Ist ein Auto zu führen teuer?

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12 Antworten

Auto fahren ist schon ein teurer Spaß.

Erst mal die einmaligen Fixkosten zur Anschaffung. Was ein gutes Auto kostet, lässt sich nicht am Preis festmachen. Es ist durchaus möglich, dass ein Auto, das 500 Euro kostet, weil es optisch in einem erbärmlichen Zustand ist (Dellen, Kratzer, uralt, ...) für 500 Euro zu kriegen ist und bei guter Pflege der Technik (regelmäßige Wartungen) noch ewig fährt. Genauso kann man mit einem Auto für 15000 Euro großes Pech haben, dass viele technische Probleme anfallen.

In der Regel gilt aber: Je jünger desto teurer aber auch desto besser der technische Allgemeinzustand und die erwartbare Haltbarkeit. Also zu 90% kann man sagen je teurer desto haltbarer und zuverlässiger, zumindest bei Deutschen und Japanern. Bei Franzosen und Franzo-Rumänen und Italienern gilt eher immer unzuverlässig.

Ein Musterbeispiel an einem Auto das für wenig Geld noch eine gute Zukunft vor sich hat (einige steigen aber wieder im Preis weil langsam rar, kurz vor Young- oder gar Oldtimer-Zulassung, immer mehr Liebhaber) ist der Audi 80 der Baureihen 89 (B3) und B4. Vollverzinkte Karosserie (deutilch geringere Rostgefahr), große primitive Motoren mit viel Hubraum und wenig Leistung (spürt man in der Endgeschwindigkeit, beim Anfahren sorgt das Drehmoment für gutes Wegkommen von der Ampel) und auch sonst recht primitive Technik. Der Motor hält bei regelmäßigen Ölwechseln und ab und zu mal neuen Zündkerzen locker die Million. Natürlich sind auch beim Audi 80 ab und zu mal Fahrwerksteile wie Stoßdämpfer oder Querlenkerbuchsen nötig, also ganz wartungsfrei ist er auch nicht.

Als klassisches Anfängerauto sehe ich aber, auch in Hinsicht auf Steuer und Versicherung, aber eher noch den Polo 6N, Golf 3 oder einen japanischen Kleinwagen (Toyota Starlet/Yaris, Honda Jazz oder Civic, Mitsubishi Colt). Für um die 1500 Euro dürften noch gut erhaltene Modelle (Hauptproblem Rost - ist keiner da ist alles in Butter, ggf. Wagen auf die Bühne nehmen und unterboden untersuchen), die bis auf das Rostproblem ähnlich problemlos oder, da leichter und kleiner, noch problemloser als der Audi sind.

Dazu kommen laufende Kosten: Steuer einmal jährlich (bei alten Autos aufgrund der Abgasnormen etwas höher, bei kleineren Motoren dafür wieder niedriger - auf kleinen Motor achten, deshalb die Kleinwagenempfehlung), Versicherung (ggf. vorher in einem Vergleichsportal prüfen, Anfängertarife oder Versicherung auf Vater als Optionen prüfen), regelmäßige Inspektionen damit der Wagen auch ein langes Leben vor sich hat, unregelmäßige Reparaturen von Verschleißteilen wie z.B. Bremsen, in dem Fahrzeugalter ggf. auch Stoßdämpfer oder Querlenker), Haupt- und Abgasuntersuchung (im Volksmund "TÜV"), Benzinkosten abhängig von gefahrener Strecke, Benzinpreisen, Verbrauch beeinflusst von Auto und Fahrstil...

Spätestens mit den Verbrauch kommen einige tausend Euro zusammen, die ein Auto im Jahr kostet. Die vermeindlich günstigeren Diesel sind bei alten Autos keine Option, enorm hohe Steuern, Umweltplakette und ein Diesel will viel gefahren werden, da er ansonsten irgendwann zickig wird (Motor zugerußt, Ölverdünnung durch unverbrannten Diesel wenn der Motor immer nur halb warm gefahren wird, ...)

Also ein Auto ist nicht einfach mal gekauft und besessen. Die Anschaffung ist meist der einfache Teil, wenn man weiß, auf was für ein Modell man sich einlässt, wo die Schwachstellen sind, ggf. noch durch etwas Sparen sein Budget aufstockt und lange und intensiv sucht, ggf. einen sachkundigen Freund mitnimmt und mit dem Modell der Wahl noch mal bei TÜV, Dekra, ADAC, ... ein Gebrauchtwagengutachten einholt. Der Besitz und Betrieb geht ins Geld.

