Ist die Moral...moralisch vertretbar?

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4 Antworten

Hi,- ich interpretiere deine Frage mal so: Ist Moral ohne Ethik / ethisches Begründungskonzept - also "aus sich selbst heraus als quasi alltagsfaktische Verhaltensnormierung (moralisch) vertretbar? Das ist so logisch wie die Frage an einen Katholiken oder Protestanten ob es gut / richtig sei, Katholik oder Protestant zu sein - siehe Antwort von "Dxmklvw".

Moral ist als emotional verankerte Verhaltensdisposition (Erziehung) im Rahmen einer Gruppenkonvention die psychologische Variante einer Handlungsnorm auf dem Hintergrund von "erwünschtem" und "unerwünschtem" Verhalten.

Ethik ist das System logischer Ableitungen des >Gerechtigkeitsbegriffs< in eine Rechtssystematik als definierte Unterscheidung zwischen "gerecht" und "ungerecht", die als "Rationalitätsschablone" ein Metasystem zur Überprüfung von Behauptungen der "Moral" zur Verfügung stellt.

Moral ist einfach nur da und kann sich niemals selbst auf "Denkfehler" überprüfen,- Ethik schon.Und deshalb ist die Ethik eben auch das Rationalitätsprinzip hinter jeder "moralischen" Behauptung, um deren Gültigkeit aus logisch-systematischer Sicht überprüfen zu können.

Diese Erkenntnis ist ein zentraler Bestandteil der >Aufklärung<. Mit "Moral" alleine hätten wir bis heute keine Vorstellung zum Begriff der >Menschenrechte<. ;-)

Gruß

Danke fürs *. - Und * zurück für gute Fragen. ;-) Gute Fragen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für die Produktion guter Ideen. Und Philo fängt immer mit Fragen an. :-)

PS: "Gut" = systematisch oder analytisch, also rational - ganz wie man möchte.

PSS: und um meine Antwort zu ergänzen - es wäre aus meiner Sicht zutiefst unmoralisch, von dieser Rationalität keinen Gebrauch zu machen.;-)

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Deine Frage ist falsch gestellt, indem du versuchst, Gleiches mit Gleichem zu vergleichen.

Du hättest besser fragen sollen, ob Moral ethisch zu vertreten ist.

Anderenfalls könnte man nämlich z. B. auch die Frage stellen, ob es gerechtfertigt sei, daß katholische Menschen Katoliken sind.

Zur Moral selbst:

Das ist eine menschengemachte subjektive und überwiegend begehrlichkeitsgesteuerte Vorstellung von dem, was richtig oder falsch sei.

Ethik läßt sich demgegenüber auch so lesen, daß es einige im Ansatz "angeborene" Grundeigenschaften gibt, auch wenn diese späterhin durch die Erziehung und durch Lebenserfahrungen noch weiter herausgearbeitet werden.

Krasses Beispiel: Im Mittelalter hielt man Hexenverbrennungen für moralisch vertretbar und sogar für "gottgewollt". Doch ethisch vertretbar war es nicht. Jedoch hatte die damalige Moral dafür gesorgt, daß viele Menschen ihre "innere Stimme" (das gesunde Gewissen) mittels des Aberglaubens immer wieder so sehr vergewaltigten, daß sie in der Folge ihr Tun für gut hielten.

Hallo!

Das, was die Gesellschaft als "moralisch" oder "unmoralisch" bezeichnet ist letzten Endes die subjektive Interpretation einer "Norm", die kaum ausgesprochen wird bzw. die niemals je konkretisiert worden ist. 

Daher ist es auch subjektiv zu urteilen, ob die gesellschaftlichen Moralvorstellungen moralisch seien oder nicht.

Hallo.

Moral ist das so vertretbar, solange du dich an den allgemeinen Vorstellungen (Mehrheit) und im gesetzlichen Rahmen bewegst,

Durchaus mit Wertvorstellung zu akzeptieren.

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