Ist die Todesstrafe ok?

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Das Ergebnis besteht aus 144 Abstimmungen

NEIN 68%
JA 31%

158 Antworten

NEIN

Hallo, 

ich sage zur Todesstrafe ganz klar nein! 

Zum einen aus dem Grund, den du schon genannt hast: Wenn man den Falschen tötet, dann kann man das nicht mehr ändern. Sitzt der Falsche im Gefängnis, so kann er wieder frei gelassen werden. 

Aber es kommt auch die Moral dazu - niemand hat das Recht über Leben und Tod zu entscheiden. Ein Mensch der tötet, hat Gründe. Entweder er ist krank und gehört in Behandlung oder er sitzt idR lebenslänglich, was für Manche schlimmer als der Tod sein kann. Hier stellt sich auch die Frage, wer die Vollstreckung im Falle einer Todesstrafe ausübt? Ist das dann nicht auch ein Mörder? Allein solch ein Beruf anzustreben ist krank... 

Es gibt mehr Nach - als Vorteile. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

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Kommentar von Skyfall313
05.03.2017, 13:10

Letzten Endes, wenn man so darüber nachdenkt, gibt es nicht einmal einen einzigen Vorteil dieser Menschen und Lebens verachtenden "Bestrafung". 

1
NEIN

Hey,

ich persönlich bin ganz klar gegen die Todesstrafe. Ich möchte wichtige Argumente gegen die Todesstrafe aufzählen (Die anderen Antworten auf deine Frage habe ich mir nicht durchgelesen, weshalb einige Argumente ganz bestimmt nicht ganz neu für dich sein werden):

1. Darüber zu entscheiden, ob jemand weiterhin leben oder sterben soll, ist komplett unmoralisch, da jeder Mensch von Geburt an ein Recht auf Leben hat und ihm dieses Recht nicht durch eine x-beliebige Person genommen werden kann.

2. Würde man einen Kriminellen, zum Beispiel einen Mörder, hinrichten, so wäre man selbst ein Mörder und hätte "Blut an den Händen" - genau wie der Hingerichtete.

3. Die Todesstrafe ist keine harte Strafe für Schwerverbrecher, es ist ein schnelles, in den meisten Fällen schmerzloses, Ende, das man einem setzt. 

4. (gehört zu Punkt 3) Kriminelle könnte man Arbeiten verrichten lassen, anstatt alle sofort hinzurichten und von der Welt zu schaffen. Somit würden sich diese als nützlich für den Staat erweisen (Zwangsarbeit).

5. Religiös begründet: Ein Leben, das von Gott geschenkt wurde, kann auch nur von Gott beendet werden.

6. Todesstrafen sind aufwändig. In den USA wird der Verbrecher in den meisten Fällen mehrmals vor Gericht geführt, um ein endgültiges Urteil mit anschließender Hinrichtung zu fällen. Das ist kostbare Zeit, die man sich sparen könnte.

7. (spielt in den Punkt 1 mit) Nehmen wir mal als Beispiel wieder die USA. Es gibt Insassen, die zum Tode verurteilt sind, aber Monate, wenn nicht sogar Jahre, auf ihre Hinrichtung warten müssen. Das ist keine Moral, das ist einfach nur psychische Folter. 

8. Wie du bereits geschrieben hast: Es könnten auch Unschuldige hingerichtet werden. Die Wahrscheinlichkeit ist also nicht gerade sehr gering, jemanden zu töten, der gar nichts getan hat, wenn man berücksichtigt, wie viele Menschen zu Unrecht eingesperrt werden. 

9. Todesstrafen sind nichts weiter als Möglichkeiten für Menschen mit blutrünstigen Gedanken, ihre brutalen Phantasien auszuüben (z.B. elektrischer Stuhl, tödliche Injektionen, Folter,..)

10. Todesstrafen erfüllen nicht immer ihre "Funktion", andere vor potentiellen Gewaltverbrechen abzuschrecken. In Ländern mit Todesstrafe sind Gewaltverbrechen immer noch Gang und Gebe. 

Ich glaube, dass ich alle Argumente, die ich persönlich sehr wichtig finde, aufgezählt habe.

