Ist die Willensfreiheit im metaphysischen Sinn eine Illusion?

13 Antworten

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Der Freie Wille ist keine Illusion, sondern Teil der (physikalischen) Realität. Der Wille kommt aus dem Selbst, wobei das Selbst nicht ausschließlich durch äußere Einflüsse und Zufall entstanden ist, sondern zu einem großen Teil aus sich selbst. Es ist ein rekursiver Vorgang, deshalb kann die Erklärung ebenfalls nur rekursiv sein.

Dass der Freie Wille keine Illusion ist, lässt sich leicht durch die Kombination von Hypnose und einem Wahrheitsserum zeigen. Auf diese Weise lässt sich nämlich der Freie Wille zerstören, er kommt dann nicht mehr aus dem Selbst, sondern von außen. 

Dass sich das Selbst zu einem großen Teil selbst erzeugt, lässt sich nicht so leicht zeigen. Das physikalische Phänomen das der Selbsterzeugung zu Grunde liegt ist das Quanten-Zenon-Phänomen. Dadurch dass der Geist mit den physikalischen Zuständen des Gehirns verknüpft ist, kann er den Zerfall einer Superposition durch Beobachtung beeinflussen.

Ein Hirnforscher der den Freien Willen nachweisen will, ist vergleichbar mit einem Physiker der den Sinn eines Buches dadurch erfassen will, dass er ein Supermikroskop baut, um sich die Buchstaben genau anzusehen. 

Auf diese Weise lässt sich nämlich der Freie Wille zerstören, er kommt dann nicht mehr aus dem Selbst, sondern von außen.

Auch der Mensch dessen Freier Wille auf diese Weise zerstört worden ist, hat dann nicht mehr den Eindruck, er verfüge über einen Freien Willen (im Gegensatz zur Situation bei der reinen Hypnose).

Das physikalische Phänomen das der Selbsterzeugung zu Grunde liegt ist das Quanten-Zenon-Phänomen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Quanten-Zeno-Effekt

Wenn ein Atom spontan zerfällt, so geschieht dies nach den Gesetzen der Quantenmechanik nicht zu einem vorbestimmten Zeitpunkt, sondern zufällig, d. h. nach rein statistischen Gesetzmäßigkeiten. Dieses Ereignis kann am einfachsten als Superposition (Überlagerung) der Zustände A (nicht zerfallen) und B (zerfallen) aufgefasst werden. ... Wenn nun am Anfang das einzelne Atom im Zustand A (nicht zerfallen) ist, dann ist der Anteil des Zustandes B (zerfallen) nach kurzer Zeit äußerst gering. Bei einer Messung wird es also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht zerfallen sein. Durch die Beobachtung geht es in diesem Fall wieder in den Eigenzustand A (zu 100 % nicht zerfallen) über, und der Zerfallsvorgang beginnt wieder von Neuem.

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@WotansAuge

Oder las es mich nochmal anders formulieren.  Freier Wille im metaphysischen Sinne wäre demnach die Fähigkeit  das man sich bei bereits erfolgten Entscheidung auch bewußt hätte anders entscheiden können. 

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@WotansAuge

Soweit ich es verstehe (bin aber wie gesagt erst in der meinungsbildungdphase)  gibt es nur zwei Wege die Zukunft von Gegebenheiten zu beeinflussen und damit freien Willen zu besitzen. 1 indem ich den vorherigen Zustand des Universum Kontrollieren kann.  2  indem ich kontrolliere wie sich der vorherige Zustand in den nächsten übergeht.

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@Step77

... das man sich bei bereits erfolgten Entscheidung auch bewußt hätte anders entscheiden können.

... dass man sich bei bereits erfolgter Entscheidung auch bewusst hätte anders entscheiden können, sofern man es gewollt hätte. Dem stimme ich zu, aber wichtig ist für mich, dass der Freie Wille aus dem Selbst kommt und das Selbst nicht ausschließlich durch äußere Einflüsse (wobei auch die Gene einen äußeren Einfluss darstellen) und Zufall erwächst, sondern auch aus sich selbst.

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@Step77

Bitte sei mir nicht böse, aber hier verstehe ich nicht, worauf du hinaus willst. Geht es um die Willensbildung im Kopf?

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@Step77

Es ist wohl auch meine Fehler da ich nicht ausführlich genug war. Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken das Argument stammt ursprünglich von einem herrn miesner und wurde mir von einem Freund vorgetragen.

