Ist eig abtreiben Mord?

24 Antworten

und täglich grüßt das Murmeltier....

Nein, Abtreibung ist kein Mord, es wurde einem Abtreibungsgegner sogar mal verboten, Abtreibungsärzte Mörder zu nennen.

Vor der 24 Woche ist das Gehirn nicht weit genug entwickelt, um z.B. Schmerzen zu fühlen, oder gar "wirklich" zu denken.

Ich finde, das sind bis dahin sowas wie leere menschliche Hüllen, deren "Speicher" zum einen noch nicht ausreichend ausgebildet und zum anderen völlig leer ist.

Nicht umsonst sind gerade die letzten Wochen der Schwangerschaft so wichtig, der Fötus kann endlich "Wahrnehmen" und wird auf die "Außenwelt" vorbereitet.

An freiwilligen, von der Frau gewollten Abtreibungen vor der 22 Woche kann ich nichts schlechtes finden.

Was ich übrigens auch Interessant finde: Kaum einer hat was gegen die Kupferkette/Kupferspirale zur Verhütung, dabei sorgt diese dafür, das befruchtete Eizellen sich nicht einnisten können, und somit ausgeschieden werden, so hat Frau quasi immer wieder sowas wie "Mini Abtreibungen", was für die, die der Meinung sind "Das Schützenswerte Leben beginnt mit Befruchtung" ja quasi Serienmord sein müsste...

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Personen im Koma spüren auch nichts. Sollte man sie töten dürfen?

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@putnameherexy

Schon wieder diese Leier...

Nein, selbstverständlich nicht, denn der Komapatient ist in der Regel im Gegensatz zum Fötus voll entwickelt. Der Komatöse ist Theoretisch in der Lage Schmerz zu empfinden, weil ER ein voll entwickeltes Gehirn hat (auch wenn es durch das Koma oder dessen Ursache beschädigt sein mag, denn das ist auch was anderes als "nicht vorhanden" oder "nur in Ansätzen vorhanden")

Außerdem: selbst wenn er gerade im Koma liegt, ist sein "Speicher" nicht leer, sein.

Weist du warum das Argument irgendwie dumm ist? Weil es bereits geborene "voll" entwickelte Menschen mit Föten ohne funktionierendes Gehirn gleich stellt.

Da ich dir deine Frage beantwortet habe, hab ich nun auch eine für dich, und hoffe du beantwortest sie mir auch:

Wenn befruchtete Eizellen und bereits geborene Menschen gleichwertig für dich sind, würdest du bei einem Brand im Krankenhaus dann eher den schweren Medizinischen Behälter mit 40 befruchteten Eizellen, die in den nächsten Tagen zig Frauen eingesetzt werden sollen, oder die zwei Babys, die noch auf der Entbindungsstation liegen? (Beides geht nicht, und alle anderen sind schon raus gelaufen)

Immerhin sind das 40 "Leben" gegen 2, müsstest du mit deiner Einstellung dann nicht die befruchteten Eizellen retten?

(Wenn du geantwortet hast, würd ich dir gern noch was schreiben, will dich damit aber nicht vor deiner Antwort beeinflussen, deswegen erst NACHDEM du geantwortet hast ;) )

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Es klingt für mich etwas seltsam, daß Du diese Frage "aus Neugier" stellst, weil es keine Wissensfrage, sondern eine ethische Frage ist. Insofern kann sich die Neugier höchstens darauf beziehen, welche Positionen es gibt.

Grundlegend: Einen Mord kann man nur an einem Menschen begehen. Deshalb läßt sich Deine Frage grundsätzlich (Spätabtreibungen auf Indikation mal ausgenommen) und im Wesentlichen auf die Frage reduzieren, wann menschliches Leben beginnt.