Viele Grüße

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Kommentar von Felinius
10.03.2017, 18:55

super besser hätte ich es nicht machen können.

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NEIN

Kompliment, dass Du Dir in Deinem Alter eine Meinung zu diesem Thema bilden möchtest.

Aber nein: Die Todesstrafe ist nicht zu befürworten. Für niemanden und unter keinen Umständen.

Ich glaube, die Gründe sind schon ausreichend in anderen, sehr guten Antworten genannt worden, daher hier nur einige Stichworte:

  • nicht mehr umkehrbar im Fall von Justizirrtum
  • stellt Staat auf eine Stufe mit Täter
  • um Gesellschaft zu schützen, sind auch lange Haftstrafen ausreichend
  • Todesstrafe ist Auge-um-Auge-Denken - davon sollten wir weg sein.
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Kommentar von Julian2T
04.03.2017, 02:04

Ein weiterer Bereich wäre alles rund ums Autofahren.

Mit 70 durch die Innenstadt/50er-/30er Zone:

Vorsatz? Also ein Kandidat für die Todesstrafe?

Wirklich erschreckend wie viele hier nicht zu Ende denken.

2
NEIN

Eine sehr interessante Frage - erst recht, wenn sie von jemandem gestellt wird, der sich mit 15 Jahren darüber Gedanken macht - sehr gut, gratuliere! 

Erschüttert bin ich jedoch, dass es offenbar (im Augenblick) eine 50/50 Verteilung in der Befürwortung und Ablehnung der Todesstrafe gibt - das erschüttert mich bei einer Umfrage in Europa. 

Dass die Todesstrafe keinerlei Abschreckung mit sich bringt, ist in den Ländern, in denen sie noch verübt wird, deutlich zu sehen - Kapitalverbrechen sind dort nach wie vor ein Teil der Realität - von Verbrechensprävention kann keine Rede sein. Grundsätzlich zeigt die Geschichte, dass die Todesstrafe immer gern genutzt wurde, um sich eines aus der Sicht der Machthabenden ungewollten Menschen endgültig zu entledigen - und ja, man kann sicher sein, dass ein getöteter nicht wiederkommt - es funktioniert also. 

Was man aber auch sehen kann, ist, dass genau dieses Prinzip des endgültigen Vernichtens von Menschen zu Hinrichtungen aus politischen Gründen, aus Machtgier und allerlei anderen verwerflichen Grundzügen  geführt hat - einmal im Gesetz verankert, bietet die Todesstrafe also immer auch Missbrauchspotential und ist auch deswegen in vielen Verfassungen grundsätzlich ausgeschlossen - gut so!

Ein anderer Aspekt bei der Betrachtung liegt natürlich auch im Respekt dem Leben gegenüber: Ist es dem Menschen gestattet, einen anderen Menschen zu töten? Offenbar nicht, denn das wird ja bestraft! Warum sollte es dann eine "legale" Version des Tötens geben?? 

Politisch haben sich die meisten Länder also gegen diese "legalisierte" Tötung von Menschen entschieden und die Todesstrafe ausgeschlossen. Philosophisch haben sich viele mit dem Thema beschäftigt lehnen die Todesstrafe aus unterschiedlichsten Argumentationsgründen ab. Ebenso wie die große Religionen - in diesem Zusammenhang ist es interessant, dass auch so fundamental christlich geprägte Staaten wie einige in den USA das 5. Gebot  "Du sollst nicht töten"  offenbar ausblenden - wohl in der Meinung, diese Gebot gelte nur für den zu tötenden, nicht aber für alle Menschen!

Und so kann man immer einige Aspekte AUSblenden (den Kinderschänder umbringen - den Rentnermörder nicht - denn das spart ja Kosten?? und Kosten sparen wollen wir immer, wie aus einigen Kommentaren lese!?) und rutscht immer mehr in die VERblendung, dass die Todesstrafe eine mögliche, gerechte Strafform sei - doch das ist sie NICHT und war sie auch NIE!

Wer die grausamen Taten eines Verbrechers mit ebenso grausamen Taten bestrafen will, stellt sich mit diesem auf eine Stufe - es gibt eben kein gutes Töten!

