Ist ein bedinungsloses grundeinkommen auf lange zeit überhaupt sinnvoll?

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6 Antworten

Das ist eine sehr zweischneidige Geschichte. Im ersten Reflex gefällt mir die Idee gar nicht, va. da das nur unwesentlich weniger ist von dem was ich tatsächlich verdiene. Daher sehe ich es nicht ein, daß ich mir täglich den Streß und den Ärger antun soll in einer Arbeit, die bloß meine Rechnungen bezahlt, und andere haben fast genauso viel für nix.

Es ist nicht mein Traumjob, aber das Beste was in meiner Situation drin ist und ich weiß, daß es meine gesundheitliche Verfasung nicht zulassen wird, die volle Distanz bis zum vorgesehenen Pensionsantritt zu gehen.

Umgekehrt würde, das Wissen in jedem Fall einen Tausender zu haben, den Druck etwas rausnehmen, denn Kranken- od. ALG wär deutlich weniger. Also auch wenn ich meinen Job nicht mehr machen kann, die Kosten hat man ja trotzdem. Mit Grundeinkommen wäre die Fallhöhe nicht so arg.

Ich kenne beide Seiten des Arbeitslebens. Lang auf Jobsuche, zu Hause festgenagelt und furchtbar gefrustet, weil ich arbeiten wollte, aber nichts fand. Auch an Frühpension bin ich vorbeigeschrammt mit 22 (!!!?!). Aber mit Grundeinkommen haben AG doch noch weniger Grund jemanden (wie mich) einzustellen. Man kommt sich dann noch unnötiger vor. Der Suchtmittelmißbrauch und die Selbstmordrate würden längerfristig wohl ordentlich steigen. Ob das auch im Sinne des Erfinders wäre? Naja, auch eine Möglichkeit die Überbevölkerung etwas in den Griff zu kriegen...

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Kommentar von DJFlashD
24.08.2016, 22:09

du kannst ja deinen job weiterhin ausführen solange du kannst und hast solange dann auch Geld für hobbys und nicht nur um rechnungen zu bezahlen.. das mit der selbstmordrate kann ich mir leider auch vorstellen, denn meine Erkenntnis ist: die menschen haben keine zeit traurig und nachdenklich zu sein wenn sie die ganze zeit am arbeiten ect sind.. und ich spüre (mache noch mein abi) in den ferien jedes mal dass ich sehr zum (traurigen) nachdenken neige und eigentlich schon etwas unglücklich bin wenn ich nichts zu tun habe...was man also gegen diese bei arbeitslosigkeit entstehende depression machen kann, ist eine weitere frage über die man sich gedanken machen muss

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  • Insgesamt werden die Leute durch das GE nicht mehr Geld haben als heute. Das Geld wir nur umverteilt. Die Reicheren haben dann etwas weniger, die Ärmeren etwas mehr.
  • Wer mehr Geld hat, kauft nicht unbedingt mehr. Er kann auch was sparen.
  • Wenn mehr Geld ausgegeben wird, steigen nicht unbedingt die Preise. Nur wenn von ein paar Produkten so viel mehr gekauft wird, dass sie knapp werden, steigen die Preise dieser Produkte. Man kann aber auch mehr Geld ausgeben, indem man etwas anderes kauft. Und wenn es von einem Produkt nur wenige Exemplare gibt, fällt sein Preis erst einmal, wenn davon mehr hergestellt wird (Massenproduktion).
  • Wer mehr Geld hat, kann es sich leisten, günstiger einzukaufen. Durch Mengenrabatt, durch mehr Information für Preisevergleiche, durch mehr & weitere Fahrten zu günstigeren Großmärkten, etc.
  • Die Preise steigen nicht unbedingt dadurch, dass Leute mehr Geld haben, sondern eher dadurch, dass Leute mehr für Ihre Arbeit verlangen. Mit GE können sie sich aber leisten, weniger zu verlangen.
  • In einer gesunden Wirtschaft verdienen die Leute Jahr für Jahr mehr Geld. Das führt dazu, dass die Preise steigen. Aber die Löhne steigen normalerweise schneller als die Preise (auißer in den letzten Jahren, wegen Krisen, schlechter Politik und schwachen Gewerkschaften).
  • Die Zentralbanken brauchen dringend steigende Preise (ca. 2% Inflation), um die Gefahr einer Deflation zu bannen, denn dagegen ist kein Kraut gewachsen. Sie schaffen es aber in letzter Zeit nicht mehr und diskutieren daher inzwischen sogar, "Helikoptergeld" an die Leute zu verteilen, damit sie mehr kaufen.
  • Das GE liegt über der Armutsgrenze. Wenn die Preise steigen, steigt auch die Armutsgrenze und damit das GE. Bei allen GE-Modellen ist vorgesehen, das GE an die Inflation anzupassen.


