Ist Donald Trump vielleicht doch garnicht so schlecht für Amerika wie vermutet?

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8 Antworten

Hallo MySweetDesire,

vieles was du schreibst, sehe ich ähnlich. Für Amerikas Infrastruktur wird es kurzfristig mehr Geld geben, die US-Wirtschaft erst mal wachsen, langfristig unter den Schulden leiden.Wenn es eine Staatsschuldenkrise gibt, kann die Welt und insbesondere Europa in schweres Fahrwasser geraten. Denn die "dicke Berta" ist ja verbraucht, die EZB steht ohne Optionen da.

Europas Einfluss wird vermutlich leiden.  Er wird sich vermutlich wenig um Europa kümmern wollen, er wird (hoffentlich) kein TTIP weiter verhandeln, und er wird im Zweifelsfall eher viel einfordern und wenig geben wollen. Auch sonstige internationale Verträge werden eher nicht neu entstehen. Die Welt-Klimapolitik wird nicht weiter kommen. Die amerikanische Politik wird sich mehr nach (Aus ihrer Sicht) Westen wenden.

Das kann evtl. dazu führen, dass sich weltpolitische Machtsphären ändern, das kann erst recht bedeuten, dass die europäische Machtsphäre schrumpft.

Mein Eindruck ist, dass er sich auf Amerika konzentrieren wird. Dies könnte Konflikte in Osteuropa mit Russland reduzieren helfen, oder Russland Freiraum geben, dreister aufzutreten. Bei Putin würde ich eher mit "dreist" rechnen. Dann würden erst recht die Forderungen von Polen und baltischen Staaten gegenüber Europa laut werden, und innerhalb Europas könnte der zwist zwischen Staaten zunehmen.

Außerdem glaube ich, dass viele Trump zum Vorbild nehmen, d.h. Regierungen mehr auf nationale Egoismen setzen, so dass Europa nicht mehr oft mit 1 Stimme sprechen wird und daher weltpolitisch Einfluss verliert.

Es könnte aber auch Chancen geben: Europa könnte mehr mit China oder Afrika kooperieren, eine unabhängige Nahostpolitik betreiben, die mehr auf Ausgleich aus ist, Isreals Positioin würde evtl. geschwächt und dann wäre Isreal eher bereit zu einer Verhandlungslösung mit Palästina. Oder Isreal setzt auf 4 - 8 Jahre Starre und sitzt die Zeit aus bis ein Nachfolger Trumps ins Amt kommt

Den Putin wird Trump wohl gewähren lassen, und das wird der zu nutzen wissen. Der Einfluss Russlands im nahen Osten könnte stark steigen, was Russland wirtschaftlich helfen kann. Russland kann dann evtl. dorthin mehr Handel treiben. Und die europäischen Exporte nach Russland reduzieren sich noch weiter. Das ist eher zum Nachteil von Deutschland. 

Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass Trump nicht immer isolationistisch bleibt, sondern von seinem Charakter her in einigen Bereichen mehr auf Konfrontation geht, mehr provoziert. Das kann, z. B. gegenüber China, zu ernsthaften Spannungen führen und die Frage ist, wie China drauf reagiert, auch innerhalb Amerikas, d.h. zwischen USA und Canada und zwischen USA und Mexiko und erst recht zu Cuba.
Ich habe etwas Angst, dass er eine 180°-Wende macht, wenn z. B. nach einigen verbalen Attacken auf Muslime, darauffolgenden Anschlägen von Muslims, er plötzlich diese wirklich weltweit ähnlich wie Bush als Feinde erklärt, einen Krieg anfängt z. B. mit dem Iran oder wen immer er als Sündenbock wählt. Nicht unbedingt weil er das für moralisch richtig hält, sondern weil er kalkuliert, dass diese Konfrontation ihm Rückhalt in der Gesellschaft gibt. Und ob er nicht auch dann wieder zum Interventionisten wird?

Es werden spannende Jahre.

MySweetDesire 12.11.2016, 13:44

Vielen Danj für diese ausführliche Antwort

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Die europäschen Staaten sind nur so entsetzt, weil sie jetzt mal selber aktiv werden müssen. Seit mindestens 1945 unterstützt die USA die westeuropäische Staaten, jetzt sagt Papa Trump, ich kümmere mich erst einmal um mein Haus und ihr meine Kinder seit alt genug und kümmert euch mal um euch selbst. Es ist doch ungefähr so, als ob man von zu hause auszieht und ab nun auf eigene Füße stehen muß.

Natürlich ist ein Großteil der hier vertretenen noch schön bei Papa und Mama zuhause und kennt das Gefühl der Eigenständigkeit mit allen drum und dran nicht. Aber das ist dann nun mal so, dass man dann auf einmal Rechnungen bezahlen muß usw. Man will seine Freiheit, aber soviel Freiheit nun doch nicht.

Trump  ist gut für die Welt, klar wirds jetzt spannender, aber so ist das Leben. Trump rüttelt die Welt auf, er ist ein Wirtschaftsboss und so wird jetzt die Politik, ohne Netz und doppelten Boden. Wenn ihr US - Truppen haben wollt, dann zahlt. Wollt ihr uns in der NATO, dann zahlt usw. Er stellt die Welt auf die eigenen Füße. Er sagt doch nur, wenn ihr leben wollt, dann arbeitet. Bis jetzt hat sich doch der ganze Westen nur immer auf die USA verlassen.

