Ist ein Lagerfahrrad aus dem Jahr 2013 ein Neufahrrad?

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7 Antworten

Wie die Rechtslage ist, weiß ich nicht, was ich aber weiß (und weshalb ich auch diese Antwort verfasse): Dass Bike-Hersteller ihre Vorjahresbikes verkaufen (oftmals mit Rabatten), ist soweit Gang und Gebe, führt jedes Jahr im Herbst zu Trubel, weil es dann hochwertige Bikes zu Preisen gibt, die man sich ansonsten nur erträumt... Und auch diese Bikes werden als "neu" deklariert, aber da das Modelljahr normalerweise dabeisteht, dürfte man sich wohl denken können, wann das Radl gebaut wurde.

Solche Mängel hätte man doch normal schon beim Kauf merken können, falls es im Laden gekauft wurde, schon bei der ersten Probefahrt, und falls es online gekauft wurde, ist eine Endmontage durch einen Schrauberkumpel bzw. durch eine Werkstatt sowieso ratsam (auch wenn die das net so gern machen ^^), da fällt sowas auch direkt auf. Übrigens gehen Gummidichtungen nicht in drei Jährchen kaputt (sonst würde ich für meine 2005er Gabel schon lange keine Servicekits mehr kriegen), und der Fettwechsel ist Pfennigskram von den Materialkosten (Eine Tube 5€, und damit kriegt man schon das ganze Radl parat). Wobei solche Erscheinungen in so kurzer Zeit schon sehr ungewöhnlich sind.

Meiner Meinung nach ist das ein Neufahrrad - Rechtsprechung dazu kenne ich nicht. Bremsbeläge werden nicht porös, zumindest nicht nach ein oder zwei Jahren. Fett trocknet nicht ein. Es kann allenfalls verharzen, aber nur wenn es ungeeignet ist und auch nicht innerhalb von zwei Jahren im Lager. Ich glaube eher, dass das Rad von vornherein nicht wirklich in Ordnung war. Es wäre sicherlich fair gewesen, wenn der Händler Dich darauf hingewiesen hätte. Ausgetrickst musst Du Dich nur fühlen, wenn der Preis nicht angemessen war.

Ich galube nicht dass die Rechtssprechung für Autos hier zutrifft, Räder haben keine Teile die Hochtemperatur und Riesendruck aushalten müssen. Die Lager sind alle wie bei Nähmaschinen, die ja auch neu bleiben, nur Reifen und Bremsen unterliegen einer Alterung. So nebenbei hast du sicher nicht den Preis eines neuen Modells bezahlt sondern wesentlich weniger. Du hast absichtlich wegen des Preises kein neues Modell gekauft, beklage dich nun nicht. Kann die Sparmeister die dann für halben Preis doppelte Leistung haben wollen nicht leiden. Alle die "anständig" kaufen müssen für euch beinahe Schmarotzer mitbezahlen,

Leuchtturm666 09.02.2015, 09:08

Erstens solltest Du nicht Deinen privaten Frust dadurch abreagieren, indem Du andere Leute im Forum beleidigst, zweitens solltest Du Dich mal mit dem Begriff der Marktwirtschaft auseinandersetzen, drittens solltest Du die Frage erst mal richtig lesen (ich habe ausdrücklich ein neues und kein Lagermodell gekauft, aber statt eines neuen ein Lagermodell erhalten!), bevor Du unqualifizierte Antworten gibst.

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kuku27 09.02.2015, 18:02
@Leuchtturm666

wieso sollte ich frustiert sein. Der bleibt schon bei dir. Du hast Feklix einiges erklärt aber auch nicht so offen. Du hast ihm den Neupreis geschrieben abver nicht den Auktionspreis. Wie hoch war der?

Falls du dich beleidigt fühlst tut es mir leid. Warum ich mich mit dem Begriff Marktwirtschaft herumschhlagen soll wenn du damit ein Problem hast weiß ich nicht.

Beim Auto gibt es eine Eurotax in der Alter und KM-Leistung einfließt, daher sinkt beim Auto auch der Wert. Beim Rad ist das nicht so,

Dann erkläre mal den Begriff Lagerrad. Jedes Rad wird gelagert bevor es verkauft wird. Möglicherweise wurde deines schlecht gelagert. Defekte Lager, Reifen Bremsen usw ist ein Mangel, alter bei einem Rad nicht.

