Ist ein Bordell moralisch fragwürdig?

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14 Antworten

Lass Dich von den Moralaposteln hier nicht verunsichern, denn viele verteufeln - ohne es je selbst probiert zu haben - diese Dienstleistung komplett. Um es mit Nietzsche zu sagen: "Moralische Entrüstung besteht in der Regel aus 2% Moral, 48% Hemmung und 50% Neid".

In einem schönen FKK- oder Saunaclub stimmen nicht nur Hygiene und Ambiente, Dienstleisterinnen und Gäste können sich hier auf Augenhöhe begegnen - fern der Klischees von Schmuddel und Zwang. Eine Session ist meist erotischer, wilder, zärtlicher, verschmuster, alberner und schöner, als es sich die Theoretiker und Moralapostel überhaupt vorstellen können. 

Auch von der viel beschworenen Distanz zwischen Dienstleisterin und Gast ist hier wenig zu spüren, denn die meisten Frauen praktizieren den beliebten "Girlfriend-Sex" wo neben dem eigentlichen Akt auch Streicheleinheiten, Schmusen, Kuscheln, Zungenküsse, Lecken und Blasen ganz selbstverständlich dazugehört. Da man im Club stets NACH der Session bezahlt, hält sich auch das Betrugsrisiko in Grenzen, über das aus anderen Geschäftsmodellen die abenteuerlichsten Horrorgeschichten verbreitet werden und auch der angeblich obligatorisch auszugebende Champagner spiel im Clubleben keine Rolle.

Wirklich verwerflich finde ich persönlich lediglich die Inanspruchnahme der Dienste Minderjähriger (verboten!) und Zwangsprostituierter (auch verboten!). Dabei ist es allerdings so, dass die ständig wiedergekäute Parole "Die meisten Prostituierten sind Zwangsprostituierte" schlicht Käse ist. In den letzten 10+ Jahren hatte ich (mit Wissen und Einverständnis meiner Frau) Sex gegen Geld mit rund 1.000 Frauen - dabei ist mir keine Einzige begegnet, die erkennbar unter Zwang mit mir zusammen war.

Da allerdings einige Feministinnen selbst die Notwendigkeit Geld zu verdienen als Zwang auslegen, kann man hier endlos diskutieren (so gesehen bin ich auch Zwangsarbeiter, denn ich gehe nicht ins Büro weil mir langweilig ist!).

Letztendlich profitieren beim Paysex in einem seriösen Club beide Seiten, denn der Mann erhält Aufmerksamkeit, sexuelle Entspannung und kann für kleines Geld einen ganzen Tag mit teils über 100 nackten Frauen, Sauna, Pool, Whirlpool, Sportübertragungen usw. verbringen, während die Sexworkerin Geld für etwas bekommt, was die meisten Menschen mit Begeisterung unentgeltlich machen. Das Verdienstgefälle innerhalb Europas ermöglicht eine Frau in einer halben Stunde soviel zu verdienen (Zitat), wie als Krankenschwester in Rumänien in der ganzen Woche. Da die allermeisten Gäste die Frauen zärtlich und mit Respekt behandeln und die Entscheidung darüber in welcher Form und mit wem sie intim wird, stets der Frau obliegt, ist die Tätigkeit einer Sexworkerin auch lange nicht so "schrecklich", wie diese von den Theoretikern gerne dargestellt wird.

Wer im Bordell "Liebe" sucht ist allerdings fehl am Platz - denn die Gefühle gehen selten über gegenseitigen Respekt und der Sympathie für einen guten Geschäftspartner hinaus. Wer sich bemüht kann allerdings auch im Bordell eine Menge über guten Sex hinzulernen und nicht alle Orgasmen der Dienstleisterinnen sind gespielt... .

Wer Prostitution verurteilt bedient sich oft einer Doppelmoral, denn bei der gerne empfohlenen Alternative "Such Dir doch einen One-Night-Stand" wird oft gelogen bis sich die Balken biegen ("Natürlich bin ich Single", "Ich suche etwas Festes..." usw.) um das Opfer ins Bett zu bekommen. Warum der angeblich so verwerfliche "Sex ohne Liebe" in einem solchen Fall moralisch wertvoller ist, als bei einem fairen Geschäft, ist mir nicht klar. Auch eine Versorgungsehe, bei der der Braut die finanzielle Ausstattung des Gatten wichtiger war, als die Liebe zu einem "armen Schlucker" wird selten wirklich beanstandet.

Frauen sind Prostituierte natürlich meist suspekt, da die Möglichkeit jederzeit unkompliziert Sex kaufen zu können, die Damen eines beliebten Belohnungs- und Steuerungsinstruments beraubt... .

