Ist die Rezeptpflicht von Medikamenten eine Bevormundung des Staates?

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15 Antworten

In kaum einem Staat der Welt werden die Bürger in Sachen Medikamente dermaßen gegängelt wie gerade in Deutschland. So ein Staat nennt sich dann auch noch dreist  - freiheitlich und demokratisch ! Er selbst begründet dies mit seiner ihm obliegenden Sorgfalts,- und Aufsichtspflicht, murmelt zudem was von Verantwortung für Alle usw. Im Grunde bedeutet es wie ein autoritärer Vater aufzutreten, der seine Kinder gängelt.

Wenn man sich in einer Apotheke alles Mögliche an Arzneien ohne Rezept nicht kaufen kann, dann wird man zwangsläufig in die Rolle eines Kindes hineingedrückt, infantilisiert. !

Leider bemerkt es der tapfere Bundesbürger oftmals noch nicht einmal, verteidigt gar die Restriktionen, schwafelt was von Gefahren, sdie ansonsten entstünden etc.

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Kommentar von Kiemtea
12.02.2017, 20:19

100% Zustimmung! Wie ein kleines Kind wird man in der BRD behandelt :-/

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Kommentar von voayager
12.02.2017, 20:19

danke für den Stern

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Ist das nicht eine Bevormundung des Staates gegenüber dem Bürger?

Das trifft auf jedes Gesetz zu.

Aber wenn man z.B. Blutdruckmedikamente lebenslang braucht, dann muss man ja immer wieder zum Arzt gehen wegen einem Rezept.

Der Gesetzgeber möchte das bald abschaffen, sodass chronisch Kranke nicht immer zum Arzt rennen müssen, nur um ihr Rezept abzuholen, sondern eine dauerhafte Verschreibung bei der Apotheke gespeichert wird.

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Das ist eine Vorsichtsmaßnahme an den Patienten und eine Absicherung des Arztes. Außerdem entwickelt sich die Pharma Industrie weitern, es kommen neue Medikamente auf den Markt. Vielleicht solche, die man anstatt einmal am Tag zu nehmen, vielleicht irgend wann durch einen transplantierten Chip geregelt werden. Der Körper verändert sich und irgend wann wirkt das Medikament nicht mehr, was Du andauernd eingenommen hast. Wahrscheinlich wärst Du dann der erste, der sich dann aufregen würde, weil Du eine Jahres Ration an Medikamente gekauft hast und sie dann entsorgen musst.

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Viele verschreibungspflichtige Medikamente auf dem Markt unterliegen der Kontrollpflicht (regelmäßig Blutwerte beim Arzt überprüfen) , da sie dem gesunden Körper schaden können (zB Blutdruckmedikamente) oder in der Gefahr stehen missbraucht zu werden (zB Psychopharmaka oder Betäubungsmittel). Es dient meiner Meinung nach dem Schutz des Patienten, die meist viel zu nachlässig sind und sich kaum der Gefahren bewusst sind, die ein falsch dosiertes Medikament mit sich bringen kann. Zudem geht es auch darum, dass die Krankenkassen die Medikamente bezahlen, denn man überlege nur mal, was die Medikamente so teilweise kosten, dass könnten einige auf Dauer nicht bezahlen. Woher sollen die ohne Rezept vom Arzt wissen,  ob du das Medikament wirklich benötigst und es eine Kostenübernahme wirklich Wert ist oder es für andere Zwecke missbrauchen willst (zB Weiterverkauf oder Drogenherstellung). 

Ich selber muss ein Leben lang Medikamente für meine Schilddrüse nehmen und im Jahr muss ich dafür nur 4 mal zum Arzt, das ist ja wirklich nicht zu viel verlangt. Was viel eher nervt, ist die Tatsache, dass ich wegen Physiotherapie-Verordnungen ca aller 2-3 Wochen dahin muss, weil meine Krankenkasse mir keine Dauerverordnung genehmigt... Gottseidank ist die Praxis so freundlich mir diese zuzuschicken, wenn ich in dem Quartal schon mal da war. 

Die Verschreibungspflicht macht an vielen Stellen  schon Sinn, vielleicht nicht an allen, aber Großteils schon. 

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Kommentar von Nele235
06.02.2017, 21:58

Krankenkasse wechseln. Nicht alle machen ein solches Theater wegen Verordnungen außerhalb des Regelfalls. Es sind nur noch einige wenige, die unbedingt vorher einen Stempel drauf machen wollen und sich damit über die Entscheidung des Arztes stellen.

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Ich meine, es dient überwiegend dem Schutz der Bürger.

Doch nebenher gibt es tatsächlich das Erscheinungsbild, daß diverse frei verkäufliche Dinge plötzlich vom Markt verschwunden sind und bald darauf unter anderem Namen, aber mit nahezu gleichen Inhaltsstoffen als rezeptpflichtige Medikamente wieder existierten.