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Hartes Thema! Ich für meinen Teil war Anfangs ein Gegner, weil ich auch noch in dem Glauben erzogen wurde Leistung über alles!

Mittlerweile hab ich mir das Ganze aber etwas genauer angesehen und mir mehr Gedanken darüber gemacht. Fakt ist zumindest in Europa gibt es kaum noch Produktion und fast nur noch Dienstleistungsbetriebe. Wenn dann auch noch die letzten Konzerne in Billiglohnländer abgewandert sind wird es sowieso spannend. Wo wollen die Politiker denn all die neuen Arbeitsplätze produzieren? In meinen Augen gehört das komplette System verändert. Niemand hat es sich ausgesucht in diese Welt geboren zu sein. Die BGE Gegner sind doch nur die die einfach Angst haben Ihren Status zu verlieren. Denn in einem neuen System müssten unter anderem horrende Gehälter abgeschafft werden. Steuern auf Maschinen statt auf Löhne. Konzepte wie die freie Marktwirtschaft müssten überdacht werden. Damit man ein Druckmittel als Region auf Konzerne hat ZB. Wer seine Produkte nicht auch in der EU produziert und hier Steuern einbringt darf den europäischen Markt einfach nicht nutzen oder nur mit hohen Zöllen, das es kaum lohnt Dinge von ausserhalb zu kaufen. Die Jobs die dann wirklich nötig sind um das System BGE aufrecht zu erhalten müssen dann eben auch besser bezahlt werden, jedoch bis zu einer maximalen Höhe. zb sollte der Geschäftsführer nicht mehr als das 5-10 fache des schlecht bezahltesten in seiner Firma bekommen. Entweder löhnt die Firmenleitung dann alle besser oder es gibt dann eben keine horrenden astronomisch sinnfreien Gehälter mehr die niemand auf diesem Planeten wert ist. Wenn das nicht gewollt ist, na dann wird eben in Zukunft jeder der Mist baut in einem Konzern, danach auch dafür gerade stehen müssen. Wenns sein muss den rest seines Lebens gepfändet aufs Minimum.

Wie gesagt das Ganze ist sehr komplex und viel zu schwer für uns Ottonormalbürger, aber es gibt eh genug schlaue Köpfe die schon dafür kämpfen. Ich denke es wird kommen, denn sonst haben wir irgendwann Bürgerkrieg demnächst. Spätestens wenn die Mittelschicht auch nicht mehr über die Runden kommt. Derzeit geht es leider vielen noch viel zu gut, weswegen sie lieber das moderne Sklaventum bevorzugen :)

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Kommentar von Criz33
24.08.2016, 06:26

PS: lest mal jeden Tag in den Zeitungen. wieviele Jobs derzeit auf der Welt wieder gekündigt werden. Microsoft, Cisco, ThyssenKrupp, UniCredit,.....

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Kommentar von PatrickLassan
24.08.2016, 07:54

Die BGE Gegner sind doch nur die die einfach Angst haben Ihren Status zu verlieren

Oder vielleicht auch nur die, die rechnen können. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist nicht zu finanzieren,

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Kommentar von DinoSauriA1984
25.08.2016, 12:38

Bevor alle über das bedingungslose Grundeinkommen jubeln, gebe ich Euch noch ein paar Punkte zum drüber nachdenken:

