Ist die Pille wirklich so schlimm. ?

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4 Antworten

Hallo,

Die Pille ist weder zwangsläufig ungesund noch gesund. Es gibt Frauen, denen es mit Pille schlechter als ohne geht, genauso gibt es Frauen, denen es mit Pille besser als ohne geht. Auch muss man meist einige Pillen ausprobieren, eh man die richtige für sich gefunden hat, so kann es sein, dass Pille A einem überhaupt nicht gut tut, während es einem mit Pille B wunderbar geht.

In jedem Fall hat die Pille, wie jedes andere Medikament auch, mögliche Nebenwirkungen, die teilweise harmlos, teilweise aber auch wirklich gefährlich sein können. Daher ist es wichtig, dass man sich im Vorhinein gründlich darüber informiert. Ob und in welchem Maß diese Nebenwirkungen auftreten, ist von Frau zu Frau verschieden.

Ich habe mit der Einnahme der Pille kurz nach meinem 14. Geburtstag begonnen, also recht früh, und habe vor vier Wochen die letzte Pille genommen (bin heute 18). Insgesamt habe ich die Pille mit kurzer Unterbrechung etwas mehr als vier Jahre lang genommen.

Bisher merke ich kaum einen Unterschied. Einzig meine Brüste tun nicht mehr weh, aber sonst fühle ich mich ohne Pille genauso wie mit Pille. Ohne Pille bin ich ja noch nicht lange, also vielleicht ändert sich da noch was, sobald sich mein natürlicher Hormonhaushalt wieder eingependelt hat.

Liebe Grüße

Nun lass aber mal die Kirche im Dorf.

Die Pille ist seit fast 60 Jahren auf dem Markt, die modernen Pillen enthalten etwa ein Drittel bis halb so viele Hormone wie die ersten Pillen von 1961, die Nebenwirkungen sind gut bekannt und überschaubar, und obendrein ist die Pille aus gutem Grund verschreibungspflichtig.

Die Frauenärztin soll dafür sorgen, dass nicht "die falschen" Frauen die Pille nehmen - also die mit einem von Natur aus erhöhten Thromboserisiko.

An der Pille ist nichts "schlimm" - sie ist ein hochwirksames Medikament, das bei richtiger Indikation gut verträglich ist und mehr Vorteile als Nachteile hat. Milliarden Frauen verhüten erfolgreich mit der Pille.

Sie bringt auch den Hormonhaushalt nicht durcheinander - sie legt den körpereigenen Hormonhaushalt komplett schlafen und ersetzt ihn durch die Pillenhormone. Beim Absetzen spielt nichts verrückt. Die körpereigene Hormonproduktion springt wieder an, das ist alles.

Außer natürlich, wenn du die Pille bis deutlich über 50 nimmst. Dann bist du nämlich vermutlich unbemerkt durch die Wechseljahre gerutscht und deine Eierstöcke können nicht mehr anspringen.

"Außer natürlich, wenn du die Pille bis deutlich über 50 nimmst. Dann bist du nämlich vermutlich unbemerkt durch die Wechseljahre gerutscht und deine Eierstöcke können nicht mehr anspringen."

Das hat mit den Wechseljahren nichts zu tun, das passiert leider auch Frauen Ende 20, die die Pille wegen Kinderwunsch absetzen und bei denen dann gar nichts passiert, weil sie bereits so früh in der Pubertät mit der Pille angefangen hatten, dass der Körper gar nicht dazu kam, mal einen eigenen Zyklus fest einzusteuern.

Und leider sind Frauenärzte nicht die verlässlichste Stütze beim Thema Verhütungsberatung. Da wird sehr gerne schnell die Pille verschrieben, weil es einfach ist und Nebenwirkungen kleingeredet. Leider alles selbst erlebt.

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@Stellwerk

Frauen, die mit Ende 20 nach dem Absetzen der Pille schwere Zyklusstörungen haben, hätten die ohne Pille auch gehabt - nur hätte man es viel früher gemerkt. Die Pille überdeckt nur das zugrundeliegende Problem.

Es gibt die Pille ja schon seit fast 60 Jahren, und dazu liegen massenweise Studien vor. Ich habe mal einen Vortrag gehört von einem Gynäkologen, der lange in Japan gearbeitet hatte. Dort war die Pille damals nicht zugelassen, weil die Frauenärzte so gut an Abtreibungen verdienten.

Was der an Zyklusstörungen gesehen hat, kennt hier in Europa kein Gynäkologe mehr.

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Es ist ein Medikament, dass in den Stoffwechsel eingreift und den natürlich Hormonkreislauf unterbindet. Wenn man zu früh die Pille anfängt und sie zu lange nimmt, kann es sein, dass der Körper sozusagen "verlernt", den Zyklus selbst zu steuern. Nach Absetzen der Pille wird es dann bei manchen Frauen sehr schwer, diese Eigensteuerung wieder anzukurbeln und es kann sehr lange dauern und sehr schwierig werden, schwanger zu werden. Hinzu kommt, dass jedes Medikament auch während der Einnahme Nebenwirkungen haben kann. Also sollte man wie bei jedem Medikament abwägen, ob es die Einnahme wert ist. 

Und letztlich geraten die künstlichen Hormone mittlerweile ins Trinkwasser und stehen im Verdacht, auch bei Männern Unfruchtbarkeit zu verursachen. 

Liebe wozubvcsdu,

"schlimm" ist erst einmal ein sehr subjektiver Begriff. Einige Frauen finden es schlimm, wenn sie ein paar Kg zunehmen, andere eben nicht.

Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel und greift massiv in den Hormonhaushalt der Frau ein, deshalb auch die von dir beschriebenen Nebenwirkungen. Nach einiger Zeit gewöhnt sich der Körper an die Hormonzufuhr und den künstlich erreichten Zyklus. Bei einigen Frauen führt dies dazu, dass sie nach Absetzen der Pille ihre Tage nicht, nur unregelmäßig oder z.B. extrem stark bekommen. Viele Frauen entwickeln langfristig auch massivere Nebenwirkungen, wie z.B. depressive Verstimmungen, Verlust der Libido etc.

Aber wie oben geschrieben: Jede Frau ist anders. Jeder Körper reagiert anders auf die Pille.

In jedem Fall gilt aber: Wenn nicht unbedingt (medizinisch) notwendig, lohnt es sich sicherlich, nach anderen Verhütungsmitteln zu schauen. 

Alles Gute!

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