Ist ein Atomausstieg sinnvoll? ↝ Individuelle Themen?

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5 Antworten

Nein, es ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll aus der Kernenergie auszusteigen! Warum:

Eines der Wichtigsten Vorteile der Kernenergie ist die höchste Energie-Dichte, welche dem Menschen gegenwärtig zugänglich ist. Man darf nicht vergessen, je höher die Energie-Dichte einer Maschine ist, desto geringer ist der Material- und Flächen-Aufwand, um z.B. Strom zu erzeugen.

1- gegenwärtig höchste technisch mögliche Energiedichte --- de.wikipedia.org/wiki/Energiedichte

Bsp.: Blei-Akku = 0,11 MJ/kg; Schwungrad-Speicher = 0,18 MJ/kg; Lithium-Akku = 0,9 MJ/kg; Braun-Kohle = 20 – 28 MJ/kg; Stein-Kohle = 30 MJ/kg; Benzin = 43 MJ/kg; Wasserstoff = 142 MJ/kg; Radioisotopengenerator = 5 000 MJ/kg; Abbrand KKW = 3 801 000 MJ/kg; ...

Diese vergleichbar sehr hohe Energie-Dichte macht weiter eine wirkliche Raumfahrt erst möglich. Mit chemischen Antrieben alleine,ist wohl bei Mond schluss (en.wikipedia.org/wiki/Nuclear thermal rocket , de.wikipedia.org/wiki/Radioisotopengenerator)

2- höchster gegenwärtig technisch erreichbare Erntefaktor (de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor) oder unter ww.science-skeptical.de/energieerzeugung/die-energiewende-und-der-energetische-erntefaktor/0010717

Bsp.: Photovoltaik = 3,0 – 5,4; Windkraft an Küsten = 16 – 51; Wasser-Kraft = 50; Gaskraft GuD BioGas = 3,5 ; Gaskraft GuD Erdgas = 28; Stein-Kohle in Untertage ohne Transport = 29; Braun-Kohle mit Tagebau = 31; Druckwasser-Reaktor mit 85% Zentrifugenanreichung = 80, Druckwasser-Reaktor mit 100% Zentrifugenanreicherung = 120,...

3- gegenwärtig geringster Schadstoffausstoß (de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung#Erzeugungskosten)

4- gegenwärtig geringste Anzahl von Toten pro TWh erzeugter Strom (de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung#Auswirkungen auf die Gesundheit)

Unfall-Tote der Öffentlichkeit pro TWh: Braun-Kohle, Stein-Kohle, Erdgas = 0,020; Erdöl = 0,030; Kernenergie = 0,003

Ufall-Tote in der Belegschaft pro Twh: Braun-Kohle, Stein-Kohle = 0,100; Erdgas = 0,001; Kernenergie = 0,019

KKW-Haftpflicht-Versicherung

[Zitat aus BRD-Atomgesetz §13-3 ww.gesetze-im-internet.de/atg/__13.html ]"...welche Maßnahmen zur Vorsorge für die Erfüllung gesetzlicher Schadensersatzverpflichtungen erforderlich sind. Dabei ist die Höhe der Deckungsvorsorge im Rahmen einer Höchstgrenze von 2,5 Milliarden Euro zu regeln; Höchstgrenze und Deckungssummen sind im Abstand von jeweils fünf Jahren mit dem Ziel der Erhaltung des realen Wertes der Deckungsvorsorge zu überprüfen."

Kosten der nuklearen Abfall-Entsorgung:

[BRD-Atomgesetz §9-a ww.gesetze-im-internet.de/atg/__9a.html ]

[Zitat aus http://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall#Kosten] "Gemäß §21 des deutschen Atomgesetzes ist der Verursacher von radioaktiven Abfällen verpflichtet die Kosten für die Erkundung, Errichtung, sowie den Unterhalt von Anlagen zur geordneten Beseitigung des Abfalls zu tragen.[9] Zu diesem Zweck haben die Energieversorgungsunternehmen Rücklagen zu bilden, deren Höhe sich Ende 2009 auf etwa 28 Milliarden Euro belief."

Ist der Staat auch der Betreiber, dann zahlt er natürlich auch. Das betrifft die Forschungsanlagen der Universitäten, die Anlagen vom staatlichen EnbW (92% staatlich), bedingt von RWE (25% staatlich) und alle Anlagen der DDR, welche durch den Beitritts-Vertrag (Art. 23 Grundgesetz-BRD) dem Staat zugeschrieben wurden.

Abbau des KKW-Obrigheim [de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE4990FW20081010] “Für die Abbaukosten habe EnBW Rücklagen gebildet, die die absehbaren Kosten komplett deckten.“

[BRD-Atomgesetz §21 ww.gesetze-im-internet.de/atg/__21b.html ] "(1) Zur Deckung des notwendigen Aufwandes für die Planung, den Erwerb von Grundstücken und Rechten, die anlagenbezogene Forschung und Entwicklung, die Erkundung, die Unterhaltung von Grundstücken und Einrichtungen sowie, die Errichtung, die Erweiterung und die Erneuerung von Anlagen des Bundes nach § 9a Abs. 3 werden von demjenigen, dem sich ein Vorteil durch die Möglichkeit der Inanspruchnahme dieser Anlagen zur geordneten Beseitigung radioaktiver Abfälle nach § 9a Abs. 1 Satz 1 bietet, Beiträge erhoben. Der notwendige Aufwand umfaßt auch den Wert der aus dem Vermögen des Trägers der Anlage bereitgestellten Sachen und Rechte im Zeitpunkt der Bereitstellung."