  • Das arbeits- und Entlohnungssystem würde sich vollkommen ändern. Wenn jetzt jemand, sagen wir 1.300 Euro netto verdient und das bedingungslose Grundeinkommen würde eingeführt, bekäme er nicht einfach 1.000 Euro mehr im Monat. Wo sollte das Geld denn herkommen? Der "Durchschnittsjobber" würde für die gleiche Arbeit, die er heute leistet, nur noch vielleicht 300 Euro bis 500 Euro Lohn erhalten. Wenn mir mein Beruf Spaß macht, bin ich wahrscheinlich auch gerne bereit, für 300 Euro im Monat arbeiten zu gehen. Wenn nicht, würde ich sehen, ob ich nicht auch mit 1.000 Euro klarkomme.
  • Das Grundeinkommen müsste weltweit, mindestens aber EU-weit eingeführt werden, sonst würden z. B. die, die an der Grenze zu Österreich/Schweiz/Luxenbourg/Niederlande/Dänemark etc. wohnen, sich einen Job im Nachbarland suchen, dort zu "normalen" Gehältern arbeiten und hier wohnen und das Grundeinkommen beziehen.
  • Grundsätzlich gilt: es kann nur verteilt werden, was auch verdient worden ist. Bedingungsloses Gruneinkommen gabe es auch für Kinder und Rentner. Das heißt bei 80 Mio. Deutschen, jeden Monat wurden 80 Milliarden Euro an Grundeinkommen verteilt. Bei 52 Wochen im Jahr währen das allein 4.160 Mrd. EUR. zum Vergleich: der Bundeshaushalt 2016 beläuft sich auf 317 Mrd. Euro ( http://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Oeffentliche\_Finanzen/Bundeshaushalt/Bundeshaushalt\_2016/bundeshaushalt\_2016.html ).
  • Auch Rentner bekämen das Grundeinkommen. Die Höhe von 1.000 EUR wäre wahrscheinlich bei vielen vergleichbar mit dem, was sie jetzt auch an Rente bekommen. Das Problem ist nur: für die Rente, die sie jetzt bekommen haben sie Beiträge bezahlt. Für ein bedingungsloses Grundeinkommen fallen keine Beiträge mehr an.
  • Einfache Dienstleistungen und Waren müssten im Preis steigen, denn z. B. Arbeiter für Schlachthöfe, Müllabfuhr, Kanalreinigung, Erntehelfer, etc. würde ich ja nur noch finden, wenn ich einen finanziellen Anreiz setze, dass Menschen bereit sind, diese Arbeit zu machen.
  • Auch Mieten würden steigen: Es gäbe bei einem Grundeinkommen ja wenige arme Leute (eine dreiköpfige Familie hätte 3.000 EUR netto zur Verfügung). Die Leute wären also in der Lage, sich höhere Mieten zu leisten. Angebot und Nachfrage werden durch das Grundeinkommen ja nicht ausgeschaltet. Wenn nicht genug Wohnungen da sind, treten die Mieter untereinander in Konkurrenz - wer bereit ist, eine höhere Miete zu zahlen bekommt die Wohnung. Vermieter werden diese Bereitschaft ausnutzen und die Miethöhen "optimieren".
  • Das bedingungslose Grundeinkommen wäre steuerfrei - sonst machte es ja keinen Sinn. Das bedeutet, der Staat könnte nur von "verdientem" Geld steuern einnehmen. dafür müssten die Steuersätze aber drastisch steigen, was wiederum Arbeit unattraktiv machen würde (von meinen 500 EUR Lohn müsste ich 350 Euro Steuern zahlen? - dann lieber doch nicht). Die Alternative wäre die Anhebung der Mehrwertssteuer. Damit kassierte der Staat die "Wohltat" auf Umwegen wieder ein.

Ich könnte noch viele Punkte aufzählen, aber wahrscheinlich hat schon bis hierher kaum noch einer mitgelesen. Ich glaube: bedingungsloses Grundeinkommen ist eine Utopie!

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Das faule Pack macht dann gar nichts mehr und beklagt sich dass die Kaufkraft nicht steigt obwohl die jetzt mehr Geld haben als bei Hartz4, weil ja alles teurer geworden sei.

Und die Gutverdiener brauchen weder bedingungsloses Grundeinkommen noch vorgegebenen Mindestlohn.

Besser wäre dass alle Leistung bringen müssen für ihr Geld. Mehr Mitarbeiter im Jobcenter damit stärker kontrolliert werden kann wer wirklich bedürftig ist und wer nur keine Lust hat was zu tun.

Kitapflicht für alle Kinder damit Hartz4 Kinder eine Chance haben daheim raus zu kommen und eine positive Lebenseinstellung zu entwickeln.

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Kommentar von Criz33
24.08.2016, 06:31

Kannst du für die Zukunft vergessen. Es wird schlicht und einfach nicht die Anzahl an Arbeitsplätzen mehr geben. Wieso soll eine Firma einen Menschen einstellen wenn es die Maschine "fast" umsonst macht? Das wird noch so extrem viel schlimmer als derzeit in Europa werden, aber lassen wir uns überaschen. Egal was kommen mag. Ich versteh es sowieso nicht, wie jemandem im Leben langweilig sein kann!! Egal ob mit oder ohne Job. Die Menschen kennen nur vor lauter Arbeitsdruck und Depressionen keine Hobbys mehr.

