Ist dieses Wirtschaftsmodell umsetzbar?

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6 Antworten

Hallo charismaticus
Ich bin selbst kein Experte (ich bin interessiert aber nicht in diese Richtung studiert)
Ich habe mir das durchgelesen, und es gibt in diesem System viele gute, und auch umsetzbare Massnamen.
So wunderbar das System jedoch klingt:
Es ist faktisch nicht machbar.
Meine Begründung dazu:
Die Idee fusst auf einer Welt i der überall das selbe System etabliert werden kann. Aktuell ist das unmöglich, da die unterschiedlichen Teile der Welt verschieden weit entwickelt sind.
Dazu kommt, dass alle politischen Mächte der Welt zusammenspannen müssten.
Somit wären die Teile keine Steuern und Beseitigung der Spekulationen unmöglich.
Die Punkte Mindestlohn / Arbeit für alle / hohe Rente für alle sind leider so nicht einsetzbar, solange man davon ausgeht, dass Deutschland keine Mauer um sich bauen will. Denn da es weltweit zur Zeit unmöglich durchzusetzen ist, würden enorm viele Menschen in ein Land strömen in dem das so wäre.
Als letzten Punkt noch: Wenn wir so ein System einführen wollen würden, so müssten wir alle auch wieder verzichten lernen. Und ich denke nicht, dass das alle können oder wollen.
Unter dem Strich:
Die Idee wäre toll, doch sie ist zur Zeit weder auf globaler noch auf nationaler Ebene einsetzbar.
Ich hoffe ich konnte dir helfen.
Lg

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Wirtschaft ist ein ungemein komplexer, sich ständig verändernder Prozess. Das Gesamtgefüge reagiert sehr sensibel auf unausgegorene Einschnitte auf der Basis abstrakter Gedankenmodelle. Dass unsere Wirtschaft mit vielen Fehlkonstruktionen behaftet ist, dass für die Zukunft die Problematik Arbeitsplätze und Renten nicht annähernd gelöst ist und mit den sich auftürmenden Schuldenbergen immer mehr belastet wird, ist eine Seite. Doch die andere heißt, wie da rauskommen, ohne dass alles zusammenkracht und erfahrungsgemäß zahlen das immer die Kleinen. Mag sein, dass das Bandbreitenmodell gute Ansätze enthält, die aber Schritt für Schritt diskutiert werden müssten. Vor allem müsste sichergestellt werden, dass Politiker gewählt werden, die auch Willens sind, überhaupt solche Schritte zu gehen.

Man muss sich doch nicht wundern, dass Politiker, die dank ihrer Schuldenpolitik am Tropf der Banken hängen, wenn es opportun ist, um den Leuten die Augen zu verkleistern, nach vorne lauthals über die Banken schimpfen und ihnen hintenherum per Shake-Hands immer mehr Macht und Spielgeld zur Verfügung stellen. Die sogenannte EURO-Rettung ist bei genauer Betrachtung eine große Umverteilungsmaschine von Arm zu Reich. Da wird in Deutschland jedem Arzt genauestens auf die Finger geschaut, ob er auch den letzten Euro versteuert und in EUOLand werden dann ungeprüft die Milliarden verschoben. Griechenland, Portugal, Spanien, Bauruinen, wohin man schaut, nutzlos aber eine Goldgrube für die Seilschaft aus Beamten-Politikern-Unternehmern. Wirtschaftlichen Aufschwung in den betroffenen Gebieten bringen diese Bauruinen nicht. Wohl aber Spekulationsgeld für die, die die Milliarden ungeprüft verschoben haben.

Ein System rettet gar nichts, wenn die Verantwortlichen genügend kriminelle Energie haben und die Wähler so unwissend sind wie nur was. Solange sich Wähler mit Geschenken ködern lassen, von denen sie meinen, dass andere Gruppen diese zahlen, eröffnen sie das Spiel "aller gegen alle" und sind am Ende meist selbst die großen Verlierer. Die kleinen Betrüger machen den Weg frei für die großen Abräumer. Ich glaube nicht an die Unfehlbarkeit von Systemen, solange sich die Menschen nicht mehr kümmern.

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Das auf der Webseite dargestellte Wirtschaftsmodell ist äußerst naiv. Es scheint sich um eine Spielart der Österreichischen Schule zu handeln. Ron Paul und sogenannte "Libertäre" aus den USA propagieren ein ähnliches Modell.

