Empathie bei Entführung — Ist dieses Szenario realistisch?

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6 Antworten

Ich orientiere mich an der Antwort von lillian92, stimme allerdings nicht damit überein, dass es ausschließlich diese beiden und ausschließlich Motive für eine Entführung gibt, die Empathielosigkeit voraussetzen.

Generell kann

  • der Entführer es nicht ernst meinen
  • der Entführer es auch sachlichen Gründen tun (win-win-Situation ⇾ töten kann er sein Opfer trotzdem)
  • der Entführer tatsächlich mehr oder weniger stark geartete Sympathien für sein Opfer entwickeln (wie wäre ihrer beider Beziehung, hätten sie sich unter anderen Umständen kennen gelernt)

Dann stellt sich wieder für den letzten Punkt die eben gestellte Frage des Motivs:

  • Verzweiflung aufgrund unerwiderter/unerfüllter Liebe (Kurzschlusshandlung): Hier besteht durchaus starke Zuneigung. Wenn keine starke psychische Verwirrtheit vorliegt, die Energien in die der erwünschten Richtung entgegenliegende lenkt, keine Intention, das Opfer ernsthaft körperlich zu verletzen.
  • Wenn es um Geld geht, muss der Entführer nicht zwangsläufig skrupellos sein. Da das Opfer als Druckmittel bzw. Pfand verwendet wird, muss es am Leben und ggf. sogar unversehrt bleiben bleiben
  • Sprechen wir allerdings von einem Sozio- oder Psychopathen, ist nicht von Rationalität auszugehen
  • Wenn es sich um mehrere Personen handelt, die hierarchisch organisiert sind und Gehorsam der Untergebenen durch Angst oder unerschütterliche Loyalität (aus welchen Gründen auch immer, die wiederum gar nicht mal unerschütterlich sein müssen), sodass der Auftraggeber bzw. Chef gar keinen Kontakt mit dem Opfer haben muss und so sachliche, unemotionale Entscheidungen treffen kann, könnte der Entführer zumindest den Anschein eines skrupellosen Auftreten erwecken und aufrecht erhalten wollen.
  • Entführer (noch häufiger Geiselnehmer) handeln oft in Form einer Kurzschlussreaktion, da sie sich selbst als unter Druck gesetzt und in einer aussichtslosen Situation befindlich betrachten, die unmenschliche Handlungen erforderlich macht. Bereits kurz nach der Tat zeigen sich oftmals Skrupel und der Wunsch, das Beste aus der Sache zu machen (kein unnötiges Leid der Opfer, mögliche Strafmilderung, das eigene Überleben)
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Kommentar von derbohrer13
24.11.2016, 17:26

Wow... Das war aber ne lange Antwort! Danke!

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Zugegeben, begeistert wäre ich nicht…

Könnte mir eher vorstellen, dass der Entführer ausflippt, weil sein Opfer nicht still sein kann und ihr diesen Deal quasi aufzwingt, weil das Opfer überhaupt nicht mehr aufhört zu weinen.

Das gesagt, hängt vieles auch von der vorherigen Beziehung zwischen Täter und Opfer ab und was hinter der Entführung steckt.

Jemand, der zum Beispiel aus Verzweiflung handelt, der wird meiner Ansicht nach versuchen jede positive Beziehung zum Opfer zu unterbinden, da ihm sonst alles über den Kopf wachsen könnte. Jemand der nur aufs Geld aus ist, ist skrupellos genug, jemanden deshalb Schaden zuzufügen, also wird die Person wohl kaum Mitleid mit dem Opfer haben… Aber dein Szenario passt irgendwie in keines der Konzepte, die mir gerade im Kopf herumschwirren…

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Es ist zugegeben etwas unrealistsch. wenn du jedoch eine dritte Person mit einbauen würdest, könnte die szene wie folgt aussehen: Dei Entführte Person erleidet einen Nerfenzusammenbruch (sprich, beginnt zu Weinen) der entführer ht einen Komplizen, welcher jedoch mit der entführten Person zu sympatsieren beginnt nd ihr diesen Deal vorschlägt.Allerdings sollte der andere "Bösartigere" entführer beim Deal selbstverständlich nihct anwesend sein :)

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Kommentar von DunnoAnything
23.11.2016, 13:41

nerfen...alles klar

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Wenn sie schon länger bei ihm ist und seelich wie körperlich bestraft wurde und vielleicht keine Stütze mehr hat (Famile,Freunde),dann ist das realistisch.
Aber du musst sie dann auch etwas gebrochen darstellen oder das sie ihn hintergeht.

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Der Entführer hat Mitleid mit der Entführten? Dann würd er sie freilassen. Entführer sind skrupellose, herzlose Mistkerle. Wenn er einen Deal mit dem Opfer macht, dann verars..t er sie. Er denkt nicht daran, ihr etwas zu geben, sondern will sich nur ihre Kooperation erschleichen. Darauf vertrauen, dass sie nicht abhaut und dafür riskieren in den Knast zu gehen? - Nur im Märchen ;-)

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Kommentar von DunnoAnything
23.11.2016, 13:43

Der Entführer hat Mitleid mit der Entführten? Dann würd er sie freilassen. Entführer sind skrupellose, herzlose Mistkerle.

Was für ein Bullshit. Du hast nichts verstanden.

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Das ist realistisch. Die Entführte hat ja trotzdem Todesangst.... Also angenommen ich wäre der Entführte, würde ich das so verstehen: Ich behandle dich besser, aber wenn du versuchst abzuhauen, töte ich dich natürlich trotzdem. Das ist ein ganz normales Angebot seitens eines Entführers und nicht unrealistisch.

Ist eine win-win-Situation...obwohl das Opfer  weniger gewinnt als der Entführer.

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