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Kommentar von DJFlashD
24.08.2016, 06:32

aber angenommen in ein paar jahren ist die technologie so weit entwickelt, dass alles vollautomatisch läuft und selbst im Bereich der dienstleistungen nicht mehr genügend jobs vorhanden sind.. was sollen dann die machen, die keinen job haben? dann können ja nicht mehr alle leistung bringen für ihr geld

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Kommentar von DJFlashD
24.08.2016, 06:42

meine frage ist auch eher auf die zukunft bezogen... der große punkt ist ja der technische fortschritt, welcher vermutlich arbeitsplätze verschwinden lassen wird.. und es macht ja kein sinn dass 80% der bevölkerung von harz 4 lebt und die restlichen 20% steinreich sind ;D

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Finnland hat vor 6Monate ein Staatliches Grundeinkommen eingeführt. Resultat: Den Bauern fehlen die Erntehelfer. Diese wurden nun durch Polen, Russen und Vietnamesen ersetzt

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Kommentar von Criz33
24.08.2016, 06:34

Ist doch klar, wenn dann muss das Finanzsystem komplett umgebaut werden und die nötigen Systemjobs dann auch gut bezahlt werden, damit auch Erntehelfer das verdienen was sie verdienen sollen. Gerade körperliche Arbeit sollte endlich höher vergütet werden. Weiters kann sowas auch nur EU weit klappen und nicht in irgendwelchen kleinen Regionen wo sich die Firmen dann einfach Arbeiter von woanders holen. Soetwas muss dann eben gesetzlich unterbunden werden.

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Kommentar von DJFlashD
24.08.2016, 06:34

tja das mit der marktwirtschaft stellt in diesem punkt dann doch ein problem dar... wenn sich alle bauern einig wären, könnten sie ja alle die preise erhöhen, um sich maschinen zuzulegen, welche die erntehelfer ersetzen..

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Kommentar von DJFlashD
24.08.2016, 06:35

ps: criz du kommentierst immer einen tick schneller als ich ;D

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Kommentar von ReimundAcker
25.08.2016, 08:40

Nein, dass war eine weltweit verbreitete Falschmeldung. Finnland hat kein Grundeinkommen, sondern die neu gewählte Regierung will es nur in einem Pilotprojekt testen.

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Kommentar von ReimundAcker
25.08.2016, 08:50

DIe polnischen Spargelstecher meiden seit ein paar Jahren deutsche Felder, weil sie woanders mehr für ihre Arbeit bekommen.

Nachdem die Preise fürs Spargelstechen bei uns ebenfalls gestiegen sind, hat ein badischer Tüftler eine Maschine zum Spargelernten gebaut. Durch die höheren Löhne lohnt sich jetzt nämlich für Bauern die Investition in eine solche Maschine. Und dadurch lohnt es sich auch für Erfinder, solche Maschinen zu erfinden.

Merke: Nur wenn die Arbeit teuer ist, lohnt sich Innovation. Und die deutsche Wirtschaft lebt von Innovation. Unsere Stärken sind Erfindergeist, Wissenschaft & Technik, nicht billige Arbeitskräfte.

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Das mit dem relativieren denke ich auch. Ich nehme mal die Schweiz als beispiel: Dort sind Sachen sehr teuer, die Menschen dort aber verdienen auch viel. Somit relativiert sich das Ganze.

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Kommentar von DJFlashD
24.08.2016, 06:14

ja eben, ich habe da so meine bedenken dass einfach nur sämtliche preise ansteigen werden und dann doch keinem geholfen ist... aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es in ein paar jahren, nach weiteren technologischen fortschritten und damit entstehendem mangel an arbeitsplätzen unumgänglich werden könnte.. jedenfalls ist es eine ziemlich utopische vorstellung, dass jeder geld hat und doch keiner arbeiten muss :D

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Kommentar von Lucaderfragende
24.08.2016, 06:21

Ob das so einfach ist, weiß ich nicht :D Ne schöne Vorstellung ist das auf jeden Fall :D Dennoch gibt es Berufe, die man nicht durch Roboter ersetzten sollte, wie z.B Ärzte oder Sanitäter. Finde ich zumindest :D

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Kommentar von DJFlashD
24.08.2016, 06:27

naja das ist dann der ansporn dass dir kinder doch noch zur schule gehen und nicht komplett verdummen :D wer arbeit hat ist ja dann vergleichsweise reich

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