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NEIN

Wenn deine Begründung nur ist, dass die Todesstrafe abschreckt, dann würde ich an deiner Stelle gegen die Todesstrafe sein, denn es ist nicht bewiesen, dass das wirklich so ist.

https://www.uni-heidelberg.de/presse/news2011/pm20110413\_todesstrafe.html

Ich persönlich würde das verneinen. Ich würde da eher den Untersuchungen von Rechtswissenschaftlern, Kriminologen und Soziologen vertrauen, als denen von Ökonomen.

Jeder Täter geht bei Begehung einer geplanten Tat davon aus, dass er nicht erwischt wird. Insofern ist ihm die mögliche Strafe ziemlich egal, denn er geht ja davon aus, dass sie ihn eh nicht treffen wird. Bei einer ungeplanten Affekttat denkt der Täter gar nicht erst so weit.

Wenn die Todesstrafe effektiv abschrecken würde, dann müssten in den USA ja weniger "schlimme" Straftaten begangen werden als in Deutschland. Dem ist aber nicht so. Obwohl man in Amerika die Todesstrafe bekommen kann, werden dort prozentual mehr Morde und andere "schlimme" Verbrechen begangen als in Deutschland.

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Die Abschreckung durch die Todesstrafe wird bei weitem überschätzt. Wer gravierende Verbrechen begeht, fängt das entweder so an, dass er davon ausgeht, dass er nicht erwischt wird, oder aber er ist so in Rage, dass ihm die Folgen der Tat auch für sich selbst egal sind.

Leider ist auch die Justiz nicht so vollkommen, dass sie tatsächlich den Hergang der Tat herausbekommt. Besonders aus den USA werden immer wieder solche unwiderruflichen Fehler, wenn das Todesurteil verstreckt worden ist, bekannt.

M. E. ist das Todesurteil ein Relikt aus der unseligen Vergangenheit. Warum sollten wir als Menschen, die zumindest behaupten so aufgeklärt zu sein, das fortsetzen. Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund.

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NEIN

Natürlich nicht, liebe HotXL, aus dem Grund, den u.a. Korrelationsfktn. schon genannt hat!

Dcoh muss Dir in einem anderen Punkt HEFTIG widersprechen:

Die Todesstrafe schreckt NICHT ab - Das ist Durch Kriminalstatistiken belegt!

Die Wahrscheinlichkeit eine schwere Straftat zu begehen sinkt mit der Wahrscheinlichkeit, dabei entdeckt und auch WIRKLICH bestraft zu werden und NICHT mit der Höhe / Drastik der Strafe!

Es gibt in Ländern MIT Todesstrafe NACHWEISLICH NICHT weniger Kapitalverbrechen als in Ländern ohne!

Ist doch auch leicht nachvollziehbar:

Nehmen wir ein Land mit
Todesstrafe: Syrien - oder früher: Die ganzen Lateinamerikanischen
Diktaturen.

Dort werden/wurden 100tausende zu Tode gefoltert - Das war /
ist nach den dortigen jeweiligen Gesetzen ein Verbrechen, das mit dem
Tode zu bestrafen ist/war.

Trotzdem wurde es 100tausendfach verübt -
Warum? Weil die Mörder WUSSTEN, dass es für sie keinerlei Risiko gibt,
bestraft zu werden!

Natürlich hat ein Land wie Japan MIT Todesstrafe
und MIT hoher Verbrechens-Aufklärungswahrscheinlichkeit eine besonders
geringe Kriminalitätsrate - das liegt aber an letzterem.

Anderes Bsp.:
In China ist Korruption ein todeswürdiges Verbrechen - trotzdem ganz
extrem weit verbreitet - warum? Die Korrupten wissen zwar, dass sie
getötet werden können, wenn*s zur Anklage gegen sie kommt - aber sie
wissen auch, dass das extrem unwahrscheinlich ist...

also: NO WAY!

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Kommentar von Abahatchi
10.02.2017, 11:34

Gute Antwort, doch eines würde ich noch ergänzen. 

Die Todesstrafe fördert direkt schwerere Verbrechen!

Begründung:

Wenn jemand eine Frau vergewaltigt und auf Vergewaltigung die Todesstrafe steht, dann töten die Täter die Opfer erst recht nach der Tat, weil eine Zeugenaussage im Falle eines Überlebens des Opfers geradezu den sicheren Tot des Täters bedeuten würde. 