Frage also besser nicht die Menschen, die Ihr Wissen über Prostitution von RTL oder dem Stammtisch haben, sondern eigene Erfahrungen sammeln konnten. Viele Details über die verschiedenen Geschäftsmodelle findest Du in dem äußerst unterhaltsamen und informativen Buch "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon). 

Lass Dir jedenfalls nicht die Moral eines anderen aufzwingen...

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Grundsätzlich finde ich es nicht moralisch verwerflich. Macht es die Frau aus freien Stücken, ist daran nix schlimm. Sie bietet eine Dienstleistung an, die du in Anspruch nimmst.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, woran und ob man nun eine Zwangsprostituierte erkennen kann...

Alternativ kannst du ja auch eine Frau suchen, die es ohne Geld macht. Ist das für dich so schwierig? Also entweder beim Ausgehen ganz allgemein (was natürlich nicht das gewünschte Ergebnis haben muss. Aber vielleicht findest du ja so auch eine Freundin) oder in einem Sexclub - also Swinger... da kann man auch Frauen kennenlernen, die Sex möchten.

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Kommentar von RFahren
31.10.2016, 15:49

"Eine Zwangsprostituierte sicher erkennen" kann man wohl nur, wenn die Frau an das Bett gekettet ist. Trotz intensiver Forschung in der Branche ist mir nicht eine einzige Frau begegnet, die erkennen lies, dass sie nicht freiwillig mit mir zusammen ist.

Ein einem Swingerclub tut man sich als einzelner Herr schwer, denn in Clubs, die auch Soloherren einlassen, besteht meist ein deutlicher Männerüberschuss. Entweder hat man viel Glück, sieht blendend aus und hat Esprit - und auch dann geht man nach ein paar Stunden oft frustriert nach Hause - oder der Betreiber hat ein paar bezahlte Damen engagiert, die sich um die einsamen Herren "kümmern" (was dann wieder kaschierte Prostitution ist). Daher lieber gleich in einen "richtigen" FKK- oder Saunaclub (im Amtsdeutsch "bordellähnlicher Betrieb")... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Die meisten Frauen arbeiten da nur, weil sie dringend Geld brauchen. Unter dem Gesichtspunkt ist das Bordell schon unmoralisch. Aber die Motivation "dringend Geld brauchen" hat wohl fast jeder, der morgens zur Arbeit geht. Insofern: Fragwürdiges Argument, die Moral. Dann darf man auch nicht zu McDonalds essen gehen. Das sind genauso Scheiß-Jobs!

Am besten du suchst dir eine Frau, die ihren Job gerne macht. Solche gibt es auch. Die Frage ist: Woran erkennt man die. Auf direkte Nachfrage wird jede Frau sagen, dass sie furchtbar gerne mit dir schläft. Genau das ist aber ihr Job! Dir etwas vorzuspielen. Ob sie es nun gerne macht oder nur wegen Geldmangel.

Vielleicht solltest du fragen, woran man eine Frau erkennt, die nicht nur aus Gelderwerbsgründen in dem Job arbeitet, sondern weil es ihr gefällt. Das würde mich auch mal interessieren!

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Kommentar von RFahren
31.10.2016, 13:41

Es ist ein Klischee, dass die meisten Frauen so dringend Geld brauchen und daher als Prostituierte arbeiten. Die meisten Dienstleisterinnen stammen aktuell aus Rumänien und Bulgarien, wo der Durchschnitts-Monatsverdienst unter 400€ liegt. Die "Generation Party" dieser Länder steht oft auf dem Standpunkt "ich bin jung - ich will mir JETZT etwas leisten können" - da kommt ein Job in Germany, wo man in einer Nacht mehr verdienen kann als eine Krankenschwester in der Heimat im ganzen Monat, gerade recht! Die allermeisten Männer gehen mit den Damen auch zärtlich und respektvoll um, weshalb diese ihre Tätigkeit auch z.B. der einer Krankenschwester usw. vorziehen, da Schwestern einen unangenehmen Patienten beim nächsten Mal nicht einfach ablehnen können!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Der mainstream ist ja echt bescheiden, Prostitution wird zunehmend ins Abseits gedrängt, da hast recht. Eine Möglichkeit sind Bordelle nicht gerade vor Deiner Haustüre, aber.. so denken die anderen ja auch, die Dich in der Fremde erkennen aber die sind ja die gleiche Gemeinschaft mit Dir! Also, nix wie hin!

