Ist ein kostenpflichtiges Wertgutachten bei der Immobilienfinanzierung üblich?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe in den letzten 5 Jahren ca. 40 Finanzierungen für meine Kunden hier in Bayern an verschiedene Banken vermittelt (Sparkasse, Sparda Bank, VR Bank, Commerzbank - eben alles Banken vor Ort). 

Keine hat ein externes Gutachten angefordert sondern eine interne Bewertung gemacht und dann einen Bankmitarbeiter zur Besichtigung (kostenlos) zum Objekt geschickt um zu sehen ob das Haus so wie beschrieben da ist - oder renoviert wurde. Oftmals war die Besichtigung auch nur eine Außenbesichtigung oder ein Rundgang im Gebäude.

Ich würde sofort den Kunden zu einer anderen Bank bringen wenn die Bank externe Kosten ins Spiel bringen würde. Schon weil erst die Bewertung erfolgt und zu diesem Zeitpunkt die Finanzierung durch die Bank nicht zugesagt ist.

Im Zweifelsfall würde folgendes passieren: Man lässt ein teures Gutachten erstellen und die Bank/Sparkasse finanziert warum auch immer nicht - und dann hat der Kunde ein unnützes Gutachten bezahlt und immer noch keine Finanzierung.

Meine Empfehlung: Sofort Alternativen suchen und/oder sich genau erklären lassen warum hier eine externe Bewertung stattfinden soll. Auch stellt sich die Frage : Wer sucht den Gutachter aus? Kann ich selber einen vereidigten aussuchen oder wird der mir vorgeschrieben?

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Gutachter viel Spielraum haben. Ich kann sehr wohl zu einem Gutachter gehen und sage: "Versuche den Preis klein zu halten" oder "Versuche einen möglichst hohen Wert zu gutachten". Gerade bei Immobilien spielen nicht nur harte Fakten eine Rolle. Und dann sind die Preise sehr viel in Bewegung. 

In meinem Ort sind die Immobilienpreise in den letzten 3 Jahren um durchschnittlich 10% pro Jahr gestiegen. Wenn also heute jemand ein Haus begutachtet kann er den Preis von vor 1/2 Jahr nehmen oder den vom nächsten 1/2 Jahr und da ist schon eine Differenz von mind. 10%. Und wenn er dann noch die Lage einbezieht geht es noch mal um ca. 10-20% die er hoch oder runter gehen kann ohne was falsch zu machen.

Das bedeutet im Endeffekt plus oder minus 10% ist gar nix.Ob also das Objekt 300.000 , 330.000 oder 270.000 wert ist liegt im Auge des jeweiligen vereidigtem Gutachter.

Ich habe vor 4 Monaten für einen Verkauf ein Reihenhaus bewerten lassen. Von 1 Gutachter und 3 Maklerbüros (einer frei, einer VR Bank, einer LBS).
die Erwartungen für den Verkaufspreis lagen zwischen 350.000 und 500.000. Der tatsächliche Verkaufspreis war bei 460.000 Euro der Gutachter lag bei 370.000.

Wenn also z.B. der Käufer dieses Objektes auf diesen Gutachter stößt dann kann der nicht einfach 3 Monate später 460.000 Euro gutachten und hat richtig Probleme mit seiner Bank weil ihm 20% fehlen.

Die Erstellung von Wertgutachten zur späteren Festsetzung des Beleihungswertes des zu finanzierenden Objektes, welches als Sicherheit für diese Finanzierung dient, ist durchaus institutsübergreifend üblich.

Häufig handelt es sich bei den Kosten um solche, die ein neutraler Sachverständiger, den die Bank mit Zustimmung des Kreditsuchenden  beauftagt hat, erhält.

Sie werden diese Vorgehensweise der Kostenerhebung bei allen Kreditinstituten finden.

Wir haben die Finanzierung bei der Commerzbank gemacht!

Da wir ein älteres Haus gekauft haben vielen auch Umbaumaßnahmen statt, die mit Finanziert wurde.

Nach ca. 6 Monaten kam ein Gutachter der sich das Haus nachdem Umbau angesehen hat. und das hat uns nichts gekostet.

Das Haus wurde begutachtet und gleichzeitig drauf geachtet ob das Geld für den Umbau, auch wirklich ins Haus geflossen ist.

Der Gutachter hatte das Exposé vom Hauskauf mit um zu vergleichen.

Was möchtest Du wissen?