Ähnlich ist es auch, wenn bei anderen schwerwiegenden Delikten. Selbst wenn noch während der Tat dem Täter klar werden würde, Mist, was habe ich getan?, er hat keine Perspektiven sein eigenes Leben zu bewahren, wenn er nicht den Zeugen mordet. 

In Staaten, in denen es keine Todesstrafe gibt, stellen sich öfters Menschen, die schwere Verbrechen verübten. Sie müssen eben nicht selbst um ihr Leben fürchten.

Grusz Abahatchi

10
NEIN

Tendenz nein, da es sonst viele unschuldige Tode gibt und das in Deutschland ganz klar gegen die Menschenwürde wäre. Außerdem ist es auch nicht so schön für die familie, wenn sie da zugucken sollen/müssen. Denk mal daran. Die Familie kann nichts für das Denken des Familiemmitgliedes. Ich denke auch das Gefängnis über mehrere Jahre ist viel quälender, da die Betroffenen merken, was ihnen für eine miese zukunft blüht

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NEIN

Ich vertrete da die gleiche Meinung wie viele hier in den Kommentaren und denke, dass die Argumente dagegen wesentlich schwerer wiegen... Was mir Angst macht, ist der Anteil der Befürworter hier! Ähnlich auch bei einer Umfrage der Jurastudenten an der Uni Erlangen, hier waren mehr als 30% der Erst- und Zweitsemester für eine Wiedereinführung der Todesstrafe - in Anbetracht der Tatsache, dass das unsere zukünftigen Justiziare und Richter werden...

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NEIN

Ich würde grundsätzlich immer sagen, dass sie alles andere als OK ist.

Allerdings bin ich da auch etwas gespalten. Niemand hat das Recht das Leben eines anderen zu beenden. Das gilt für die Seite der "Bösen" als auch für die der "Guten". Mir tut es aber oft nicht leid, wenn ein Mörder die Todesstrafe erhält, weil ich daran denke was er Schlimmes gemacht hat und der Mensch, den er auf dem Gewissen hat, nie wieder zurückkommt.

Aber was ein Mörder sich rausnimmt, das tut die Justiz ihm gleich, wenn auch aus anderen Beweggründen. Ob das "Rechtsprechung" ist, wage ich zu bezweifeln. Den Hinterbliebenen des Opfers mag ein Stein vom Herzen fallen, den Täter nicht mehr in der Welt wissen zu müssen. Aber ob das Gerechtigkeit ist, glaube ich nicht. Zumal auch die Justiz Fehler macht, die es zu bereinigen gilt. Ein zu Unrecht Verurteilter, dessen Unschuld man nach der Vollstreckung zu Tage fördert, kann ebenso nie wieder zurückkommen wie ein Mordopfer.

Ich hab dabei nur an Mord als ein Beispiel gedacht. Das erste, das mir dabei einfällt. In verschiedenen Ländern kann die Todesstrafe für ebenso verschiedene Vergehen verhangen werden. Manchmal ist es Wahnsinn wofür. Aber das Thema will ich lieber nicht anschneiden. Ich finde die Todesstrafe sollte nie von Menschen über Menschen verhangen werden.

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NEIN

Der Tod wäre für viele gar keine richtige Strafe. Jeder Täter mit einer Märtyrereinstellung war und ist bereit zu sterben..Das gilt auch für ein Teil der Psychopathen  aber sie sind nicht darauf vorbereitet 10 - 30 Jahre lang darüber nachzudenken was sie getan haben.

Und was wenn es eine Wiedergeburt gibt? Oder wir einfach tot sind  :-) Dann wär die Todestrafe nur eine Abkürzung.. Irgendwie erscheint mir die Idee der Todesstrafe geht nur im christlichen oder islamischen Glaube wo es ein göttliches Urteil nach dem Tode gibt.. Für alle anderen ist es einfach eine Verkürzung der Strafe :-)

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NEIN

Na toll, du bist "gegen" die Todesstrafe, wenn es zu Unrecht passiert. Das sind auch die fanatischsten Befürworter der Todesstrafe, damit bist du kein Stück besser, auch wenn dir das wichtig zu sein scheint, es so darzustellen. Du bist dir schon im Klaren darüber, dass gerade das Kritische am "zu Unrecht verurteilt werden" die Tatsache ist, dass es nicht oder erst zu spät bekannt wird?

