Ist ein Mensch verantwortlich für seine Taten resp zurechnungsfähig wenn er gut und böse nicht unterscheiden kann und auch kein Scham/Schuldgefühl hat?

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8 Antworten

Kommt drauf an, wie stark sein Urteilungsvermögen beeinträchtigt ist.

Oft gibt es nicht nur zwei absolute Zustände, sondern es liegt irgendwo dazwischen.   -analog-

Vor Gericht wird wahrscheinlich nach Begutachtung, zugunsten des Täters entschieden,...

(also dass er nicht zurechnungsfähig ist, und er so sein Handeln auch nicht angemessen oder gar nicht empathisch abschätzen konnte und er dafür auch nicht rechtlich bestraft werden kann)
,

...wenn sich zwei Gutachten widersprechen oder nur ein Gutachten lediglich eine eventuelle/nicht eindeutige Schuldfähigkeit feststellt, dass der Täter dahingehend krank ist.

Im Zweifel wird vor Gericht normalerweise für den Angeklagten entschieden. (Wenn die Schuld nicht eindeutig bewiesen werden kann).





Wenn man annimmt, dass es einen Gott gibt und der im "Himmel" nach dem Tod alle Menschen bestraft oder belohnt anhand ihres Karmas, dann wird er das Gehirn des Betroffenen wahrscheinlich auch zu 100% kennen und seine geistigen Fähigkeiten mit allen moralischen Werten abwägen können und ein gerechtes Urteil fällen können, sollte Gott der Ursprung von allem sein.

Diese Theorie natürlich nur, wenn

-Gott existieren sollte
-die Welt/Universum/usw... so sind, wie wir es uns vorstellen
-er das alles auch geschaffen hat
-es ein Bewertungs- und Moral-System gibt und Menschen wirklich nach Karma "behandelt bzw. beurteilt" werden
-unsere Vorstellung von gut und böse sein korrekt ist
-es überhaupt so abläuft, wie sich viele Menschen Gerechtigkeit +  Leben im Jenseits vorstellen






Also vor Gericht -auf dieser Erde- wohl eher nicht, vor Gott weiß kein Mensch.

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Kommentar von AndyG66
03.02.2017, 11:10

Als Agnostiker hätte ich wohl den zweiten Teil der Frage ähnlich wie du beantwortet. Effektiv ging es mir um die Frage der Zurechnungsfähigkeit bei Adam und Eva und wie andere das sehen ohne Kenntnis um wen es geht :-)

Also besten Dank für deine wohldurchdachte Antwort.

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Soweit einem Menschen die Einsicht fehlt,Unrecht zu tun, fehlt ihm das sog. Schuldbewusstsein. Im Strafrecht ist dies in den §§ 19, 20 StGB geregelt. Hiernach entfällt bei Menschen, die nicht in der Lage sind, das Unrecht ihrer Tat einzusehen die Schuld.

Das heißt, dass das Gericht feststellt, dass man einen Straftatbestand verwirklicht hat. Allerdings kommt es nicht zu einer Verurteilung aufgrund dieser Tat. Im Volksmund gilt der Täter dann als "nicht zurechnungsfähig".

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Kommentar von AndyG66
03.02.2017, 07:09

Das ist interessant. Also die Unfähigkeit zwischen gut und böse zu unterscheiden führt ja automatisch zu einem fehlenden Schuldbewusstsein. Also selbst wenn der Täter ein ihm bekanntes Gesetz bricht - würde bei zweifelsfreiem Gutachten mit nicht zurechnungsfähig geurteilt werden.

Besten Dank

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Die ersten Menschen — Adam und Eva — hatten zwar in ihrer vollkommenen Lebensphase kein Scham- und Schuldgefühl, dennoch kannten sie die Anweisung Gottes, nicht von der Frucht zu essen. Das wäre "böse" und hätte schlimme Folgen.

Sie konnten also sehr gut unterscheiden zwischen Recht und Unrecht. Folgedessen waren sie voll zurechnungsfähig und wurden auch zur Verantwortung gezogen (1. Mose 3).

