Ist ein eigenes Pferd eine gute Entscheidung?

15 Antworten



  • Ich bin 16 Jahre alt, gehe in die 10. Klasse eines Gymnasiums


    Hast du nen Freund? Hast du hernach noch Zeit und vor allem Geld für Führerschein, eigenes Auto, eigene Bude, wilde Partys, coole Klamotten und dann noch Rücklagen für den Ernstfall?



    Ich bin Einzelkind 


    Herzlichen Glückwunsch! Ich auch ;-) Hab mir aber selbst erschaffen, was ich je haben wollte und musste nie Bitte und Danke zu meinen Eltern sagen oder gar zu meinem Mann.



    Ich würde mir ein absolutes Freizeit Pferd oder Pony wünschen

    Und? Meinst du tatsächlich, dass Freizeitpferde nur aus dem Stall geholt werden um auf der Vorderhand latschend in´s Gelände zu gehen und das wars dann? Oder müssen diese seit Neuesten nicht mehr korrigiert, gymnastiziert und weiter erzogen werden? Ganz so einfach ist das leider nicht: du brauchst weiterhin steten Unterricht (bin seit 30 Jahren im Sattel und nehme 2x wöchtl. Unterricht), jemanden der dir hilft aufkeimende Probleme frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig eingreift/instruiert, was natürlich Kosten verursacht. Ach ja: wo soll das Pferd dann stehen? Weißt du um die Kosten, die da entstehen und was deine Eltern da berappen müssen?



    Zeitplan


    kannste komplett knicken mit einem Tier. Ein Pferd (Tiere ganz allgemein) "funktioniert" nicht und schon gar nicht nach Plan, es sind Lebewesen und Individuen, werden krank, haben einen eigenen Willen und merken, wenn sie vernachlässigt werden.




    Und wenn ich mal krank bin oder doch mal sehr viel lernen muss, würde mein Papa sich gerne bereiterklären, das Pferd zu versorgen.



    Dein Ernst? So gern ich auch meinen Pa hab, aber so krank könnte ich nicht sein, ihn an meine Pferde zu lassen! Dein Papa wird wahrscheinlich (wie meiner auch) betüddeln bis zum Umfallen, von Biomechanik, Symptomen etc hat er aber tatsächlich null Komma null null Ahnung. Wenn, dann geht das mit einer (an deiner Stelle) erfahrenen RB oder einem Bereiter. Pferde kosten eben Geld und das merkt man spätestens, wenn´s an den eigenen Geldbeutel geht.



     Ich weiß, dass eine unüberlegte Entscheidung sehr böse enden kann, was so etwas angeht. 


    Kann ich dir ein Lied von singen... Töchterchen ist gut in der Schule, Eltern haben etwas Geld übrig und ein Pferd muss her. Prima! Das läuft auch prima die erste Zeit, aber dann:

    • der erste Freund, Pferd uninteressant, weil der Angebetete nicht auf den "Geruch" und den Aufwand steht.
    • mit 18 muss dann der Lappen her und ein Auto
    • wenn es sehr anspruchsvolle Mädels sind, wäre auch eine Wohnung nicht schlecht
    • Kein Mädel geht mit den Reitsachen in die Disco, also: braucht man wieder Geld für akzeptable Anziehsachen
    • Pferd ist jetzt seit einem halben Jahr ganz allein im Stall, gefühlte 30 Freundinnen kümmern sich darum, das Pferd verblödet langsam aber sicher weil jeder alles und eigentlich nix kann.
    • Das Pferd wird dann zum Schleuderpreis verkauft, Hauptsache es ist weiter und die monatlichen Kosten (ca. 400€ plus) fallen weg.

Willst du das wirklich? Ein Pferd kann (gerade die Robustrassen Hafi, Norweger, engl. Ponys etc) bis zu 25/30 Jahre alt werden. Willst du dir wirklich in deinen jungen Jahren alles verbauen und dich einschränken?

Lebe dein Leben, mach einen guten Abschluss/eine Ausbildung und wenn alles seine Bahnen läuft, du genug Geld verdienst um dir auch ansonsten alles selbst zu finanzieren (was ein noch tolleres Gefühl ist, als das erste eigene Pferd), dann ist es soweit, sich ein Pferd zu zulegen.

Bei allem, was ich dir geschrieben habe: Es ist nicht persönlich gemeint, sondern ein Tatsachenbericht, den man aus dem Leben mitnimmt. Alles Klar? ;-)

Man kann auch das Leben und die Träume-die in diesem Fall ja realisierbar sind-eines Jugendlichen kaputtreden !!    Daumen runter  für Deine Antwort !

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Ohne den restlichen Text gelesen zu haben: wenn du dir selbst so unsicher bist, dass du wildfremde Leute nach der Meinung dazu fragen musst, dann zeigt es eigentlich, dass du dir das selbst nicht wirklich zutraust. Ob dann ein eigenes Pferd eine gute Idee ist?

