Ist die SSD für einen Gaming-PC wichtig?

11 Antworten

 Kurz gesagt:  ein "Gaming"-PC ohne SSD ist keiner.

Jeder, der was Anderes sagt, ist nicht ausreichend informiert. 

Vorsicht Analogie: Sie glauben, daß die Festplatte im Spiel wie bei einem Drag Racing funktioniert. Das heißt, egal ob mit einer SSD (Ferrari) oder eine HDD (Opel Ascona), sobald das Spiel geladen hat (das Ziel erreicht ist), ist das Rennen vorbei und es gibt keinen Unterschied mehr, weil ja alle Daten geladen sind, ne?

Das stimmt so aber nicht. Tatsächlich lädt kaum ein aufwendiges Spiel 100% der benötigten Daten in den Arbeitsspeicher. Insbesondere die Texturen werden geladen, wie sie gebraucht werden.

Je nachdem, wie schnell diese Texturen gebraucht werden, kommt die HDD hier nicht hinterher. Stattdessen werden also zum Beispiel Mapdetails, Texturen etc. durch Platzhalter ersetzt, bis die benötigten Daten gelesen sind. 

Hast Du schonmal gesehen, wie zum Beispiel ein Objekt, das neu im Bild auftaucht, erst sehr grob und mit matschigen Texturen geladen wird? Und dann im Laufe von ein paar Sekunden plötzlich viel detaillierter wird? Oder kleine Ruckler ohne erkennbaren Grund?

Das liegt gerne nicht an der Grafikkarte, sondern weil die benötigten Daten einfach noch nicht von der HDD gelesen sind. Wegen dieses Schutzmechanismus merkt man das nicht unbedingt in den FPS, weshalb vielen Leuten nicht bewusst sind, daß hier die Langsamkeit der HDD für eine schlechtere Qualität verantwortlich ist.

Häufig ist das auch zu beobachten, wenn im Spiel Menüs etc. geöffnet werden. Oder bei Spielen mit hoher Bewegungsgeschwindigkeit, also sowas wie GTA oder Rennspiele.

Ganz abgesehen davon ist grundlegende Ladegeschwindigkeit selbst auch ein Qualitätskriterium, daß den Gesamteindruck verbessert. Dazu kommen die ständigen HDD-Anfragen durch andere Programme, und schlicht das unnötige Betriebsgeräusch, das die meisten HDD produzieren.

Nachtrag: Und bevor hier jemand kommt und mit FPS-Vergleichen um sich wirft: wie ich schrieb, ändern sich die reinen FPS nicht, da GPU+CPU ja weiter normal schnell funktionieren. Allerdings werden, wie gesagt, Details erst verspätet nachgeladen, oder Platzhaltertexturen verwendet, oder manchmal auch einfach dasselbe Bild mehrfach angezeigt.

Darum sind diese Unterschiede in konventionellen Benchmarks kaum darzustellen.

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Gute Antwort, eine Frage habe ich, wieso werden die Dateien nicht in Grafikspeicher geladen? Und sind die spiele eigentl. nicht ein bischen größer, damit meine ich, die ganzen "Bilder" die nach und nach schärfer werden (Absatz 6), die sind doch nicht auf der Festplatte sondern werden von der GraKa berechnet, oder?

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@ErzmagierSkyrim

Weil Spiele grundlegend optimiert sind, daß sie auf möglichst vielen Systemen gut laufen. Das heißt, das kaum ein Spiel in der Praxis die Grafik liefert, die es liefern könnte, wenn keine Abstriche gemacht würden. Die Alternative wäre eine extrem aufwändige mehrschichtige Optimierung, damit ein Spiel sowohl auf einem 5 Jare alten Rechner auf 4GB Ram und auf einem neuen 2xTitanX + 32GB RAM System mit bestmöglicher Performance läuft.

Besonders anfällig sind hier Konsolenports, die halt für die feste Größe der Fähigkeiten der Konsolen optimiert werden und dann manchmal sehr billig an den PC angepasst werden.

Mal abgesehen davon können entpackte Texturen schon ziemlich groß werden, daher gibt es die genannten Hilfsmittel.

Die Grafikkarte kann nur Rendern und darstellen, was sie an Daten vorliegen hat. Ob sie dazu die richtige Textur und Meshes, oder eben matschige Platzhalter nutzt, ist der GPU erstmal prinzipiell egal. Darum bleiben die FPS gleich, und trotzdem ist die Qualität unterschiedlich.