 Ausgehend von den beiden Prämissen macht er in meinen augen eine logisch schlüssiges Argument für den Determinismus. Er schließt den freien willen dabei nicht  kategorisch aus erklärten ihn aber zu einer zusätzlichen variabel die unnötig für die Gleichung ist und somit als zusätzliche variable eine schlüssige Erklärung seitens der Verfechter bedarf.

Auf der einen seite kommt mir das Argument als eine starke Vereinfachung vor aber auf der anderen Seite liegt gerade ihren seine Schönheit. Falls dir in dem Moment ein logischer Fehlschluss auffällt wäre ich dankbar wenn du ihn aufzeigt.

https://danielmiessler.com/blog/25-lines-ruby-show-free-will-impossible/

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@WotansAuge

Ich glaube das ist der Kernpunkt wo wir bislang unterschiedlicher Meinung sind. 

 Ich sehe einfach keine Notwendigkeit für eine zusätzliche variabel die du das selbst nennst.  Wie würde man denn den unterschied zwischen einer welt sehen die dieses selbst besitzt und eine Welt in der diese Entscheidung gefühlt bewusst aber real unterbewusst im gehirn entstehen.  

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@Step77

Falls dir in dem Moment ein logischer Fehlschluss auffällt wäre ich dankbar wenn du ihn aufzeigt.

Grundsätzlich gilt dass man Probleme die so kompliziert sind, nicht in Englisch diskutieren sollte. Dafür ist die englische Sprache zu wage.

Der Beweis läuft im Grunde auf eine vollständige Induktion hinaus. Notwendige Voraussetzung dass diese hier funktioniert, ist aber dass die Zeit gequantelt ist, ein Zeitereignis sozusagen keine Umgebung hat. Die vollständige Induktion funzt z.B. bei den Natürlichen Zahlen (z.B. von 5 nach 6 gibt es einen Sprung, nichts dazwischen), aber sie funzt nicht bei den Reellen Zahlen.

Es gibt tatsächlich eine Planckzeit, d.h. kleinste Zeiteinheit. Ob aber die Zeit wirklich gequantelt ist, ist noch die Frage. Eher wahrscheinlich ist, dass wir Menschen unterhalb dieser Zeitspanne einfach die Naturgesetze noch nicht kennen.

Eine weitere notwendige Voraussetzung für den Beweis in deinem Link ist, dass es auf der Zeit eine Ordnung gibt. Wir wissen noch nicht sicher, ob das gegeben ist. In vielen physikalischen Gesetze taucht die Zeit als komplexe Zahl auf. Ist die Zeit tatsächlich komplex, dann gibt es auf ihr in kleinem Maßstab keine Ordnung.

Wir wissen lediglich aus der Befragung der Natur sicher, dass es den Freien Willen gibt. Dazu hatte ich unten meinen experimentellen Beweis genannt. Jede Hypothese über den Freien Willen muss mit dem Ergebnis dieser Naturbeobachtung verträglich sein.

Ansonsten gibt es mit dem Quanten-Zenon-Phänomen die Möglichkeit, die Zukunft zu beeinflussen. Dieses Phänomen scheint dem Autor unbekannt zu sein.

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@Step77

Ich sehe einfach keine Notwendigkeit für eine zusätzliche variabel die du das selbst nennst.

Wenn du Recht hättest, dann gäbe es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen einem Lebewesen und einem unbelebten Gegenstand. Tatsächlich funktionieren die primitivsten Lebewesen fast wie kleine, komplizierte Maschinen. Ihre Seele oder ihr Freier Wille ist extrem klein. Aber z.B. ein Hund unterscheidet sich DEUTLICH von einem unbelebten Gegenstand. 

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@WotansAuge

Quote : Wenn du Recht hättest, dann gäbe es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen einem Lebewesen und einem unbelebten Gegenstand.

Der Unterschied würde dann ausschließlich aus der Komplexität des unbewussten entscheidenden Nervensystem liegen.  

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@WotansAuge

Erstmal danke für deine Zeit die du hier genommen hast.  Ich bin jetzt an dem Punkt angekommen wo ich beschlossen habe mich erstmal in die Thematik weiter einzulesen Inc Quanten-Zenon-Phänomen und die daraus resultierenden Überlegungen mit einem befreundeten Mathe/Physik Experten zu besprechen.  