Es scheint so zu sein, wie es überall in der Wirtschaft ist: Im Duchschnitt zeigen sich die Dinge positiv, aber im Detail enstehen nach und nach immer mehr Problembereiche, bei denen es schlichtweg um Abzocke, Protektion usw. geht.

Ebenso ist das Argument "zum Schutz der Bürger" in erheblichen Teilen auch ein Lügenargument, wenn man bedenkt, daß den schlimmsten Gefahren nur halbherzig oder gar nicht vorgebeugt wird. Jedenfalls sind Autoabgase, Feinstaub, Dauerstreß, Gifte in Textilien und Nahrungsmitteln usw. nicht verschreibungspflichtig.

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Kommentar von Pangaea
06.02.2017, 17:50

daß diverse frei verkäufliche Dinge plötzlich vom Markt verschwunden sind und bald darauf unter anderem Namen, aber mit nahezu gleichen Inhaltsstoffen als rezeptpflichtige Medikamente wieder existierten.

Interessant. Hast du mal einige Beispiele dafür?

Ich kenne nämlich nur das Gegenteil: Dass Medikamente nach einer bestimmten Frist aus der Verschreibungspflicht herausgenommen wurden, weil sich herausgestellt hatte, dass sie sicher genug für die Selbstmedikation sind.

Beispiele, die mir dazu einfallen, sind Antiallergika, manche Cortisonsalben, Aciclovir und vor gar nicht so langer Zeit die "Pille danach". Obwohl ich bei letzterer meine Zweifel habe, ob das wirklich eine so gute Idee war.

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Nein, stell mal vor es gäbe diese Pflicht nicht, dann könnte JEDER diese Blutdruck-Medikamente kaufen und was währe dann wenn die Person kommen würde, die sie braucht und keine mehr da sind? 

Zudem ist ein Rezept für kronisch Kranke sehr leicht zu bekommen, es hat nichts mit Bevormundung zutun sondern stellt sicher das die Person die Medizin bekommt die sie braucht 

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Nein, ich sehe es als Schutz der Bürger!

Wenn du siehst, wie der Drogenkonsum von Jahr zu Jahr ansteigt, zeigt es ja, wie dumm und verantwortungslos die Menschen sind. Willst du diesen Menschen jetzt auch noch die Medikamente ohne Kontrolle überlassen?

Dass wäre so, als wenn jemand nur noch eine Sehstärke von 10 % hat und mehrmals am Tag gegen Wände, Türen und Zäune läuft und du ihn dann bittest, ob er dich mit dem Auto von Frankfurt nach München fährt!

Dann würde ich dir eine unvergessene, schweisstreibende und aufregende Fahrt wünschen und beten, dass deine Verletzungen bei einem Unfall nicht so schwer sind und du diese überlebst.

Gäbe es die Verschreibungspflicht für die meisten Medikamente nicht, würde die Realität wie aussehen?

Gäbe es jeden Tag dann unzählige Tote, würde man der Politik wieder Untätigkeit vorwerfen, die nur ihre "fetten Diäten" kassieren, ihren "fetten Hintern" im Parlament plattsitzen und zusehen, wie die Bürger sich vergiften und umbringen.

Wie blöd halt jetzt wieder, dass die Politik DAS schon vor Jahrzehnten geregelt und für ihre "fetten Diäten" gearbeitet hat und man den Politikern kein Massensterben und Unterlassen vorhalten kann. Also, drehen wir den Spieß jetzt wieder um und werfen den Politikern die Bevormundung der Bürger/innen vor!

EGAL, WAS DIE POLITIK AUCH IMMER TUT, SIND WIR   N I E M A L S ZUFRIEDEN, damit das "Feindbild" Politiker ja erhalten bleibt!

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Kommentar von Nele235
06.02.2017, 21:56

Lieber Himmel, jetzt komm mal wieder runter. So viel Adrenalin schadet deinem Blutdruck. 

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Das ist ein Beispiel für die Fürsorge Pflicht die der deutsche Staat aus sozialen Gründen sich auferlegt hat und für die Ordnungsliebe in Deutschland.

Es ist wie von anderen beschrieben eine Vorsichtsmaßnahme. Ähnliche wie Gesetze zu Drogenkonsum und Betäubungsmitteln.
In einem mehr liberal geprägten Staat wäre das wahrscheinlich anders.

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Diese Rezeptpflicht in dem Maße gibt es in anderen (europäischen) Staaten nicht und es funktioniert super. 

Es sollte wohl ursprünglich eine Schutzmaßnahme (vor Missbrauch) sein. Inzwischen sehe ich vor allem die Pharma- Industrie dahinter. Denn nirgends sind die Medikamente so teuer wie in D. 

In Engl. gibt es Apotheken in der Form nicht, in Polen kann man viele Medikamente, die hier nur auf Rezept zu haben sind, frei kaufen. Hier bekommt man Medikamente in hoher Dosis nur auf Rezept, kann die niedrigere Dosis aber frei kaufen... (Bsp: Ibuprofen: Ibu 400mg frei käuflich, Ibu 800mg nur auf Rezept. 2 Ibu 400 ergeben auch 1 Ibu 800. Wen habe ich mit der Rezeptpflicht geschützt?)