Neben der nuklearen Endlagerung gibt es übrigens auch die chemisch. Hier liegt in Deutschland, in einem alten Kali-Salz-Bergwerk, das größte chemische Endlager Weltweit.

2012 standen von den 30 000 MW-Wind-Anlagen der BRD, gerade mal 5 500 MW übers Jahr gemittelt zur Einspeisung zur Verfügung, also nur 18%. Für alle 30 GW-Anlagen wurden jedoch Rohstoffe aufgewendet, wie Eisen, Kupfer, Neodym und natürlich Wälder gefällt und Landschaften zugespagelt. Weiter mussten alle 30 GW Anlagen gewartet und gepflegt werden. Das ganze für eine jährliche Verfügbarkeit von 18%? Das soll ökologisch sein? Schade um die schönen Rohstoffe welche alle im Bergbau gefördert wurden.

ocin1 12.03.2014, 12:33

Atommüll: In einem deutschen KKW ergibt sich jährlich etwa 23 t hoch radioaktiver Müll ("abgebrannte" Brennelemente). Die deutsche Industrie produziert jährlich 820 Mio. t CO2 (etwa 1/3 für Strom)und 50000 t chemisch hoch giftigen/krebserregenden Sondermüll, welcher nicht verbrannt werden kann. Dieser Sondermüll wird endgelager in der Untertage-Sondermülldeponie Herfa-Neurode (siehe Inter-Net bei Wiki). Sämtliche Flugasche, Verbrennungs-Stäube der Filteranlagen von Kohle- , Müllverbrennungs- oder Sondermüllverbrennungs-Kraftwerken landet ebenfalls in einem chemischen Endlager, nochmals verbrennen ist nicht sinnvoll. In Herfa-Neurode haben sich so schon 700 000 t hoch krebserregendes-giftiges dioxin- und furanhaltige Filterrückstände angesammelt. ( ww.toxcenter.de/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php ). Nur auf Herfa Neurode bezogen stehen also 17 mal 23 t (etwa 400t) hoch aktiver Nuklear-“Müll“ den etwa 50 000 t hoch chemisch giftigen Abfällen der Chemie- und Verbrennungs-Technik gegenüber.

Abgebrannte Brennelemente sind nach 300 000. Jahren auf ein radio-giftigkeits Niveau von natürlichem Uranerz (Pechblende) abgeklungen (schau hierzu mal im Netz unter radiotoxicity oder unter , http://www.hzdr.de/db/Cms?pOid=30396&pNid=2721 oder ww.sciencedirect.com/science/article/pii/S0146641010000669). Der nukleare Abfall aus aktuellen Wiederaufbereitungsanlagen (Sellafield, Le Hage) ist nach 10 000 Jahren auf dem radio-giftigkeits Niveau von Pechblende abgeklungen. Durch das Abtrennen vom mittel-radioaktiven Plutonium und dem sehr schwach radioaktiven Uran verbleiben nur noch die hoch radioaktiven Spalt-Produkte und anderen mittel-radioaktiven Minor-Actinoide (ohne U, Pu). Somit wird der hoch aktive nukleare Müll der KKW um den Faktor 20 reduziert (siehe bei Wiki nach „Wiederaufarbeitung“). Wendet man das auf die 17 KKW der BRD an, fallen nicht mehr 400t Atom-Müll pro Jahr an, sondern nur noch 20t pro Jahr (hoch radioaktiver Abfall jetzt aber nur noch die Spalt-Produkte + Minor-Actinoide). Weiter verringert das Abtrennen (Wiederaufarbeiten) die Lagerzeit des Abfalls um den Faktor 10.

Bei einer alternativen Reaktortechnik (Flüssigsalz-Reaktor, homogene Fluid-Reaktoren, ww.Energyfromthorium.com, Dual-Fluid-Reaktor.de/technik/prinzip ) würden nur noch die Spalt-Produkte als Abfall anfallen. Der nukleare Müll solcher alternativen Reaktor-Typen ist bereits nach etwa 500 Jahren auf das radio-giftigkeits Niveau von Pechblende abgeklungen. Das ist möglich, da alle Transurane (Minor-Actinoide) im Reaktor verbleiben und dort vom schnellen/ epithermischen Neutron-Fluss gespalten werden. Somit nutzt man die Minor-Actinoide wie das Uran-235 oder das Plutonium-239 (Siehe unter Transmutation ).

Bei den chemischen Giftstoffen, wie den hoch krebserregenden Dioxinen, Furanen,... der Verbrennungs-Technik ist nicht mit einer Zersetzung zu rechnen. Chemikalien zerfallen leider nicht wie radioaktive Stoffe. Somit verbleiben diese hoch gefährlichen Abfälle für immer.