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@Step77

Aber notwendige Voraussetzung für einen Freien Willen ist ein Bewusstsein. Und nur ein Lebewesen kann ein Bewusstsein haben.

Wie uns z.B. Schachcomputer zeigen, kann Intelligenz sehr wohl auch ohne Bewusstsein funktionieren. Aber ein Freier Wille ohne Bewusstsein ist für mich nicht vorstellbar.

Auch das Quanten-Zenon-Phänomen kann nicht ohne Bewusstsein funzen. Es hat in der klassischen Welt keine Analogie. Wenn man z.B. beim Roulette auf 35 der 37 Zahlen setzt, dann ist die Chance zu verlieren 2 zu 37, also ziemlich klein. Wenn man diese Spielweise 12 mal hintereinander macht, ist die Chance kein einziges Mal verloren zu haben noch etwas größer als 50%. Egal ob man nun nach jedem Wurf nachsieht, ob man verloren hat oder nicht. Daran ändert sich nichts. Wäre das Roulettesystem ein Quantensystem mit dem das eigene Bewusstsein verknüpft ist, könnte man durch das Nachsehen seine Gewinnchancen drastisch vergrößern.

Das ist meiner Ansicht nach der wichtigste Punkt in der Frage nach dem Leben, Bewusstsein und Freiem Willen.

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Erstmal danke für deine ausführliche Antwort. 

Als erstes möchte ich auf deine Analogie (Kombination von Hypnose und einem Wahrheitsserum)  eingehen. 

Ich habe den Eindruck das du hier die Freiheit von externen Zwängen (Wahrheitsserum) mit der Analogie Beschreibst.

Meine Frage nach der Willensfreiheit im metaphysischen Sinne, meint aber die Freiheit von Ursachen.  Wenn Willensfreiheit im metaphysischen Sinne existieren würde  dann würde  nicht der Zustand in dem sich unser Gehirn zum Zeitpunkt der Entscheidung befindet ( mit oder ohne Wahrheitsserum)  unser Wollen bestimmt, sondern etwas völlig anderes.

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@Step77

Als erstes möchte ich auf deine Analogie (Kombination von Hypnose und einem Wahrheitsserum) eingehen.

Mir geht es um folgendes: Alles was man beobachtbar beeinflussen kann, das gibt es auch in Wirklichkeit. Es gilt zwar nicht der Umkehrschluss, d.h. es gibt auch manche Dinge, die man nicht beobachtbar beeinflussen kann, aber wenn ich etwas (für mich und andere) beobachtbar beeinflussen kann, dann gibt es das auch in Wirklichkeit und ist keine Einbildung. Der Freie Wille lässt sich vielfältig beeinflussen. A) Durch Hypnose. Dann kann man von außen beobachten, dass der Hypnotisierte nicht mehr über einen Freien Willen verfügt, aber der Hypnotisierte beobachtet dies an sich selber nicht. B) Durch ein Wahrheitsserum. Hier ist es genau umgekehrt. Von außen lässt sich eigentlich nicht eindeutig beobachten, dass der Serumbeeinflusste nicht über einen Freien Willen verfügt, aber er selber empfindet es so, dass er nicht mehr über seinen vollständigen Freien Willen verfügt. C) Durch die Kombination von A und B. Hier lässt sich von außen klar feststellen, dass der Beeinflusste über keinen Freien Willen verfügt und der Beeinflusste empfindet es auch selber so, als wäre ihm der Freie Wille VOLLSTÄNDIG verloren gegangen. Es ist also hiermit bewiesen, dass es den Freien Willen in der physikalischen Realität wirklich gibt.

Ich habe den Eindruck das du hier die Freiheit von externen Zwängen (Wahrheitsserum) mit der Analogie Beschreibst.

Ich hoffe, dass das jetzt mit dem oben geschriebenen klar geworden ist.

Meine Frage nach der Willensfreiheit im metaphysischen Sinne, meint aber die Freiheit von Ursachen.

Es gibt sogar eine Freiheit von Ursachen und zugleich von Zufall, eben durch das Quanten-Zenon-Phänomen.

Wenn Willensfreiheit im metaphysischen Sinne existieren würde dann würde nicht der Zustand in dem sich unser Gehirn zum Zeitpunkt der Entscheidung befindet ( mit oder ohne Wahrheitsserum) unser Wollen bestimmt, sondern etwas völlig anderes.