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Leuchtturm666 10.02.2015, 14:32
@kuku27

Eigentlich ist das Thema ja jetzt durch. Mein Höchstgebot lag bei 390,- Euro, was aber keine Rolle spielt. Das Mindestgebot lag bei einem Euro. Hätte ich den Zuschlag bei einem Euro bekommen, würde nichts anderes gelten als bei 749,- Euro. Jemanden als Schmarotzer zu bezeichnen, ist schon beleidigend. Es trifft aber nicht den Fall. Es ist das Wesen einer Auktion, dass aus unterschiedlichen Gründen ein bestimmtes Höchstgebot abgegeben wird und nicht mehr. Niemand ist verpflichtet, Sachen in eine Auktion einzustellen und niemand muss mehr bieten als er will. Ich glaube auch nicht an feste Preise. Fast alles ist irgendwie verhandelbar. Niemand muss handeln und niemand muss sich darauf einlassen. Wenn mir allerdings ein Mitarbeiter der Firma Fahrrad-Stadler erzählt, sie würden als großer Händler die Waren für 1/3 des Verkaufspreises einkaufen, dann fragt sich, wer moralisch auf der besseren Seite ist. Beim Fahrrad bemisst sich sicherlich der Gebrauchtwarenwert auch an Faktoren wie Alter und Laufleistung, nur gibt es eben keine Tabelle dafür. Es wird keine feste Definition für "Lagerfahrrad" geben, genauso wenig wie für "Ausstellungsstück" oder "Vorführmodell". Klar ist aber, was gemeint ist: Das Fahrrad wurde offensichtlich statt üblicher Wochen oder Monate mehrere Jahre gelagert. Ich sehe es daher nicht als neu im Sinne üblicher Neuware an. Der Handel scheint das ja ähnlich zu sehen, denn sonst würde Ware nicht als "Vorjahreskollektion" o.ä. angeboten werden.

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kuku27 10.02.2015, 19:43
@Leuchtturm666

nicht so ernst nehmen, ich schrieb ja" beinahe" davor was bedeutet dass man darüber nachdenken sollte. Ja Vorjahresmodelle werden billiger verkauft, nicht weil sie schlecht sind aber man kann richtig teuer nur die neuesten los werden. dafür braucht man Platz.

Wenn es wirklich ein 10 Jahre altes Rad ist dann gebe ich dir recht dass der Verkäufer darauf hätte hinweisen müssen und das notwendige Service auch gleich anbietet.

Jetzt bist ja auch ehrlicher und Felix braucht nicht mehr glauben dass du tatsächlich 750€ bezahlt hast.

390.- + neue Beläge + neue Reifen und gut durchgeschmiert und du hast ein gutes Rad.

Viel Spaß damit. Und sorry wenn du wirklich das alös persönliche Beleidigung empfunden hast. War auch grad nicht gut drauf, aber das interessiert dich sicher nicht.

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Leuchtturm666 11.02.2015, 08:23
@kuku27

Ich bin nicht so schnell beleidigt und es war auch auch nicht wirklich schlimm. Ist schon okay und schönen Dank für Deine Hinweise. Alles Gute für Dich!

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Hi,

naja, du kannst ja versuchen einen angemessenen Preisnachlass zu bekommen, ansonsten wird das wohl ein Richter entscheiden müssen.

Zur Rechtslage kann ich nicht mehr beitragen als die anderen Antworter schon geschrieben haben, zur Sache selbst aber schon.

Poröse, sich auflösende Bremsbeläge sprechen für eine Lagerung über Jahrzehnte, die werksmäßige Grundschmierung eine Kette dürfte auch etliche Jahre halten, wenn das Rad nicht gefahren wurde. Pedale dürfen sich rauh und schwergängig anfühlen, wenn man sie mit der Hand dreht, dass ist sogar gut so, aber sie dürfen auf keinen Fall knacken. Das spräche entweder für miese Qualität oder dafür, dass die Lager schon eingerostet waren.

Das alles kann unmöglich während zwei oder drei Jahren Lagerung passiert sein.

Andererseits altern Fahrräder nicht wie Autos. Wurden alle Mängel behoben, hast du tatsächlich wieder ein neuwertiges Rad. Entscheidene technische Neuerungen gab es schon seit 20 Jahren in diesem Sektor nicht mehr, im Gegenteil, die billigen Räder sind heute schlechter als die billigen vor 20 Jahren.

Um deinen Fall beurteilen zu können, müsste ich also wissen, was du jetzt für dein Geld bekommen hast.

