Ist die Piraten-Partei am Ende?

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5 Antworten

Ist sie bald Geschichte?

Ja, sie ist praktisch jetzt schon Geschichte. Dass sie es noch nicht ganz ist, liegt an der Tatsache, dass die Parlaments-Präsenz nicht den aktuellen Zeitgeist widerspiegelt.

Was sind die Gründe?

Das hat innere und äußere Gründe.

Die "äußeren Gründe" sind die Tatsache, dass sie gegen die etablierte Politik von CDU, CSU, SPD, GRÜNEN und FDP angestunken hat und sich nicht anpassen wollte. 

Mal ernsthaft: Wer ist so verrückt und will in einer Demokratie das Volk an der Parlaments-Entscheidung beteiligen? Du vielleicht?

Wie Frau Weisband, die ja zwischenzeitlich auch schon ausgetreten ist, schon treffend sagte: "Die Medien haben uns kaputt geschrieben."

Die "inneren Gründe" sind der Tatsache geschuldet, dass es der Partei weder gelungen ist, wahrnehmbar von ihrer "Ein-Themen-Politik" Abstand zu gewinnen und sich breiter aufzustellen; noch ihr allzu breit gefächertes Klientel (Mitglieder und Wähler) unter einem nennenswerten Programm zu vereinen.

Wieso ist die Partei nicht mehr so stark?

Sie war nie "stark". Was du als "stark" zu erkennen glaubst, war ein erkennbares Strohfeuer. Und dieses Strohfeuer war der Tatsache geschuldet, dass der Wähler seit geraumer Zeit eine "Protest-Partei" sucht, die den Etablierten mit Anlauf in den Hintern tritt. 

Doch die Piraten zerstörten diesen Nimbus, den sie sich anfangs (vor allem in Schweden) zugelegt hatten, schnell und systematisch selbst: Sie rieben sich unendlich auf, brachten ewig lange nichts zustande, was Hand und Fuß hatte und wurden nachhaltig als "Ein-Themen-Partei" etabliert. 

Was der Wähler suchte, war eine "geeinte, feste Front gegen die Etablierten". Was er bekam, war eine zerrissene und zerstrittene Partei, die partout nichts anderes als Streit zuwege brachte. Streit an der Basis. Streit im "Mittelfeld". Streit an der Spitze. Überall Streit.

Verstehe mich nicht falsch: "Streit" ist in einer Demokratie das Lebenselexier. Eine Demokratie MUSS sich streiten. Nur so kann sie einen "guten Konsens" finden. 

Doch die Piraten waren nicht nur in ihrer "Technik-Abhängigkeit" der Zeit weit voraus. Sie waren es auch mit der "ewigen Streitkultur". 

In einem Land, in dem es 

  • "Wahl" heißt, wenn ein Partei-Mitglied sich auf einen (hohen) Posten bewirbt
  • "Kampf-Kandidatur" heißt, wenn zwei Partei-Mitglieder sich auf einen (hohen) Posten bewerben
  • "Zerreißprobe" heißt, wenn drei Partei-Mitglieder sich auf einen (hohen) Posten bewerben
  • "drohender Zerfall der Partei" heißt, wenn sich mehr als fünf Partei-Mitglieder auf einen (hohen) Posten bewerben

(All das sind Zitate aus Medien anlässlich parteiinterner Wahlen mit der entsprechenden Zahl von Kandidaten.)

... in so einem Land kannst du nicht "demokratisch, also 'streitbar' wählen und entscheiden" und glauben, das bliebe frei von Nebenwirkungen. Und wenn dann noch in einer völlig ungefestigten Partei Flügelkämpfe ausbrechen, dann ist endgültig Hopfen und Malz verloren.

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All das bedeutet jedoch NICHT, dass die Piraten "endgültig verschwinden" müssen. 

Die Gesellschaft war einfach nur noch nicht reif für diese Partei. Insofern kann es durchaus passieren, dass die Piraten noch eine weitere Chance bekommen. ... Zumindest spielen ihnen die etablierten Parteien kräftig in die Hände. Und nicht zuletzt arbeitet die Zeit für die Piraten. 

Wenn sie also aus ihren Fehlern lernen und sich auf ihr - hoffentlich besser getimtes - Comeback gründlich vorbereiten, dann steht "PiratenPartei: Resurrection" nicht viel im Weg...

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Ja, die Piratenpartei wird jetzt wohl langsam aus den Parlamenten wieder ausscheiden. Aus dem Berliner Abgeordnetenhaus am Sonntag ziemlich sicher, da sind auch deine 5% unrealistisch.

Gab einfach zu viele Streitigkeiten und Flügelkämpfe. In Berlin sind viele Piraten zu der Linken gewechselt oder fraktionslos geworden. Auch viele Konzepte wie die "liquid democracy" haben nicht richtig funktioniert.



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Die Piratenpartei hat sich schon vor langer Zeit selbst zerlegt. Einen Kreis aus potentiellen Stammwählern hat sie sich ja erarbeitet, indem sie Internet- und Datenschutz-Themen behandelt hat. Irgendwann kamen aber auch Politiker dazu, die völlig andere Vorstellungen hatten, wie z.B. Feministen oder Nazis (oder wie man das heute nennen würde). Dadurch wurde die Partei für einen Großteil der früheren Wähler unwählbar. Heute ist sie einfach in Vergessenheit geraten, und selbst wenn sie wieder ihren Kurs gefunden hätte, denke ich dass es unmöglich wäre, zur alten Stärke zurückzufinden, da die Menschen einfach enttäuscht wurden und nicht nocheinmal ihre Energie in die Partei stecken wollen.

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Man traut den wenig in Sachen Flüchtlingskrise und Wirtschaft zu, deswegen werden die kaum noch gewählt und sind auch nicht mehr so präsent.

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Ja die Piratenpartei ist eher Geschichte. Sie haben gar nicht mal schlechte Ansätze, aber diese konnten sie in der Vergangenheit nicht umsetzen. Sie hatten kein richtiges Konzept. Das war das Problem. Und jetzt ist das Vertrauen dahin

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