Es ist gut sich für mehr Gerechtigkeit in der Wirtschaft einzusetzen, jedoch gibt es einfach Widersprüche und Problematiken im Kapitalismus, welche unüberwindbar sind, weshalb er sich auch letzten Endes selbst zugrunde richtet. Da reicht es sicherlich nicht ein paar soziale Schräubchen zu drehen, sondern der Fehler liegt im System selbst. Andernfalls gäbe es keine 6-8 Millionen Hungertote jedes Jahr. Doch die Bekämpfung des Welthungers ist nunmal keine lukrative Angelegenheit für einen Kapitalisten. Und diese sind ja gezwungen Profit zu erwirtschaften, also Kapital zu akkumulieren.

So nun zu dem angesprochenen Wirtschaftsmodell. Meine Kritik ist folgende:

  • Das neue System schlägt vor, dass die Löhne durch Steuereinsparungen steigen zu lassen. Hierzu soll der Unternehmer Steuervergünstigungen erhalten. Frag dich einfach selbst: Du hast eine Autofabrik und nun durch eine Steuerersparnis mehr Kapital zur Verfügung. Wirst du das Geld in die Vergrößerung deines Unternehmens oder ins Marketing usw. investieren oder deinen Arbeitern schenken? Es ist einfach unprofitabel für den Unternehmer. Er wird stets versuchen das niedrigst mögliche Gehalt zu zahlen um die Ausgaben niedrig zu halten und seinen Profit zu maximieren.
  • Es sieht richtig ein, dass durch Automation und moderne Technologien die Arbeitszeit drastisch reduziert werden könnte. Frag dich wieder selbst: Deine Autofabrik hat nun einen Roboterarm, welcher das Auto 30 mal schneller zusammensetzen kann als jeder Mensch. Würdest du um deines Profits willen nun die Arbeitszeit um das 30fache für den Arbeiter reduzieren oder deinen Profit weiterhin maximieren und die Angestellten ihre 8 Stunden plus eine Stunde Pause schuften lassen? Bedenke das die Technologie in den letzten 70 Jahren immense Fortschritte gemacht hat, gerade auch auf Farmen, Fabriken usw., wir aber immernoch seit 1946 den Achtstundentag haben.
  • Die Steuern sollen einzig von den Konsumenten bzw. von den Arbeitern und Angestellten bezahlt werden. Große Konzerne versuchen ja bereits jetzt schon so wenig Steuern wie möglich zu zahlen und in den USA erschaffen sich die Millionäre Stiftungen, deren Vorstand sie selbst sind um dadurch die Stiftung quasi als zweites Geschäftskonto nutzen zu können um keine Steuern darauf zahlen zu müssen. Also sie "spenden" sich ihr Geld einfach selbst.
  • Es versucht die Börse, die Banken und das Kapital in die Schranken zu weisen. Das ist unglaublich naiv in Zeiten der Globalisierung. Alleine der Versuch Ratings von privaten ausländischen Rating-Agenturen zu verbieten ist lachhaft. Dem Verfasser ist zudem wohl nicht klar das wir in einem System der Banken und Konzerne leben.
  • Der Verfasser ist im Kapitalismus, einer Leistungsgesellschaft aufgewachsen, die ihn natürlich auf eine Ellenbogenmentalität geeicht hat. Somit schätzt er die Motivation der Arbeiter als sehr egoistisch ein. Keine Gesellschaft mit Solidarität und Zusammenarbeit ist sein Ziel, sondern Mensch gegen Mensch, Klasse gegen Klasse.
  • Auch sehe ich keinerlei Lösung für die wirklichen Probleme des Systems: Korruption, Macht der Banken und Konzerne, Medienkontrolle durch Intendanten der Parteien und Konzerne, Profitable Kriege, Kolonialisierung bzw. Ausbeutung von Dritte Welt Ländern, Drogenprobleme, Massenobdachlosigkeit, Staatsverschuldung, Organisiertes Verbrechen usw. usf. Das sind nunmal die Symptome des Kapitalismus, die man nicht schönreden kann.

Eines habe ich offen gestanden auch nicht ganz verstanden: Wie soll hier jetzt durch das Bandbreitenmodell Vollbeschäftigung erreicht werden? Vollbeschäftigung gab es bisher nur in Ländern wie der DDR...

Ich denke die Macher der Seite haben den Kapitalismus einfach nicht verstanden. Man muss sich schon mit Kapitalismuskritik nach Marx auseinandersetzen um hier zu begreifen warum das System so wahnwitzig ist. Ausbeutung der arbeitenden Menschen durch Konzerne und Banken wird durch ein solches System nicht verhindert, sondern sogar noch erleichtert.

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Ja, das würde auf jeden Fall besser funktionieren als das was wir jetzt haben.

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Bin zwar kein Experte, aber ich bin mir zu 100% sicher dass es nicht funktioniert. Genau wie die Politeia nicht funktionieren würde. 

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Kann überhaupt kein Wirtschaftsmodell erkennen; da fehlt mehr als die Hälfte.

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