Jeder, der die Todesstrafe in irgendeiner Form befürwortet, beteiligt sich mit an dem institutionellen Töten auch von teilweise Unschuldigen. Du bist kein bisschen besser, nur weil du es "gut meinst", das tun sie im Zweifelsfall alle. Wenn du konsequent wärst, müsstest du den einzigen sinnvollen Schluss aus der empfundenen "Unerträglichkeit" des Hinrichtens Unschuldiger ziehen, nämlich dass die Todesstrafe in keinem Fall sinnvoll ist.

Wir leben in einer modernen und demokratischen Zivilisation und du willst einen elementar falschen "Justiz"-begriff des Mittelalters wiederaufbringen (nämlich den Gedanken an eine die Bevölkerung befriedigende "Rache"), nur weil dir unser Rechtssystem nicht "hart" und "abschreckend" genug ist. Warst du schonmal im Gefängis? Hast du schonmal den Kontrast zwischen heutiger Freiheit und Gefangenschaft erfahren und kannst sagen, dass es "nicht hart genug" ist?

Du bist wohl auch dafür, dass Lehrer wieder Kinder schlagen dürfen, aber nur "in ganz schlimmen Fällen"? Damit die anderen Kinder "abgeschreckt werden" und wieder "alles wie früher" ist.. Weil das ja damals so toll geklappt hat und auch heute in Gesellschaften, in denen physische Gewalt vom Staat ausgeht, alles so toll und gerecht zugeht? Merkst du nicht, wie lächerlich und unkonsequent bezüglich unserer eigenen Werte und der modernen Welt, in der wir leben, das ist?

Es gibt so viele Gründe, die gegen die Todesstrafe sprechen. Z.B. werden in Ländern, in denen es die Todesstrafe gibt, häufiger bei (Kindes-)Entführungen oder Vergewaltigungen die Opfer anschließend ermordet, um eine Aussage und damit eventuelle Todesstrafe zu vermeiden. Außerdem ist es viel teurer, rechtlich komplizierter und es bringt den Angehörigen rein gar nichts. Verbrechen kann man nicht ungeschehen machen, indem man sie mit noch mehr Gewalt und Verwendung noch drastischerer Mittel übertönt oder zu überdecken versucht. Das ist einfach nur eine Spirale hin zu noch mehr Gewalt und Rücksichtslosigkeit, die niemandem etwas nützt, am allerwenigsten den ursprünglichen Opfern oder der Gesellschaft.

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Kommentar von EinNarr
10.02.2017, 18:41

Das würde ich, ohne Beanstandungen, so unterschreiben. Ein toller Beitrag.

Liebe Grüße.

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Kommentar von pythonpups
10.02.2017, 18:51

Chapeau. Das kann man wohl nicht besser schreiben.

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Kommentar von jursi190
13.02.2017, 19:58

Ich möchte mal Bezug auf deinen letzten Absatz nehmen. Du schreibst (u.a.) das die Todesstrafe viel zu teuer sei. Allerdings kostet ein in Haft sitzender täglich 95 bis 100 Euro, damit kannst du mal den Anteil eines für 15 Jahren in Haft sitzenden ausrechnen.

Außerdem finde ich deine Formulierung etwas "unpassend", was sagst du z.B. Mutter & Vater, deren Kind ermordet wurde und der Täter nur für 15 Jahre hinter Gitter wandert?

Meiner Meinung nach, hat keiner das Recht einem anderen Menschen das Leben zu nehmen.
Dennoch gibt es viele Gründe Für und Gegen diese Strafe.

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NEIN

Es ist hinreichend erwiesen, dass die Todestrafe nicht besser abschreckt als lebenslänglicher Freiheitsentzug. Man kann mit ersterem allenfalls verhindern, dass der Verurteilte weitere Straftaten begeht.