Leuchtturm666 09.02.2015, 09:01

Es handelt sich um das Fahrrad "Fahrradstation Trekking 60 cm". Es kostet Original 749,- Euro. Ich habe an der Tagesspiegel-Weihnachtsauktion teilgenommen (seriöse Tageszeitung). Nach den Auktionsbedingungen muss das Fahrrad neu sein, also weder gebraucht, noch ein Ausstellungsstück. Die linke Pedale war so schwergängig, dass man an der Fusssohle den Widerstand merkte. Mit Probefahrt und Diskussionen war nichts bei Abholung. Ich hatte das Höchstgebot, zahlte an die Zeitung, erhielt ein Zertifikat und konnte das Fahrrad nur abholen. Die Mängel zeigten sich erst innerhalb der ersten vier Wochen und ca. 200 km Laufleistung.

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FelixLingelbach 09.02.2015, 09:55
@Leuchtturm666

Vom Konzept her ist das Rad nicht schlecht: keine überflüssigen Federelemente, Nabendynamo, LED-Leuchten, Alu-Rahmen. Leider wird weder im Tagespiegel noch auf der Seite der fahrradstation besonders genau auf die verbauten Teile eingegangen.

749 Euro sind auf jeden Fall zuviel gewesen. Hier in Maxens Frage siehst du ein Rad für 700, alle Teile sind angegeben, auch das Gewicht, zusätzlich hat es hydraulische Scheibenbremsen (die allerdings nicht nur Vorteile haben):

https://www.gutefrage.net/frage/was-macht-dieses-fahrrad-so-teuer---preis-gerechtfertigt?foundIn=tag_overview

Mittlerweile bietet fahrradstation das Trekking für 470 € an, was dann ok wäre. Ein Fahrrad mit nur 8-fach hinten wollen die Leute heute nicht mehr für über 500, aber keine Sorge, deine Gangschaltung ist voll ok.

Ein no-name-Alurad zu kaufen, ist allerdings etwas riskant. Ist das Teil wirklich leicht oder wurde schlechteres und deshalb dickwandiges Alu genommen? Gibt es eine Garantie auf Rahmen und Gabel? Alu ist steifer und anfälliger, was durch dickere Reifen ausgeglichen werden soll.

Klar, die Mängel sind für dich sehr ärgerlich gewesen, mindern den Wert aber eigentlich nicht, wenn sie umsonst beseitigt wurden. Fahrradläden verlangen eigentlich immer eine Inspektion nach dem ersten Einfahren, zu der kleinere Schwächen beseitigt werden. Alle Teile des Antriebs verschleißen, Kette, Ritzel und Kettenblätter, und solch ein Verschleiß hatte eben bei dir nicht stattgefunden. Wenn es dann auch keine Lackschäden gab, war das Fahrrad wirklich noch neu.

Habe auch schon erlebt, dass die Läden wirklich schlampig beim Finish sind, weil sie sich auf diese Inspektion verlassen. Soll der Kunde doch kommen, wenn er etwas zu meckern hat.

Hast du es für bis 500 bekommen, kannst du dich freuen, hast du über 600 dafür bezahlt, war es zu teuer.

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FelixLingelbach 09.02.2015, 10:21
@Leuchtturm666

PS. 8-fach und deine Schilderung lässt vermuten, dass das Rad wirklich schon 10 Jahre da rumstand ;-). Das ändert aber nichts an meiner Einschätzung. Ist es jetzt ordentlich geölt, gefettet und alle Schrauben sind nachgezogen, fährst du ein Neurad.

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Leuchtturm666 09.02.2015, 14:22
@FelixLingelbach