Und da gibt es ganz verschiedene Positionen:

  1. Die traditionelle Position der katholischen Kirche war ja (ganz grob), daß es bereits beim Sex beginnt, weil der zu Schwangerschaft führen kann. Deshalb wird hier schon die Verhütung abgelehnt. Aber das eigentlich nur der Vollständigkeit halber.
  2. Die meisten Abtreibungsgegner heute meinen, sobald sich Spermium und Eizelle verbinden, habe bereits menschliches Leben begonnen. (Oft verbunden mit dem Glauben an eine unsterbliche Seele.)
  3. Mehr oder weniger wissenschaftlich denkende Menschen machen verschiedene Punkte in der Entwicklung des Fötus als den Beginn des Menschseins aus, z.B. den ersten Herzschlag, die Reaktion auf Schmerzreize oder die potentielle Lebensfähigkeit außerhalb des Mutterleibs (also als Frühchen).
  4. Eine meines Wissens nur von manchen Feministinnen vertretene Ansicht ist die, daß das Kind erst mit der Geburt zum Menschen wird und vorher als Teil des Körpers der Mutter auch allein deren Entscheidungsgewalt unterliegt.
  5. Und für Dieter Nuhr fängt menschliches Leben an, wenn der Dackel tot ist und die Kinder aus dem Haus sind.

Da man wie gesagt nur einen Menschen ermorden kann, aber andererseits die Tötung eines Kindes zumindest nach deutschem Recht immer das Mordmerkmal der Arglosigkeit des Opfers erfüllt, kann man also sagen, auch wenn nicht alle Gruppen es so ausdrücken würden, betrachten sie Abtreibung ab dem Moment als Mord, ab dem sie (werdende) Kind als Menschen ansehen.

Es ist eben eine schwierige Abwägung zwischen dem Recht der Mutter auf körperliche Selbstbestimmung und dem Recht des (werdenden) Kindes auf Leben, und die deutsche Rechtslage ist das Ergebnis langer Diskussionen und vieler Kompromisse. Das ist wohl wirklich einer der Fälle, in denen ein guter Kompromiß daran zu erkennen ist, daß ihn auf beiden Seiten viele nicht mögen.

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"Mord" ist ein rechtlicher Begriff für eine Tötung, bei der bestimmte Umstände gegeben sind.

Und weder lebt ein Ungeborenes im rechtlichen Sinn, noch ist es im rechtlichen Sinn ein "Mensch". Es ist, wiederum rechtlich so definiert, vielmehr ein "werdender Mensch".

Damit sind die beiden wichtigsten Merkmale für "Mord" nicht erfüllt.

Es steht jedem frei, einen anderen Begriff zu wählen - aber wozu intelligent, wenn man einfach dumm Stimmung machen will?

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@Libertinaer

Du hast Recht, ich hatte das falsch im Kopf. Ich meinte mich zu erinnern, daß die vorsätzliche Tötung eines kleinen Kindes immer als Mord zu bewerten sei, da es "automatisch" arglos sei. Tatsächlich ist es aber umgekehrt so, daß Kleinkinder als noch gar nicht fähig zum Mißtrauen betrachtet werden und deshalb gerade nicht arglos sei können, somit das Heimtückemerkmal so nie zutreffen kann.

Danke für den Hinweis.

Ob es sich nun um einen Menschen (oder jedenfalls menschliches Leben) handelt, das ist ja gerade der Streitpunkt zwischen den Gruppen mit den von mir beschriebenen verschiedenen Sichtweisen.

Und schließlich, wieviel Prozent der Bevölkerung könnten wohl den juristischen Unterschied zwischen Mord und Totschlag erklären? Es gibt nun mal eine Umgangssprache, und die definiert "Mord" nicht nach dem StGB, "Unkosten" nicht nach einem BWL-Lehrbuch und "Sinn machen" nicht nach Zwiebelfisch.

Natürlich wird der moralisch aufgeladene Begriff des Mordes gerade von denen benutzt, die Stimmung gegen Abtreibungen machen wollen, aber ich glaube ihnen schon, daß sie diese tatsächlich als Mord im Sinne einer moralisch besonders verachtenswerten vorsätzlichen Tötung empfinden. (Wenn Vegetarier Schlachtung als "Tiermord" bezeichnen, wird ihnen ja auch selten entgegengehalten, daß der 211 ausdrücklich nur Menschen als Mordopfer vorsieht.)