Rotrunner2 11.11.2016, 02:53

Danke für die Bewertung

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MySweetDesire 11.11.2016, 03:00

Europa verlässt sich extrem auf die USA. Das Problem bei der Sache ist dass Amerika nicht auf Europa angewiesen ist. Umgekehrt sieht die Lage aber anders aus...

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Rotrunner2 11.11.2016, 03:11
@MySweetDesire

Du hast völlig Recht, Europa muß sich jetzt wieder auf seine eigenen Stärken besinnen. Das Problem ist nur, dass Europa vielzusehr mit sich selbst beschäftigt ist, als sich auf die eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren.

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ich denke, dass es zumindest ganz gut ist, wenn die alte vernetzte politische Kaste mal ein bisschen durcheinander gewirbelt und mit neuen Leuten ergänzt wird. Die bisherigen Entscheidungsträger sind seit so vielen Jahrzehnten mit den System verbunden - und es sind nur Kriege, Hass und anderer Mist produziert worden.

Trump ist sicherlich alles andere als der Traum-Präsident. Aber wäre eine berechnende Kriegstreiberin und Lügnerin wirklich die bessere Wahl gewesen?

MySweetDesire 11.11.2016, 02:39

Ich finde er ist wie er es sagt einer von ihnen, ein waschechter Ami halt. Und damit meine ich nicht das Geld oder so. Er ist kein Politiker und das ist manchmal garnicht so schlecht. Sollten hier auch mehr auf die Straße gehen. Damit meine ich bestimmt nich AfD

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Raiva 11.11.2016, 02:40

ja, das ist genau das, was ich meine. Danke für den Kommentar 👍

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Es ist jedenfalls garnicht so schlecht für uns da er gut mit putin klar kommt.. Solange amerika und russland gut klar kommen, sind wir in sicherheit. Eine hillary clinton würde mit ihrer skrupellosen art vermutlich viel eher einen krieg beginnen, egal mit wem..

MySweetDesire 11.11.2016, 02:35

Eben nicht... wenn Trump und Putin Best Buddys sind und Großbritanien Rückrat von Amerika bekommt Special Relationship. Wen hat dann Europa? MERKEL?? Ha ha ha

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DJFlashD 11.11.2016, 07:02

was wollen die bitte von europa?

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Jemand der so irre ist kann kaum fur usa ein vermogen sein aber hoffentlich kann er die menschen zum positiven ueberraschen diesmal.

erwardie bessere wahl, denn er zeigtoffen wie er ist. .... ein aarschloch eben.... die clinton hat den beginn mehrerer kriege  beführwortet und sogar teils mit zu verantworten, deren ursprungsgründe, für einen krieg, später als falsch aufgedeckt wurden.      Ein offenes aarschloch oder eine intrigante massenmörderin... wen wählst du    XD

Das größte Problem ist, dass er nicht an den von Menschen verursachten Klimawandel glaubt. Das ist schlecht für die ganze Welt.

MySweetDesire 11.11.2016, 02:33

Was hat der Umweltschutz bis jetzt gebracht? Viele Kosten die viele Firmen aufs Spiel setzt, vorallem in Europa weil wir ja in allem (der einzige) Vorreiter sind. Auflagen über Auflagen und viele Mehrkosten für den kleinen Bürger (versteckte Steuern) z.B. Umweltplakette etc. Viele Windräder die das schöne Bild der Natur zerstören. Und für was? Wir sind immernoch angewiesen auf Atomkraft und bestimmt noch min 100 Jahre

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blechkuebel 11.11.2016, 17:00
@MySweetDesire

"Was hat der Umweltschutz bis jetzt gebracht?"

Das ist eine gute Frage, die sich bestimmt auch beantworten lässt. Bestimmt könnte man in etwa evaluieren, wieviel weniger CO2 ausgestoßen wird oder wieviel Atommüll weniger anfällt. Und diese Zahlen könnten dann die Mehrkosten rechtfertigen (und wenn dem so ist, kann man stolz darauf sein, dass Europa Vorreiter ist).

Das "schöne Bild der Natur zerstören" (als so schlimm empfinde ich das nicht, aber gut) ist meines Erachtens besser, als mehr und mehr Atommüll anzuhäufen. Was wäre deine Antwort auf Atommüll?

Leider ist es vermutlich wirklich so, dass erneuerbare Energien (noch) nicht den kompletten Energiebedarf decken können. Das ändert nichts daran, dass erneuerbare Energien die Zukunft sind angesichts der dramatischen Prognosen der Klimaforscher und angesichts des ungelösten Problems des Atommülls.

Das langfristige Ziel sollte sein, dass der Energiebedarf vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Natürlich kann man auch Geld sparen, den Klimawandel verstärken und noch mehr Atommüll anhäufen. Aber das ist m.E. der verantwortungslosere Weg.

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Ich drücke es mal so aus. Wenn man ständig nur an sich denkt, verprellt man irgendwann seine Freunde. Und Freunde brauch man nun mal um zu überleben.

MySweetDesire 11.11.2016, 02:28

Sorry meine Bedenken hab ich jetzt erst reingeschrieben. Voller Text ist jetzt on

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MySweetDesire 11.11.2016, 02:37
@dsdmann

Habs geändert. Ka warum das immernoch so steht nerv. Muss jetzt alles einzeln beantworten

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