Vielen Dank für Deinen ausführlichen und qualifizierten Kommentar. Das Teil ist nicht leicht, ich habe es nicht gewogen, aber beim Tragen fühlt es sich wie ein "normales" Tourenrad an. Eine Garantie auf Rahmen und Gabel gibt es nicht. Bereifung ist Schwalbe Matathon plus, 622. Bis auf eine winzige "Eindruckstelle" am Rahmen gibt es keine Lackfehler. Es fährt "okay", aber nicht optimal. Der Antrieb war schon nach kurzer Zeit etwas rau und raspelig. Besonders merkte man es, wenn man die Pedalen entgegen der Tretrichtung drehte. Bei der Erstinspektion wurde behauptet, es sei Sand an der Kette gewesen. Die Kette sei gereinigt worden. Tatsächlich läuft der Antrieb jetzt besser, aber nicht 100 %ig. Ich will es jetzt mal mit angeblichem Hochleistungs-ölspray mit Teflon probieren. Gabs für 9,90 Euro (abzüglich eines 5,- Euro-Gutscheins für die Bewertung der Inspektion). Der Übergabezustand war übrigens eine Katastrophe: Die Pedalen waren nur oberflächlich lose angeschraubt und der Lenker wackelte. Das habe ich erst auf der Strasse gemerkt. Zm Glück für mich ist es nicht zum Unfall gekommen. Ich habe das Rad dann zurückgeschoben und im Laden wurden Lenker und Pedalen richtig montiert. Wegen schleifenden Schutzblechs, defekter Klingel und Geräuschen beim Antrieb bin ich zwei Tage später wieder in den Laden. Da hat dann der freundliche Mechaniker ca. 40 Minuten insentiv am Fahrrad rumgeschraubt und hier quasi die Endmontage vorgenommen. Ah ja, der Ersteigerungspreis interessiert Dich natürlich. Nun ja, Ich habe es für 390,- Euro ersteigert. Anfangs dachte ich, dass ich ein super Geschäft gemacht habe. Mittlerweile denke ich, dass es grundsätzlich okay und eher günstig, aber eben doch kein Super-Schnäppchen ist.
Bei der Auftragsannahme für die Erstinspektion stand "2013". Ich gehe daher davon aus, das es entweder aus dem Jahr 2012 Stammt ("Modell 2013") oder aus dem Jahr 2013.

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FelixLingelbach 09.02.2015, 15:21
@Leuchtturm666

Ein vollausgestattetes Rad kann nie richtig leicht sein. Schwer an deinem ist der Nabendynamo, da wird der billigste, der Shimano DH-N20 verbaut sein, und das 'Plus' der Marathonreifen, ein extra Pannenschutz, der auch extra wiegt. Die 622 sind der Durchmesser, die Dicke schätze ich auf 42 mm. Gut auf das Gesamtgewicht schägt auch die Kurbelgarnitur mit Innenlager, aber da kann man nichts machen. Wirklich leichte sind in diesem Segment nicht zu bekommen.

'Erstinspektion' sagt ja nun nichts darüber aus, wie lange das Teil schon irgendwo rumstand.

Raleigh-Rahmen hört sich gut an.

Von irgendwelchen Spezialölen halte ich nicht viel, zu teuer. Ich nehme Motoröl für Autos, aber ok, da gibt es die unterschiedlichsten Philosophien. Was du auch nimmst, nimm viel und bewege die Kette ordentlich durch, verwinde sie dabei auch gegeneinander. Dann muss alles überschüssige Öl wieder ab, sonst zieht es nur Dreck an.

Eventuell fehlt auch ein Tröpfchen Öl in den Steuer- und Schaltröllchen, wenn das Rückwärtstreten nicht gut funktioniert. Alles, was sich irgendwie bewegt, braucht Öl oder Fett.

Mehr kann ich von hier aus nicht sagen, ich müsste damit probefahren (genau das schenken sich die Läden leider). Wenn es nicht so gut läuft, könnte das auch an der Ergonomie, also an Lenker- und Sattelstellung liegen.

Nein, ärgern musst du dich nicht, allerdings solltest du einen vertrauenswürdigen Fahrradfreak auftreiben, der es sich nochmal vornimmt. (Dass man mit einem frisch gekauften Rad mehrmals in die Werkstatt zurück muss, scheint in Berlin so Sitte zu sein, ging meiner Tochter auch so.)

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Leuchtturm666 10.02.2015, 14:50
@FelixLingelbach

Vielen Dank nochmal für Deine ausführlichen Angaben. Ich habe jetzt die Kette mit dem an sich zu teuren Ölspray eingesprüht und bin mit dem Ergebnis zufrieden. Die Kette läuft jetzt -insbesondere rückwärts- ruhiger und gleichmäßiger, und das nur ca. 40 km nach der "Erstinspektion", bei der man offenbar äußerst sparsam mit Öl umgegangen ist oder es gleich ganz vergessen hat. Der Antrieb hat auch gleich irgendwie "mehr Power". Deinen Tipp mit dem Steuer- und Schaltröllchen werde ich beherzigen.

Ich hatte früher immer nur Fahrräder mit Nabenschaltung. Das letzte (Pegasus Piazza von Zweirad Stadler) wurde mir nach zwei Jahren geklaut. Wenn Interesse besteht, kann ich in einer stillen Stunde mal schreiben, was ich damit alles erlebt habe. Die Mängelliste wird dann extrem lang. Eigentlich ging nach und nach -zum Teil mehrfach- alles kaputt, außer dem Rahmen und dem Vorderrad. Alles wurde auf Gewährleistung, also ohne Kosten für mich, gemacht. Dafür habe ich in zwei Jahren Stunden um Stunden in den Räumen der Firma Stadler mit Auftragsannahmen, Diskussionen und Warten zugebracht. Verschleiß ist ja okay, aber ich finde, die Qualität bei Fahrrädern hat enorm nachgelassen.