Ich bin 16 Jahre alt, gehe in die 10. Klasse eines Gymnasiums, komme in
der Schule ziemlich gut durch und reite eigentlich, seit ich denken kann
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Hier haben wir schon Problem Nr 1. Du bist 16 - rein rechtlich darfst du Verträge (Kaufverträge, Einstellverträge, Versicherungen etc) erst ab 18 n terschreiben. Somit könnten maximal deine Eltern ein Pferd kaufen, das Pferd wo unter stellen, das Pferd versichern etc
Abgesehen von der rein rechtlichen Seite wirst du mit 16 kaum so viel verdienen dass du dir ein Pferd leisten kannst. Somit gehört rein rechtlich das Pferd z.b. deiner Mutter und deine Mutter bezahlt auch den größten teil. Somit trägt deine Mutter alle Nachteile und du hast ale Vorteile.
Dazu kommt noch dass sich dein Leben noch stark verändern wird. Du wirst ausziehen, einen Job haben und für dich selbst verantwortlich sein. Spät ab dem Zeitpunkt wird deine Mutter dann auch nicht mehr für das Pferd bezahlen wollen. Ob du aber mit deinem ersten Gehalt dir gleich ein Pferd leisten kannst ist nicht sicher. was ist wenn das nicht geht? Bezahlt deine Mutter dann weierhin alles? Oder verkaufst du das Pferd?
Abgesehen davon: wie ich 16 war sind fast alle meine Freunde geritten. 10-15 Jahre späte reitet außer  mir KEINER mehr von dennen. Hätte irgend einer von deinen ein PFerd geschenkt bekommen, dann wäre das schon längst wieder verkauft worden.  ich selbst habe auch kein Pferd - und bin derzeit froh darüber. Es passt im Moment einfach nicht mit meiner Lebensituation zusammen (job + Kind, + Haushalt + Mann + Pferd - das geht sich zeitlich und finanziell niciht aus). Hätte ich ein pferd, dann müsste ich es jetzt verkaufen... 

Ich habe mir auch schon mal einen Zeitplan erstellt, wie man das so mit
Schule, Pferd etc. hinbekommen würde: Ist definitiv zu schaffen.
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das ist zwar löblich - aber du hast etwas vergessen: Die ZUKUNFT. wie lautet dein zeitplan wenn du 20h arbeitest, einen haushalt zu führen hast, ein Kind hast und einen Mann um die du dich natürlich auch kümmern musst. Wie viel Zeit bleibt dir da für ein Pferd?

Und wenn ich mal krank bin oder doch mal sehr viel lernen muss, würde
mein Papa sich gerne bereiterklären, das Pferd zu versorgen
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ich habe gedacht dein vater mag zwar Tiere, kennt sich aber damit nicht aus. Wie kann er das Tier dann eventuell wochenlang versorgen? Bringst du ihm vorher bei wie man Bodenarbeit etc macht?

So lange deine Eltern nicht von sich aus ein Pferd anschaffen wollen und sich selber ausreichend mit der Materie Pferd beschäftigen, ist man als Jugendlicher nie bereit für ein Pferd, denn letztlich müssen es in dem Alter die Eltern sein. Die finanzieren das Ganze, unterschreiben die Verträge und sind auch die wirklich Verantwortlichen für das Pferd. 

Da ist es definitiv nicht getan mit "würde sicherlich gerne mal einspringen".

Zudem sehe ich es auch so, wenn man selber schon nicht entscheiden kann (was du aufgrund deines Alters schon mal nicht kannst), und dann aber noch wildfremde Leute befragt, um deren Meinung zu hören, ist man wirklich noch nicht bereit für ein Pferd. Die einzigen, die diese Frage beantworten könnten, wären deine Eltern nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Reitlehrer oder anderen Pferdebesitzern, damit sie wirklich wüssten, worauf sie sich einlassen würden. 

Und noch ein Punkt zum Thema "mir reicht ein Freizeitpferd": Hat man erstmal ein eigenes Pferd, ändern sich oftmals die "Anforderungen", die man an sein Pferd hat. Plötzlich möchte man auch - wenn schon nicht an Turnieren - an Kursen teilnehmen, diese oder jene Disziplin mal ausprobieren. Das ergibt sich oft erst daraus, dass man mit dem eigenen Pferd tatsächlich alle Möglichkeiten an Reiterei "offen" hat, weil keine Beschränkungen mehr durch den Besitzer mehr da sind. Ich kenne echt viele, die dann frustriert sind, wenn das "Freizeitpferd" sich als untauglich für beispielsweise Kurse erweist, weil es nicht in den Hänger geht (hat man vorher keinen Wert darauf gelegt, man wollte ja bloß ein bisschen ausreiten und auf dem heimischen Platz arbeiten) oder auf dem Platz nicht reitbar ist, weil massiv unwillig oder überfordert ist. 

Ein Freizeitpferd braucht meiner Meinung nach ebenso eine solide Ausbildung wie ein Pferd, welches sich für Turniere eignet. Weil man nur durch eine solide und vernünftige Ausbildung ein rittiges Pferd bekommt, mit dem einen dann alle Wege offen stehen. Es wird vielleicht dennoch nie ein Turniercrack werden, weil dann doch das notwendige Quäntchen Talent oder Bewegung für dies oder jenes fehlt, aber man hat dann einen zuverlässigen Freizeitpartner zum Spaß haben, weil man nicht ständig gegen den Widerwillen oder Unlust des Pferdes ankämpfen muss. 

Und diese Ausbildung sollte meiner Meinung nach auch durchaus von einem "Fachmann" erfolgen, weil reiten können nicht gleichzusetzen ist mit der Fähigkeit, ein Pferd aus- oder weiterzubilden. Es ist für die meisten Reiter schon schwer genug, den Ausbildungsstand des Pferdes zu erhalten. 

Also würde ich auf die Frage: ist ein eigenes Pferd eine gute Entscheidung immer antworten mit: so lange du andere Leute fragen musst, nein, ist es keine gute Entscheidung. So lange du nicht alle anfallenden Rechnungen tragen kann, nein, ist es keine gute Entscheidung. Wenn andere Leute über deinen Kopf hinweg entscheiden können, nein, ist es keine gute Entscheidung. 

Ein Pferd lässt sich durchaus noch im Erwachsenenalter anschaffen. Man ist nicht "zu alt"  oder was sonst immer der Grund dafür sein mag, warum man im Kindes- bzw. Teeniealter glaubt, unbedingt jetzt & sofort ein Pferd haben zu müssen. 

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