Ist ein Leben in Armut lebenswert? Kindheitsprobleme begleiten sein Leben.

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12 Antworten

Wenn man noch keinen Führerschein hat und auf dem Dorf lebt, dann sollte man sich ein Fahrrad besorgen. Ich habe z.B. früher mal eines beim Sperrmüll gefunden und es repariert. Man kann auch auf dem Flohmarkt für wenig Geld gebraucht eines kaufen. (Mein letztes Rad hat EUR 40,- gekostet - das geht aber auch noch günstiger.)

In der Schule soll er sein Bestes geben, denn das ist sein Weg raus aus dieser Armut. Und ich verstehe nicht, dass dein Freund das nicht sieht.

Ein Nebenjob wäre auch nicht das Schlechteste. Schließlich will ja das Fahrrad bezahlt sein, auch bessere Klamotten oder mal eine Kinokarte können sicher nicht schaden.

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Im Hinblick auf seine Zukunft steht Dein Freund doch ganz gut da (im Prinzip): Er geht aufs Gymnasium, macht wahrscheinlich Abitur, wird dann mit Bafög-Höchstsatz studieren können - und wird sich wohl ein Fach aussuchen, mit dem er einen guten Job finden wird, in dem man ordentlich Geld verdienen kann. Die Studiengebühren sind fast überall abgeschafft, das ist gut für junge Menschen wie er.

Das einzige Problem ist: Hält er bis dahin (psychisch) durch? Erträgt er das Gymnasium, trotz aller Geld-Unterschiede? Schafft er es, sein Studium durchzuziehen, obwohl er von den Eltern weder materielle noch sonstige Unterstützung kriegen wird? Weil sie mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind.

Ich würde Deinem Freund dringend empfehlen, sich einen Psychotherapeuten zu besorgen: Das bezahlt die Krankenkasse, da muss er keinen Cent dazu zahlen, er braucht nicht einmal eine Überweisung vom Arzt. Ich weiß, junge Leute finden es eher abwegig, mit Problemen zum Therapeuten zu gehen, und junge Männer sowieso. Aber: Ein Therapeut hat studiert und gelernt, damit er Menschen wie Deinen Freund wieder "aufbaut", damit er sich auf seine Stärken besinnt, damit sein Selbstbewusstsein wieder wachsen kann. Er hat damit viel mehr Erfahrung als Du, Dein Freund oder seine Eltern. Das würde ich mir ernsthaft überlegen.

Bei einem Therapeuten, z.B. einem Verhaltenstherapeuten, lernt Dein Freund, stärker zwischen seinem Leben und dem seiner Eltern zu trennen. Er lernt einen neuen Blick auf seine Situation und sich selbst. Wenn er auf dem Dorf wohnt, dann gibt es doch bestimmt einen Bus in eine größere Stadt, wo es dann bestimmt auch Therapeuten gibt. Beim Patiententelefon der Kassenärztlichen Vereinigung (Eures Bundeslandes) bekommt Ihr die Namen von Therapeuten, die aktuell Plätze frei haben - das erspart das nervige Herumtelefoniere.

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Wenn jemand sein "Glück" nur vom Geld abhängig macht, wird er eben immer unglücklich bleiben. Es gibt auch jedem Menge Möglichkeiten sich selbst zu aktivieren, die nichts oder nur wenig kosten. Wer hindert ihn denn daran, für sein "Taschengeld" etwas zu tun?. Dafür gibt es auch auf dem Dorf Gelegenheiten.

Aber rumjammern ist eben einfacher

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Kommentar von Kraiship
30.12.2013, 17:05

Wer hindert ihn denn daran, für sein "Taschengeld" etwas zu tun?.

Tja, das kommt halt auf die Umstände an. Manchmal sind die Eltern halt so verzweifelt, dass sie sich auch aus der Kasse ihrer Kinder bedienen wollen, besonders, wenn sie noch sehr jung sind.

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Natürlich werden diese Erfahrungen sein Leben lang Einfluss auf seine Entscheidungen udn sein Verhalten haben.

Aber, wenn er nach dem Abitur einen guten Beruf bekommt, mit, oder ohne Studium, kann er sich aus dem Bereich rausarbeiten.

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Wie du es beschreibst, liegt das Hauptproblem am Umfeld deines Freundes. Wie du schon sagtest, er wurde in der Schule ausgegrenzt und gemobbt wegen seiner Eltern. Aus meiner Erfahrung, haben sich viele, die aus ärmeren Verhältnissen stammen, aber mit Energie und Disziplin ihre Ausbildung durchgezogen haben, zu richtig guten Persönlichkeiten entwickelt.

