiedensten ethnien und naja so wie ich das mal mitbekommen habe läufts da! In russland gibt es sehr sehr viele verschiedene menschengruppen, es gibt auch ab und zu probleme aber nicht im großen, dafür haben die zu viele andere probleme... Lol

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Kommentar von Lennister
31.07.2016, 16:22

Ich wüsste jetzt auch nicht, dass es in Deutschland zu "Rassenunruhen" kommen würde. Ich wüsste eigentlich keinen westlichen Staat, in dem das Nebeneinander verschiedener Kulturen nicht einigermaßen gut funktioniert. 

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Kommentar von Lazybear
31.07.2016, 18:01

denke, dass es im moment so ist, der Trend geht schon etwas in richtung rechts, zb österreich, frankreich, holland, polen etc. das muss natürlich nicht das letzte wort sein, aber eine sorge ist doch berechtigt! lg

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Kommentar von Lazybear
31.07.2016, 19:12

ohhh man, wenn man vom teufel spricht!

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Kommentar von Lazybear
01.08.2016, 21:15

@Lennister, vergiss es, ich weiß nicht mit wie vielen "wir werden vom islam bedroht" - leuten du schon zu tun hattest aber anhand meiner erfahrung ist es wahrscheinlicher das kreationisten die evolution akzeptieren, als dass HansH41 es mit deinen argumenten tut... nichts für ungut, stimme dir voll und ganz zu!lg

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Kommentar von Lazybear
01.08.2016, 21:17

@HansH41 wir werden nicht vom islam bedroht, sondern von dummen menschen, die gibt es hier genauso wie wo anders!

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Japan ist sehr homogen und hat für lange Zeit so gut wie keine Konflikte gehabt. Da musste schon ein AKW explodieren um die Japaner auf die Straße zu treiben. Aber religiöse oder kulturelle Konflikt kennt man dort nur sehr wenige. Ich denke dass es wirklich so ist, dass ein Staat um so anfälliger für Konflikte ist, je bunter seine Bevölkerung ist. Allerdings halte ich es nicht für zwangsläufig. Es muss nicht unbedingt zu Konflikten kommen, wenn die Regierung für alle da ist und sich klug verhält. So bald aber irgendwelche Populisten an die Macht kommen, explodieren auch die friedlichsten Staaten und lösen sich in Rauch auf.  

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Ich denke wenn ein Staat im Inneren Konflikte hat, dann, weil die Bevölkerungsgruppen aus politischen Gründen gegeneinander aufgehetzt werden. Die müssen gar nicht verschieden sein!
Beispiel: Serben und Kroaten - sie sind sich sehr ähnlich aber irgendjemand wollte den Krieg.
Gegenbeispiele: In Kirgistan ist die Religionszugehörigkeit fast kein Thema.
In Indien gibt es mehrere Ethnien und (Unter-)gruppen von Religionen, und sie werden generell von allen akzeptiert, da die Menschen diese Vielfalt eben gewohnt sind.
Häufige Gründe für inneren Zusammenhalt sind z.B. gemeinsame Aufgaben/Probleme oder gemeinsame Feinde ;) In einigen Fällen auch eine gute generelle Bildung und freiheitliches Denken der Bevölkerung.
Der Hauptgrund für inneren Konflikt dürfte ein äußerer "Dritter" sein, der von diesem Konflikt profitiert, und sei es nur dadurch, daß er damit seine stärkere Position sicherstellen kann.

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Ich kenne (nur) einen Staat auf Erden, in dem alle vier Hauptreligionen friedlich nebeneinander koexistieren. Mauritius.

 - (Religion, Islam, Geographie)
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Kommentar von Referendarwin
31.07.2016, 14:54

Wieso klappt es dort?

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Kommentar von Lennister
31.07.2016, 16:23

Ich wusste gar nicht, dass z.B. in Deutschland, Kanada oder Österreich Religionskriege herrschen. 

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Ich weiß es gibt schon sehr viel Hetze gegen Muslime, aber sind zu viele auf einen Fleck ohne Öl gibt es Krawall. Eine rückständige Kultur, die in einer selbst geschaffenen Traumwelt lebt, das war schon im osmanischen Reich ein fundamentales Problem. Ich bin selber Moslem und ich finde es gibt auch tatsächlich positive Aspekte wie bei jeder Religion. Das Problem mit den Islam ist allerdings, dass es sich hierbei nicht um eine Religion sondern eine Lebenseinstellung handelt. Kirche und Staat werden nicht voneinander getrennt, manche Moslems sind der Auffassung, dass wenn sie nach den Regeln des Korans leben und die Sharia befolgen alles haben und nichts begründen müssen. Sie haben überhaupt kein Bedürfnis sich weiterzubilden und zwingen anderen Konfessionen ihre Kultur auf, das passiert allerdings erst wenn wie gesagt zu viele auf einen Haufen sind. In Deutschland sind es glaub ich um die 5%, warum manche Frauen immer noch vollverschleiert rumlaufen oder manche Jugendgangs in öffentlichen Verkehrsmittel rumpöbeln ist auf ein Integrationsproblem zurückzuführen. Wenn sich Bevölkerungsgruppen so wie du schon gesagt hast getrennt leben, kommt es zwangsläufig zu Spannungen (meiner Meinung nach), als gutes Gegenbeispiel zur Untermauerung kannst du dich über Staaten wie Singapur oder Mauritius informieren, der Staat hat eine feste Regelung bei der Frage wer wo wohnen darf. Die Behörden achten darauf, dass die unterschiedlichen Ethnien und Konfessionen in Kontakt kommen, jede Schule und jeder Wohnblock muss einen bestimmten Mindestanteil einer Bevölkerungsgruppe besitzen.

Ich möchte noch einmal klar stellen das Muslime wenn sie einigermaßen gut integriert sind auch friedlich in einer Gesellschaft leben können, sie müssen einfach ihre Sichtweise zu paar gesellschaftlichen Dingen, die überhaupt gar nichts mit Religion zu tun haben ändern.  

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sowas gibt es bei staaten nicht, sondern lediglich bei kleinen gruppen. 

aber dann ist auch keine entwicklung möglich

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Kanada ist ebenfalls sehr heterogen.

Ich glaube nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt.

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Kommentar von Referendarwin
31.07.2016, 14:54

Anders gefragt: Warum funktioniert es in Kanada und in anderen Ländern nicht? Ich vermute, dass hier die Größe des Landes und das hohe BIP/Kopf entscheidend sind.

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