Wenn du also nur 340 Euro für die Anschaffung hast - plane ein, dass noch mal je nach Abgasnorm und Versicherungsklasse bis zu 500 Euro Steuer und Versicherung bei Zulassung auf dich zukommen und auch immer wieder kommen. Und wenn du dann kein Geld zum Tanken hast, ist das Geld rausgeschmissen und du kannst dir besser ein schönes Fahrrad oder ein Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr dafür kaufen.

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Kommentar von volker79
03.01.2016, 11:01

Ach ja was natürlich enorm ins Geld gehen kann, ist die Verkehrssicherheit. Reifen (für Sommer und Winter - Winter- und Ganzjahresreifen nutzen im Sommer schnell ab und wer im Winter auf Reifen ohne M+S/Schneeflocke-Symbol auch nur liegen bleibt und den Verkehr blockiert, riskiert ein saftiges Bußgeld, es ist halt gefährlich auf Schnee mit Sommerreifen zu fahren, wenn man nicht gerade Walter Röhrl heißt und den Prototypen vom Quattro testet) und Bremsen (das Auto will ja schließlich auch wieder zum Stehen kommen). Rechne alle zwei bis drei Jahre mit neuen ebensolchen für mehrere hundert Euro.

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Teuer ist immer relativ. Auch was man unter einem "guten"
Gebrauchtwagen versteht, ist relativ. Es kommt immer auf den Maßstab an.

Es ist unter bestimmten Bedingungen zumindest möglich, in Deutschland für unter 340 Euro ein Auto zugelassen zu bekommen. Nehmen wir als Beispiel den '98er Seat Marbella aus meinen Haftpflicht-Rechenbeispielen 
(https://docs.google.com/spreadsheets/d/1_20iehymlICky8_S5_qmKeHIwwBYk7PaPTkmuRLISNo/edit#gid=0)

Kfz-Steuer bei Abgasnorm Euro 2 => 7,36 Euro pro angefangene 100 Kubik => 73,60 Euro jährlich (bei der Zulassung für ein Jahr im Voraus zu entrichten)

=> grob 100 Euro für Zulassungsgebühren und Kennzeichendruck (regional unterschiedlich, aber ein guter Richtwert)

=> und je nach Versicherung kann man die Haftpflicht tatsächlich auch
monatlich bezahlen. Das kostet natürlich aufs Jahr gerechnet einen
Aufschlag gegenüber viertel-, halb- oder jährlicher Zahlung, aber es
wird bei der Zulassung erst mal billiger. Da kommt auf den Jahresbeitrag
für einen Führerscheinneuling ohne Schadenfreiheitsrabatt (SF) von gut
950 Euro geschätzt noch mal so 20 Prozent Aufschlag für die monatliche
Zahlung, kommen wir auf rund 100 Euro Versicherung - im Monat.

Allerdings gibt es da mehrere Haken.

Der erste ist, mal einen Marbella (oder ein anderes erschwingliches Auto)
mit einer SO geringen Haftpflicht-Typklasse zu finden. Die richtet sich
nämlich nach dem Schadenbedarf im Vorjahr und ist entsprechend meist
deswegen so gering, weil es diese Autos kaum noch gibt und die daher
wenig Schäden verursachen.

Automatik kostet zudem in der Regel einen Aufpreis bei der Anschaffung.

Dann muss man in diesem speziellen Fall auch erst mal einen Marbella finden, der auch schon Euro 2 hat, sonst muss der nämlich erst mal umgeschlüsselt werden, was ebenfalls mit Kosten verbunden ist (kaum unter 100 Euro, falls überhaupt möglich). Anderenfalls wird direkt mehr als doppelt so viel Steuer fällig.

Und dann kommt noch der Kaufpreis dazu. Und da wird es aktuell nicht ganz einfach, ein ohne weitere Reparaturen fahrbereites Auto mit TÜV für
richtig wenig Geld zu finden, denn aufgrund der nach wie vor relativ
hohen Stahlnachfrage bekommt man beim Verschrotten immer noch was raus, soweit ich weiß. Sollte sich das ändern und man für den
Verwertungsnachweis noch was zahlen müssen wie früher, könnte das wieder anders aussehen. Aktuell kannst du aber im untersten Segment grob über den Daumen mit 50 Euro pro Monat TÜV rechnen.

Die einfachste Möglichkeit, die Startkosten zu senken, ist das Auto als Zweitwagen auf jemanden mit Schadenfreiheitsrabatt zuzulassen.

Womit Papa wieder ins Spiel kommt.

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Um € 340,- bekommst Du lediglich einen Schrotthaufen, für ein fahrbereites Auto musst Du schon mindestens € 4.000,- rechnen. Und dann halt die laufenden Betriebs- und Erhaltungskosten.

