Ist dieser Satz falsch (Chemie, Säure, saure Lösungen)?

5 Antworten

Man muss unterscheiden zwischen einer Säure und einer Lösung, die sauer reagiert.

Wenn man einmal von der Kohlensäure absieht, die es in reiner Form gar nicht gibt, dann ist der erste von Dir zitierte Satz falsch. Deine Vermutung ist also richtig.

Bei flüssigen Säuren mag man den von Dir genannten Fehler noch überlesen. Aber die meisten Säuren sind bei Zimmertemperatur fest. Dann fällt (hoffentlich) auf, dass der folgende Satz falsch ist: " Die Weinsäure oder alle Aminosäuren sind Beispiele für saure Lösungen".

Säuren können also im Zustand einer sauren Lösung vorliegen, werden aber grundsätzlich als Säuren bezeichnet?:)

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@wiedunurich

Du kennst wahrscheinlich noch keine Säuren, die bei Zimmertemperatur fest sind. Zur Erklärung Deiner Frage will ich die Verbindung Citronensäure als Beispiel nehmen.

Die Citronensäure ist ein weißes Pulver, das bei 153 °C schmilzt. Die Verbindung löst sich sehr gut in Wasser. Man erhält also die Lösung dieser Säure, und diese Lösung reagiert sauer.

Vielleicht habt ihr im Chemieunterricht schon mit einem Indikatorpapier gearbeitet. Wird dieses Papier in die feste Säure gegeben, dann verändert es sich nicht. Gibt man ein paar Tropfen Wasser hinzu, löst man also einen kleinen Teil der Säure, dann zeigt das Papier sofort eine saure Reaktion an.

Der letzte Teil Deiner Frage müsste lauten:
....... werden dann grundsätzlich als Säurelösungen bezeichnet.


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Meines Wissens nach verwendet man zumindest bei anorganischen Säuren das Anhängsel "-säure" nur bei wässrigen Lösungen. Beispiel HCl: Am besten ist es als "Salzsäure" bekannt. Salzsäure ist es allerdings nur in wässriger Lösung, das Gas als Reinsubstanz heißt Chlorwasserstoff. Überträgt man das auf Schwefelsäure und Kohlensäure, müssten die Reinstoffe theoretisch Trihydrogensulfat und Dihydrogencarbonat oder so heißen

wobei H2SO4 (und auch H2CO3)eigentlich beim Einleiten des Anhydrids SO3 (bzw. CO2) in Wasser entsteht und demnach theoretisch immer iwie Wasser vorhanden sein müsste... jedoch kann man die Reinstoffe bestimmt iwie herstellen ^^

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Säure kann also auch bedeuten, dass es schon in Wasser gelöst ist und nicht unbedingt eine reine Säure (wie z.B. Zitronensäure) ist?

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ja, gerade in solchen Fällen wie HCl oder wo die Säure als Reinstoff nur schwer zu isolieren ist und sonst als Anhydrid vorliegt, dementsprechend erst in wässriger Lösung tatsächlich sauer reagiert und mit der Aufnahme von H2O erst "wirklich eine Säure ist" :O das kommt aber auf den Stoff an, bei organischen Säuren gibt es ja die eigene "Carbonsäuregruppe" bzw. Carboxygruppe und Citronensäure existiert auch als Feststoff. Unter Salzsäure versteht man eine wässrige Lösung von HCl, Citronensäure kann sowohl für den Feststoff als auch die wässrige Lösung davon stehen. Würde das so definieren, dass sich der Zusatz "-säure" beim Feststoff Citronensäure auf die funktionelle Gruppe bezieht, die wiederum in wässriger Lösung sauer reagiert, und nicht auf die Stoffeigenschaft bei Abwesenheit eines wässrigen Mediums. Die Übergänge bei solchen Bezeichnungen sind manchmal fließend...

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Die wasserfreien Form nennt man das Säureanhydrid. Löst man das Anhydrid in Wasser, dann entsteht die Säure

SO3 + H20 ==> H2SO4

2 NO2 + H2O + ½ O2 ==> 2HNO3

CO2 + H2O ==> H2CO3

Eine Lösung nennt man sauer, wenn die gelösten Stoffe Protonen abdissoziieren. Den negativen dekadischen Logarithmus der Protonenkonzentration nennt man den pH Wert. Ist dieser Wert kleiner als 7, dann sagt man sauer, ist er höher als 7 dann alkalisch


Das heißt, Säuren sind sowieso schon in Wasser gelöst und sind deswegen auch automatisch eine saure Lösung?

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Salpetersäure und Schwefelsäure können als Reinstoffe vorliegen. Kohlensäure existiert nur in wässriger Lösung. Somit ist die Aussage falsch auch wenn sie für die Kohlensäure stimmt.

Schwefel- und Salpetersäure können demnach aber auch in wässriger Form vorliegen (werden trotzdem weiterhin als Säure bezeichnet) und sind deswegen saure Lösungen womit die Aussage ja eingeschränkt richtig wäre, oder?

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Wenn man ganz pingelig ist, hast du Recht. Es scheint sich aber eingebürgert zu haben, dass saure Lösungen auch als Säure bezeichnet werden. Dies ist auch die häufigste Form, in der Säuren vorliegen, denn der Großteil ist hydrophil und zieht damit Wasser sogar aus der Luft an.

Deine Antwort sagt mir irgendwie am meisten zu, die ist so schön unkompliziert:)

Wenn ich das richtig verstanden habe, kann z.B. die Schwefelsäure als Reinstoff *und* in Wasser gelöst vorkommen. In beiden Fällen wird sie jedoch als Säure bezeichnet, weil dieses "in Wasser gelöst" ja nur eine Form ist, wie du sagst. In dieser "in Wasser gelösten" Form fällt die Schwefelsäure dann aber auch unter eine saure Lösung (weil sie ja in Wasser gelöst ist:D).

Demnach müsste die Chemieheft-Aussage eingeschränkt richtig sein oder?^^

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