2 Antworten

Hallo vuk70,

sagen wir mal so. Es gibt auch Compounds für 120,-, die sind garantiert nur Schrott. Compoundbögen im Leihprogramm der Fachhändler liegen bei ca. 350€, wenn man so einen kaufen würde. Dieser hier für 180€ mag erstmal brauchbar sein, er ist aber sicher nicht von besonderer Qualität.

Und ganz ehrlich: ein Compound ist der denkbar schlechteste Bogen, wenn man noch von nichts eine Ahnung hat. Er ist ein sehr technischer Bogen. Die erste Abstimmung und Einstellung auf einen Schützen dauert selbst beim Fachhändler kaum unter 1 Stunde, und der weiß was er tut. Die Zuggewichtsverstellung wird gerne als einfach beschrieben, ohne Bogenpresse. Gerne wird vergessen zu erwähnen, dass bei 2-Cam-Systemen einmal das Synchronisieren ansteht, sowie das Timing erledigt werden muss. Bei 1-Cam-Systemen bleibt immer noch das Timing. Ein Wechsel von Sehne und Kabel geht nur beim Fachhändler und kostet kaum unter 100€. D kann durchaus mit einem Compound beginnen, aber nur mit einem fachkundigen Schützen an deiner Seite.

Auch wenn du nicht danach gefragt hast, möchte ich dir ein Beispiel geben, wie du sinnvoll beginnen kannst.

Erstens einen Verein suchen und ohne Kosten Probetrainings vereinbaren. Dann mit einem 3-teiligen Recurvebogen beginnen, der erst mal 6-12 Monate geliehen sein sollte. Mit wenig Zuggewicht für eine gute Technik beginnen, dann mit dem Leihprogramm langsam erhöhen. Nach einigen Monaten wirst du viel besser Bescheid wissen und eine Kaufentscheidung treffen können, ohne die Gefahr Geld zu verbrennen.

Außerdem bekommst du ein zugelassenes Gelände zum Schießen. Das herumballern im eigenen Garten ist wegen hoher Sicherheitsvorgaben fast nie möglich, ein freies Schießen im Wald ist nicht erlaubt. Nur auf abgenommen Parcours. Tja, gut, das war einiges was du nicht gefragt hattest, aber ein Anfänger sollte das trotzdem wissen. Noch Fragen? Einfach melden...

Okay erstmal danke für deine lange und fachkundige Antwort.
Ja ich habe schon nen schnupperkurs beim nächsten Bogenschützen Verein gebucht.
Darf ich einen geliehen Bogen mit nachhause nehmen?
Und zum schießen im Wald: Man darf einen Bogen überall mitführen wo Man zb auch Fahrrad fahren darf. Und ich hätte im Wald tatsächlich einen Platz der ein sehr sicheres schießen ermöglicht. Ein kleiner privater Campingplatz welcher durch einen kreisrunden ca 8m hohen Hang abgegrenzt ist. Mit dem Besitzer stehe ich in Verbindung.
Ich habe mich hier über die Legalität des Schießens informiert: https://bogenblog.de/wo-darf-man-bogenschiessen

Noch eine abschließende Frage zu den ursprünglichen Bogen:
Kann man den als tauglich beschreiben? Ich hab nicht vor professionell zu schießen sondern gerne ab und an privat. Dürfe ich damit ein ganz nettes Erlebnis haben (vorausgesetzt die Technik / skill ist gegeben)

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@vuk70

Bei einen geliehen Bogen vom Händler besteht ja ein Mietvertrag, den nimmst du natürlich mit nach Hause. Im übrigen kann man bei einigen Händlern auch Compoundbögen vierteljährlich leihen. Einen Bogen vom Verein für das Schnuppertraining darfst du sicher nicht mitnehmen, dass ist z.B. bei uns im Verein nicht möglich. Er ist Vereinseigentum und somit auch für andere Neulinge vorgesehen.

Das Schießen im Wald. Ein Bogen gilt, im Sinne des Waffengesetzes, nicht als Waffe. Er kann somit überall hin mitgenommen werden. Aber: bedenke, dass ein Bogen von anderen durchaus als Waffe gesehen werden kann. Gerade in der heutigen Zeit wäre ich da doch vorsichtig. Ein Recurve sollte zerlegt transportiert werden, ein anderer Bogen gehört in eine vernünftige Bogentasche. Mitnehmen heißt aber noch nicht schießen. Bogensport ist Schießsport und unterliegt besonderen Sicherheitsauflagen, da gibt es nichts drüber zu diskutieren.

Ein Schießplatz mit einem Wall rundherum ist eine gute Sache, keine Frage. Und wenn der Besitzer/Pächter sein o.k. gibt, könntest du sicher einen offenen Bereich ohne Bäume/Büsche nutzen. Aber es ist ein Campingplatz, mit anderen Gästen auf dem Gelände kann man das so pauschal nicht sagen. Fakt ist, dass der Schütze für jeden einzelnen Schuss haftet. Auch für Fehlschüsse, also Streifschüsse und Abpraller, wird es bei einem Schießunfall keine Ausreden geben!

Wie ich schon schrieb, für einen Anfänger ist ein Compound nicht das richtige, außer wenn ein erfahrener Compounder dir zur Seite steht. Ein 3-teiliger Recurve ist technisch weniger anspruchsvoll, wenn auch da einiges an Einstellungen anfällt. Zum gelegentlichen Schießen werden viele günstige Bögen reichen, ohne aufbauendes Training wird man sowieso im "fortgeschrittenen Anfängerstadium" bleiben. Aber ein Bogen kann nur präzise arbeiten, wenn das Wissen um die Wartung und Einstellungen vorhanden ist. Und das gilt ganz besonders für einen Compound.

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Ich schließe mich da mal voll und ganz "Bogenfreund" an. Zu Beginn ist ein traditioneller Einsteigerbogen die bessere Lösung und auch preislich günstiger.

Von Compoundbögen habe ich leider keine Ahnung, einmal der schweren Einstellung wegen, ich bin auch der Meinung das sie keine große Herausforderung darstellen.

Draussen kannst Du schießen, man muss halt auf Sicherheit achten. Ein Pfeilfang wäre wichtig, sonst sucht man ewig nach den Pfeilen und die dürfen auch nicht liegenbleiben, damit niemand Unfug damit treiben kann.

Unterwegs sollte der Bogen sowieso in einer Hülle transportiert werden, Du musst ja auch das ganze Zubehör mitnehmen.

Ich schieße Recurve, Compound und auch gelegentlich mal den Hybrid meiner Freundin.

Compound ist so ziemlich einer der komplexesten Bögen überhaupt. Zumal ein guter Compound Schütze erst bei 10 losgeht, X wäre dann hervorragend. ;-)

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