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Es kommt drauf an, welches Einkommen man hat. Verdient man 70.000€ pro Jahr und fährt nur einen schnöden Nissan Micra, bei Versicherungsbeiträgen von 30%, dann ist das Auto relativ gesehen billig. 

Für jeden normalen Autofahrer und nochmehr die jungen Autofahrer, für die ist ein Auto ein teures Vergnügen. Nach dem Anschaffungspreis kostet so ziemlich jedes Auto über 1000€ pro Jahr. Nach oben gibts keine Grenzen. Wie hoch der Betrag genau ist, richtet sich nach Versicherungsbeiträgen, Spritverbrauch, Reparaturkosten, Steuer etc.

Gute Gebrauchtwagen wirst du aber definitiv nicht für 340€ bekommen. Für 340€ kann man nichtmal mehr TÜV oder Fahrbereitschaft erwarten. Die aller unterste Grenze, was man für einen Gebrauchtwagen mindestens ausgeben sollte sind 500€. Aber auch das sind quasi alles Wegwerfautos, die beim nächsten TÜV oder der nächsten größeren Reparatur höchstwahrscheinlich stillgelegt werden.

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Bekommt man gute gebrauchtwagen schon ab 340 euro oder weniger

Nein, für diesen Preis darfst Du definitiv nicht mit einem "guten" Gebrauchtwagen rechnen, sondern eher mit einer ziemlichen Schrottkiste. Was Du hier am Kaufpreis sparst, legst  Du danach bald für Reparaturen & Wartung drauf. Spätestens wenn der nächste Tüv - Termin ansteht...

Wie teuer der Unterhalt des Autos ist, kommt dann wieder ganz auf Dich an: wieviel KM fährt man, wie ist man in der KfZ-Haftpflicht eingestuft usw.

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Ich habe für meinen im letzten Jahr, für Reparaturen (Verschleißteile), steuern und Versicherung etwa 3000€ bezahlt. Gut, da lagen alleine steuern von 460€ drauf. Aber ich will dir nur sagen, ein Auto zu fahren, ist schon eine Form von Luxus!

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Denke ab 1500-2000 bekommst du schon Gebrauchtwagen, die noch einige Zeit halten werden (z.B. zuverlässige Mercedes). Allerdings muss man dort auch mit höheren Reparaturkosten rechnen, weswegen man ein bisschen mehr ausgeben sollte. Ansonsten fallen neben Steuer und Versicherung eben noch die Benzinkosten an.

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Ja, ein Auto zu halten ist teuer, darüber gibt es keine Diskussion. Alles in Allem - mit Berücksichtigung des Kaufpreises und der Wertverminderung - musst Du monatlich mit mindestens € 300,- rechnen. Und das wäre nur ein gebrauchter Kleinwagen.

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hab zwar keins aber der monatliche unterhalt kann schon 200€ und mehr kosten. Und für 340 nen auto? wäre das mit motor?

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Hallo

Man kann schon ein einigermaßen gutes gebrauchtes Auto für 500€ bekommen, aber da kann dann halt sehr schnell viel Geld für Reparaturen anfallen.

Mein 1 Auto hatte damals 3000€ gekostet, war ein Golf, und war echt super. Aber ist ja auch deine Entscheidung, ob du ein Auto für wenig Geld kaufst, dafür aber mit Macken etc.

Am besten ist es, je weniger Ps es hat. Dann Zahlst du auch nicht soviel Versicherung und Steuer..

Aber man kann pro Monat mit diesen ca. Beträgen schon Rechnen:

150€ für Sprit ( Sprich 2-3x Tanken)

80€ Versicherung ( Jahresbeitrag auf den Monat gerechnet)

10€ Steuer (Jahresbeitrag auf den Monat gerechnet)

100€ zurücklegen für Reparaturen, Reifen etc.

Also im groben und ganzen kostet dich ein Auto pro Monat ca. bis zu 400€. Aber je nach dem ob du nur Haftpflicht versicherst, was am billigsten ist, wenn du nur 1x Tanken musst z.b. für 60€ dann sind es schon wieder ganz andere Werte.

Oder legst du sehr viel Wert auf ein gepflegtes Auto? Dann kommen dort auch schnell 20-30€ / Monat zusammen. Dann noch Inspektionskosten etc.

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Du hast tatsächlich keine Ahnung...
Horch auf deinen Papa!

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Kommentar von Raabt
03.01.2016, 13:10

Was hab ich den geschrieben  mein vater meint es wäre nicht teuer aber ich schon

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Hast wohl die eine oder ander "0" noch hinzuzufügen! Dein Vater sollte sowas aber schon wissen!

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