Ich glaube schon, dass es Gründe gibt, die eine Todesstrafe rechtfertigen könnten. Aber es gibt zum einen mehr Gründe, die dagegen sprechen und zum anderen könnte man nicht mit Sicherheit die Fälle den einzelnen Gründen richtig zuordnen.

Man kann den Missbrauch der Todesstrafe bei totalitär regierten Staaten auch nicht plausibel beanstanden, wenn man selber die Todesstrafe anwendet. Wenn man das nur mit unterschiedlichen Argumenten begründen würde, könnte jeder die Argumente, wie das allgemein gemacht wird, nach seiner Auffassung zurechtrücken. Ein Ja/Nein-Standpunkt hat mehr Gewicht als nur eine unterschiedliche Gewichtung und lässt sich auch besser vertreten.

Deshalb ein klares Nein. 

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NEIN

Salü HotXL

Die Frage ist zwar schon ein wenig her... aber ich habe sie erst jetzt entdeckt und möchte meinen Senf auch noch dazugeben.

Du schreibst, die Todesstrafe wäre eine gute Sache, weil es die Menschen abschreckt, Dummes zu tun. Auf de anderen Seite schreibst du, es wäre gefährlich, weil die Justiz nicht fehlerfrei arbeiten kann. Dann sterben Unschuldige.

Sieh Dir mal die Länder an, welche die Todesstrafe noch vollziehen. Allen voran redet man natürlich meist über die USA: Das Land, welche die Todesstrafe heute noch in aller Munde trägt, ist gleichzeitig das Land, in welchem die schlimmsten Verbrechen begangen werden - trotz Todesstrafe Tendenz steigend! Die Gefängnisse sind voll und die Warteliste der Todeskandidaten wird immer länger. Abschreckung? Fehlanzeige... im Gegenteil, die Verbrecherrate steigt schneller denn je.

Schau Dir weitere Beispiele an: Vietnam, Pakistan, Indonesien... Todesstrafe wegen Besitz von Rauschgift beispielsweise. Diese Länder haben trotz der Todesstrafen mitunter die höchste Rate an Konsumenten, Dealern und vor allem Produzenten weltweit. Die drakonischen Strafen bewirken hier rein gar nichts.

Unter dem Strich kann man feststellen, dass die Kriminalitätsrate in Staaten mit Todesstrafe in der Regel höher liegt als in solchen, welche die Todesstrafe nicht mehr praktizieren.

Vor allem anderen ist für eine hohe Verbrecherrate das Versagen des Staatsapparates zuständig. Tieferes Bildungslevel, grössere Armut, totalitäre Diktaturen und so weiter. Das führt zu Unruhen. Das widerum zu Verbrechen, die eventuell mit dem Tode bestraft werden. Das Problem sollte also nicht mit der Todesstrafe gelöst wreden, sondern schon viel früher. Mit Bildungschancen für die jungen Menschen und mit Aufklärungsarbeiten des Staates (was nach sich zieht, dass die Regierungen dieser Länder das erst mal selbst wollen und das wird nicht der Fall sein... Es wäre das ende ihrer Macht).

Ein Lebewesen, welches Resepkt aus Angst beigebracht bekommt, wird dich irgendwann mal richtig heftig beissen, wenn es in die Ecke gedrängt wird. Ein Lebewesen, welches Respekt aus Bildung, Zwischenmenschlichkeit und echten Optionen auf eine Zukunft beigebracht bekommt, wird nach vertretbaren Lösungen suchen und weniger straffällig werden.

Aktuellster Punkt auf dem Plan: Die Türkei. Erdogan hat angekündigt, über eine erneute Einführung der Todesstrafe nachzudenken. Für was den? Für wen denn? Die Strafe ist Druckmittel eines hezerischen Volkshierarchen. Solche Menschen treiben die Bevölkerung zur Illegalität. Die Todesstrafe wird daran nichts ändern. Wenn er die Menschen dazu bringt, Verbrechen zu begehen, muss nicht die Todesstrafe eingeführt werden, sondern er abgeschaft.

Fazit: Ich bin ganz klar gegen die Todesstrafe, weil die Geschichte und das aktuelle Weltgeschehen zeigen, dass Länder mit Todesstrafen in der Regel nicht richtig funktionieren.