Und ob es nun ein Ausweis oder gar Voraussetzung von Intelligenz ist, den Wortlaut sämtlicher Gesetze auswendig zu kennen, naja...

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@gwf79
Ich meinte mich zu erinnern, daß die vorsätzliche Tötung eines kleinen Kindes

Mag sein, dass Du dich nicht "erinnerst". Aber zu wissen, dass ein Fötus kein "kleines Kind" ist, setzt eigentlich keine wirklich große Intelligenz- und/oder Wissensleistung voraus.

"Fötus", "Kind" - da ist ja noch nicht mal ein einziger Buchstabe derselbe ... ^^

Und ob es nun ein Ausweis oder gar Voraussetzung von Intelligenz ist, den Wortlaut sämtlicher Gesetze auswendig zu kennen, naja...

Es ist ein Ausweis von Bildung, Gesetze zu kennen. Angefangen bei den wichtigsten.

Es ist ein Ausweis von Bildung, die Bedeutung von Worten zu kennen. Insbesondere derjenigen, die man selbst verwendet.

Es ist ein Ausweis von Intelligenz, Worte so zu verwenden, wie sie gemeint sind.

Und es ist auch Ausweis von Kultur - denn darauf fußt die erfolgreiche Kommunikation zw. versch. Menschen.

Fazit: Es ist zumindest bezeichnend bis unterhaltsam, wenn Menschen mit beschränkter Bildung, Intelligenz und Kultur meinen, andere Menschen belehren oder Vorschriften machen zu wollen. :)

Dass die extremsten dieser Menschen einfach den Schuss nicht gehört haben und längst verlorenen Debatten immer noch erfolglos nachheulen, vollendet das gewonnene Bild der Begriffsstutzigkeit ...

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@Libertinaer

Es ist meine Erfahrung, daß es weder ein Zeichen besonderer Größe noch hilfreich beim Überzeugen anderer Menschen ist, wenn man fremde Positionen und deren Vertreter von oben herab wertend abkanzelt.

Ich muß weder der Prämisse noch der Konklusion zustimmen (tue ich nicht), ich muß nicht mal ein besonders empathischer Mensch sein (bin ich nicht), um anzuerkennen, daß jeder Mensch Gründe hat, aus denen er zu den Positionen gekommen ist, die er vertritt.

Vollkommen egal, ob das ein fundamental-christliches "ein Embryo ist ein Mensch", ein pegidistisches "die UN plant eine Auslöschung der weißen Rasse durch Umvolkung", ein feministisches "alle Männer unterdrücken alle Frauen in einem 6000 Jahre währenden Patriarchat" oder ein libertäres "der freie Markt wird Straßen auch ins kleinste Dorf bauen, wenn sie wirklich benötigt werden" ist:

"Haha, Du bist doof" hat noch niemanden umgestimmt und überzeugt auch sonst nur die, die einem sowieso schon zustimmen. Bei allen anderen (insbesondere auch bei den noch Unentschiedenen) läuft man eher Gefahr, daß sie die eigene Position stärker ablehnen, weil sie deren Vertreter für selbstgerechte A.löcher halten.

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@gwf79
Es ist meine Erfahrung, daß es weder ein Zeichen besonderer Größe noch hilfreich beim Überzeugen anderer Menschen ist, wenn man fremde Positionen und deren Vertreter von oben herab wertend abkanzelt.
  1. Ich nehme für mich keine "besondere Größe" in Anspruch.
  2. Ich will dir (bei dem Thema an sich) nicht "helfen", sondern habe nur auf grundlegende Prinzipien der Kommunikation hingewiesen.
  3. Ich halte dich/deinesgleichen nicht für lernfähig bzw. überzeugbar.
  4. Deine "Position" ist mir - wichtiger noch: den betroffenen Frauen - schnurzpiepegal.
  5. Die Debatte ist, wie bereits geschrieben, schon vor langer Zeit mit einem Kompromiss beendet worden - und es sieht nicht auch nur im Ansatz so aus, als wenn ewiggestrige konservative "Moralhüter" zukünftig mehr zu melden hätten.
  6. Für was DU mich hältst, ist mir ebenfalls schnurzpiepegal.
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@Libertinaer

Nur mal so aus Interesse: Wer ist denn Deiner Ansicht nach "Meinesgleichen"?

