Ist die Wahrscheinlichkeit größer an Depressionen zu erkranken wenn man Epilepsie hat?

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4 Antworten

Definitv ja, und zwar wenn Depression auf einer neurobiologischen Grundlage basieren, d.h. wenn eine Hirnerkrankung nicht nur epileptische Anfälle auslöst, sondern eben auch psychische Symptome entstehen lässt.

Die Häufigkeit des Auftretens von Depressionen dieser Ursache richtet sich auch nach dem betroffenen Hirnareal. Wird die Erkrankung z.B. im Schläfenlappen lokalisiert, treten Depression besonders häufig auf. In diesem Bereich kommt es zu einer Beteiligung des  limbischen Systems (das ist sozusagen unser "Motivationszentrum" im Gehirn, das für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig ist) und eine epileptische Aktivität in diesem Bereich kann somit Auswirkung auf die Gefühlsverarbeitung haben.

Desweiteren haben eine Reihe von Medikamenten, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden, depressionsfördernde Nebenwirkungen.

Und nicht zu vergessen auch die Tatsache, dass die Diagnose Epilepsie viele Menschen komplett aus der Bahn werden kann, da sie doch einen Einschnitt im Leben bedeutet, der mit Verzicht und Angst einhergeht und sich dies natürlich auch auf die Psyche auswirken kann.

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Magerboy 19.07.2016, 11:15

Also meine Epilepsie ist so eher im hinteren Bereich des Gehirnen und seitdem ich meine Tabletten nehme bin ich sehr ruhig und müde geworden. Zudem wirken diese Medikamente appetitshemend und deswegen habe ich viel abgenommen. Ich bekam die Diagnose da war ich 9. Ich habe damals gar nicht so wirklich verstanden was mit mir los ist und warum die an meinem Kopf die ganzen Drähte anschließen und warum ich in so einer großen Röhre musste. Als meine Familie das erste mal einen anfall bei mir erlebt haben fingen sie an zu weinen und ich dachte die haben Angst vor mir. 

Zuerst wollte mich kein einziger Arzt behandeln. Meine Mutter und ich waren bei sehr vielen Ärzten. Es dauerte ein wenig bis wir einen gefunden haben.

Nachdem meine Mutter wusste, dass ich Epilepsie habe durfte ich seltener Fernseh gucken wegen den "geflackere" Ich dachte früher ich war böse und durfte deswegen so wenig tv sehen.

Jetzt bin ich 17 und sie hat es sehr ungern wenn ich auf feiern gehe, dabei bin ich schon fast 7 Jahre anfallsfrei.

Diese Krankheit geht einen echt auf die nerven, da sie so viel in deinen leben verändert.

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Anni478 19.07.2016, 16:32
@Magerboy

Ich kann dir das unglaublich gut nachfühlen, habe selber 2 Familienangehörige, die unter Epilepsie leiden, bei denen allerdings kein Jahr ohne Anfall vergeht.

7 Jahre anfallsfrei klingt doch gar nicht schlecht. Und nachdem was du erzählst, reduziert sich die Möglichkeit, an Depression zu erkranken schon allein durch eine Nichtbeteiligung des LS. Medikamente kann man u.U. so verordnen, dass die depressionsfördernde Wirkung, die u.a. nachgewiesen wurde bei Phenobarbital, Phenytoin,Topiramat, Levitiracetam, vermieden wird.

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Glaub mir, es gibt noch viel schlimmeres, mit dem du nicht tauschen wollen würdest. Das Leben darf sich nicht nur um die Erkrankung drehen, sonst würde man irgendwann durchdrehen. Man muss versuchen, ganz normal damit zu leben, so blöd wie es auch klingt.

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Depressionen sind etwas, was jeden treffen kann. Es gibt ein Modell das heißt Vulnerabilität-Stress-Modell. Vulnerabilität ist deine "Grundanfälligkeit" für Depressionen, wenn man es so nennen will. Also je höher, desto schlechter. Und Stress ist halt der Stress von außen (Unfälle, Krankheiten, Druck im Job, Familie, usw.). Sobald Vulnerabilität und Stress zusammen einen gewissen Level ergeben bzw. diesen überschreiten bekommst du Depressionen. 

Also ja, Krankheiten erhöhen das Risiko an Depressionen zu erkranken.

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Hallo, 

Dass Epileptiker stärker oder häufiger an Depressionen erkranken habe ich bis jetzt noch nicht gehört. Ich kenne sehr viele Personen mit Depressionen, und nur eine ist auch Epileptikerin, also denke ich nicht dass da ein großer Zusammenhang besteht.  Selbst wenn doch läuft es im Prinzip aber doch auf das selbe hinaus... Wenn ich dir irgendwie helfen kann sag bitte Bescheid,  auch wenn du mal wieder eine Depriphase hast,  ich hör dir gern zu wenn das hilft :)

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Anni478 19.07.2016, 10:09

Er meint damit nicht, dass Depression ein prädisponierender Faktor für Epilepsie ist, sondern umgekehrt. Interessant wäre demnach vermutlich eher, wenn du viele Epileptiker kennen würdest, herauszufinden, wieviele von ihnen Depressionen haben ;)

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Es kann sein dass Du dir zuviel Sorgen um Deine Krankheit machst. Warscheinlich frisst Du zuviel in Dich hinein.  Ich weiß, Epilepsie ist ein fieses Wort. Du musst bei Freunden und Bekannten einfach von Deiner Krankheit reden und Du wirst sehen dass man mit Dir kein Mitleid sondern Verständnis hat. Keiner wird bald mehr darüber reden.

Ein Neurologe kann Dir aber auch ein leichtes Antidepressiva verordnen, das hilft sicherlich auch. Du kannst dieses auch sofort wieder absetzen.

Spreche mit Deinem Neurologen.

Deine aufgeführten Lösungen sind die Sache nicht wert

                                                     

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