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NEIN

Wenn die Todesstrafe eine abschreckende Wirkung hat, müsste man das ja z.B. daran sehen können, dass es dort, wo es sie gibt, weniger Verbrechen stattfinden, für die man eine Todesstrafe bekommen könnte.

Ob das so ist, ist zu dem jetzigen Zeitpunkt unklar. Die Datenlage ist laut diesem Zeit-Artikel hier widersprüchlich. http://www.zeit.de/wissen/2015-03/todesstrafe-mythen/seite-2. (In dem Artikel wird auch eine Meta-Analyse zitiert und ein Bericht des Nationalen Forschungsrats der USA aus dem Jahr 2012).

Das heißt, manche Studien kommen zum Schluss, dass es eine abschreckende Wirkung hat, andere, dass sogar mehr Morde stattfinden, und andere, dass es überhaupt keinen Effekt hat.

Daher ist die Idee, dass es eine abschreckende Wirkung hat, nicht eindeutig gesichert und kann eigentlich für die Argumentation für die Todesstrafe nicht verwendet werden.

Ich bin insgesamt eher gegen die Todesstrafe. Wegen des Problems der Justizirrtümer, weil die abschreckende Wirkung nicht gesichert ist und weil es auch eine Belastung für die durchführenden Personen darstellen kann.

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NEIN

Wer entscheidet, was schlimm ist und wogegen abgeschreckt werden muss? Es gibt ja kein gut oder böse, nur erwünschtes und unerwünschtes Verhalten je nach Kultur/Gesellschaft.

In manchen Ländern herrscht immer noch Mittelalter, da werden vergewaltigte Frauen als STRAFE zu Tode gesteinigt. Das hat sicher nichts mit Abschreckung, Rache oder Gerechtigkeit zu tun.

Auch bei Schwerstverbrechern bin ich nicht unbedingt für die Todesstrafe. Für mich ist das so, als würde man Hunde einschläfern, die man nicht mehr umerziehen kann und deshalb kein Recht mehr auf ihre Existenz haben.

Aber es sind Menschen. Menschen, die nicht gut oder böse geboren werden, sondern durch ihre Lebensumstände und/oder durch Hirnschäden (z.B. durch Drogen, Unfall oder seit Geburt an) zu dem geworden sind, was sie sind. Dass man solche gefährlichen Leute aus dem Verkehr ziehen muss, ist klar. Aber Todesstrafe? Nein...

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NEIN
  1. Der Abschreckungseffekt ist geringer als man denkt. Verbrechen werden nicht in dem Glauben begangen, dass man sowieso gefasst wird.
  2. Die Todesstrafe ist so unangenehm final, Justizirrtümer lassen sich in keinster Weise wiedergutmachen.
  3. Jemand muss es tun. Das möchte ich wirklich niemandem zumuten.
  4. Auge-um-Auge-Justiz ist inhuman und unzivilisiert. Darüber sollten wir mittlerweile hinausgewachsen sein. Der Rechtsstaat kann sich nicht auf das Niveau der Täter hinab begeben.
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Kommentar von furbo
10.02.2017, 07:19

Ich stimme mit dir überein. 

Bis auf:

    Jemand muss es  tun. Das möchte ich wirklich niemandem zumuten.

Das mit dem Müssen ist so eine Sache. Als vor vielen Jahren in Frankreich nochmals eine Todesstrafe vollstreckt werden sollte, suchte man einen Henker. Es meldeten sich jede Menge Freiwillige, die es machen wollten. Offenbar sind viele Menschen wild darauf, einen anderen töten zu dürfen. 

2

Weil das schreckt ab.

Das ist falsch. Die Todesstrafe schreckt nicht ab, eher das Gegenteil. Es gibt keinen Grund außer Rache, die Todesstrafe anzuwenden. Das Risiko, einen Unschuldigen hinzurichten besteht immer und ist nicht reparabel und nicht hinnehmbar. 

Btw: der Vollzug EINER Todesstrafe kostet das Justizsystem der USA über 2ü.000.000 €. 

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NEIN

Klares Nein.

