Ist die Wahrnehmung von Flächen eine Illusion?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Gut durchdacht. Nur den Schritt von der Abstraktion zur Illusion hast Du nicht begründet.

Da Wahrnehmung immer auf Abstraktion beruht, würde alles Wahrgenommene, wenn man dies einfach miteinander gleichsetzt, zur Illusion. Das ginge mir zu weit, denn der Illusionsbegriff wäre damit so umfassend, daß er zu keiner Unterscheidung mehr taugt.

Allerdings halte ich es für einen ganz fundamentalen Erkenntnisschritt, sich der unabtrennbaren eigenen produktiven Beteiligung an dem, was man "sieht" oder "hört", bewußt zu sein. Bleibt dieses Beteiligtsein unbewußt, und hält man das Wahrgenommene für einen 100%-igen Import aus der Außenwelt, dann ist das jedenfalls Illusion.

Bei der Farbwahrnehmung ist der abstrahierende Beitrag des Sehapparats zur Wahrnehmung z.B. von "grün" ganz erheblich und das läßt sich sogar, (anders als bei Deinem Beispiel mit der Körnigkeit der Materie), im Experiment recht einfach demonstrieren. Biologie- und Physiklehrer könnten dies in der Schule tun und gäben damit gleichzeitig eine Lektion in Psychologie.

Hier schrieb ich etwas darüber: https://www.gutefrage.net/frage/ist-gruen--gruen-#answer-154864277

Mit dem Wechselverhältnis von Innen und Außen in der Wahrnehmung haben sich Viele beschäftigt. Mir fallen ein:

  • die Lehraussage von Jesus über den Splitter in Auge des Bruders, den man eher bemerkt als den Balken im eigenen Auge (Bergpredigt, Matthäus 7),
  • die hinduistische Lehraussage tat tvam asi (das bist du),
  • die psychoanalytische Lehre von der Projektion.

Im Prinzip hast Du natürlich ganz recht. Eine ebene Fläche gibt es genausowenig wie man einen Kreis auf einem Computerbildschirm zeichnen kann, denn da gibt es nur Pixel.

Die „Pixel“ der Materie sind die Atome. Zwar bestehen die aus Elementarteilchen, aber in der Praxis spielt das wegen der Welleneigenschaften der Elektronen keine Rolle. Alles was man von einem Atom sieht, sind seine Elektronenwolken, und die haben ein endliches Volumen. Eine „perfekt glatte“ Oberfläche muß also im Bereich der Atomgrößen (r≈10⁻¹⁰ m) uneben und pixelig werden. Da wir sichtbares Licht (λ≈10⁻⁷ m) zur Wahrnehmung benutzen, fällt das jedoch nicht auf.

Aber was Deine Frage genau war, habe ich nicht verstanden.

Die mikroskopische Sicht macht die makroskopische nicht ungültig. Wer eine Tischplatte sieht, kann immer noch eine Tasse Kaffee daraufstellen.

Ungültig ist nur die Annahme, dass das alles ist, und dass alles so funktioniert. Auch die Quantenmechanik hat die klassische Mechanik nicht gestürzt, sondern nur an ihren Platz gestellt.

Darum handelt es sich nicht um eine Illusion im eigentlichen Sinn, sondern um Wahrnehmungsökonomie.

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(ii) Es gibt genau eine ebene geometrische Fläche aus der Menge der Rechtecke für die gilt, dass diese Element der Quadrate ist.

(iii) Für alle ebenen geometrischen Flächen aus der Menge der Paralellogramme gilt, dass diese kein Element der Menge der Quadrate sind.

(iv) Für alle ebenen geometrischen Flächen aus der Menge der Vierecke gilt, dass diese aus der Menge der Quadrate, somit aus der Menge der Rechtecke und somit aus der Menge der Paralellogramme sind.

(v) Es gibt eine ebene geometrische Fläche aus der Menge der Vierecke für die gilt, dass diese Element der Quadrate und nicht Element der Rechtecke ist.

Somit gilt für alle ebenen geometrischen Flächen aus der Menge der Paralellogramme, dass diese kein Element der Vierecke sind.

(Wäre dies jetzt wahr, da die erste Aussage schon falsch ist und man aus einer falschen Aussage nur wahre Aussagen kriegt?)

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