Ärzte müssen etwas zu tun haben, die Apotheken brauchen Bestandsschutz, die Pharma-Konzerne wollen ihre Umsätze nicht verlieren. Es wird bei der Rezeptpflicht bleiben. Bevormundung? Irgendwie schon...

Gleiches Problem sehe ich bei den "Medizinprodukten". Irrsinnig teuer, obwohl baugleiche Nicht- Medizinprodukte genau so ihren Zweck erfüllen würden. Nein, wir haben ein Medizinproduktegesetz und eine Industrie dahinter. Deshalb kostet ein Rollator vom Orthopädie- und Rehatechniker 200 € und dasselbe Modell als Nicht- Medizinprodukt im freien Handel nur 80 €. 

Es stellt sich immer die Frage, wer an einer Sache verdient...

Nele

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Kommentar von AalFred2
06.02.2017, 10:06

Was bitte hat die Rezeptpflicht mit den Preisen zu tun?

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die rezeptpflicht dient dem schutz des bürgers.

da sich situationen ändern können und nicht konstant gleich bleiben.

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Mal abgesehen davon, dass bei vielen Medikamenten gelegentlich mal die Dosierung angepasst werden muss und dadurch eine ärztliche Untersuchung sowieso notwendig wird: Verschreibungspflichtige Medikamente sind ja hochwirksam und können in falscher Dosierung und in falscher Kombination erheblichen Schaden anrichten.

Erstens würden unabsichtliche Medikamentenzwischenfälle erheblich zunehmen, falls sowas frei verfügbar wäre, und zweitens möchte ich nicht wissen, wieviel absichtliche Vergiftungen durch solche Medikamente es dann gäbe - mit Selbst- und Fremdschäden.

Ich bin absolut für die Verschreibungspflicht. Es gibt ja heute schon die Möglichkeit, Medikamente für ein ganzes Quartal zu verschreiben - und wenn man krank genug ist, eine solche Dauermedikation zu benötigen, dann ist ein Arztbesuch alle drei Monate sowieso sinnvoll.

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Kommentar von Nele235
06.02.2017, 22:00

All diese Horror- Szenarien bleiben in Ländern, in denen man die Medikamente im Drogeriemarkt kaufen kann, aus. Warum? 

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Kommentar von Kiemtea
12.02.2017, 20:24

DU als Ärztin kannst dir ja jedes beliebige Medikament selbst kaufen. Kein Wunder, dass du die Rezeptpflicht nicht als Problem ansiehst.. Aber schonmal daran gedacht, dass die meisten Menschen keine Ärzte sind?

Und da beginnt die Bevormundung!

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Ist das Verbot von Drogen nicht auch eine Bevormundung?

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Nein, es ist eine Absicherung. Schließlich kann sich ein Krankheitsbild auch mal ändern, was z.B. einen Dosis- oder Medikamentenwechsel nötig machen kann.

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Kommentar von Tanzistleben
06.02.2017, 08:30

@FelixxFoxx: Entschuldige bitte, ich wollte "Pfeil hoch" anklicken, bin aber unabsichtlich an "Pfeil hinunter" angekommen. Tut mir echt leid, war keine böse Absicht.

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Nein, das ist keine Bevormundung, sondern es ist ein Schutz vor Missbrauch.

Denke einmal nach was los wäre, wenn sich jeder ohne jegliches Wissen über Medizin und Medikamente, alles frei kaufen könnte.

Und zum anderen kann sich ein Krankheitsbild verändern. Was ist dann??

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Nein.

Es geht ja nicht nur um das Medikament, sondern auch die Überwachung und kontrolle seiner wirksamkeit, seiner Dosierung, seiner Nebenwirkungen.

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Kommentar von Nele235
06.02.2017, 16:31

Keine Apotheke überwacht die Dosierung. Keine Apotheke überwacht irgendetwas. Wirkung und Nebenwirkungen werden in unendlich langen und streng reglementierten Tests festgestellt. Ohne diese wird ein Medikament nie zugelassen.

In anderen Staaten funktioniert die Medikamentenvergabe, der Erwerb und die Versorgung auch ohne dieses Theater. Aber wir Deutschen brauchen das. Vor allem die, die daran verdienen.

Natürlich muss man die Abgabe z.B. von BTM´s kontrollieren. Aber das ist nur ein verschwindend geringer Teil der Medis, die darunter fallen. 

Alkohol birgt genau so ein Abhängigkeitspotenzial wie z.B. manche Schmerzmittel. Trotzdem ist er frei verkäuflich. Warum? Nikotin macht massive Gesundheitsschäden. Trotzdem kann man überall Kippen kaufen und nicht nur sich, sondern auch noch Passivraucher damit schädigen. Warum?

Schutz ist also kein Argument für Rezeptpflicht.

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