Ist diese Aussage ein Kausalzusammenhang: "Ich habe meinen Tee verschüttet, also muss ich mir neuen Kochen"?

4 Antworten

Hallo Meddlesome,

das ist eine gute Frage, und keine ganz einfache. Hättest Du geschrieben:

Ich habe meinenTee verschüttet, deshalb habe ich keinen mehr in der Tasse,

wäre das eindeutig. Das Du neuen Tee kochen musst, ist ja weder ein Zustand (wie Tasse leer) noch ein Ereignis (wie 'ich koche mir einen Tee') und schwerlich eine unmittelbare Wirkung des Teeverschüttens zu nennen.

Vor allem kannst Du Dich noch immer frei dafür oder dagegen entscheiden, jetzt überhaupt Tee zuzubereiten. Vielleicht hast Du ja keine Lust mehr darauf und möchtest jetzt lieber Kaffee. Tee schien Dir weniger aufwändig, nur deshalb hattest Du Dich dafür entschieden, und nach dem Malheur ist diese Entscheidung hinfällig.

Ich würde die Frage also eher verneinen. Nicht rundheraus, aber mit starker Tendenz.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Kausalität ist das, was einen Prozess mit einem anderen Prozess oder Zustand verbindet, wobei der erste Teil für den zweiten verantwortlich ist und der zweite teilweise vom ersten abhängig ist.

Du wuerdest dir ja keinen neuen Tee kochen, wenn du die Tasse vorher nicht verschuettet haettest. Also: ja.

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Tee kochen müssen ist aber weder ein Zustand noch ein Ereignis oder Vorgang.

Dass die Tasse leer ist, wäre ein durch das Verschütten verursachter Zustand, dass sich der FS eben neuen Tee kocht, wäre ein Vorgang, den ich aber eher veranlasst als verursacht nennen würde.

Der zweite Anlass wäre der Fortbestand des Wunsches, Tee zu trinken.

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@SlowPhil

Alle Prozesse sind komplex. In diesem Fall haengt der Wunsch mit beiden, A und B zusammen.

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@Steffile

Aber du hast recht, ich habe den Wusnsch vorrausgesetzt.

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Ja, ist es. Du willst einen Tee trinken. Du hast aber keinen Tee mehr, weil du die letzte Tasse verschüttet hast. Deswegen musst du dir einen neuen kochen.

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Ein kausaler Zusammenhang zwischen zwei Ereignissen A und B wäre A > B (das heißt: A bewirkt B). Das bedeutet: Wenn A eintritt, tritt auch B ein. Wenn A nicht eintritt, tritt B vermutlich auch nicht ein (es sei denn, B wird stattdessen durch ein anderes Ereignis bewirkt).

Beispiel: Wenn die Vögel anfangen zu singen, geht kurz darauf die Sonne auf. Die Vögel bewirken jedoch nicht den Sonnenaufgang, denn die Sonne würde auch aufgehen, wenn man alle Vögel umbringen würde.

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