Und ich kenne einige, die von zu Haus aus eher unterdurchschnittlich Geld hatten. Ein paar haben jetzt richtig gute Jobs mit hohem Einkommen. Banker, Geschäftsführer usw. Auch in unserer Familie war das Geld immer knapp. Wahrscheinlich auch, da wir 4 Geschwister waren. Wir wurden aber gut und ehrlich erzogen. Hauptsächlich nach dem Motto: "Geld ist nicht alles". Auch ich habe meinen Weg gemacht und es fehlt an nichts.Bemerkenswert ist auch, das unsere gesamte Familie niemals zerstritten war, was ja heute auch in "reichen" Familien eher selten ist. Meine Lehre daraus ist, wenn man nur auf Geld fixiert ist, dann ist das absolut schlecht. Es verdirbt auch den Charakter. Ich habe also absolut kein Mitleid mit deinem Freund, dann schon eher mit den Eltern deines Freundes. Und wenn es ihn sein Umfeld immer noch spüren lässt, er wäre ein Looser, so sollte er sich sofort von dem Umfeld distanzieren. Es ist erbärmlich, wenn welche, die von zu Hause her etwas mehr Geld haben, andere wegen ihrer Armut mobben. Das zeugt von totaler Unreife.

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Kommentar von janfred1401
30.12.2013, 17:32

Und das Hauptmotiv für seine eigene gute Ausbildung und Zukunft zu sorgen, sollte nicht das Streben nach Reichtum sein, sondern um seine Eltern erstmal zu entlasten. Und gegebenflls sogar etwas zu unterstützen.

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Ganz ehrlich?

So ist's leben!

Wenn ihm sein Status Quo nicht zusagt, soll er weniger Energie in Wut, sondern mehr in ergeiz umwandeln!

Und dann seiner aus- und Weiterbildung die oberste Priorität einräumen!

Er hat das große Glück in einem Land und System zu leben, indem JEDER alle Möglichkeiten hat - nur manch einer muss mehr dafür tun als andere!

Ein ehemaliger Arbeitskollege hat während der Ausbildung sein Abitur in der Abendschule nachgemacht und dann Zahnmedizin studiert!

Der hat Job Job sein lassen und hat -als er endlich mit 26 den Studienplatz bekommen hat- das Studium angefangen und nur noch nebenbei gejobbt.

6 Jahre später war er fertig und Zahnarzt!

Heute - nochmal ein paar Jahre später- ist er promovierter Doktor, hat eine eigene Praxis, ist mit einer anderen Zahnärztin verheiratet und hat mit der ein Kind

Als Schulabschluss hatte der einen hauptschulabschluss! Aber sein Ehrgeiz hat ihn dazu getrieben, dazu sage ich Chapeau!'

Also ... es geht! 

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Armut ist relativ. Dein "armer" Freund wäre in vielen anderen Ländern ein reicher Mann. Die eigene Einstellung kann unter solchen Umständen einen glücklichen oder unglücklichen Menschen formen. Er macht nun Abitur, dass ist doch wunderbar und auch reiche haben Sorgen, die ihnen das Erreichen des Abschlusses erschweren. Er scheint ja nun bald alt genug sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, nun hat er di Chance selbst etwas daraus zu machen. Die sollte er nutzen. Er kann später dann stolz zurück sehen und wissen, das es das alles allein geschafft hat. Reich oder nicht reich ist nicht die Frage bei Erfolg, kann helfen, abet nicht zwingwnd Voraussetzung. Zudem ist für jeden auch etwas anderes als Erfolg zu betrachten. Es ist die eigene Einstellung, nur die bringt dich weiter.... es jammern auch genug Menschen mit "goldenem Löffel" im Mund und auch de haben ihre berechtigten Sorgen und Schwierigkeiten im Leben.

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Hallo :)

Du musst für ihn da sein - die ganze Zeit - die ganzen Jahre, die er noch hat, bis er sein Abitur oder seinen Abschluss bzw. sein Studium hinter sich hat. Auch wenn es für dich, wie auch für ihn, wie ein Mantra klingt, so widerhole in seiner Gegenwart immer wieder:

"Ich bin für dich da, egal was du brauchst. Sprich mich an! Sogar in der Nacht".

Desweiteren solltest du aber auch, ab und zu (aber bitte nicht jetzt - nicht in den nächsten Wochen - da er dich momentan dringend braucht), dich zurückziehen bzw. irgendwo deinen Freiraum suchen. Denn; selbst Psychater (etc.), brauchen mal Pause! ;) Denn vergiss nicht, dass auch du dich wieder, engergetisch aufladen musst!

Ich würde empfehlen, dass er, von den paar €, die er eventuell im Monat bekommt, diese - sei es auch so hart, wie "möglich", anspart. Diese anspart für ein Ziel. Das Ziel muss kein "großes" sein - ich würde z.B. vermeiden, 2€ jeden Monat für ein 1000€ - Auto, anzulegen. ;) Ich selbst habe mich, zusammen mit einem sehr lieben Menschen, aus dem "Dreck", ganz alleine rausgezogen. Wir hatten damals auch keinerlei Hilfe. Es ist möglich. Das wichtigste, was er bzw. ihr braucht, ist:

  1. Euch beide
  2. Durchhaltevermögen - beißt die Zähne zusammen und (bildlich gesprochen) auch wenn euch das Zahnfleisch blutet!!
  3. NIEMALS eure Träume aufgeben! -> Das ist etwas, woran sich ein Mensch klammert - denn er weiß, er kann seine Träume erreichen - auch reich werden - er darf aber NIEMALS, zu einem dieser "ich gebe irgendwann meine Träume doch auf" - Menschen werden).
  4. Ehrgeiz
  5. Nicht immer nur an andere denken - sondern auch mal an euch!
  6. SPAßßß!! ;) Manchmal kriegt man auch mit keinem Geld bzw. wenig Geld, Spaß. Als Beispiel: Holt euch eure Freunde oder geht in die Bücherei und geht an den Computer. Holt euch irgendwoher Musik und tanzt dabei. "Rockt" richtig ab. ;)) Denn man braucht auch immer wieder etwas, was aufbauend wirkt.

