Ist die Widerspruchslösung ein notwendiges Mittel bei der Organspende?

Das Ergebnis basiert auf 36 Abstimmungen

Ja zur Widerspruchslösung. 50%
Nein zur Widerspruchslösung. 44%
Weder ja, noch nein. 6%

23 Antworten

Nein zur Widerspruchslösung.

Ein großes Problem sehe ich bei der Widerspruchslösung: ein Arzt / Krankenhaus kann einfach den Ausweis (mit dem Widerspruch) wegschmeissen. Dann kann auch dieser Mensch für Transplantationen freigegeben werden. Der Arzt oder das Krankenhaus sagt dann einfach : "es wurde kein Widerspruchausweis gefunden", somit haben wir "berechtigterweise" Organe entnommen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Medizinstudium und Anstellung im Universitätsklinikum
Nein zur Widerspruchslösung.

Ich selbst habe einen Organspenderausweis ausgefüllt und werde spenden, wenn es sich so ergibt.

Allerdings habe ich ihn erst einige Zeit nach einen Unfall ausgefüllt, der zwar mit ein paar Schrammen und einer mittelschweren Gehirnerschütterung ablief, aber auch tötlich hätte enden können. Man durchschleudert nicht mal lässig 7 Autobahnspuren, hin und her mitgerechnet.

Trotzdem verstehe und respektiere ich die Scheu, zuzustimmen, sich nach dem Hirntod "zerlegen" zu lassen, selbst wenn ich sie nicht mehr teile. Viele Menschen haben Angst, vorzeigig für tot erklärt zu werden. Einige dumme Menschen nutzen sogar die Skandale, dass Ärzte Patienten eine höhere Bedürftigkeit gefälscht haben als Vorwand, die Bedürftigkeit duch eine Verweigerung noch zu erhöhen. Da frage ich mich, ob die ihre Dummheit nur als Schleier für ihre Bosheit gebrauchen.

Ich werde bei jeden Einkauf gefragt ob ich eine ver..... bl... zum Ko..., reizende Paybackkarte besitzte, ob ich Punkte sammle ... Ist es dann so schlimm, wenn man in Abständen zur Organspende befragt wird?

Es geht m.E. weniger um Freiheit als um Würde und Ängste. Dass Ängste unbegründet sind und dass es würdevoll ist, zu helfen, das sollte und kann vermittelt werden, hoffe ich.

Und ja, es muss sein: Warum gehst du nicht mit deinem Beispiel voran? Es klingt wie ein Kalenderspruch, aber die kleinste Kerze spendet mehr Licht als alle Klagen über die Dunkelheit.

Nein zur Widerspruchslösung.
Was haltet ihr von der Widerspruchslösung?

Nichts. Der Staat hat kein Recht, verstorbene Menschen zur Verfügungsmasse zu machen.

Dringend notwendig im Sinne der Spendebedürftigten

Notwendig ist der aufgeklärte Mensch.

oder eine Einschränkung der persönlichen Freiheit?

Die persönlichen Freiheit endet mit dem Tod, nicht aber die unantastbare Würde des Menschen. Auch wenn ich keine Probleme damit habe, nach meinem Tod zerpflückt zu werden, kann ich diese meine Auffassung niemand anderem vorschreiben.

Im Prinzip stimme ich Dir vollkommen zu - wobei Motorradfahrer, Freeclimber und die aktiven Vertreter diverser Risikosportarten allerdings dazu verpflichtet werden sollten!

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@Bevarian

Als Gegenleistung für die Gemeinschaft, welche sie auch wieder zusammenflickt?

ME sollten diese Menschen gefragt werden, nachdem sie zusammengeflickt wurden. Dies verstehe ich unter dem aufgeklärten Menschen.

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@cg1967

Okay, können wir uns drauf einigen, daß nach dem ersten Zusammenflicken nach Ausübung der Sportart der Spenderausweis zu Pflicht wird?

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Ich bin schon sehr viele Jahre ohne wenn und aber für Organspende, habe auch ebenso lange einen Ausweis dafür!

Jeder Mensch wird froh sein, sollte er ein sehr krankes Organ haben, das ihn eventuell sterben lassen könnte, wenn man einen Spender für ihn finden würde!

Ganz sicher nicht, denn die Organspende macht niemanden gesund. Gegen die Abstoßungsreaktion müssen starke Medikamente genommen werden, die den Organismus massiv schädigen. Man gewinnt nur ein paar Jahre in denen man aber weiterhin ein kranker Mensch ist.

Ich würde nicht mit dem Herz eines toten Menschen leben wollen und ich finde es zutiefst inhuman, Menschen einzureden, dass man die Pflicht hätte seine Organe zu spenden - niemand kann ein Recht auf den Körper eines Anderen haben, das kann nicht sein

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@dandy100

Jeder wie er will. Wenn mal Dein Leben von einem Spenderorgan abhängt, wirst Du nicht lieber sterben wollen, denke ich!

Als Pflicht sehe ich es auch nicht an, sondern als meine eigene, alleinige Entscheidung, die Du nicht infrage zu stellen hast! Das steht Dir nicht zu!!!!

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@dandy100
und ich finde es zutiefst inhuman, Menschen einzureden, dass man die Pflicht hätte seine Organe zu spenden

Siehst du das so? Es ist ja weiterhin keine Pflicht, nur die Funktionsweise ist umgekehrt. Wer nicht spenden möchte, kann ja einfach widersprechen - wenn du selbst kein Spenderorgan haben möchtest, sowieso.

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@dandy100

Niemand sagt, dass du zur Spende verpflichtet bist - weißt du überhaupt, was eine Widerspruchslösung ist?