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Ich Stimme die in nahezu allen Punkten zu. Nur die anfängliche Aussage, ein PC ohne SSD sei kein GamingPC ist mir nicht schlüssig. Auch ohne SSD kann man noch sehr gute Ergebnisse erzeugen. Oder willst du mir sagen, dass ein PC mit nem i7 6700k und zwei GTX 980 TI aber ohne SSD kein GamingPC ist?

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@SunioMc

Natürlich werden andere gute Komponenten dadurch nicht langsamer, das habe ich nicht gemeint. 

Aber betrachte "Gaming-PC" mal als Komplettsystem, als mehr als die Summe seiner Teile, und wie man Performance unterschiedlich definieren kann.

Wenn ich natürlich nur begrenzte Spiele á la COD und CS mit ihren winzigen Maps zocke, ist die Voraussetzung wieder anders.

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Ich stimme dir da auf einer Seite zu aber auf der anderen auch nicht. Wenn ich 3-4 spiele habe dann kann es schonmal auf einer 120GB ssd knapp werden. Deiner Meinung nach müsste man die Spiele auf der ssd installieren richtig? dann wird es aber sehr schnell sehr teuer. Als Betriebssystem Platte macht es natürlich Sinn aber als Spiel platte eher weniger. Korrigier mich wenn ich falsch liege

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@Brot454

Denke zunächst darüber nach, was man von einem "Gaming-PC" erwartet. Ein Gaming-PC erfordert per Definition höhere Aufwendungen, um mit den steigenden Ansprüchen schrittzuhalten.

Was du sagst mit dem Platzmangel, ist richtig. Und genau deswegen sind 12Xer-SSD ja bereits veraltet. Rechnest Du 20GB für System + sonstiges, 10GB für Programme und 20GB für noch nicht archivierte Downloads, hast Du bereits die Hälfte des Speicherplatzes verbraucht (in echt haben 128er ja 111GB, zum Beispiel).

Nur kosten 250GB derzeit nur 1/2 bis 2/3 mehr, als 120 - in zahlen geht das ab €70 los. Da die o.g. System- und Programmdateien ja verhältnismäßig stabil bleiben, kannst Du plötzlich 6-10 Spiele installiert haben.

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Okay danke und ich dachte immer, sämtliche Daten werden in dem RAM und Vram geladen und von der GraKa berechnet. Ich lerne jeden Tag etwas dazu. Aber eins habe ich noch einzuwenden, die Langlebigkeit der SSDs wird dadurch noch mehr verkürzt.

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@ErzmagierSkyrim

Willkommen in der Welt der PC-Mythen. Ein Mythos bildet sich schnell und ist verflixt schwer wieder loszuwerden.

Erstmal sprechen wir hier ja hauptsächlich über Leseoperationen, die Alterung der SSD kommt aber von Schreibzyklen.

SSD sind immer noch eine neue Technologie und entwickeln sich ständig weiter. Ja, Wearing gibt es immer noch, und ja, bei frühen Laufwerken war das im Einzelfall durchaus ein Problem.

Heute bietet dir jeder vernünftige Hersteller 100TB+ Schreibleistung an, was ein normaler Konsument niemals ausschöpft. und selbst dann geht die Leistung graduell flöten, man hat genug Zeit, das Laufwerk zu ersetzen. Bei einem mechanischen HDD-Schaden sind die Daten futsch, wenn man sich keinen Spezialisten leistet.

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Eine SSD bringt dir in spielen nur das 5sek. schnellere Ladens eines Speicherstandes. Auf die SSD macht man das OS und evtl. die wichtigsten Programme. Dies sorgt für ein schnelleres System, das lohnt sich auch. Die Daten und die Programme (Games) macht man auf eine anständige HDD, so wird die so wie so schon kurze Lebensdauer der SSDs geschont. Und natürlich kommt es bei Games auch auf andere Komponenten an. Da die meisten Berechnungen in Games Grafik Berechnungen sind, ist hier eine gut Grafikkarte vonnöten, auch der Prozessor spielt eine kleine rolle, der ist nämlich für Bewegungen, Zeit, Menü, Karte dar. Da dies Algorithmen sind, die wenig Ressourcen benötigen, brauch man hier keinen "geilen" I7 5820K. Bei anderen Tätigkeiten, z.B. rendern, gilt das jedoch nicht.

Nein sind sie nicht. Zum spielen selbst bringt es keinerlei Leistung in form von höherer FPS, besserer Grafik oder ähnliches. Das einzige was eine SSD bei Spielen verändern kann wäre kürzere Ladezeit und das wars. 

Eine SSD ist eine schöne Sache da sie das Betriebssystem schnell bootet und sich das System sehr flüssig dadurch anfüllt. Zum spielen selbst bringt es aber keinen Vorteil. 

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