Ist ein Beamter, der freiwillig in einer sog. gesetzlichen Krankenvers. ist, beihilfeberechtigt?

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5 Antworten

Beamte haben die freie Wahl, sich bei der GKV freiweillig zu versichern - müssen dann allerding den vollen KV-Beitrag selbst zahlen und zwar entsprechend ihres Brutto-Monats-Einkommens.

Alternativ sich über eine PKV mit Restkostentarifen in Ergänzung zu den jeweiligen Beihilfesätzen. Wobei dies die leistungsbessere und auch gleichzeitig die preisgünstigere Variante wäre. Dafür würde ich folgende 3 Versicherungsgesellschaften bevorzugen: 1. DBV (mit bestem Versicherungsschutz im Ausland), 2. Alte Oldenburger, 3. HanseMerkur,

Auf den Beihilfeanspruch kann ein Beamter nicht verzichten, den hat er auch dann wenn er z.B. in der GKV freiwillig versichert ist. Dies bedeutet auch, dass er z.B. für Wahlleistungen - stationären Aufenthalt mit Chefarztbehandlung im Zweibettzimmer in der PKV eine Zusatzversicherung mit Beihilfe-Restkostentarif abschließen kann. Er hat auch als GKV-Versicherter z.B. die Möglichkeit, die Kosten des Zahnersatzes über die Beihilfe komplett abzurechnen, bzw. einen Leistungszuschuss zu erhalten. Hierzu muss man dann allerdings in den einzelnen Beihilferechten der Länder bzw. des Bundes nachlesen.

Sollte beim Beginn zum Beamten auf Widerruf keine PKV-Versicherung aus gesundheitlichen Gründen mögllich sein, hat man beim Statuswechsel zum Beamten auf Probe die Möglichkeit über die Beamten-Öffnungsklausel eine PKV-Krankenversicherung abzuschließen mit einem max.Beitragszuschlag von 30 %.

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Hallo,

der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Beitrag in voller Höhe zu zahlen - unabhängig von einem Beihilfeanspruch. Beihilfeberechtigte zahlen aber in der Pflegeversicherung nur 50% Beitrag:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__55.html -> Absatz 1 Satz 2

Häufig erhalten auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versicherte Beamte Beihilfe: Zahnfüllungen, Zahnersatz, 1-Bett-Zimmer, Chefarztbehandlung .... Die Einzelheiten regelt aber jede Beihilfestelle nach anderen Verordnungen.In Hessen erhalten z.B. GKV-versicherte Beamte auf Antrag zu allen Behandlungen, die mit der GKV abgerechnet wurden, einen Zuschuss.

wenn man bisher in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, kann man sich bei Beginn der Beamtenanwärtertätigkeit zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung entscheiden.

Folgende Punkte können dabei wichtig sein:

• Man sollte spätere Veränderungen mit in den Vergleich einbeziehen: Nachwuchs (Kind mit Behinderung?), Frühpensionierung, Teilzeittätigkeit, Sabbatjahr, Elternzeit, späteres Studium bei unbezahltem Urlaub, nicht berufstätiger Ehegatte (in der GKV zahlt der Ehegatte ggf. Beiträge nach der Hälfte des Einkommens des PKV-Ehegatten),

• Was ist, wenn man später nicht Beamter bleibt (auf eigenen Wunsch oder aufgrund von unerwünschten Vorfällen - auch im privaten Bereich)? Als Arbeitsloser oder Selbständiger kann man nicht mehr in die GKV zurück. Der Beihilfeanspruch entfällt und die PKV-Beiträge steigen dann sehr deutlich.

• Bei den Leistungen sollte man besonders auf Reha/Kuren (auch Mutter-Kind-Kuren), den offenen Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie (Anzahl der Sitzungen), Hebammenhilfe, Haushaltshilfe und Heilmittel (Arten und Erstattungshöhe) achten. Hier gibt es zwischen den Privatversicherungen (und zur GKV) große Unterschiede. Für Neugeborene kann man u.U. nur die Tarife versichern, die die Eltern bereits abgeschlossen haben. Bei behinderten Kindern kann das ein großes Problem sein.

.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

Als beihilfeberechtigter Beamter oder Pensionär ist eine Rückkehr in die GKV nicht mehr möglich.

Beiträge in der PKV sind immer für kerngesunde Menschen berechnet. Diese sind aber sehr selten. Gab es in den letzten Jahren mal Erkältungen/Grippe, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Einschränkungen der Gelenke? Die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag sind immer zu 100% korrekt anzugeben.

.test.de/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-166....