Das stimmt. Der Zustand des Gehirns bestimmt (unser Selbst) unsere Entscheidung, der Zufall bestimmt und diese völlig andere, von dem du oben schreibst, nimmt ebenfalls an der Entscheidung teil. Das Sein bestimmt das Bewusstsein und das Bewusstsein bestimmt das Sein.

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@WotansAuge

Ok dann habe ich dich beim letzten Kommentar wohl Missverstanden,  du definierst also das selbst als Zustand unseres gehirns. Dann sind wir dort einer Meinung,  dann geht es um "das völlig andere" was in meinen Augen als zusätzliche variabel überflüssig ist.

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@Step77

Ok dann habe ich dich beim letzten Kommentar wohl Missverstanden, du definierst also das selbst als Zustand unseres gehirns.

Nicht ganz. Das Selbst ist nur ein Teil des Zustands unseres Gehirns, sozusagen der Kern. Andernfalls könnte ein Menschen der unter dem Einfluss von Hypnose und Wahrheitsseren steht, nicht bemerken, dass er z.B. nach dem Befehl einen Misthaufen wegzukarren, die Aktion nicht aus seinem Selbst ausführt, sondern aus einem äußeren Einfluss. Natürlich muss das Gehirn des Beeinflussten bei der Arbeit den Misthaufen zu entfernen, jede Menge leisten, und natürlich erwächst jede seiner Handlungen aus einem Zustand seines Gehirns, aber eben nicht aus einem Zustand seines Selbst. Dazu Platon: Leben ist selbstbestimmte Aktion. Dazu die Voodoo-Religion: Ein Zombie (unter dem Einfluss von Hypnose und Drogen) ist ein lebender Toter.

Und ich sage eben, dass das Selbst nicht ausschließlich aus von außen gegebenen Einflüssen und dem Zufall erwächst, sondern auch durch Selbstbeeinflussung über das Quanten-Zenon-Phänomen.

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Ja. Willensfreiheit als eine eigene metaphysische Kategorie ist ein unzureichend definierter Begriff, der möglicherweise sogar absurd ist. Letztendlich würde es bedeuten, man könnte sich so verhalten, dass es weder zufällig, noch determiniert ist: Wäre eine Handlung determiniert, gäbe es keine Freiheit. Wäre eine Handlung zufällig, hätte man keine Kontrolle.

Für das Rechtssystem könnte es Folgen haben, aber möglicherweise keine gravierende. Gefängnisse, Vorschriften und Vorstrafen zum Beispiel sind ja genau deshalb effektiv, weil Menschen determiniert und damit vorhersagbar handeln. Wir können vorhersagen, wie Menschen in solch einer Gesellschaft reagieren werden.

Hallo Step77, ich grüße dich.

Eine ausführliche Antwort nähme 1000 Seiten in Anspruch, daher nur kurz.

  1. Wille, das Wollen und seine Ausführung ist abhängig von einer Entscheidung.
  2. Eine vorhergehende Entscheidung ist, ob bewusst oder unbewusst, nur bedingt abhängig vom Gehirn, wenn damit der Verstand gemeint ist. Sie ist abhängig von den eigenen Bedürfnissen, Emotionen, Eigenheiten, Abneigungen usw., also von den dabei vorhandenen Gefühlen, selbst dann wenn sie nicht unmittelbar bemerkt werden, welche als die intrinsischen Anlagen bezeichnet werden können.
  3. Diese Bedingungen liegen in der Seele des Einzelnen begründet. (Wenn man ihm denn eine Seele zubilligt und nicht einem nebulösen Irgendetwas eine Steuerung unterstellt.)
  4. Folglich ist eine Entscheidung, auch wenn sie eine rationale sein soll, von der Seele abhängig, womit eine Entscheidung nicht frei ist.
  5. Der Wille, das Wollen zu einer Umsetzung ist nur der Antrieb zu einem Ausführungsakt, welcher einer Entscheidung folgt.
  6. Dieser Wille kann stark, kraftvoll, mäßig, unduldsam, niederschmetternd, rücksichtslos oder wie auch immer sein, aber er kann nie als frei bezeichnet werden.
  7. Mithin ist der freie Wille ist eine Illusion.
  8. Mithin kann der Mensch auch nur ohne Verantwortung handeln. Denn seine Seele kann er nicht beeinflussen.
  9. Andererseits gehören Seele und Menschen unmittelbar zusammen. Wodurch ihm die Verantwortung wieder zugeschrieben werden muss. Er ist jedoch eine Verantwortung, die er selbst kaum steuern kann.
  10. In dem Dilemma, zwischen 9 und 10, befindet sich ein Rechtssystem, das eine Abwägung treffen muss, in der Form einer Bestrafung bei Verstößen. Hieraus ergibt sich die Frage: Was ist dann eine Bestrafung und welches Ziel verfolgt sie? Ist sie eine Sühne für eine Tat, einen vollzogenen Willensakt, oder soll sie nur eine Nachdenkzeit (???) sein oder bewirken, um einen neuerlichen Vollzug zu unterbinden?