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@gwf79

Diejenigen, die Begriffe bewusst falsch verwenden, um Schlachten zu schlagen, die es nicht mehr gibt.

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Abreibung ist meistens Totschlag oder fahrlässige Tötung, oder Mord im Affekt. Die Gerichte entscheiden inzwischen so, als ob es sich um keine Strafbare Handlung handeln würde. Es geht um eine Form des Krieges, denn auch im Krieg ist töten nicht strafbar. Wahrscheinlich ist es eine Form des Krieges.

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Wahrscheinlich ist es eine Form des Krieges.

Vermutlich gegen Dummheit oder fahrlässige Dummheit oder Dummheit im Affekt. ^^

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@Libertinaer

Ich bin Christ und befinde mich in einem echten Dilema. Ich bin grundsätzlich gegen Abtreibung, aber ich sehe gleichzeitig das Leid in welchem viele Menschen stecken welche abtreiben. Als Christ stehe ich voll dafür ein Leid zu lindern und zu mindern. Ich tue alles was ich nur kann um dieses Ziel zu verwirklichen, aber ich stehe oft ratlos da und weiss nicht wie weiter. Das Leid unter uns Menschen ist extrem gross, wir müssen menschlich entscheiden, mehr kann Gott von uns nicht fordern, und wird er auch nicht.

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@Patrickson

Und ich bin Atheist. Was irgendein "Gott" angeblich "fordert" - egal welcher der unzählig vielen angeblichen Götter, und egal welche halt doch von Menschen gemachte Forderung -, geht mir also sonstwo vorbei (wie mittlerweile insgesamt der Mehrheit der deutschen wie europäischen Bevölkerung). Eher im Gegenteil: Wer nicht sachlich nachvollzieh- bzw. -prüfbar irgendetwas fordert, und lieber erfundene Geistwesen als "Begründung" anführt, der hat sich unmittelbar als ernstzunehmender Gesprächspartner disqualifiziert. *)

Als Humanist  stehe ich voll dafür ein, Leid zu lindern und zu mindern. Ich tue alles was ich nur kann um dieses Ziel zu verwirklichen, aber mir ist bewusst, dass werdende Menschen noch keine Menschen sind (und es ggf. auch so niemals werden), "(werdendes) menschliches Leben" anders zu definieren ist (und definiert und bewertet wird), als das Leben von Zellen und/oder auch Bakterien. Und mir ist bewusst, ab wann werdendes menschliches Leben überhaupt fähig ist, so etwas wie "Leid" zu empfinden.

Insofern fällt mir eine Meinung zu einer Entscheidung bezügl. einer persönlichen Angelegenheit, die mich als Mann ohnehin nicht direkt betrifft, entsprechend leicht.

Es gibt aber auch rein gar nichts elementares mehr "zu entscheiden". Die Entscheidung, wie damit umzugehen ist, ist gesellschaftliche gesehen schon längst getroffen worden: Die betroffene Frau entscheidet, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.

Und was die stetig kleiner werdende Gruppe religöser Gegner betrifft: Einige von denen werden halt umso lauter, je stärker sie auf dem Weg in die völlige Bedeutungslosigkeit verschwinden ...

... wobei das von außen betrachtet - ebenso wie ihre Spökenkiekerei als solche - halt belustigenden Charakter hat. :-)

*) "Gesprächspartner" ist allerdings bereits zuviel der Ehre. Das sind ja eher Selbstgespräche, höchstens innerhalb ihrer Gruppe von Interesse (also eher ein Pfeifen im Walde ^^), auf die ich halt geneigt bin, mit Belustigung und Spott zu reagieren, angesichts der enormen Diskrepanz zw. gefühlter Eigenbedeutung und tatsächlicher Relevanz. %-))

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