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FelixLingelbach 10.02.2015, 17:54
@Leuchtturm666

Eine Reparatur in der Werkstatt ist immer so teuer wie das entsprechende Ersatzteil plus dem Spezialwerkzeug, das man dafür braucht. Melde dich besser hier (oder auf einem Fahrradforum) und mach es selber. Geht schneller, ist sicherer und man behält das Werkzeug für das nächste Mal.

Pegasus Piazza? Oh wei - nee, das ist genau die Klasse, die früher mal besser war.

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Leuchtturm666 12.02.2015, 15:04
@FelixLingelbach

Ein paar Sachen kann ich schon selber machen, z.B. einen Schlauch wechseln oder flicken und Teile an- oder abmontieren. Als Büromensch komme ich aber schnell an meine Grenzen und es ist dann auch ineffektiv. Bei dem Fahrrad meines Sohnes war z.B. die Fahrrad-Vorderlampe abgebrochen. Wir haben eine neue gekauft und er wollte sie unbedingt selbst montieren. Hierfür haben wir ca. 45 Minuten gebraucht, mit dem Ergebnis, dass sie montiert war, aber nicht leuchtete. Also haben wir doch noch den Montageauftrag erteilen müssen. Die gesamte Montage sollte 5,- Euro kosten, und so haben wir dann auch 5,- Euro bezahlt. Im nachhinein wäre es schlauer gewesen, die Lampe gleich qualifiziert montieren zu lassen. Grundsätzlich kann man wohl schon vieles selber machen, braucht aber qualifizierte Anleitung.

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FelixLingelbach 12.02.2015, 19:29
@Leuchtturm666

Verstehe.

Es ist halt schwierig, einen vertrauenswürdigen und guten Schrauber zu finden. Hat man das Rad nicht im gleichen Laden gekauft, werden bestenfalls irgendwelche Praktikanten drangesetzt. Man sollte daher beim Kauf den Zugang zu einer guten Werkstatt gleich mitberücksichtigen. Fahrräder sind nun mal keine Autos, sie haben wesentlich kürzere Wartungsintervalle. Selbst an das Rad meiner Frau, die fährt zwar viel aber macht nichts mehr kaputt, muss ich vier,- fünfmal im Jahr ran. Bremsen, Licht, Kette, irgendetwas ist immer.

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Leuchtturm666 13.02.2015, 15:02
@FelixLingelbach

Vertrauenswürdige Schrauber zu finden, ist fast unmöglich. Ich habe da schon Unglaubliches erlebt. In einem Fahrradladen wurde mal behauptet, eine 7-Gang-Hinterradnabe sei ein Einwegartikel. Diese könne man nicht reparieren und auch nicht öffnen. Unterm Strich bin ich noch mit Zweirad-Stadler am besten gefahren. Man zahlt einen eher günstigen Preis und bekommt eine Akkord-Schrauber-Leistung mittlerer Art und Güte. Sollte man auch nach einiger Zeit mit der konkreten Reparatur berechtigterweise unzufrieden sein, wird ohne Extra-Berechnung nachgebessert. Bei Interesse schreibe ich mal konkret über meine umfangreichen Erfahrungen mit dem Pegasus Piazza. In zwei Jahren und bei 5.000 km Laufleistung wurden auf Gewährleistung/Kulanz die Federgabel getauscht (Suntour gegen RST), die Shimano Nexus 7-Gang-Schaltung erst gespült (Getriebe), dann kompett getauscht, zweimal die Pedalen ersetzt, einmal die Kurbeln, Kette und Ritzel, zweimal der Sattel, einmal die gefederte Sattelstütze, wobei die neue dann mehrfach repariert wurde und die Lampenhalterung hinten, zweimal brachen Speichen, die ersetzt und das Rad neu zentriert wurde, dann taten sich Risse in der Felge auf und das Hinterrad bekam eine neue Felge mit neuer Einspeichung. Bestimmt habe ich noch was vergessen, aber das waren die wesentlichen Reparaturen, aber alles auf Gewährleistung/Kulanz. Vielleicht nicht das schlechteste Geschäftsmodell der Firma Stadler. Innerhalb der ersten zwei Jahre wird mit kleineren Diskusionen alles kostenfrei gemacht.