Ich hoffe, dass die Ausführungen hilfreich sind.

Ich grüße Dich und bleib gesund.

Ich bin zwar gerade erst dabei mir zu dem Thema eine Meinung zu bilden sehe allerdings keinen Grund warum man in die Hypothese die Seele einbauen sollte außer um religiöse/theologische Positionen zu rechtfertigen.  Für mich gibt es bislang keinen pausieblen Grund davon auszugehen das unsere Entscheidungen nicht in unserem Gehirn (bewusst oder unbewusst) entstehen und nach ockhams razor halte ich die Hypothese die mit den wenigsten Grundannahmen zurecht kommt für die wahrscheinlichste. 

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@Step77

Hallo, kurzer Hinweis dazu.

Der Begriff "Seele" hat zwar einen religiös/theologischen Beigeschmack, ist jedoch nicht so gedacht. Du kannst den Begriff "Seele" auch als Platzhalter für "Informationsfeld, Nullpunktraum oder Hyperraum" ansehen, wie es in der neuen Physik geschieht. Nur sind darin die 3 Begriffe nicht personalisiert, während der Begriff der Seele einen unmittelbaren Bezug zum einzelnen Menschen hat und sie damit zu "einem ihn ausmachenden Etwas" wird. Nichts gegen Ockham (1288–1347, also schon älter), sein Rasiermesser hat noch Gültigkeit. Dennoch kannte er, aus verständlichen Gründen, die heutige Physik, Neurophysiologie und Genetik nicht.

Ich grüße Dich und bleib gesund.

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@Step77

Ich möchte es einmal so beantworten. Was irgendjemand in der Vergangenheit gesagt hat oder in der heutigen Zeit vermeldet, dass nehme ich mit Interesse zur Kenntnis. Es ist jedoch nur peripher Interessant. Ich gestatte mir selbst zu denken. Nicht jeder der den Satz "Ich denke" formuliert ist ein Anhänger Descartes und nicht jeder der über den Verstand schreibt ist ein Anhänger Kants. Obwohl ich sagen muss, dass Kant für mich ein hervorragender Lehrer war.

Du kannst nicht die wenigen Zeilen, die ich als Antwort schrieb, für die vollständigen Überlegungen nehmen, die sich dahinter verbergen, die als eine Erläuterung dazu gehören. Es sind mehr als 1000 Seiten. Zu weiteren Erklärungen empfehle ich die Seite  - http://www.schwingungen-beherrschen.de - und dort die gleichnamige Lektüre. Der Autor hat interessantes zu sagen.

Ich grüße Dich und bleib gesund.

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Der freie Wille wird nur durch das eingeschränkt, was die Naturgesetze nicht zulassen.

Ansonsten hat jeder einen freien Willen, sogar den freien Willen zur Selbstzerstörung.

Im täglichen Leben schränken hauptsächlich die Konsequenzen, die sich aus Handlungen ergeben, den freien Willen ein.

Um die von mir bewunderten Ausführungen von berckersheim mal auf ein Bild zu reduzieren:

Niemand ist von Geburt an eine Insel. Je mehr sich das Individuum der gegenseitigen Beeinflussungen bewusst ist je besser kann es sich frei entscheiden. Die gegenseitige Beeinflussung aber wird immer bestehen bleiben. Selbst dann wenn ein Mensch tatsächlich alleine auf einer Insel leben würde denn dann wäre dieses Subjekt immer noch in seinen Entscheidungen von den Umgebungsbedingungen abhängig / beeinflusst. Gleichzeitig beeinflusst jede Entscheidung des Individuums die Umwelt wie wir heute bezogen auf die Wetterverhältnisse nachweisen können. 