In der Privatversicherung werden Leistungen nur erstattet, soweit sie das Maß des Notwendigen nicht übersteigen. Problematisch kann es sein, dass man erst erfährt, was notwendig ist, wenn man Rechnungen zur Erstattung einreicht. Der Behandler hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - nur anerkannte Behandlungsmethoden erstattet:

§ 4 Absatz 6 und § 5 Absatz 2 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

In der GKV beträgt der Beitrag aktuell ca. 14,9% zur Kranken- und ca. 1,3% zur Pflegeversicherung (berechnet von den Bruttoeinnahmen). Bei Teilzeitarbeit ist das ggf. ein großer Vorteil. Wenn man zunächst für die GKV entscheidet, gilt später eine Kündigungsfrist von 2 vollen Kalendermonaten.

Vielleicht interessant (jeweils 3 mal "w" ergänzen"):

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/taetigkeitsbericht/

Schnellsuche nach PKV: rehakids.de/phpBB2/search.php?mode=results

Vielleicht interessant:

.gutefrage.net/frage/von-der-privaten-in-die-gesetzliche-krankenversicherung

Vor einer Entscheidung sollte man sehr ausführliche Gespräche mit Experten der PKV und Experten der GKV führen. Die Entscheidung ist ähnlich wichtig wie ein Hauskauf. Ggf. auch Beamte fragen, die häufig Leistungen benötigen bzw. in Frühpension gegangen sind.

In der GKV kann man auch einen Erstattungstarif wählen. Dann ist man beim Arzt Privatpatient und kann die Privatrechnungen bei der Krankenkasse und der Beihilfestelle einreichen. Einzelheiten mit der gesetzlichen Krankenkasse und der Beihilfe vor einer Entscheidung klären. Den Tarif kann man nach drei Monaten jederzeit beenden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

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Ich kenne jemanden, der ist Beamter bei einer Bundesbehörde & 50% Beihilfe berechtigt. Daher musste er sich bei einer privaten Krankenkasse nur zu 50% versichern.

In einer gesetzlichen Krankenkasse gibt es aber nur den 100% - Tarif.

Unterm Strich ist für ihn die private Krankenversicherung + Beihilfe günstiger.

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Kommentar von sebeiw
04.02.2015, 19:55

Genau das meine ich.

Gibt es eine Konstelation, in der die gesetzliche sinnvoller ist?

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Basiswissen hat das Meiste dazu gesagt. Die Leistungen der Beihilfe variieren aber von Dienstherr zu Dienstherr ein bisschen.

Ich kenne nur einen Kollegen der sich bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert hat. Er schwärmt von den Vorteile, denn erstmal muss er nicht in Vorleistung gehen, denn die Kasse rechnet direkt mit dem Arzt ab und die Kosten, die die Kasse letztlich nicht übernimmt, von denen erstattet ihm die Beihilfe die Hälfte.

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Kommentar von Apolon
06.02.2015, 00:37
Basiswissen hat das Meiste dazu gesagt

Soll dies ein Rätsel sein ?

Er schwärmt von den Vorteile, denn erstmal muss er nicht in Vorleistung gehen, denn die Kasse rechnet direkt mit dem Arzt ab und die Kosten, die die Kasse letztlich nicht übernimmt

Toller Einwand, aber wenn Du damit meinst, dass man bei der PKV immer in Vorleistung gehen muss, dann hast Du keine Ahnung.

Bei der PKV muss man nur in der Apotheke in Vorleistung gehen!

von denen erstattet ihm die Beihilfe die Hälfte.

Leider falsch, denn entscheidend ist das Beihilferecht und der Beihilfesatz.

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Wenn ein Beamter sich gesetzlich versichert, ist er ja voll versichert. Was soll denn da noch die Beihilfe?

Höchstens bei Krankenhausaufenthalt steht ihm die Behandlung im Zweibettzimmer zu

Alles andere würde ja zu einer Überversorgung führen, die gesetzlich nicht gestattet ist.

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Kommentar von sebeiw
04.02.2015, 19:54

Als junger Mensch (in Ausbildung) zahlt man bei einer Privaten z.B. 100 €, bei der Ersatzkasse 200 €, da sich der Beitrag bei der Ersatzkasse nach dem Einkommen richtet.

Dann wählt man die Private und kann kaum mehr wieder in gesetzliche zurück, es sei denn, er gibt den Beamtenstatus auf und sucht sich eine Stelle als Angestellter.

Gibt es denn Gründe warum man in dem Fall bei der gesetzlichen bleiben soll?

Oder es ist EGAL bei welcher man ist??

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Kommentar von Apolon
06.02.2015, 00:39

So stimmt dies leider auch nicht.

z.B. zahlt die GKV für eine Sehhilfe für Erwachsene normalerweise keinen Cent.

Dann kann der Beihilfeberechtigte diese Sehhilfe über seine Beihilfe abrechnen.

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