Aber was ich nicht will, sind Leute, die die Spende verweigern, aber dann selbst Spenden annehmen.

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@Quotenbanane

"Weißt du überhaupt, was eine Widerspruchslösung ist?"

Was soll denn das heißen! Mach ich den Eindruck als ob ich kein Deutsch kann, oder wie?

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@Willibergi

Was heißt denn hier "nur" ? Wenn es so egal ist, warum verlangt man es denn dann? Dann kann man es doch genauso gut wie bisher umgekehrt lassen: Nur derjenige, der spenden möchte, dokumentiert das und nicht der, der nicht spenden will.

Das Recht auf den eigenen Körper muss man nicht etxra aufschreiben - das zu verlangen, ist absurd!

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@dandy100

Wieso schreibst du dann ständig von "Pflicht" und "Recht auf Organe"?

Das passt nicht zur Diskussion.

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@Birgitmarion

"Wenn mal Dein Leben von einem Spenderorgan abhängt, wirst Du nicht lieber sterben wollen, denke ich!"

Doch, das würde ich. Ich würde auf keinen Fall ein künstlich verlängertes Leben mit dem Organen eines Toten weiterleben wollen.

Der Fortschritt der Medizin in allen Ehren, aber es muss eine natürliche Grenze geben und die ist der Körper eines anderen Menschen.

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@dandy100

Nochmal: Eine Organspende ist eigentlich human. Wem helfen deine Organe, wenn sie unter der Erde liegen? Niemanden.

Durch eine Organspende kann z.B. der Vater zweier Kinder zumindest noch ein paar Jahre mit seinen Kindern verbringen.

Wenn du nicht mit einem Spenderherz leben willst, ist das deine Sache. Es gibt aber etliche Menschen, die nicht sterben wollen. Wenn jeder so denken würde wie du, bräuchten wir sowieso keine Organspende.

Altruismus ist dir wohl ein Fremdwort.

Das Recht auf den eigenen Körper muss man nicht etxra aufschreiben - das zu verlangen, ist absurd!

Das zielt in der Regel auf die Leute ab, die sich aus Lustlosigkeit oder aus Mangel von Information keinen Spendeausweis zulegen.

Wieso ist es für dich so schwer, einen Widerspruch zu unterzeichnen? Geht es dir etwa darum, dass sonst jeder weiß, dass du keinen Funken Nächstenliebe übrig hast?

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@dandy100

Mein Gedanke, weshalb ich die Frage überhaupt gestellt habe, ist dass es unglaublich viele Menschen gibt, die seit Jahren auf ein Spenderorgan warten (und auch gerne eines haben würden). Zusätzlich ist zwar die Bereitschaft sehr hoch, aber der Anteil, der tatsächlich einen Organspendeausweis besitzt, leider sehr niedrig. Das heißt, viele Menschen würden spenden, kommen aber wegen des fehlenden Organspendeausweises nicht infrage.

Daneben verstehe ich natürlich auch die Argumente gegen die Widerspruchslösung. Aber "egal" ist es eben nicht. Denn es gäbe viel mehr Spender, wenn tatsächlich die Widerspruchslösung gewählt würde - da sind wir uns sicher einig. Ob es moralisch die richtige Lösung ist, steht auf einem anderen Blatt.

Es ist ja überhaupt nicht die Rede davon, dass ein Kranker das Recht auf den Körper eines anderen hätte. Denn der andere ist a) schon tot und b) frei in seiner Entscheidung, ob er Organspender sein möchte oder nicht. Mit dem Testament ist es doch dasselbe - wer keines hat, bei dem verläuft die Vererbung nach gesetzlichen Richtlinien. Wer es selber bestimmen möchte (bis zu einem gewissen Grad), schreibt ein Testament und ist damit völlig ungezwungen.

Ganz abgesehen davon, dass es womöglich mit einem (kleinen) Aufwand verbunden ist, sich einen Organspendeausweis zu besorgen und ihn auszufüllen - wie wäre es, wenn jeder an seinem 18. Geburtstag einen Wisch zugeschickt bekäme, denn er einfach ausfüllen könnte (womöglich auch bequem online)? Wer ihn nicht einschickt, gilt als Organspender. Fändest du das immer noch absurd?

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Ja zur Widerspruchslösung.

Man kann meiner Meinung nach von jedem verlangen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Jeder darf und soll seine eigene Entscheidung treffen. Ebenso wie sich Organspender die Zeit nehmen, einen Organspendeausweis kurz auszufüllen und einzustecken, sehe ich keinen Weltuntergang darin, dass sich Leute, die sich bewusst dagegen entscheiden, dies auch innerhalb weniger Minuten bekunden.

Ich kenne viele, die zur Organspende bereit sind, aber es auch nach 10 Jahren nicht geschafft haben, sich einen Ausweis zu besorgen oder diese Entscheidung jemandem rechtskäftig mitzuteilen. Einer davon ist heute auf eine Spenderniere angewiesen, weil beide aufgrund einer Autoimmunerkrankung von jetzt auf gleich ausgefallen sind. Wie wichtig eine Spendenbereitschaft ist, hat er nun selbst erfahren und nun ist es zu spät.

Man hat keine Pflicht, seine Organe zu spenden. Dafür widerspricht man schließlich. Andere Leute könnten aufgrund der vorherrschenden Bequemlichkeit jedoch profitieren und ihre Leben gerettet werden.

Wie wichtig eine Spendenbereitschaft ist, hat er nun selbst erfahren und nun ist es zu spät.

Genau das meine ich eben. Ich kenne zwar niemanden, habe aber wie gesagt letztens jemanden getroffen. Es ist eben ein Thema, das unter den Tisch fällt, wenn man sich nicht konkret damit beschäftigt oder beschäftigen muss.

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