1. Selbst die klarste denkbare Beweisführung kann fehlerhaft sein. Denn bei Gerichten, Ermittlungsbehörden usw. arbeiten Menschen. Und die können irren. Und bei einem vollstreckten Todesurteil ist keine Wiedergutmachung möglich. Bei einem Inhaftierten kann man zumindest über Geld entschädigen (und das wäre ein anderes Thema: die Entschädigungen hierfür sind zumindest in Deutschland viel zu niedrig).

2. Es mag Fälle geben, in denen die Irrtumswahrscheinlichkeit gegen Null geht (Breivik z.B., der ja während seiner Tat überwältigt wurde). Aber dann muss es jemanden geben, der das Urteil vollstreckt, und das ist...

2a) entweder jemand, dem das Töten einer in diesem Moment wehrlosen Person nichts ausmacht. Den möchte ich aber nicht in so einer Funktion sehen (bzw. möchte ich den eigentlich selber sicher verwahrt wissen).

oder

2b) jemand, der massiv unter seiner Tätigkeit leidet. Geistig gesunde Menschen, die andere Menschen getötet haben, erleiden damit fast immer ein schweres psychisches Trauma. Ob das nun unabsichtlich durch einen Unfall passiert oder bewusst bei Soldaten, Polizisten oder Henkern. Es ist eine Sache, wenn ein Polizist in einer konkreten Gefahrenabwehrsituation jemanden erschießt und damit andere rettet oder ob der Täter schon gefasst ist und damit keine Gefahr mehr von ihm ausgeht. Im zweiten Fall halte ich die Belastung für den Henker nicht für vertretbar. Oder anders ausgedrückt: Der Täter ist es nicht wert, nur für seine Beseitigung noch ein weiteres Leben zu zerstören.

3. Es mag auf den einen oder anderen eine abschreckende Wirkung haben (wobei das strittig ist bzw. die Tendenz eher dahin geht, dass die abschreckende Wirkung maximal unwesentlich ist), aber das kann man auch von Maßnahmen wie Hände abhacken bei Dieben sagen. Trotzdem ist es barbarisch und einer zivilisierten Gesellschaft nicht würdig.

4. Es ist überflüssig. Sicher kann und muss man bei manchen Tätern viel restriktiver mit dem Thema Haftdauer/anschließende Sicherheitsverwahrung umgehen als das bisher üblich war (wobei sich da in den letzten Jahren einiges verändert hat), aber man kann die Gesellschaft auch durch Wegsperren schützen. Dafür muss niemand getötet werden.

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JA

es hat die Todesstrafe in allen Kulturen und zu allen Zeiten gegeben, von keiner Religion wurde sie in Frage gestellt. 

Nur in Europa herrscht die überwiegende Meinung, dass sowas inhuman und inakzeptabel ist. Ich sehe das nicht so. Keineswegs würde ich für einfachen Mord die Todesstrafe als Regelstrafe einführen wollen. Aber die Extremfälle von unbelehrbaren, uneinsichtigen Serientätern, Terroristen ... da fehlt mir die Notwendigkeit, der Allgemeinheit eine lebenslange, teure Unterbringung im Hochsicherheitsgefängnis zuzumuten. 

So ein Brevik in Norwegen, oder ein Terrorist der mit dem LWK in Menschenmengen fährt, da stellt sich nicht die Frage nach Justizirrtum, da stellt sich auch nicht die Frage nach einer möglichen Rehabilitation und Besserung im Gefängnis .. ich denke die haben soviel Leid erzeugt, die haben einfach der Recht zu leben verwirkt, ich argumentiere da auch nicht mit Abschreckung oder Strafe. 

Es ist doch unzumutbar, wenn die Angehörigen der Opfer aus ihren Steuergeldern so jemand finanzieren müssen, und zusehen müssen, wie er Prozesse führt bzgl seiner Haftbedingungen oder Hassbotschaften per Brief verbreitet.

 

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Kommentar von ShitzOvran
10.03.2017, 10:14

die haben einfach der Recht zu leben verwirkt

Wer entscheidet, wann man das Recht hat und wann nicht? Ich fühle mich nicht in der Position über Leben und Tod entscheiden zu dürfen. 

Das Unterschiedet uns doch vom Täter... diese Täter denkt, dass er das Recht hätte zu entscheiden, wer stirbt.

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