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FelixLingelbach 13.02.2015, 15:58
@Leuchtturm666

Ja, ich kenne diese Piazza-Modelle. Die Federelemente sind der letzte Mist und eigentlich auch überflüssig. Der Kunde wünscht sich aber so etwas. Teilweise ist es gerechtfertigt, denn der Alu-Rahmen ist steifer als einer aus Stahl. Mit dem minimalen Gewichtsvorteil durch das billige und dicke Alu ist es dadurch natürlich vorbei.

Das Problem mit schlechter Einspeichung und rissigen Felgen habe ich auch schon daran gesehen, sogar schon Räder, die sich regelrecht aufgelöst haben.

Natürlich lassen sich solche Getriebenaben warten, aber nicht jeder kann das, ich auch nicht. Man braucht einen Schraubstock und eine originale Anleitung, beides habe ich nicht. Meistens zicken sie aber nur, weil das Fett innen verhärtet ist. Das bekommt man oft wieder hin, wenn man etwas Kriechöl reinsprüht. Vorbeugend kann man regelmäßig etwas normales Mechaniköl reinträufeln. Meine 3-Gang- und 5-Gangnaben machen keine Probleme.

Die 7-Gang-Nabe ist zudem richtig schwer. Sie ist auch mit Abstand das teuerste an dem Rad. Ich wüsste wirklich nicht, wem ich so ein Ding empfehlen sollte. Der Kunde wieder wünscht sich aber viele Gänge.

Sattel, Pedale, Halterungen sind das billigste, was der Markt hergibt. Diese Ausfälle sind vorprogrammiert.

Ja, so schlecht ist dann Stadler nicht. Für jemanden, der sein Rad ständig braucht, um damit an die Arbeit zu fahren, ist so ein Stadler-Rad aber gar nichts.

Einer Freundin habe ich erst ihr 25 Jahre altes Baumarkt-Rad renoviert, danach ihr neues Piazza-Modell. Das steht jetzt im Keller. Das Piazza hat einfach zuviel und zuviel schlechte Technik verbaut.

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Leuchtturm666 16.02.2015, 13:57
@FelixLingelbach

Also ich merke schon einen deutlichen Unterschied zwischen der Federung des Piazza und dem jetzigen Trekkingrad von Fahrradstation ohne Federung. Ich bin mit dem neuen Fahrrad bisher ausschließlich durch die Stadt gefahren, aber die Erschütterungen gehen doch etwas über die Handgelenke. Federung finde ich an sich nicht schlecht, nur halten muss sie.

Die Shimano Nexus 7-Gang kostet bei Stadler 89,95 Euro. Dazu kommen natürlich noch die Einbaukosten, wenn man nicht auf Gewährleistung reparieren lässt. Also komplett ca. 150,- Euro.

Mein Sohn (18) hat sei 2007 ein "Corona Bravo 7", das mal 286,- Euro gekostet hat. Seitdem ist er ca. 8.000 km gefahren. Es wurden nur ein paar kleine Verschleißsachen gemacht, Bremsbelege hinten, neue Schläuche und Mäntel hinten, neue Lichtanlage. Die Schaltung knackt, funktioniert aber. Die Federgabel hat enormes Spiel. Ist halt abgegurkt, fährt aber zuverlässig. Bei beiden Felgen (Hohlkammer?)haben sich jeweils kleine Metallteile gelöst (Splitter), die nach innen gekommen sind und jeweils ein Loch in den Schlauch gemacht haben. Ich habe dann -so gut es ging- sämtliche Splitter entfernt und das Felgenband mit Tesafilm "abgedichtet", damit nicht wieder neue Splitter den Schlauch zerstören. In der Hinterradfelge waren an den Speichenlöchern sogar kleine Risse, die ich mit starkem Klebeband "repariert" habe. Vorne hält es seit ca. 500 km, hinten seit ca. 200 km. Schon klar, dass das keine Dauerlösung ist, aber es hält erstmal. Neue Felge mit Einspeichen dürfte an die 70,- Euro kosten (pro Laufrad), das wird sich bei dem Gesamtzustand des Rades nicht lohnen. Irgendein Tip für ein haltbares neues Fahrrad für vielleicht 400,- Euro? Es müsste einen ca. 60 cm-Rahmen haben, weil wir fast 2 Meter groß sind. Schaltung entweder Nabe mit 7-Gang oder Kettenschaltung. Hauptsache solider als der Durchschnitt und für ein paar Jahre bei Wind und Wetter und für einige tausend Kilometer gut.