Leider wurde 2005 unter den SPD/Grünen die Wiederaufbereitung, auch die deutscher Abfälle im Ausland, verboten. Interessanterweise lagert die BRD chemisch hoch giftige Abfälle des Auslandes gegen Geld ein. Damit haben die Grünen kein Problem. Weiter wurde das größte chem. Endlager weltweit in Herfa Neurode vom damaligen hessischen Umweltminister Joschka Fischer 1986 genehmigt und als "Juwel" bezeichnet :-) [ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13520557.html Spiegel.de, waste.informatik.hu-berlin.de/grassmuck/Texts/MuellSystem/joschka.html]. Also, wer "GRÜN" wählt, wählt chemische Endlager (die zweifellos notwendig sind).

Zur chemischen Endlagerung:

de.nucleopedia.org/wiki/Endlagerung#.C3.9Cberblick, de.wikipedia.org/wiki/Endlager , de.wikipedia.org/wiki/Müllverbrennung, ww.focus.de/politik/deutschland/sondermuell-ab-ins-bergwerk_aid_152486.html, ww.badische-zeitung.de/elsass-x2x/wohin-mit-dem-hochgiftiger-sondermuell-aus-wittelsheim--36297444.html , ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13489952.html , ww.toxcenter.de/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php, ww.eon-energyfromwaste.com/Umwelt/133.aspx, ww.spiegel.de/wirtschaft/gefaehrlicher-goldabbau-ein-ehering-produziert-20-tonnen-giftmuell-a-542725.html, ww.dw.de/zerstörte-umwelt-der-preis-des-goldes/a-15295336und viele mehr. Schaut einfach mal im Netz unter Sondermüll Bergwerk, Joschka Fischer Herfa Neurode, Filterstaub Bergwerkt... .

Resultierend kann man sagen, auch mit der klassischen Kernenergie die endzulagernde Menge pro kWh weit geringer ist, als bei der Neodym basierenden Windenergie oder der Verbrennungstechnik (Kohle, Öl, bedingt auch Gas, Müllverbrennung,...). Weiter ist der radioaktive Müll nicht in alle Zeit gefährlich. Bei der alternativen Reaktortechnik ist dieser Müll schon nach etwa 300-500 Jahren nicht gefährlicher als natürliche Uran-Vorkommen.

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Gründe dafür vs Gründe dagegen? Würde jetzt so für mich auf der Hand liegen....

VietnamBoy 11.03.2014, 22:23

Ja, das Problem ist, dass wir einen echt naja...nicht so entspannten Leherer erwischt haben, dem diese Themenbenneung anscheinend zu allgemein ist. :/

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Harleakin 11.03.2014, 22:30
@VietnamBoy

Gründe "Natur" vs Gründe "wirtschaftlich"? Wobei die ineinander spielen, Endlager werden wahrscheinlich noch ziemlich teuer kommen, entweder aus natursicht oder wirtschaftlich...

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Atommüllentsorgung (Frage nach dem Endlager) und Sicherheit in den AKWs

VietnamBoy 11.03.2014, 22:19

Ist nicht schlecht und das wären prinzipiell zwei wirklich interessante Themen. Allerdings hatten wir eigentlich mehr vor, unsere Präsentation in Hinblick auf die Energiewende und die Zukunftsaussichten, sowie die Stromerzeuger-Alternativen zu beziehen. Es also weiträumiger zu gestalten. Fällt Dir dazu noch etwas ein?

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Marcels04 11.03.2014, 22:33
@VietnamBoy

Das ist nicht so einfach, an sich ist Atomstrom zur Zeit nämlich unschlagbar in Effiziens und Leistungsabrufbarkeit. In die Richtung ist es wirklich nicht leicht gegen Atom zu argumentieren. Heraus stechen tun halt immer die Entsorgung und die Risiken, da hat die Atomindustrie nun wirklich gravierende Nachteile.

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VietnamBoy 11.03.2014, 22:45
@Marcels04

Ja, das ist richtig. Aber ich denke, es geht auch gar nicht darum gegen Kernkraft zu argumentieren, dass wollen wir nicht erreichen. Wir wollen die Frage in neutraler Sicht in Hinblick auf die Zukunft ausführen und beantworten. Und dafür sind ja leider (wegen solch typischen unnötigen schulmethodisch Regeln) zwei "individuelle Themen" erforderlich...und irgendwie komm ich einfach nicht zu zwei endgültig passenden...

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Marcels04 11.03.2014, 22:56
@VietnamBoy

Dann allgemein vllt. über Leistungen der Kraftwerke, Vergleich Grad der Energieausschöpfung, Versorgungsstandorte etc.

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Und womit Deutschland nach dem atomaustieg die ganze Energie erzeugt die sie nichtmehr produzieren

VietnamBoy 11.03.2014, 22:21

Ja, das ist einer der Fragen, auf die wir hinaus wollen! Aber wir benötigen zwei individuelle Themen, dass heißt zwei Gliederungspunkte. (Wie beispielsweise die von Marcels04)

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Nein es wäre nicht sinnvoll, sonnst würden mehr Kohlekraftwerke gebaut werden.

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