Ein anderes Beispiel ist David:

Er beging einen Mord und Ehebruch — beides zur damaligen Zeit todwürdige Verbrechen (2. Samuel 11).

Trotzdem David im Vollbesitz seiner Geisteskräfte war, wurde er von Gott "begnadigt". Warum? Weil er von Herzen bereute (Psalm 51:17).

Trotzdem blieben ihm die schlechten Folgen seines Tuns nicht erspart.

Wenn Gott bei David so großzügig war, dann wird er erst recht barmherzig mit Menschen verfahren, die aufgrund psychischer Probleme nicht mehr zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können.

Dieses Prinzip wird auch in der heutigen Rechtsprechung angewandt.

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Kommentar von AndyG66
03.02.2017, 10:50

Nun es erstaunt mich nicht dass gerade du auf den zweiten Teil der Frage antwortest. Tatsächlich ging es mir um Adam und Eva in diesem Beispiel... Also wenn du das selber erkannt hast - Hut ab :-)

Wenn du über den anderen Thread darauf gekommen bist - trotzdem vielen Dank :-)

Also wenn ich es genau betrachte so ist das nicht Erkennen von gut und böse und kein Schuldbewusstsein meiner Meinung nach eine dissoziale Persönlichkeitsstörung (Psychopath) und die gilt vor Strafgericht durchaus als nicht oder nur beschränkt zurechnungsfähig. Ein typisches Sympton dieser Störung ist ja gerade, dass krankhaft Regeln übertreten werden. Und alle Atribute passen. 

Das Gutachten wäre bei Adam und Eva ja eindeutig. Zum Zeitpunkt der Tat kennen sie kein gut, böse, Schuldgefühl oder Reue folglich sind auch kaum Hemmungen Grenzen zu überschreiten da. Die Schuld kann also unmöglich bei ihnen allein liegen.

David ist wirklich ein interessantes Beispiel - hier würde ein Strafgericht wohl weit härter entscheiden. Das ehrliche bereuen und entschuldigen der Tat wäre zwar strafmildern aber mit der Freiheit wäre es vorbei.

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Jeder Mensch ist für sein Leben und seine Taten verantwortlich und er wird auch die Konsequenzen daraus selber tragen müssen

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Ja. Wenn man anderen z.B. schadet muß man später sich dafür rechtfertigen. Vor Gott. Meist aber schon vorher, vor Menschen. Denn die können ja meist die Klappe nicht halten. Und oft stimmt es ja auch. Und das finde ich auch richtig so.

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Kommentar von AndyG66
03.02.2017, 05:29

Auch wenn man nicht in der Lage ist Gut und Böse zu unterscheiden ?

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wenn er kein schuldgefühl hat für von ihm begangene straftaten, dann hat sich bei ihm, aus welchen gründen auch immer, kein gewissen entwickelt. natürlich ist er dann schuldig, wenn er straftaten begangen hat.

vor gott? na ja... was soll man sagen? wenn einer einen anderen umbringt und keinerlei scham- oder schuldgefühl hat, dann ist das so eine sache. moralisch gesehen, ist er wohl das allerletzte und sollte gerichtet werden... stramme christen würden gott wohl vergebende worte in den mund legen. nun, ich ´gehöre ja nich zu dem 'verein'...mit grund.

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Niemand ist an irgendwas Schuld. Niemand hat sich sein Leben ausgesucht. Der Mensch schafft Schuld und Schuldgefühle , um die Gesellschaft zu kitten. Und leider oft auch , um Macht auszuüben und Angst zu verbreiten. Das ,was der Mensch tut, entscheiden seine Neuronen biochemisch und nicht der böse Mensch.

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Kommentar von AndyG66
03.02.2017, 05:45

Also hab ich rein biomechanisch diese Frage gestellt? Ich fühl mich fast ein wenig schuldig :-)

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Unser ewige Schöpfer weiß das (1.Sam.16,7).

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