Ist die Nennung von vollem Namen, Geburts- und Sterbedatum auf dem Grabstein ohne explizite Einwilligung des Verstorbenen DSGVO-konform?

8 Antworten

Mit der DSGVO hat dies nichts mehr zu tun. Die DSGVO bezieht sich nur auf lebende Menschen. Bei toten Menschen gilt sie nicht.

Die Veröffentlichung dieser Daten wird nur noch durch das Recht des postmortalen Persönlichkeitsschutzes geregelt, das die Angehörigen wahrnehmen. Daher ist das in der Regel rechtskonform.

Das DSGVO richtet sich an lebende Personen. Allerdings ist dort explizit erwähnt, dass die EU-Staaten jeweils eigene Regelungen bestimmen können. Es kommt also maßgeblich darauf an, wie der jeweilige Staat dafür Regelungen getroffen hat.

Vielen Fällen laufen aber "automatisch" DSGVO-konform ... nämlich immer dann, wenn der Verstorbene noch zu Lebzeiten bestimmt hat, wie er beerdigt werden will. Dann ist das Anbringen der Daten im Rahmen der Auftragserfüllung nötig.

Linktipp: https://brands-consulting.eu/datenschutz-bei-verstorbenen-hoert-der-datenschutz-nach-dem-tod-auf

(Ist zwar noch Pre-DSGVO, aber bzgl. Verstorbener hat sich in Deutschland nicht viel geändert)

JA, er wird ja im Namen des Verstorbenen durch seinen Rechtsnachfolger genemigt. Stellt ein Fremder einen Stein an den Strassenrand werden die Erben das sicher verhindern

Wie soll ein Toter seine Genehmigung für die Angaben auf seinem Grabstein geben??? Aus dem Jenseits?

Die Erben sind die Rechtsnachfolger. Sie bestimmen die Aufschrift auf dem Grabsein. Außerdem es ist üblich, Vor- und Nachnamen plus Geburts- und Sterbedatum auf den Grabstein zu schreiben. Gehe mal auf den Friedhof und schaue dir Grabsteine an.

Und wenn es keine Erben gibt oder sich der Verstorbene im Vorfeld Entsprechendes testamentarisch vorbehalten hat?

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@KnorxyThieus

Es gibt immer Erben. Zuletzt erbt der Staat, wenn keine Angehörigen vorhanden sind. Was im Testament steht, sollte ausgeführt werden.

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@KnorxyThieus

Ich bin der Auffassung, die aber falsch sein kann, dass die im Testament geäußerten Wünsche des Verstorbenen nicht ausgeführt werden müssen. Es besteht aber eine moralische Verpflichtung, dies zu tun.

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@Mignon5

Werden die nicht sogar notariell verlesen und kontrolliert? Ich dachte, dass sind vielmehr rechtlich geltende Auflagen, die als Vertragsbedingung für die Annahme des Erbe fungieren.

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@KnorxyThieus

Wenn ein Testament beim Notar hinterlegt wird, dann wird der Notar die Erben einladen und das Testament eröffnen. Es gibt aber auch Testamente, die nicht beim Notar hinterlegt sind. Der Notar kontrolliert die Ausführung des Testaments nicht. Das ist nicht seine Aufgabe. Wenn der Verstorbene Bedingungen für das Erbe ins Testament geschrieben hat, dann müssen diese Bedingungen erfüllt werden, bevor das Erbe angetreten werden kann. Ich glaube, dass das Nachlassgericht die Erfüllung der testamentarischen Bedingungen prüft, nachdem die Erben dort einen Erbschein beantragt haben. Der Erbschein wird erst danach ausgestellt. Erst mit dem Erbschein geht die Verfügungsgewalt über das Erbe auf die Erben über.

Ich bin mir nicht sicher, ob alles richtig ist, was ich geschrieben habe. Vielleicht bekommst du noch weitere Kommentare zu diesem Thema von anderen Usern, die sich besser damit auskennen.

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Das hat nichts mit der DSGVO zu tun, diese Daten veröffentlicht in eine Firma, sondern eine Privatperson. Der Steinmetz (Firma) handelt im Auftrag.

Von wem ein Unternehmen persönliche Daten erhält, ist bei der DSGVO vollkommen irrelevant.

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