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Leuchtturm666 17.02.2015, 08:28
@FelixLingelbach

Seit gestern tritt bei meinem "neuen" Fahrrad (Fahrradstation) folgendes Problem auf: Beim Fahren, also beim Treten, Padalieren, gibt es bei jeder Kurbelumdrehung, tendenziell vorn rechts ein leicht klackendes/klickendes Geräusch. Äußerlich ist nichts zu erkennen. Irgendeine Ahnung -per Ferndiagnose-, was das sein könnte? Danke.

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FelixLingelbach 17.02.2015, 10:27
@Leuchtturm666

Höchstwahrscheinlich ein defektes Pedal. Manche kann man öffnen und warten, viele muss man aber einfach ersetzen.

Leuchturm, bei eurer Größe werdet ihr auch das entsprechende Gewicht und die dazugehörige Kraft mitbringen. Dafür sind die Alltagsräder leider nicht ausgelegt. Schon ein gut trainierter 90kg-Mann tritt alles kurz und klein.

Bei mir wohnen regelmäßig Studenten, die, schön groß, öfter mal über die 100 kommen und eben jung und kräftig sind. Es geht alles zu Bruch: Sattel, Sattelstangen, Speichen, Kurbelarme, Pedale, ganze Rahmen,... Meine eigenen Räder, ich habe eine kleine Sammlung, verborge ich nicht mehr an Leute dieser Klasse, ihre Räder repariere ich ständig.

Ist halt leider so. Der Markt ist auf große Leute noch nicht eingestellt. Die vsf fahrradmanufaktur ist bekannt für besonders haltbare und stabile Räder, etwas Geld müsst ihr wirklich in die Hand nehmen, und dann trotzdem noch mit Schäden rechnen.

Bei dem xxl von vsf steht 'bis 170 kg' dabei. Ist natürlich übertrieben, wer so schwer ist, fährt kein Fahrrad, weil ihm bei der kleinsten Steigung die Puste ausgeht, aber auf solche Angaben solltet ihr achten.

Schade, wenn du ein stabiles 36er wolltest, müsstest du dir das für ein paar Tausend Euro maßschneidern lassen. In Serie produziert die bisher niemand, habe ich nachgegoogelt.

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Leuchtturm666 17.02.2015, 14:00
@FelixLingelbach

Vielen Dank erstmal. Ich werde in Ruhe alles nachlesen. Ich selbst bin 1,97 m groß und wiege tatsächlich 90 kg, bin aber schon 49 Jahre alt und kein Kraftmensch. Ich fahre schon eher flott, aber zu 99 % in der Stadt und gehe eher pfleglich mit den Sachen um. Mein Sohn ist ca. 1,95 m und wiegt ca. 85 kg, ist aber Leistungssportler (Rudern), geht aber eigentlich auch eher pfleglich mit seinen Sachen um.

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FelixLingelbach 17.02.2015, 14:07
@Leuchtturm666

Damit fallt ihr beide schon aus dem Raster. Trainierte 85 kg bei einem jungen Mann ist schon zu stark und 49 Jahre kein Alter ;-)

Schöne Grüße, Felix, 57, zwergenhafte 1,83, durchtrainiert 75 kg, jetzt leider 90. Bei mir geht nix mehr kaputt, ich fahre allerdings auch kein 400-Euro-Rad.

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Leuchtturm666 18.02.2015, 08:37
@FelixLingelbach

Der Artikel war sehr interessant. Allerdings sind die Räder ja auch nicht ganz billig. An sich müssten doch auch die preiswerten Räder mit 60er-Rahmen für einen Menschen ab 1,90 m und dann logischerweise auch für an die 90 kg Fahrergewicht geeignet sein, denkt man sich. Das "knackende" Geräusch beim Treten hat mir gestern übrigens keine Ruhe gelassen, so dass ich nachmittags wieder zur Fahrradstation gefahren bin, obwohl der Laden nicht gerade bei mir um die Ecke liegt. Der Verdacht auf ein kaputtes Tretlager hat sich nicht bestätigt. Es lag an der Einstellung der Schaltung. Die Kette schliff wohl beim Tretvorgang jeweils für einen kurzen Moment vorn am Geber. Es wurde aber festgestellt, dass der Sattel "in sich" lose geworden ist. Er wackelte und wurde gegen einen neuen der Marke Selle Royal Moody ausgetauscht. Bei einem Fahrrad, das im Original 749,- Euro kosten soll (470,- Euro in etwa ist der Preis für Jahresfahrräder, also gebrauchte Räder, die bereits eine Saison vermietet wurden), finde ich es schon bemerkenswert, dass innerhalb von 2 Monaten Bremsbeläge vorn und hinten, die Pedalen und der Sattel ausgetauscht werden mussten. Ich hatte von 1998 bis 2008 ein Schauff City Djungle für 1.000,- DM. Mit dem bin ich insgesamt ca. 30.000 km gefahren. Aber auch dort war alle Nase lang irgendetwas kaputt. Schaltung, Sättel, Halterungen, Schutzbleche, Tretlager, Pedalen, irgendwas war immer.