Die Theorie, dass wir Menschen ausschließlich von den Stoffen aus denen wir bestehen beeinflusst werden in unseren Entscheidungen ist abzulehnen. Sozialwissenschaften und auch manche Psychiatrierichtung bringen reichlich Beweise für das Gegenteil. Lasse mich als Beispiel das Psychotrauma nennen: Manche der Betroffenen bleiben trotz aller denkbaren Behandlungen in ihrem Trauma gefangen. Andere hingegen schaffen es über Kurz oder Lang je nach Individuum mit und ohne Behandlung ein Psychotrauma zu überwinden. Ohne eine entsprechende persönliche Entscheidung ist es nicht möglich diese Leistung zu erbringen. Einen gegenteiligen Nachweis hat bis heute kein Fachmensch erbringen können. 

Ich finde den Beispiel das Psychotrauma nicht wirklich überzeugend.  Natürlich werden zwei Menschen unterschiedlich mit einem Traumata fertig dafür brauche ich keinen freien  willen um mir diesen Unterschied überzeugend zu erklären.  Menschen besitzen unterschiedliche mentale coping skills,  Intelligenz, emotionalle vulnerability,  genetische Anfälligkeit etc. 

Dein Beispiel würde im umkerschluss ja bedeuten das derjenige der nicht mit seinem Trauma fertig wird sich nur nicht aktiv dazu entschieden hätte das Trauma zu bekämpfen.

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@Step77

Vielleicht ist es sinnvoll zunächst mal die Begriffserklärung aus Wikipedia hier einzubringen: 

Die Metaphysik (lat. metaphysica; gr. μετά metá‚danach‘, ‚hinter‘, ‚jenseits‘ und φύσις phýsis‚Natur‘, ‚natürliche Beschaffenheit‘) ist eine Grunddisziplin der Philosophie.

Ich habe mich in meinen Ausführungen zunächst auf die bekannten Fragmente Thales bezogen. Setzt für mich logisch voraus dass die folgenden Zeilen darauf aufbauen. Wobei für mich logisch ist dass wer sich mit Meta beschäftigt die Grundlagen kennt. Denn wie will bitte hinter oder jenseits gedacht werden wenn der Gegenstand hinter oder jenseits dessen gedacht wird unbekannt ist? 

Du bemängelst also mein Beispiel Psychotrauma. Dabei scheint Dir nicht bewusst zu sein dass ein Mensch der gewohnt ist jährlich mindestens eine Überschwemmung zu erleben gewiss kein Psychotrauma erleben wird. Schon gar nicht wenn seine Vorfahren Entscheidungen getroffen haben die es diesem Menschen leicht machen die Überschwemmung zum eigenen Vorteil zu nutzen. Ein Vergleich mit Menschen deren Vorfahren mal vor einigen hundert Jahren Entscheidungen trafen welche es erst ermöglichten sich dort anzusiedeln wo bis dahin regelmäßige Überschwemmungen ein Leben unmöglich machten, die dann über Jahrhunderte keine Erfahrung mit Überschwemmungen machen konnten dank der vielen persönlichen Entscheidungen ihrer Vorfahren, reagieren auf das Phänomen selbstverständlich anders als die Vorgenannten. Und sie reagieren wie von den von mir genannten Wissenschaftsbereichen nachgewiesen selbstverständlich jeweils persönlich unterschiedlich aufgrund vieler Folgen vieler Entscheidungen welche ihre Vorfahren auf anderen Ebenen getroffen haben. Zu diesem Themenkomplex lässt sich eine große Bibliothek bis unters Dach füllen. Du aber gehst ausschließlich von der Entscheidung der betroffenen Person aus. Damit reißt Du das von mir angeführte Beispiel aus den Zusammenhang. In dem Fall hättest Du Recht. Aber nur dann wenn meta eben nicht einfordern würde den Gegenstand zu kennen hinter oder jenseits den betrachtet oder gedacht werden soll. Und ich bin hier noch gar nicht auf die Folgen persönlicher Entscheidungen auf die physikalische Ebene welche sich dann bei den Nachkommen nachweisen lassen eingegangen und auf die Frage, wie sich diese Folgen dann auf das Entstehen eines Psychotraumas auswirken. 

Ja, ja. Eine sogenannte Grunddisziplin der Philosophie. Was äußerst fraglich ist wenn es an grundlegendem Wissen fehlt. 

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