Liebe Grüße, LoveHidalgo

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Kommentar von LoveHidalgo
30.12.2013, 20:16

PS: Mein Nick: "L...Hidalgo", steht übrigens für einen sehr tollen Film, der um Durchhaltevermögen, Zusammenhalt, Biss, Kraft, Träume und Glauben handelt. Sehr sehenswert. ;) Viell. gibts den ja auch im Internet:

http://www.youtube.com/watch?v=ynsTXwrZ0tU

Dann gebe es noch, einen wunderbaren Film, der "King of California" heißt und in dem Träume wahr werden, wenn man nur fest daran glaubt. ;)

Und ein altbekannter Zeichentrick-Disney-Film: Spirit - der wilde Mustang.

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Klingt vllt etwas zu persönlich, aber ich würde ihm raten psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Würde euch beiden viel helfen...

Gruß Zeus

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Kommentar von janfred1401
30.12.2013, 17:28

ja, wenn der Psychologe ihm mal kräftig in den Hintern tritt, dann ist er dort richtig.

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70% der Menschheit wächst in viel größerer Armut auf. Sollen sie sich alle umbringen?

Sag deinem Freund, er soll 1x im Leben einen anderen Kontinent, bzw. eine andere Kultur besuchen, z.B. Romakinder in Rumänien, oder Kinder in Afrika, die von Bürgerkriegen durch den Kontinent getrieben werden oder Kinderin Indien, die in Slums leben, von 10ct am Tag, die arbeiten müssen, um die Familie mitzuernähren, die keine staatliche Schule umsonst besuchen können - danach kann er weiterjammern, wenn er dann noch möchte.

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Kommentar von janfred1401
30.12.2013, 17:21

ja, das sollten aber besonders auch die tun, die ihn wegen seiner Eltern mobben.

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Jeder ist seines Glückes Schmied. Der Einzige, der was an der Situation ändern kann... ist er selbst! Niemand zwingt ihn dort wohnen zu bleiben! Er kann eben nicht die finanziellen Verfehlungen seiner Eltern auf sich übertragen, er ist ein eigenständiger Mensch und muss sein eigenes Leben führen! Ich will nicht sagen, dass er das Abi schmeissen soll ( ich meine wenn es eh bergab geht und die Versetzung/der Abschluss gefährdet ist) und lieber ne Ausbildung machen oder ne Arbeit suchen soll... aber wenn er was Besseres möchte als das was er jetzt hat, dann muss er eben was ändern!

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Kommentar von Kraiship
30.12.2013, 16:58

Kann schon sein, aber wirklich leicht ist es nicht. Ich spreche da aus Erfahrung. Es ist völlig egal, wenn man in der Kindheit beispielsweise einen Job macht, um sein eigenes Taschengeld verdienen will, wenn am Schluss die Eltern das Geld wegnehmen (müssen).

Oder wenn man in der Schule versucht Leistung zu erbringen, und dann psychisch angegriffen wird. Da braucht man meist einen deutlich stärkeren Willen, Dinge zu erreichen, die von anderen entweder mit Leichtigkeit gelingen oder sogar vor die Füße geworfen werden. Und aus diesem Grund schaffen es viele einfach nicht.

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Kommentar von coldbreeze2
30.12.2013, 17:06

"Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten". Dies sei allen ins Stammbuch geschrieben, die glauben, die Situation des einzelnen sei von der Gesellschaft unabhängig entwickelbar.

Natürlich ist es wichtig, so gut als möglich für sich selbst das Beste zu versuchen. Keine Frage, dass jemand, der nicht kämpft, sicher nichts verbessern wird. Aber die Annahme, das allein garantiere eine bessere Lebenssituation, ist purer Zynismus und Hohn gegenüber weiten Teilen der Menschheit. Arbeit schützt in "Zeiten wie diesen" nämlich definitiv nicht vor Armut. Nicht einmal mehr in Mitteleuropa. Das ist so traurig, wie es klingt, aber ich finde es schäbig, Menschen, die Probleme haben, auch noch durch ein "müsste ja nicht sein" zu demoralisieren. Ich will dir nicht unterstellen, dass das deine Absicht war - aber ich finde es äußerst wichtig, das deutlich herauszustellen, ganz unabhängig von deiner Intention. Viele Menschen haben nicht die Möglichkeit, ihr Leben nachhaltig zu verbessern.

Mit besten Grüßen.

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Nicht jeder Mensch ist auf Rosen gebettet. So ist es nun mal im Leben.

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