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FelixLingelbach 18.02.2015, 15:05
@Leuchtturm666

60er Rahmen fahre ich, der dürfte dir zu klein sein.

Mein Dienstrad habe ich mir 1991 gekauft. Bis auf den Rahmen ist da natürlich kein Teil mehr original, aber es ist 100%ig in Ordnung. Ist halt so. Einiges muss man immer wieder auswechseln. Nur meinen Brooks-Sattel fahre ich schon seit den 80ern.

Höchstwahrscheinlich käme dich langfristig das t-xxl billiger als alle paar Jahre ein neues.

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Nein, in Anlehnung an die entsprechende Rechtslage bei Autos ist es nur dann neu, wenn es nicht älter als 12 Monate ist...

Leuchtturm6666 07.02.2015, 13:23

Na ja, aber soll das für sämtliche Industriegüter gelten? Ein, sagen wir mal Toaster, der schon vor z.B. 4 Jahren gefertigt wurde, ist nicht mehr neu? Besteht vielleicht ein Unterschied zwischen Gütern, die auch bei Lagerung altern und Waren, die im Grunde sehr lange gleich bleiben?

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Mephisto2342 07.02.2015, 13:24
@Leuchtturm6666

Besteht vielleicht ein Unterschied zwischen Gütern, die auch bei Lagerung altern und Waren, die im Grunde sehr lange gleich bleiben?

Nein, es besteht kein Unterschied, da alle Industriewaren einem regelmäßigen Modellwechsel unterliegen. Der Unterschied liegt nur in der Häufigkeit des Modellwechsels und damit in der Zeitspanne...

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Leuchtturm6666 07.02.2015, 13:32
@Mephisto2342

Hier geht es aber nicht um die Frage des Modellwechsels. Das gekaufte Modell wird in derselben Ausstattung nach wie vor so angeboten. Das gekaufte Exemplar ist halt schon ein paar Jahre alt, aber unbenutzt. Durch den Alterungsprozess lagen von vornherein Mängel vor, die auch auf Gewährleistung behoben wurden.

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Mephisto2342 07.02.2015, 13:38
@Leuchtturm6666

Doch, genau darum geht es, denn das ist die Begründung für die 12-Monats-Frist bei Autos. Dabei ist es völlig egal, ob das Modell nach 12 Monaten tatsächlich wechselt oder das Fahrzeug neuwertig ist oder nicht, die Frist gilt dennoch. Und da der Modellwechsel bei Fahrrädern inzwischen ähnlich häufig ist und jedes Jahr zumindest eine Modellpflege stattfindet, wenn nicht sogar eine neue Kollektion vorgestellt wird, kann man das analog anwenden...

Wie Du selbst schriebst, ist das eine rechtliche Frage, und keine des tatsächlichen Zustands...

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MrBike 07.02.2015, 14:20

Die 12 Monats Regel gilt nur bei Autos, da hier des Produktionsjahr in den Papieren festgehalten ist und dadurch beim Wiederverkauf eine Wertminderung vorliegt.

Dies gilt aber auch nur dann, wenn das Fahrzeug nicht als neu sondern als fabrikneu verkauft wurde.

Ein Neuwagen bleibt es auch nach den 12 Monaten.

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Ja es ist Neuware, vor dir hat sie noch keiner Benutzt.

Leuchtturm6666 07.02.2015, 13:16

Nein nein, so einfach ist es nicht. Bei Kraftfahrzeugen gilt eine 12-Monats-Regelung. Eine Auto, dass fabrikneu ist, aber 12 Monate auf Halde gestanden hat, darf nicht mehr als Neufahrzeug verkauft werden. Da ist die Rechtsprechung eindeutig. Die Frage ist, ob das auch für Fahrräder gilt?

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Mephisto2342 07.02.2015, 13:19
@Leuchtturm6666

Das kann man zumindest vom Grundsatz her auch auf Fahrräder anwenden, weil die Begründung gleich ist...

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