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Hi Dennis, 

schwierige Entscheidung- prinzipell spricht erst mal wenig dagegen, in ein Bordell zu gehen, wenn die Prostituierten dort freiwillig arbeiten. Leider sind viele SexarbeiterInnen Opfer von Menschenhandel oder Erpressung, sie prostituieren sich also nicht freiwillig. In letzter Zeit gab es einige Razzien: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/menschenhandel-polizei-durchsucht-berliner-bordelle-24982344 
Ob du diesem System Geld liefern möchtest, ist deine Entscheidung. Dieser Aspekt ist meiner Meinung nach sehr viel wichtiger als die Frage, ob dich jemand sieht. 

Lg Lkramann

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Kommentar von RFahren
31.10.2016, 12:47

Deswegen sollte man auch nicht in ein dubioses Wohnungsbordell, sondern im Falle Berlins beispielsweise ins Artemis gehen - DORT blieb von der Mega-Razzia nichts übrig - außer einem Verfahren gegen die Staatsanwaltschaft... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Fragwürdig ist ein Bordell nur, wenn du den Eindruck hast, dass die Frauen dort nicht freiwillig arbeiten. Zwangprostitution und Ausbeutung darf man selbstverständlich nicht unterstützen. Ansonsten ist ein Bordellbesuch die Inanspruchnahme einer Dienstleistung, darin sehe ich nichts Anstößiges. Wenn du Angst hast, erkannt zu werden, musst du eben in eine andere Stadt fahren.

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Naja.. Kann man wohl mit "moral" heutztage kaum mehr abhandeln, ausser man lebt in einer kath. Kleinstadt. Ansonsten gibts hier bei uns in Wien auch "Läden" der "höchsten Güte" mit Spitzengastro wo der Eintritt schon 250 Euronen kostet. Wenn ein Bekannter von mir sowas aufsuchen würde.. Ja was solls.. Bei anderen Geschichten.. Strassenstrich / Drogenprostitution / Kinder etc. würde ich das als ekelig/widerlich empfinden.

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Argumente für oder gegen einen Bordell Besuch gibt es viele.

Das liegt immer im Auge des Betrachters.

Wenn du gerne möchtest, dann geh. Solange du nicht gerade auf dem Straßenstrich landest oder da wo sich Minderjährig verkaufen, weil sie Drogen brauchen, finde ich nichts unmoralisches dabei.

Du hast Angst, das dich jemand sieht! Was soll der denn sagen, er macht doch genau das gleiche.

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Ich denke welche Argumente dagegen sprechen brauche ich nicht aufzählen, das machen schon viele andere hier für mich.

Um die Frage aber trotzdem zu beantworten, Ja- es ist moralisch fragwürdig in ein Bordell zu gehen.

Als Lösung für dein Dilemma wäre evt eine Escortdame. Bei Ihnen kannst du dir recht sicher sein das die das Freiwillig machen, aber dafür ist der Preis, glaube ich, auch entsprechend höher. Für dein Gewissen aber wohl wesentlich leichter vertretbar.

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Kommentar von RFahren
31.10.2016, 12:21

Warum eine Escort-Lady mehr oder weniger freiwillig arbeiten soll als eine Frau in einem seriösen Club ist mir schleierhaft! Freiwillig und selbstbestimmt arbeitende Dienstleisterinnen gibt es in anderen, seriös arbeitenden Geschäftsmodellen des Paysex ebenfalls - allerdings zu besserem Preis/Leistungsverhältnis und weniger Überraschungspotential...

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Was würdest du denn machen, wenn du jemanden im Bordell sehen würdest, den du kennst? Würdest du damit hausieren gehen? Und wenn ja, wie willst du deine Anwesenheit im Bordell dann erklären?

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Das musst du dich selber fragen. Ist ja letzendlich deine Vorstellung von Moral. Ich persönlich finde die Vorstellung abartig, jemanden Geld zu zahlen damit ich rüber darf. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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Ein Bordellbesuch,ist moralisch nicht verwerflicher,als Sex ohne "Liebe".

Also wenn kein größeres Gefühl im Spiel ist,sondern nur der Trieb bestimmend ist.

In unzähligen Verbindungen,wird Sex ausgeübt,als Ventil,als Belohnung,mit Berechnung,das müsste dann auch immer verwerflich sein.

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Hallo Dennis,

ein Besuch im Bordell ist meiner Meinung nach nicht moralisch fragwürdig, und als Single schon gar nicht. Es wurden bereits viele gute Antworten hier geschrieben, und ich kann dich nur darin bestärken, es auszuprobieren. Wir hatten in diesem Thread auch schon einen Buchhinweis, hier ist noch einer:
Moritz T. Lehmann, Nutten: Kleiner Ratgeber für den interessierten Mann. Ebenfalls bei Amazon.

Cooper

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Das hängt von deiner Penisgröße ab. Bei klein, eher ja, bei groß, ist ok.

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